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Im Februar haben wir noch von der Nominierung von DSF-Reporter Aljoscha Pause`s „Tabubruch“ zum Adolf-Grimme-Preis berichtet. Seit gestern ist es amtlich: Die Reportage zum Thema Homosexualität im Profi-Fußball zählt zu den Preisträgern.

Dachte man, dass in unserer Gesellschaft keine Tabus mehr existieren, so liegt man falsch. Gerade in den letzten Wochen haben sich die Medien regelrecht mit der Berichterstattung über den Schiedsrichter Eklat und den Reaktionen des DFB übertrumpfen wollen. Jeder gab vor, mehr zu wissen wollen. Jeder schien im  Bilde zu sein. Eine letztendliche Klärung und Auflösung der Vorfälle lässt dennoch auf sich warten.

Homosexualität im (Profi-) Fußball scheint eben noch immer ein Tabuthema zu sein. Man(n) redet nicht offen darüber. Und wenn doch, dann nur, dass man von keinem Spieler wisse oder sich auch keinen vorstellen könne, der die gleichgeschlechtliche Liebe bevorzuge. Es wird also noch eine Weile andauern, bis sich der erste Bundesliga-Spieler outet. Das Interesse der Medien ist aber schon jetzt enorm ;-) .

In seiner ersten Reportage „Das große Tabu“ gelang es Pause bereits den Missstand als solches wieder zu geben. Kein anderer hatte es vorher soweit geschafft, Profis und Funktionäre zu diesem Thema vor die Kamera zu locken. In seinem zweiten – mit dem Adolf-Grimme-Preis 2010 ausgezeichneten – Werk „Tabubruch“, beschreibt er, wie versucht wird, den Missstand zu beheben. Mehr als zwei Jahre verbrachte der DSF-Autor im Vorfeld mit Recherchen zum Thema. Entstanden sind zwei beeindruckende Teile, die ihres gleichen suchen. „Vorsichtig und sensibel wagt sich Pause an das Thema heran und zeigt auf, wie weit verbreitet das Thema Homophobie auf dem Fußballplatz, vor allem aber unter den Fans, verbreitet ist. Dabei jagt er keiner Sensation hinterher, sondern klärt auf. Beeindruckend und vorbildlich für den deutschen Sportjournalismus.“, so lautet die Begründung der Jury.
Die Preisträger des 46. Adolf-Grimmer-Preises 2010 wurden aus insgesamt 57 Nominierungen gewählt. Drei unabhängige Jurys hatten die schwere Aufgabe, zwölf herausragende Produktionen in den Wettbewerbskategorien auszuwählen.  Die offizielle Preisverleihung findet am 26. März im Theater der Stadt Marl statt.

Kategorie : Medien

Ein Kommentar zu “Adolf-Grimme-Preis für DSF-Reportage „Tabubruch“”