Am Wochenende trafen sich in mehr als 50 US-Städten Schwule und Lesben um gemeinsam ihre Zuneigung für das gleiche Geschlecht zu demonstrieren. Hintergrund war der Aufruf zum „Great Nationwide Kiss-In“ gegen die Mormonen. Die ultrakonservative Kirche ist bekannt für ihre Aktionen gegen Homosexuelle. Erst im Juli dieses Jahres ließen Mormonen ein schwules Pärchen in Salt Lake City verhaften, da sie sich auf „Kirchengrund“ geküsst haben. Mehrere Millionen US-Dollar soll unter anderem in die Kampagne zur Proposition 8 in Kalifornien geflossen sein.
Die US-Fernsehsender berichteten landesweit von der Aktion. Ein kleines Video haben wir für euch bei YouTube gefunden:
Homo-Kiss In gegen Mormonen in den USA
17. August 2009 von 4 Kommentare
Was ist geschehen?
Ein homosexuelles Paar wurde beim Austausch von Zärtlichkeiten am Zentrum der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) von Sicherheitsleuten gebeten, Ihren innigen Austausch von Zärtlichkeiten an diesem Ort zu unterlassen.
Die beiden alkoholisierten Beteiligten wollten dieser Aufforderungen nicht nachkommen, verfielen in Beleidigungen und wurden dann im Rahmen des Hausrechts des Platzes verwiesen. Da die beiden Beteiligten dieser Aufforderung nicht nachkommen wollten, wurden Sie in Gewahrsam genommen und den Polizeibeamten übergeben.
Ein ziemlich alltäglicher Vorgang, wenn man bedenkt, dass es sich um das religiöse Zentrum einer Weltreligion handelt, in dem Sicherheitskräfte dafür sorgen, dass Besucher sich angemessen benehmen. Dabei wird auch nicht zwischen hetero- oder homosexuell unterschieden. Normalerweise leisten Paare der Aufforderung folge, in diesem Fall aber nicht.
In vielen Heiligtümern von Religionen aller Welt, gibt es Vorschriften, wie sich Besucher benehmen sollen. Manchmal zieht man sich die Schuhe aus, manchmal muss man festes Schuhwerk tragen. Manchmal müssen die Knie oder Schultern bedeckt sein, manchmal muss man eine Kopfbedeckung aufsetzen. Religionen faszinieren viele Menschen und Besucher tragen den Vorschriften mit korrektem Verhalten Rechnung. Ich glaube nicht, dass Besucher des Vatikans sich öffentlich mit dem Austausch von innigen Zärtlichkeiten zur Show stellen würden oder aber zumindest wenn dann darauf hingewiesen, das dieses Verhalten nicht angemessen ist, dieser Aufforderung nicht nachkommen würde.
Wie man darüber denkt, dass eine Religion Ihre Besucher bittet inniges Küssen an Ihren Heilgen Stätten zu unterlassen sei dahingestellt, doch sollte man einer Religion dieses Recht zugestehen.
Was nun wird aus diesem Ereignis gemacht?
“Homo-Küsse bringen Mormonen in Zugzwang: Kiss-Ins nach Attacke an schwulem Paar großer Erfolg”
“Homosexuelle gegen Mormonen: Kirchen-Kampf mit Küsschen”
“Die Mormonen und ihr verzweifelter Kampf gegen die Homoehe”
“Protestaktion: Homosexuelle küssen gegen die Mormonen: Öffentliche Küsse für mehr Respekt”
Darunter sind sogar namhafte Zeitungen, die ohne eigene Recherche Artikel von homosexuellnahen Medien. Warum mag man sich Fragen? Vielleicht weil die Überschrift „Pärchen wird nach Uneinsichtigkeit eines privaten Platzes verwiesen“ einfach nicht so schön ist.
Hätte sich ein heterosexuelles Paar genauso uneinsichtig gezeigt, hätte es keinen interessiert. Nun aber schreit die homosexuellen Szene nach einer unglaublichen Gemeinheit und Diskriminierung einer ganzen Gesellschaftsschicht. Sicherlich widersprechen homosexuelle Neigungen dem Wertesystem der Mormonen. Sicherlich sprechen sich viele Mormonen und deren Führer für eine Stärkung der traditionellen Ehe aus. Es bleibt aber festzuhalten, dass wir jedes von Gottes Geschöpfen respektieren. Mögen Sie leben wie es sie glücklich macht, dennoch darf man uns nicht absprechen, dass wir auch unsere Meinung und Überzeugung öffentlich machen.
Diesen Respekt würden wir uns von unseren homosexuellen Mitmenschen uns gegenüber auch wünschen. Ein Anfang wäre damit gemacht, die Geschehnisse richtig darzustellen.
HAllo Matthias,
Vielen Danke für deinen Kommentar. Gerne stellen wir auch die Hintergründe online. Mit deinem Eintrag sind diese nun abrufbar.
Wir möchten lediglich das Video publik machen, nicht aber die Hintergründe verschweigen. Sollte dies in unserer Berichterstattung so “rüber gekommen sein”, möchten wir uns dafür entschuldigen.
So wie sich (leider) einige Homosexuelle aufführen darf man sich nicht wundern wenn die sogenannte saubere Gesellschaft alle anderen Homosexuellen in einen Topf werfen und sagen die taugen nichts,mich wundert nur das über ein paar uneinsichtige Dummköpfe von Homosexuellen solch Berichte dargestellt werden,einfach darüber hinweg sehen und nichts schreiben das wäre das beste um den frieden zuerhalten und der Gesellschaft nicht noch anlass zugeben über alle anderen herzufallen,darüber sollte mal nachgedacht werden.Und nicht immer gleich schreien “ach wir die armen” man mag uns nicht.
Es gibt keine mir bekannte Religion, die Homosexualität ohne Wenn und Aber akzeptiert. Warum sollte wir großartig Rücksicht nehmen. So wie sich viele Heterosexuelle aufführen, darf man sich nicht wundern, dass wir sie alle in einen Topf werfen.
Ich sehe die Religionsgemeinschaften in einer Bringschuld. Die Diksriminierung durch die Kirchen ist so alt wie sie selbst.
Ich sammle auf meinem blog http://homophobie.wordpress.com homofeindliche Geschichten aus dem Alltag, also auch aus allen Euren Berüchungspunkten mit Kirche. Wer Lust hat, etwas beizutragen, kann gern reinschauen.