Deutschland hat gewählt. Sicherlich waren die Belange der Schwulen und Lesben nicht vordergründig wahlentscheidend, aber immerhin hoffen viele Gays nun auf Veränderungen. Die neue schwarz-gelbe Regierung – man könnte eigentlich von der Maja-Koalition sprechen (Sprach man sonst ja immer von Ampel und Jamaika.) – hat aber sicherlich noch einiges zu klären. Nicht nur im Hinblick auf die neuen Regierungsaufgaben, auch hinsichtlich der verschiedenen Standpunkte zur Homo-Politik.
Hatte die CDU/CSU bereits im Vorfeld der Bundestagswahl ein klares „NEIN!“ zu den Themen Gleichstellung, Adoption und Erweiterung des Grundgesetzes um ein eindeutiges Diskriminierungsverbot formuliert, so zeigte sie der neue Koalitionspartner – die FDP – deutlich aufgeschlossener. Nun können vor allem homosexuelle Bundesbürger gespannt darauf sein, welche Veränderungen in den kommenden vier Jahren in Kraft treten und welche nicht.
Die Spekulationen in der Medienlandschaft brechen in den kommenden Tagen sicher nicht ab. Titelt die Presse schon mit dem „schwulen Außenminister“, der sich von einer einstigen Witzfigur zur Respektperson gemausert hat, erklären Schwarz-Gelb-Gegner, dass Deutschland noch nicht bereit für „zwei Frauen in der Regierung“ sei. Kleine Fehltritte verzeiht der deutsche Bundesbürger im Allgemeinen, anders ist er es ja auch nicht gewohnt. ![]()
Sind wir also gespannt, was in den kommenden Tagen für Stimmen laut werden und welche Wahlversprechen denn nun wirklich in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden.
Bisher reagieren beide Parteien verhalten auf konkrete Nachfragen zur Gleichstellung Homosexueller. Wahlversprechen und Forderungen der FDP scheinen bereits jetzt vergessen zu sein, zumindest sind die Interessen der Schwulen und Lesben seit dem Wahltriumph weit ins Abseits gerückt. Hauptaugenmerk der Parteiführung ist vielmehr der Wechsel von Opposition zu Koalition und die damit verbundene Mitbestimmung.
Was Schwule und Lesben vom potentiellen Außenminister erwarten können, wird hoffentlich mehr als nur ein „quicky“ sein…