Wie Radio Vatikan berichtet, ist die schwedische Kirche in Sachen Gleichstellung von homosexuellen Paaren einen Schritt weiter. Mit der Entscheidung, zukünftig Trauungszeremonien für gleichgeschlechtliche Paare abzuhalten, sorgte Schwedens lutherische Kirche bereits im Oktober 2009 international für Aufregung.
Wie die Bischöfin von Lund, Antje Jackelén in einem Radiointerview mitteilte, ist die Entscheidung Teil eines kirchlichen Liberalisierungsprozesses, welcher schon Ende der 50er Jahre begann. „Das Thema ist eine Menschenrechtsfrage und wird in der lutherischen Kirche Schwedens schon lange diskutiert.“, so Jackelén im Interview.
In Schweden gibt es bereits seit einigen Jahren einen kirchlichen Ritus für die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Nachdem der Staat im Mai ein neues Gesetz verabschiedet hat, das eine „registrierte Partnerschaft“ nun als „Ehe“ beschreibt, musste die Kirche eine Entscheidung treffen. Die Synode hat nun beschlossen, dass gleichgeschlechtliche Paare wie alle anderen auch, einen Eheschließungsgottesdienst feiern können.
Auch Professor Jeanrond, katholischer Theologe und Berater der Bischöfin während der Entscheidungsfindung, ist erfreut über die Neuordnung. Er selbst sieht in der neuen Regelung einen „mutigen“ Schritt, wohl auch mit dem Wissen, dass die eigene – die katholische Kirche – dieser Ansicht in jeder Hinsicht widerspricht. Dennoch ist er überzeugt davon, dass jedem Menschen die gleichen Rechte zu stehen sollten. Seiner Meinung nach, muss die katholische Kirche in den kommenden Jahren umdenken und sich die Frage stellen: „Wie soll mit ‚homosexuell geborenen Menschen‘ umgegangen werden? Wie kann man sie in den kirchlichen Alltag und im Glauben einbinden und nicht ausgrenzen?“.
Jackelén räumt ein, dass einige Schwesterkirchen die Entwicklung der schwedischen Kirche mit gemischten Gefühlen sehen. In ihrem Schlusswort betont sie ihre ‚Zukunftsvision‘ noch einmal: „Ich denke, wir müssen und als Kirche davon frei machen, dass wir so auf Sexualität getrimmt sind […].“.
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