Die Australier haben es vorgemacht, die Südafrikaner machen es auch – gemeinsam sind am vergangenen Wochenende wieder mehrere Tausend Menschen auf die Straße gegangen, um für ihre Rechte zu kämpfen, zu protestieren, aber auch um ausgelassen zu feiern.
In Sydney waren es wieder Massen, die durch die Straßen zogen und das Mardi Gras Festival zu dem machten, was es ist: Ein Mega-Event nicht nur für Schwule und Lesben. Zahlreiche Kulturveranstaltungen und ein bunter Umzug durch Sydney gehörten dazu.
Aber auch in der südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt, versteht man es, sich in Szene zu setzen. Aber nicht, um die eigene Person in den Mittelpunkt zu stellen, sondern vielmehr um auf die immer noch bestehenden Missstände aufmerksam zu machen. Zu Rhythmen der 70`er Jahre wurde in bunten Kostümen gefeiert, aber auch eine politische Botschaft verkündet. Mehrere tausend Homosexuelle zogen durch die Straßen der Hauptstadt – Transparente und Plakate mit „Ich wurde schwul geboren, du kannst mich nicht ändern!“ oder aber „Jesus sagt: Liebe deinen Nächsten!“ waren zu sehen.
Die Teilnehmer der südafrikanischen Gay Pride machten aber nicht nur auf die Umstände, Missstände und Intoleranz im eigenen Land aufmerksam. Neben den eigenen politischen Forderungen, setzten zahlreiche Teilnehmer sich zudem für die Erweiterung der Rechte Homosexueller in Malawi und Uganda ein.
In Südafrika sind Schwule und Lesben seit der Verfassungsänderung 1994 weitgehend anerkannt. Präsident Nelson Mandela setzte sich dafür ein. Seither steigen Ansehen und Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft, Diskriminierung und Gewalt sind dennoch alltäglich. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden in Südafrika seit 2006 anerkannt.