Schwule Männer spenden Blut! Bundesweite Umfrage mit überraschendem Ergebnis!

Bereits Anfang des Monats haben der Verein „Schwules Blut” und GAYS.DE zu einer ersten bundesweiten Umfrage unter homo- und bisexuellen Männern aufgerufen. Hintergrund war die grundlegende Bereitschaft und das Risikoverhalten, der als Risikogruppe definierten „potentiellen” Spender, zu erfragen. Bisher sind Homosexuelle in Deutschland von der Blutspende − ohne Ausnahme −  ausgeschlossen.
„Schwules Blut” und die Online-Community GAYS.DE, freuen sich über die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage und hoffen, dass neue Gedankenanstöße für die Regelung und den Umgang mit Spenden von Männern, die mit Männern sexuellen Kontakt haben, geschaffen werden können.

Insgesamt haben mehr als 1.200 Probanden an der bundesweiten Umfrage teilgenommen. In einem Online-Fragenkatalog wurden die Teilnehmer nach ihrem Spendeverhalten sowie ihrer Einstellung zum Thema Safer Sex befragt. Ergebnis ist, dass 53 Prozent der Befragten − trotz des derzeit geltenden Ausschlusses − regelmäßig zur Blutspende gehen. Als weiteres positives Ergebnis konnte die Umfrage belegen, dass unter allen Spendern ein umfangreiches Wissen über Safer Sex vorherrscht. Zudem lebt ein Großteil der Befragten in einer festen monogamen Beziehung − wie vom Bundesgesundheitsministerium bei heterosexuellen Spendern vorausgesetzt.
Lars-Haucke Martens, Vereinssprecher von „Schwules Blut”  ist von den Ergebnissen begeistert: „Der generelle Ausschluss homo- und bisexueller Männer ist offensichtlich überflüssig. Schließlich gibt es in Deutschland keine steigenden Zahlen von HIV-Infektionen durch Blutspenden − obwohl täglich Schwule zur Blutspende gehen.”

Mit den Ergebnissen der Online-Umfrage hat der Verein „Schwules Blut”  eine neue Argumentationsgrundlage gegenüber den derzeit gültigen Richtlinien zur Blutspende. Die Spendenbereitschaft bei homo- und bisexuellen Männern ist vorhanden − anhand der Auswertung kann nun auch nachgewiesen werden, dass eine generelle Befragung zur sexuellen Orientierung eines Spenders unzureichend ist. Jeder Heterosexuelle, der ungeschützten Geschlechtsverkehr praktiziert, lebt deutlich verantwortungsloser. Danach wird im Fragebogen vor der Blutspende allerdings nicht gefragt − noch nicht.

Eine umfangreiche Präsentation aller Ergebnisse der Online-Umfrage, werden auf der Jahrespressekonferenz von „Schwules Blut” ausführlich vorgestellt. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

Kommentare

  1. Hans Rexing meint:

    An “Schwules Blut”, lange bevor diese Diskusion in Gang kam, habe ich bereits 2006 schon hier im Internet gefragr:”Warum dürfen Schwule kein Blut spenden?”
    Uns Schwulen unterstellt man, dass wir andere mit unserem Blut gefährden könnten, obwohl meiner Ansicht nach , wir Schwulen bewußßter “Safer Sex ” praktizieren. Erschreckend habe ich in meinem Bekanntenkreis festgestellt, wie unerfahren und naiv deren Sexualverhalten ist. Auch Heteros können AIDs, HIv bzw. andere sexuell übertragbare Krankheiten verbreiten. Das Fenster, bis zu dem Antikörper, festgestellt werden können ist genauso groß. Warum wird das nicht genauso wie bei uns Schwulen in Frage gestellt? Wegen meiner seltenen Blutgrußppe, A1B neg. habe ich einigemale hilflos mit erleben müssen, weil ich kein Blut spenden durfte. Nicht sachliche Argumente, sondern eher emotionel ist hier wegen Homophobie, von den Verantwortlichen und den Parlamentarien entschieden worden. Nach wie vor ist bei vielen noch der § 175 im Kopf. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern.

  2. SwenL. meint:

    Hallo zusammen. Ich bin 33 Jahre und lebe seit 9 Jahren in einer festen Monogamen beziehung. Und gehe seit ich 18 Jahre alt bin Regelmässig zur Blutspende. Ich lebe im Ländlichen da kennt jeder jeden und wir Leben recht Offen. Und die Ärzte die bei uns bei der Blutspende sind genauso wie die Freiwilligen helfer Wissen das ich in einer offenen Schulwn Bezihung lebe un mitlerweile seit 6,5 Jahren Glücklich verheiratet bin. Ich und mein Arzt verstehen nicht was diese Diskusion soll. Denn das Blut ist nicht der entscheidende Faktor. Denn Hetrosexuelle haben meines erachtens viel heufiger HIV als Schwule. Diese sollen nach letzten Angaben knapp 2% betragen. Und 98 derer die HIV Infiziert sind sind “HETEROSEXUELL”. Dabüber sollte mal nachgedacht werden. Wir Leben zwar im 21 Jahrhundert aber bei solchen sachen wird eben immer nur einseitig draufgeschaut. Obwohl es Diskriminierung nicht mehr geben sollte.
    Ich könnte noch viele Argumente darlegen würder Hier aber den Rahmen Sprengen

  3. SwenL. meint:

    Nachtrag:
    Diese Zahl 2% Gild nur für die Schwulen in festen beziehungen in Deutschland. Und weltweit sind es sogar nur knapp 1% alles Homosexuellen die den Virus inne haben.

  4. dackel meint:

    @ SwenL.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der nur heterosexuellen Sex hat, HIV hat, ist sehr gering – wesentlich geringer als bei Männern, die Sex mit Männern haben. Diese stellen – statistisch gesehen – eine Risikogruppe dar (siehe auch Beleg ganz unten). Die meisten HIV-Infizierten haben sich beim Sex unter Männern angesteckt. Und das, obwohl die meisten Männer nur heterosexuellen Sex praktizieren!

    Praktisch gesehen ist das aber Unsinn und Diskriminierung. Schwule, die immer Kondome benutzen, dürften z.B. nicht von der Blutspende ausgeschlossen werden, da hier das statistische Risiko sogar noch geringer als bei Leuten ist, die ausschließlich heterosexuellen Sex haben. Genauso Schwule, die enthaltsam leben. An diesen Beispielen sieht man ganz deutlich, dass der pauschale Ausschluss von Schwulen falsch ist. Da die Blutspendedienste immer wieder händeringend Blutspender suchen, werden hier nicht nur Schwule diskriminiert, sondern es wird auch in Kauf genommen, dass Menschen, die Blutspenden benötigen, diese aus Spendenmangel nicht erhalten. Das kann Lebensgefahr bedeuten! Ich zumindest bin bisher zu ehrlich gewesen und habe mich vom Blutspenden abhalten lassen – ich hätte ja nicht spenden dürfen, sobald ich mich dort geoutet hätte.

    „In Deutschland leben nach einer aktuellen Schätzung des Robert-Koch-Instituts anlässlich des Welt-AIDS-Tages 2008 rund 63.500 Menschen mit HIV oder AIDS. […] Unter den 63.500 Menschen, die Ende 2008 mit HIV oder AIDS leben, stellen Männer, die Sex mit Männern haben, mit 38.700 die größte Gruppe.“

    Zitat von:
    http://www.aids-stiftung.de/hiv-aids/zahlen-und-fakten

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