Der Medienpreis des Bundes lesbischer und schwule Journalisten (BLSJ) ist in diesem Jahr auf dem Christopher Street Day in Hamburg verliehen worden. Bereits am Samstagabend begrüßte Lilo Wanders die Preisträger Christine Schön und Frank Stocker auf der Bühne des schwul-lesbischen Straßenfests zwischen Jungfernstieg und Ballindamm. Die Beiträge von Schön und Stocker, die im SWR2 und in der Welt am Sonntag veröffentlicht worden waren, zeichneten die spezifischen Probleme Lesben und Schwuler auf, die im Alltag bewältigt werden müssen. Die siebenköpfige Fach-Jury befand, das beide Autoren die Thematik in „[...] herausragender Weise journalistisch aufgearbeitet [...]” haben.
Christine Schön zeichnet in einer eindrucksvollen Collage auf, wie sich die Lebenswelt lesbischer Frauen innerhalb eines halben Jahrhunderts verändert haben: „Nachhall. Junge Lesben suchen nach ihrer Geschichte” (ausgestrahlt im SWR2, 15. April 2009). Frank Stocker hat in einem Feature in der Welt am Sonntag herausgearbeitet, was viele Leser nicht wussten: „Wenn Liebe nur finanzielle Nachteile bringt”. Unbedacht und Verständlich zeichnet Stocker auf, wie der Gedanke einer gleichgeschlechtlichen Ehe im Gesetzgebungsprozess politisch zermahlen wurde (Welt am Sonntag, 22. Februar 2009, Finanzteil).
Verliehen wird der Felix-Rexhausen-Preis an Personen, die ein besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben und Schwule an den Tag legen. Seit 1998 würdigt der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen bei einer jährlichen Preisverleihung Kolleginnen und Kollegen.