Unterschiedlicher könnten die drei Begriffe in der Überschrift wohl nicht sein. Und dennoch gehören sie irgendwie zusammen. In der Realität gibt es schwule und sexuell anders orientierte Menschen. Wer dies abstreitet, lebt wohl (leider immer noch) in einer anderen Welt und hat von Toleranz und Miteinander wohl keine Ahnung. Aber genau dafür gibt es ja das „Bildungsfernsehen“ à la Gerichtsshow, Familienreportage oder Hilfe-zur-Selbsthilfe-Sendungen. Auch hier scheint man sich mittlerweile einer neuen Zielgruppe verschrieben zu haben. Schwule bzw. Homosexuelle sind im Fokus der Drehbuchautoren gelandet. Fast könnte man meinen: „Alles im Sinne der Quote!“.
Die Macher der Sendung „Richter Alexander Hold“ gehen gar noch einen Schritt weiter. Sie bedienen nicht nur die homosexuellen Zuschauer, Sie reagieren auf die mediale Berichterstattung der letzten Wochen und schreiben einen ganz besonderen Fall zusammen. Mord, Fußball, schwul – drei Schlagworte für eine neue Fernseh-Verhandlung von Richter Hold. Ein junger Mann, der seine eigene Homosexualität nicht preisgeben möchte, soll die Ehefrau seines größten Konkurrenten im Fußballverein umgebracht haben. Und alles nur damit er weiterhin unbemerkt seine „zweite Identität“ leben kann.
Die Drehbuschschreiber haben sicher ein besonders und vor allem ‚neumodisches‘ Drehbuch für diesen Fall geschrieben und das Interesse ihrer Zielgruppe damit geweckt. Immerhin konnte man in den letzten Wochen immer wieder über Aktionen vom DFB und schwul-lesbischen Fanclubs lesen, die sich gegen Homophobie im Fußball engagieren. Die Medien haben berichtet – SAT1 springt auf den Zug auf und rückt sich ins Rampenlicht. Positioniert sich bei seinen Zuschauern und gewinnt mit Sicherheit den ein oder anderen „Neuling“ hinzu.
Ich denke, mehr muss man dazu nicht schreiben. Das die Zielgruppe der Lesben und Schwulen immer interessanter wird ist nicht mehr zu vernachlässigen. Neue Marketingkonzepte zielen auf die kaufkräftige Gruppe schon seit längerem ab. Nun entscheiden sich also auch die Medien, die Themen Homosexualität, Diskriminierung und Coming Out ins Programm zu nehmen. Zeit wird es allemal, allerdings schade, dass es hier nicht mit Toleranz und Gesellschaftswandel einhergeht, sondern der Kampf um Quoten und somit „Werbegelder“ im Vordergrund stehen. Homosexualität ist in unserer Gesellschaft eben noch nicht „normal“. …