Wie sich die großen Unternehmen wie zum Beispiel Volkswagen, Google und IBM auf der „Milk 2010“ präsentieren werden, ist sicherlich schon absehbar. Aber was steckt dahinter? Reine Imagepflege oder ist das Umdenken endlich auch in den Köpfen der Personalchefs angekommen? Wie sich die sexuelle Orientierung eines Mitarbeiters auf das Unternehmen auswirken kann, das diskutieren die Besucher der „Milk 2010“ ab morgen in der Alte Kongresshalle in München.
Dass die Gesellschaft von Vorurteilen geprägt ist, wissen wir alle. Denn der schwule Mann ist doch eigentlich viel besser gestellt, als sein heterosexueller Kollege. Er sieht gut aus. Ist immer gepflegt. Kann gut kochen. Ist gut gebildet und mindestens ebenso gut ausgebildet. Er geht ins Fitnessstudio. Verdient gut. Achtet auf seine Ernährung. Hat besseren Sex. Und: Er riecht gut. Was will man denn mehr? Vorurteile oder besser gesagt Klischees, die in der Gesellschaft nun einmal existieren, die aber nur auf einen Teil den angesprochenen Personengruppe zutreffen. Das einzige was wirklich zu stimmen scheint, sind Kaufkraft und die etwas andere Lebensweise der schwulen, oder sagen wir lieber homosexuellen Zielgruppe. Keine Kinder, bewusstes Genießen des Lebens und Geld ausgeben, für Dinge, die man sich einfach Leisten möchte. So sieht es zumindest aus Sicht der Konsumenten aus.
Wie aber sieht es in der Wirtschaft, in kleinen, mittelständigen und den großen Unternehmen aus? Da gibt es zum einen die Konsumentensicht, die nun einmal nicht zu verachten ist. Auf der anderen Seite aber auch die Sicht in Innere. Diversity Management heißt dabei das Stichwort, welches Kernpunkt der „Milk 2010“ sein wird. Die Unternehmen entwickeln sich weiter und berücksichtigen auf der Suche nach erfolgreichen und zielstrebigen Mitarbeitern mit neuem Denken. Neben den altbewährten Kerndimensionen wie zum Beispiel Alter, Religion oder Geschlecht spielt auch die sexuelle Orientierung eines neuen Mitarbeiters eine Rolle. Fern ab von reinem Imagedenken für das Unternehmen selbst, hilft die Lesbe, der Schwule oder gar der Transsexuelle dabei, die verschiedenen Konsumentengruppen eines Unternehmens – einer Marke – neu anzusprechen. Neue Denk- und Sichtweisen bei Produktplatzierung und –gestaltung. Neue Ideen, Marketing- und Vertriebskanäle werden gemeinsam gefunden. Die „Verwaltung von Vielfalt“ – wie man Diversity Management am ehesten frei übersetzen kann – wird also voran getrieben. Die Erwartungshaltung an die „Milk 2010“ dürfte daher enorm sein und im Sinne aller Teilnehmer erreicht werden.
Ins Leben gerufen wurde die „Milk 2010“, die erste Karriereveranstaltung Europas speziell für Homosexuelle, von Andreas Wikberg und Stuart B. Cameron. Der Gedanke der Veranstaltung, eine Plattform zum Netzwerken und direktem Austausch zu sein, ist bereits geschafft. Unternehmen wie SAP, Cisco und Ford werden neben den oben bereits genannten anwesend sein und ihre Firmen-Denke in Vorträgen und Workshops wieder geben. Zudem soll exklusiv auf der „Milk 2010“ ein Index der Unternehmen vorgestellt werden, die sich besonders für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz einsetzen.
„MILK 2010“:
Freitag 05.03.2010 bis Samstag 06.03.2010
Alte Kongresshalle München
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