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Am vergangenen Wochenende ist es erneut zu einem Anschlag auf ein Denkmal für Homosexuelle in Berlin gekommen. Bisher noch unbekannte Täter haben das Sichtfenster an der Betonstele stark beschädigt. Der erneut vandalistische Übergriff, veranlasste den Staatsschutz die Ermittlungen aufzunehmen, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann. Mitarbeiter einer beauftragten Wachschutzfirma hatten die Beschädigungen in der Nacht zum Sonntag entdeckt.

Verbände und Politiker verurteilen den Übergriff vom Wochenende und betonen, dass in Deutschland noch immer Vorurteile und Gewaltbereitschaft gegenüber Homosexuellen bestehen. Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, betonte: „Der Widerstand gegen die andauernde Homophobie darf nicht allein die Sache der Homosexuellen sein.” Auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) stimmt dieser Aussage zu und geht einen Schritt weiter. Gemeinsam mit dem Bundesvorsitzenden des Arbeitskreises Lesben und Schwule in der SPD (Schwusos), Ansgar Dittmar, wird ein nationaler Aktionsplan gegen Homophobie gefordert. „Homosexuellenfeindlichkeit ist nach wie vor stark verbreitet. Allein der Anblick eines Kusses zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts kann massive Gewalt hervorrufen.”, so ein Sprecher des LSVD. Um aktiv für Selbstbestimmung und Akzeptanz zu kämpfen, muss ein auf Bundesebene initiiertes Programm auf den Weg gebracht werden, so die Verantwortlichen weiter.

Das von dem dänisch-norwegischen Künstlerduo Micihael Elmgreen und Ingar Dragset entworfene Mahnmal für im Nationalsozialismus verfolge Homosexuelle, wurde erst im Mai 2008 feierlich eingeweiht. Seither sind bereits drei Anschläge auf die Gedenkstätte verübt worden. Das Mahnmal besteht aus einer überdimensionalen Betonstele, in der ein Sichtfenster eingearbeitet ist. Dieses eröffnet den Blick auf ein küssendes homosexuelles Paar. Aktuell sind zwei Männer zusehen, die aber im Mai von einem weiblichen Liebespaar abgelöst werden.(Bild: www.homo-denkmal.de)

Kategorie : Politik / Recht

2 Kommentare zu “Berliner Homo-Mahnmal erneut attackiert”