„Bündnis gegen Homophobie“ in Berlin

Stoppt schwule GewaltHeute am 23. September 2009 ist es soweit: Das „Bündnis gegen Homophobie“ trifft sich zu seiner Gründungsversammlung im Louise-Schroeder-Saal des Roten Rathauses in Berlin. Insgesamt 24 Gründungsmitglieder folgen dem Aufruf des LSVD Berlin-Brandenburg und möchten zukünftig gemeinsam gegen die vorherrschende Homophobie in der Bundeshauptstadt agieren.

Der Zusammenschluss aus wichtigen Organisationen, Verbänden und Unternehmen möchte mit verschiedenen Veranstaltungen und Projekten auf die Problematik aufmerksam machen. Alle Unterzeichner des Aufrufs verpflichten sich zudem, diskriminierenden Alltagssituationen entgegenzuwirken. Hass und Intoleranz soll überzeugend entgegengetreten und die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen gefördert werden.
Hintergrund des vom LSVD Berlin-Brandenburg initiierten Bündnisses, sind die immer wieder stattfindenden homosexuellenfeindlichen Übergriffe. Allein im letzten Jahr verzeichnete die Berliner Polizei mehr als 200 Gewalttaten gegenüber homosexuellen Männern. Schätzungen der Behörden zufolge, liegt die Dunkelziffer weit höher. Auch das Anti-Gewalt-Projekt „Maneo“ stuft die antihomosexuellen Gewalttaten in der Hauptstadt wesentlich schwerwiegender ein.
Erst am vergangenen Wochenende waren drei schwule Männer im Bezirk Prenzlauer Berg von Jugendlichen überfallen und geschlagen worden. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen. Auch das vor eineinhalb Jahren eingeweihte Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, musste seither drei radikalen Anschlägen standhalten.

„Schwule Sau!“

„Homophobie ist ein Problem – Dieses zu bekämpfen, ist die Pflicht der ganzen Gesellschaft.“: So lautet der Kerngedanke des LSVD B-B. Gerade in typischen Alltagssituationen haben Schwule und Lesben immer wieder mit Anfeindungen zu rechnen. Egal ob auf den Schulhöfen oder in einem kleinen Café an der Ecke, im Park oder auf der Straße , mit Beschimpfungen wie: „schwule Sau“ oder „Sch****lutscher“ ist sicher die Mehrheit der Homosexuellen bereits in Berührung gekommen. Aber auch gewaltsame Auseinandersetzungen häufen sich – und das nicht nur in Berlin.
„Anerkennung und Respekt gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen wollen wir erreichen. Homophobie darf nicht tatenlos hingenommen werden.“, so ein Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg.
Über Aktionen und Projekte des „Bündnis gegen Homophobie“ werden wir euch auf dem Laufenden halten.

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