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Sep

Noch knapp zwei Wochen, dann ist es wieder soweit und wir haben die Möglichkeit und die Chance für die kommenden vier Jahre die Politik – wenigstens ein bisschen – mitzugestalten und vielleicht sogar zu bestimmen. Zwei Kreuze können am 27. September alles entscheiden – Grund genug für die Parteien, sich gerade der Zielgruppe der Schwulen und Lesben mit neuen Kampagnen und Ideen zu präsentieren. Der Stimmenfang hat bereits begonnen und startet – kurz vor den entscheidenden Wahlen – in die zweite, dritte – ja eigentlich schon in die x-te Runde. Nur eben etwas bedachter:

Während die CDU im Jahr 2000 noch offen gegen gleiche Rechte für Homosexuelle plädierte, hält man sich mittlerweile etwas bedeckt. Im aktuellen Werbespot der Kanzlerin ist sogar ein gleichgeschlechtliches Paar zusehen. Der Wandel innerhalb der Partei scheint begonnen zu haben. Auch wenn man gleichgeschlechtliche Partnerschaften immer noch nicht als gleichwertig ansieht, so hat man immerhin erkannt, dass es auch Schwule und Lesben gibt, die zur potentiellen Wählerschaft gehören (könnten).
Auch die SPD hat die Zielgruppe der Homosexuellen wiederentdeckt. Pünktlich zum Wahlkampf, reagieren die Parteifreunde in Hessen und drängen die Landesregierung in einem Gesetzentwurf dazu, gleichgeschlechtliche Ehen im Sexualunterricht zu behandeln und eingetragene Lebenspartner gleichzustellen. Wahlkampf oder Weiterentwicklung? Man(n) weiß es nicht, man kann nur vermuten…

Wie andere Parteien über Schwule und Lesben denken und welche Antworten sie auf die Situation und Rechte von Homosexuellen haben, haben wir für euch in einer kleinen Übersicht zusammengestellt. Vielleicht eine kleine Entscheidungshilfe für diejenigen, die noch nicht wissen an welcher Stelle die beiden Kreuze in zwei Wochen gesetzt werden sollen.

B90_Grüne SPD LINKE FDP CDU

Partei

Lebenspartnerschaft contra Ehe – soll eine umfassende Gleichstellung angestrebt werden?

Dürfen Schwule und Lesben zukünftig Kinder adoptieren?

Sollen Regenbogenfamilien anerkannt und gleichgestellt werden?

Wer ist für oder gegen ein eindeutiges Diskriminierungsverbot im Grundgesetz?

CDU

NEIN! Denn bereits das Grundgesetz besagt, dass die Ehe ein Privileg zwischen Mann und Frau ist (VGL. Art.6GG).

NEIN! Adoptionen sind nicht zulässig, dass Lebenspartnerschaften und Ehen nicht rechtlich gleichgestellt sind.

Nein! Warum und Wieso wollte man uns nicht beantworten.

NEIN! Die Rechtslage für Homosexuelle würde sich nach Aussage der CDU eh nicht verändern.

SPD

JA! Eine rechtliche Gleichstellung ist denkbar, eine Öffnung der Ehe wird vorerst nicht bedacht.

JA! Denn das Kindswohl steht im Vordergrund.

JA! Bestehende Nachteile sollen abgeschafft werden.

JA! Die SPD möchte eine Änderung des Art. 3 GG anregen.

B`90/Die Grünen

JA! Im Wahlprogramm wird gefordert: „Gleiche Rechte für gleiche Pflichten!“

JA! Das Adoptionsrecht muss für eingetragene Lebenspartnerschaften geöffnet werden.

JA! Warum sollten die Kinder gleichgeschlechtlicher Paare benachteiligt werden? Gleiches Recht für gleiche Pflichten!

JA! Diskriminierung muss gestoppt und verfassungsrechtlich untersagt werden.

FDP

JA! Insbesondere im Steuer- und Beamtenrecht muss gleichgestellt werden!

JA! Auch für die FDP steht das Wohl des Kindes im Vordergrund.

JA! Jeder soll seine Lebensform frei wählen können, der Staat muss nur endlich entsprechende Rahmenbedingungen schaffen.

JEIN! Erwartungen und Realität können anscheinend nicht abgewogen werden.

Die Linke

JA! Ohne Ausnahmemuss gleichgestellt werden. Homosexuelle Ehen sollen geöffnet werden.

JA! (Ohne Kommentar)

Ja! Eine vollkommene Umorientierung im Steuerrecht muss erfolgen. Die Ehe ist kein Privileg mehr!

JA! (Ohne Kommentar)

Kategorie : GAYS.DE News / Kampagnen/Aktionen / Politik / Recht / Sonstiges

4 Kommentare zu “WAHL 2009: Der Kampf um die schwule Wählerschaft!”


Egbert Merker 14. September 2009

Die Linken sagen immer offen was ie denken und was sie wollen, letztendlich ist sie die Partei, die dem produzurenden , dem Proletarier helfen tut, und dies auch kann!!!! Und das betrifft auch uns schwule, wir leben und sterben auch, aber was hat Sexualität mit allem anderen zu tun?
Ich frage doch Frau Merkel auch nicht ohb sie Lesbisch ist????

lg eggi

ottokar 16. September 2009

DIE LINKE?
Was sehr gerne verheimlicht wird ist, was zu DDR – Zeiten Praxis war. Der § 175 StGB war nach dem Mauerbau totes Recht. Der galt zwar noch, interessierte aber niemanden.
Ich selber habe als Kind (Eltern viel im Ausland) nur bei Männern gewohnt. Natürlich habe ich ähnliches viel genauer beobachtet. Ich war da keine Ausnahme. Zwei Klassenkameradinnen (Zufall?) wohnte jeweils bei zwei Frauen.
Natürlich gibt es in jeder Partei Betonköpfe. Aber man war in vielen Dinge doch freier.
???
Siehe BZ am Abend – 16. Mai 1965 – letzte Seite – Freibad Pankow – anbaden – meine 10. Klasse komplett abgelichtet – viel von uns nackend.
Natürlich muss das heute verheimlicht werden. Die DDR muss ja unbedingt ein Unrechtsstaat sein. Genau unsere Forderung waren doch schon ein mal, wenn auch nicht gesetzlich fixiert, Realität.
!!!
Ich war mit meinen “Ersatzpapas” mehr als glücklich. Und das ist anscheined das Problem. Glückliche Menschen können im Durchschnitt logischer denken. Und intelligenter sind sie im Durchschnitt auch.
(Richtiger Sex, der glücklich macht, setzt sehr viel Serotonin frei, was zur Bildung von Gehirnverknüpfungen benötigt wird).
Nur ein dummes Volk lässt sich leicht regieren.

wolfram wehrhahn 18. September 2009

Ich finde es sehr interresant wie man(n) Schwule lesben auf die Partei abziehlt die diese dann wählen sollen wegen der Gleichstellung und der Adoption von Kindern,nur hier wird vergessen zu erwähnen das Gleichgeschlechtliche unter einem bestimmten Einkommen gar keine Kinder Adoptieren können und das dieses noch von anderen bestimmungen her sehr erschwert wird.Hier wird suggeriert wählt diese Partei die hilft Euch und die ist gut für Euch,denen geht es um den sitz für ihren hintern im Bundestag wegen der Kohle die diese verdienen und nicht um die Schwulen und lesben,die sind denen doch völlig egal.Also bitte nicht so eindringlich darauf abzielen das nur diese oder diese Partei gut für Euch ist und ihr dadurch anerkennung findet in Politik und Gesellschaft.