Die Kompassnadel 2010

Kompassnadeln dienten früher, manchmal auch noch heute im Allgemeinen der Wegfindung. So zeigen sie doch mit steter Regelmäßigkeit in Richtung Norden.  Heute wird dieser Job meist von Navi, iPhone oder beispielsweise Google Maps professionell übernommen. Damit finden wir unsere Wege zielsicher und direkt. Gleichzeitig jedoch gibt es auch einige Wege, die nicht immer so einfach durch eintippen der Zieladresse zu erreichen sind. Einer dieser Wege ist der von Schwulen und Lesben durch den gesellschaftlichen Alltag.

Doch immer häufiger tauchen auch hier Kompassnadeln auf, Menschen die sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzen, die Ihnen helfen den Weg zu finden. Diese Wegweiser in unserer Gesellschaft werden bereits seit 10 Jahren mit der Verleihung eines Ehrenpreises ausgezeichnet, so erhalten jährlich jeweils eine ehrenamtlich tätige, sowie ein Person des öffentlichen Lebens die Kompassnadel. Regelmäßig zum CSD in Köln findet die feierliche Verleihung mit ca. 800 geladenen Gästen im Gürzenich zu Köln statt.

In diesem Jahr wird anlässlich des CSD Empfangs vom Schwulen Netzwerk NRW e.V. und der AIDS-Hilfe NRW am 3. Juli 2010 von 12 Uhr bis 15 Uhr die Verleihung des begehrten Preises durchgeführt. Ehrenpreisträger sind dieses Mal die Bundesministerin der Justiz Sabine Lautheusser-Schnarrenberger sowie der Comic-Zeicher Ralf König.

Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger war bereits 1994 Justizministerin, als die Abschaffung des § 175, welcher homosexuelle Handlungen bedingt unter Strafe stellte, durchgesetzt wurde. Als Landesparteivorsitzende der FDP in Bayern setzte sie durch, das seit dem 1. September 2009 auch in Bayern die Standesamtliche Beurkundung von Homosexuellen lebenspartnerschaften möglich ist.
Weiter bemühte sich die Ministerin um die Verankerung von dringend notwendigen Änderungen zur Verbesserung der Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

Ralf König ist seit 30 Jahren bekannt für seine satirisch, selbstironischen Zeichnungen zu Themen des Homosexuellen Lebens.  Auf humoristische Art und Weise greift er dabei die verschiedensten Themen auf und nimmt sich selbst gern auf die „Schüppe“.  Das underground Magazin Zomix als auch die Schwulenzeitschrift Rosa Flieder profitierten von seinen Comics ebenso wie Ende der 1990er Jahre das Schwule Netzwerk NRW mit seiner Bildkampagne zu „Lesbische und Schwule Familien“. Seit 2007 ist er im wissenschaftlichen Beirat der Giordano Bruno Stiftung tätig, dies ging einher mit der Veröffentlichung des religionskritischen Comics „Der neue Bund“ zur Unterstützung des Kampfes gegen Homophobie. 2009 erhielt er den Gache Wurzn Preis für Zivilcourage des Bundes für Geistesfreiheit. (mdn)

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