„Homosexuelle Fußballer brauchen Unterstützung“

Mit diesen Worten trat DFB Präsident Dr. Theo Zwanziger beim Neujahrsempfang des Völklinger Kreis e.V. an das Rednerpult. Auf der alljährlichen Versammlung schwuler Führungskräfte in Berlin, äußerte sich der engagierte DFB Chef abermals zum Thema Homophobie im Fußball und sprach sich offen gegen die Diskriminierung schwuler Fußballer aus.

Zwanziger hat sich bereits in der Vergangenheit für das Thema eingesetzt und wird es auch weiterhin. Das gab er beim gestrigen Neujahrsempfang des Völklinger Kreis e.V. nochmals deutlich zu verstehen. Seiner Ansicht nach muss der DFB Stellung beziehen: „[…] es [ist] unser Ziel, dieses Problem zu thematisieren, auf breiter Basis die Bewusstseinsbildung zu fördern und ein Klima zu schaffen für ein faires und respektvolles Miteinander aller gesellschaftlichen Gruppen.“ Weiterhin bedauerte Zwanziger, dass „Homophobie im Fußball“ lange Zeit als ein Thema galt, mit dem sich unzureichend beschäftigt wurde. Dies ändert sich im laufenden Jahr erheblich, versicherte der DFB-Guru. Er selbst sowie zahlreiche Unterstützer aus Vereinen und Verbänden – selbstredend auch der Deutsche Fußball Bund – werden Aktionen noch intensiver initiieren und verfolgen und jedem schwulen Fußballer bei seinem „Coming Out“ zur Seite stehen.

Auch Bernd Schachtsiek, Vorsitzender des Völklinger Kreis e.V., wird gemeinsam mit den Bundesverband hinter den Aktionen zur Bekämpfung von Homophobie im Fußball stehen. „Wir sichern dem DFB unsere volle Unterstützung zu. Auch wenn wir wissen, dass  immer noch viele Vorurteile und vor allem Nichtwissen in den Köpfen der Spieler, Fans und der restlichen Gesellschaft vorherrschen. Es wird also nicht einfach, aber wir setzen uns jeher für die Förderung von Vielfalt in allen Lebens- und Berufsbereichen ein.“, so Schachtsiek beim Neujahresempfang. Den Völklinger Kreis e.V. gibt es übrigens bereits seit 1991. Seit seiner Gründung, steht der Bundesverband für schwule Führungskräfte, als Netzwerk auf beruflicher und privater Ebene. Mehr als 700 Mitglieder engagieren sich für ein diskriminierungsfreies Arbeits- und Lebensumfeld.

Dass das Thema „Homosexualität im Fußball“ ein heikles ist, das haben auch wir bereits mehrfach berichtet. Bereits im letzten Jahr sind verschiedene Aktionen von DFB, Vereinen und Verbänden gestartet (GAYS.DE berichtete). Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Bundesligaprofi oder gar ein Nationalspieler zur eigenen Homosexualität bekennt ist gering. Zu hoch ist noch immer der Druck der Öffentlichkeit, der auf den Spielern der Männerdomäne lastet. Das Versteckspiel wird also mindestens solange weiter gehen, bis sich die Gesellschaft ihrer Vorurteile und Intoleranz entledigt hat und dem Spieler selbst die Türen geöffnet werden. Dass das eigene Outing nicht leicht ist, davon kann Marcus Urban berichten. Er selbst ist homosexuell, spielte Anfang der 90er für Rot-Weiß Erfurt und kennt weitere Weggefährten. Den Schritt an die Öffentlichkeit wagte Urban dennoch erst nach Beendigung seiner sportlichen Laufbahn – Wer weiß, wer noch folgen wird….

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