Einmal mehr ist die Landesregierung von Berlin einen Schritt weiter als ihre 15 „Kollegen“ im Bundesgebiet. Nicht nur, dass ein Beschluss ohne Gegenstimme angenommen wurde – wichtiger noch ist der Inhalt der für das Jahr 2010 und 2011 beschlossenen Maßnahme: In dem gestern verabschiedeten Programm mit dem Namen „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“, sind insgesamt 59 Maßnahmen inkludiert, die insbesondere zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegen Homosexuelle beitragen sollen. Veranschlagt wurde das Programm mit einer Gesamtsumme von 2,1 Millionen Euro für beide Jahre.
Bereits in der nahen Vergangenheit hat Berlin einiges im Bereich Gleichstellung und Antidiskriminierung getan: So wurden bereits Lebenspartnerschaften mit der konventionellen Ehe gleichgesetzt, die Hinterbliebenenversorgung ausgeweitet und zahlreiche Aktionen und Kampagnen zum Thema Homophobie und Diskriminierung erfolgreich initiiert. Allen voran die Gesetzinitiative zur Erweiterung von Artikel 3 im Grundgesetz um den Passus der sexuellen Identität (GAYS.DE berichtete), welche im vergangenen November auf Bundesebene abgelehnt wurde.
Doch noch immer ist die Gewalt gegenüber homosexuellen Männern und Frauen in Berlin ein aktuelles Thema. Allein im letzten Jahr konnten die Behörden mehr als 200 Gewalttaten registrieren, die Dunkelziffer ist laut Polizeiangaben mindestens doppelt so hoch.
Aber nicht allein körperliche Gewalt steht im Mittelpunkt des neuen Programms. Mobbing in Schulen und verbale Attacken sind ebenso Bestandteil der zahlreichen Maßnahmen. Die Weiterbildung von Lehrer, Sozialarbeitern und Polizei auf diesem Gebiet, bildet den Grundstein. Weiterführende Kampagnen mit Plakaten und Informationsmaterial sowie einem Schreibwettbewerb sollen ebenfalls initiiert werden. Auch die Einführung des Themas Homosexualität im Sexualkundeunterricht soll dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut und Akzeptanz geschaffen wird.

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