Positive Begegnungen in Bielefeld

Ab Donnerstag, 26. August 2010 beginnt in Bielefeld eine Konferenz zum Leben mit HIV/Aids – Die Positiven Begegnungen 2010 (PoBe 2010): Europas größte Selbsthilfekonferenz für HIV-Positive, Selbsthilfe-Einrichtungen und Netzwerke sowie An- und Zugehörige von Menschen mit HIV und Aids. Erwartet werden mehr als 500 Teilnehmer, die in Workshops, Vorträgen, Diskussionsrunden und im offenen Dialog den „Rahmen sprengen“ wollen und ein realistisches und differenzierteres Bild von HIV und Aids aufzeigen möchten. Allem voran, dem derzeitigen gesellschaftlichen Klima gegenüber Menschen mit HIV/Aids soll entgegen getreten werden.

Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich HIV/Aids zunehmend zu einer Krankheit entwickelt, die Menschen aller möglichen Lebensbereiche betreffen kann. Prominentestes Beispiel der letzten Tage ist der Fall von No Angels Sängerin Nadja Benaissa. Nicht mehr nur Männer, die Sex mit Männern haben und Konsumenten von intravenös verabreichten Drogen sind mit dem HI-Virus infiziert – der Respekt vor einer Ansteckung mit dem Virus bei einer Vielzahl der Jungen und Mädchen ist stark zurückgegangen. Aktuelle Umfragen unter Jugendlichen belegen, dass der geschützte Sexualverkehr zunehmend in „Vergessenheit rückt“. „Mir passiert so etwas nicht“ – Aussagen von Jugendlichen, vor allem aus sozial schlechter gestellten Teilen unserer Gesellschaft.

„Wir sprengen den Rahmen!“

Die PoBe 2010 möchte aber nicht nur öffentlichkeitswirksam im Hinblick auf Prävention ein Zeichen setzen. Hauptanliegen der Konferenz ist es: „[…], die Selbsthilfe der Menschen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz zu stärken. Dies gelingt, wenn wir gemeinsam immer wieder das Bewährte weiterentwickeln und zusätzlich neue Wege gehen. […] Wir werden mit den Positiven Begegnungen 2010 die Selbsthilfe nicht neu erfinden. Aber sicher können wir sie gemeinsam ein Stück nach vorne bringen[..].“, so das Grußwort der Vorbereitungsgruppe der PoBe 2010.

Das eigene Handeln bestärken, Hilfestellungen erarbeiten und Situationen des Alltags meistern – den Rahmen sprengen. „Es kann nur im Sinne von allen sein, wenn Menschen mit HIV und Aids endlich frei von Vorurteilen und Diskriminierung leben können.“, so Pit Clausen. Zu seiner vorurteilsfreien Meinung gibt er zu verstehen: „Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich mich als offen schwuler Oberbürgermeister dieser Stadt mit dieser Thematik ein wenig eher und ein wenig mehr beschäftige […].“. Als Schirmherr der PoBe 2010, heißt er neben der Deutschen AIDS-Hilfe und dem gesamten Vorbereitungsteam alle Teilnehmer und Interessierten herzlich Willkommen und freut sich auf „viele positiven Begegnungen“.

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