Den Fokus vom eigentlichen Problem ablenken, dass können Politiker besonders gut. Allen voran unser amtierender Vizekanzler Guido Westerwelle. In den vergangen Tagen und Wochen ist eben dieser immer wieder im Mittelpunkt der Berichterstattungen gelandet. Sei es durch gemeinsame Auftritte mit seinem „First-Gentleman“ oder aber durch seine – wohl eher unpassende – Wahl seiner Delegation generell. FDP-Gönner seien darunter und private Interessen seien bei der Zusammenstellung seiner Begleiter Vordergründig gewesen, hieß es in den Print- und Hörfunkmedien. Anspielungen auf seinen Partner Mronz dagegen kamen kaum zu vernehmen.
Aber wie wir es von Guido Westerwelle gewohnt sind, folgte bisher keine Aufklärung der Situation und Umstände – viel eher lenkt er bewusst den Fokus des öffentlichen Interesses in eine andere Richtung. Er Zentralisiert und Thematisiert seine sexuelle Orientierung. Die eigene Homosexualität wird in den Mittelpunkt gestellt – die eigentlichen Vermutungen und kritischen Anmerkungen der Redakteure einfach missachtet. Von Homophobie ist die Rede und ihm entgegengebrachte Kritik – die Delegation etc. betreffend – wird überspielt.
Aus Seiten der Politik erntet Westerwelle dafür zunehmend scharfe Kritik. Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen, fordert ihn öffentlich dazu auf, sein Privatleben, seine Parteiinteressen und sein Amt zukünftig sichtlich voneinander zu trennen. Die – nach Meinung von Westerwelle – vorgeschobenen Anspielungen auf seine sexuelle Orientierung, haben nichts mit der geäußerten Kritik gemein. Er selbst sieht sich lediglich als Opfer homofeindlicher Berichterstattung. Auch der regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, ist enttäuscht über die Reaktion von Guido Westerwelle. „Die sexuelle Orientierung ist nur ein Vorwand um abzulenken. Das eine hat mit dem anderen nichts gemein.“, so Wowereit. „Nicht alles was an Kritik geäußert wird, ist homophob oder gar auf das eigene Privatleben zurückzuführen.“, so Wowereit weiter. Die in den letzten Tagen geäußerte Kritik gegenüber der Person an sich ist einzig und allein mit seinem Handeln und seinen Äußerungen in Verbindung zu bringen. Die Verbundenheit zu seinem Lebenspartner Mronz dagegen von den meisten Kritikern bereits für unwichtig erklärt. In welches „Fettnäpfchen“ unser Außenminister als nächstes tritt, werden wir wohl bald erfahren.
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