Eine Woche ist es her, dass Arminia Bielefeld in Düsseldorf eine 2:3-Pleite einstecken musste. Ebenfalls eine Woche ist es her, dass Bielefelds Co-Trainer verbal mehr als daneben griff. Nach einer Entscheidung der Schiedsrichter – die ganz und gar nicht im Sinne der Arminen war – konnte Frank Eulberg nicht an sich halten und wetterte gegen sie. „Die schwule Sau hat mich auch noch angelächelt“ waren seine Worte nach dem Spiel.
Mittlerweile hat der Satz weite Kreise gezogen. Der Deutsche Fußball Bund hat inzwischen weitere Schritte angekündigt und auch Schiedsrichter Georg Schalk ist von einer Anzeige und Klage, wegen offensichtlicher homophober und beleidigender Absicht, nicht abgeneigt.
Was man nicht zurücknehmen kann ist das gesprochene Wort. Einzig und allein eine Entschuldigung kann da wieder grade biegen, was schief gelaufen ist. Eulberg selbst ist der Vorfall sichtlich peinlich, eine offizielle Stellungnahme hat er bereits kurz nach dem Spiel am vergangenen Freitag verlauten lassen: „Natürlich war ich unmittelbar nach dem Schlusspfiff unseres Spiels in Düsseldorf emotional sehr erregt. Dazu kam ein Disput mit einer Person im Innenraum des Stadions. Daraufhin bin ich laut fluchend in unsere Mannschaftskabine gegangen. Für die von mir getroffene Wortwahl möchte ich mich entschuldigen, das war sicherlich überhaupt nicht in Ordnung. Außerdem war es nicht meine Absicht, irgendjemanden zu beleidigen bzw. zu diskriminieren.“ Allem Anschein nach, eine unüberlegte Reaktion auf eine Situation, die es leider immer noch zu häufig gibt.
„Viele Farben – Ein Spiel“
Homophobie ist im Fußball immer noch ein Thema, das viel diskutiert wird. Immer wieder kommt es zu verbalen Ausschreitungen zwischen Fans oder zu Pöbeleien gegenüber den Spielern. „Schwule Sau“ und „Schwuchtel“ – Begriffe, die in deutschen Stadien schon einmal fallen. Grund genug für den DFB eine Initiative zu starten. „Viele Farben –Ein Spiel! Gegen die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball“ heißt sie und läuft bereits seit Oktober 2009 (GAYS.DE berichtete).
Im Gespräch mit Marcus Uhlig, Leiter Medien & Kommunikation des DSC Arminia Bielefeld, konnte GAYS.DE erfahren, dass sich auch die blauen Bielefelder an der Aktion beteiligen. Gemeinsam mit dem Homosexuellen Fanclub „Blaue Bengel Bielefeld“ werden bereits am kommenden Sonntag Homos und Heteros ein Zeichen setzen. Im Rahmen des Heimspiels gegen Union Berlin, werden im Stadion die Aktionsflyer des DFB verteilt und auch Frank Eulberg möchte sich persönlich für mehr Toleranz engagieren: „Dieser Ausspruch von mir war einfach nur voll daneben. Ich wollte ganz sicher niemanden beleidigen oder diskriminieren. Mit meiner Unterstützung der DFB-Aktion erhoffe ich mir eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Gesamtproblematik „Homophobie im Fußball“.(RZ)
Neuigkeiten aus der 2.Bundesliga hat der Sportteil von Focus Online im Fall Von Frank Eulberg zu vermelden.
Nach einer erneuten öffentlichen Entschuldigung überlegt nun auch der Bielefelder Co-Trainer klage einzureichen. Seiner Meinung nach, hätte das Thema nur durch die “Falschberichterstattung einer Sonntagszeitung” für soviel aufsehen geregt. Zum Artikel: http://ow.ly/LUJt