1
Apr

In dem bereits im Juni 2008 von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) vorgestellten Bericht, wurde festgestellt, dass zwischen den EU-Mitgliedsstaaten erhebliche Unterschiede hinsichtlich des gesetzliches Schutzes von Schwulen, Lesben und anderen sexuellen Minderheiten bestehen.
Auch in dem gestern veröffentlichten Report über „Homophobie und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität in den EU-Mitgliedsstaaten”, bemängelt die FRA, die gegenwärtige Diskriminierung, Belästigung und andauernde Gewalt gegenüber der Queeren-Community.

„Alle EU-BürgerInnen müssen ohne Angst und frei von Diskriminierung leben können, unabhängig von ihrer sexuellen Ausrichtung.”, so Anastasia Crickley, Vorsitzende des Verwaltungsrates der FRA. Die damit verbundene Aufforderung an die politischen Entscheidungsträger der EU-Staaten, scheint einleuchtend: Die momentan geltenden Rechtsvorschriften zur Gleichbehandlung müssen weiterhin erheblich verbessert werden. Dem Bericht zufolge ist die andauernde Diskriminierung von Homosexuellen in allen Lebensbereichen spürbar. Sie reicht von der Belästigung an Schulen, bis hin zur Diskriminierung im Berufsleben oder gar dem Gesundheitswesen einzelner Länder. Desweiteren kann ein Verbot von öffentlichen Aktionen und Paraden sowie die mutwillige Beschädigung und Zerschlagung von Treffpunkten schwul-lesbischer Organisationen nicht weiter toleriert werden.
Morten Kjaerum, Direktor der FRA äußerte sich wie folgt: „[...] In einigen Ländern gab es körperliche und sogar tödliche Angriffe. In der EU, die sich ihrer Grundsätze der Gelichbehandlung und Nichtdiskriminierung rühmt, sind dies alarmierende Signale.”

Mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft, äußerte die FRA jedoch auch, dass die Antidiskriminierungsvorschriften der EU erste positive Auswirkungen gezeigt haben. Immer wieder nehmen Politiker und Personen des öffentlichen Lebens an Veranstaltungen und Straßenfesten sowie Paraden teil und demonstrieren ihre Offenheit und Toleranz. Auch die Akzeptanz in der Gesellschaft verändert sich zunehmend positiv. „Der gesetzliche Schutz von Diskriminierung ist jedoch nach wie vor lückenhaft und muss weiterhin aktiv ausgebaut werden.”, so Kjaerum weiter.

Kategorie : Politik / Sonstiges