Und auch im neuen Jahr zeigt sich die Evangelische Kirche von einer ihrer guten Seite. Zumindest in Thüringen und Sachsen-Anhalt sieht man sich weltoffen und tolerant. Denn die mitteldeutsche Kirche erlaubt ihren lesbischen und schwulen Pfarrern, gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern im Pfarrhaus zu leben.
„Für den Pfarrdienst ist eine gleichgeschlechtliche Orientierung kein Unvereinbarkeitskriterium“, so Personaldezernent Christian Frühwald gestern in Eisenach. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland folgt damit der bayrischen Landeskirche. Diese hatte bereits im November 2010 beschlossen, dass die sexuelle Orientierung ihrer Pfarrerinnen und Pfarrer nicht ausschlaggebend für die Gemeindearbeit sei. Auch wenn mit dieser Entscheidung heftige Diskussionen losgetreten worden. Entscheidend ist, dass wer im Pfarrdienst tätig ist, evangelisch sein und einer christlichen Kirche angehören müsse.
Zudem legt die Evangelische Kirche Mitteldeutschland ihren im Pfarrdienst stehenden homosexuellen Mitstreitern nahe, offen mit der eigenen sexuellen Orientierung umzugehen. Eventuelle Ablehnung in der eigenen Gemeinde soll entgegengetreten werden, in letzter Instanz soll eine Versetzung möglich gemacht werden. Weiterhin wird aktuell an einer Vorlage zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare gearbeitet. Eine Verwechslung mit der Hetero-Trauung soll dann ausgeschlossen werden.
In den bundesweit 22 evangelischen Landeskirchen werden Toleranz gegenüber homosexuellen Kirchenbediensteten und gleichgeschlechtlichen Segnungen unterschiedlich gehandhabt. Oftmals werden Einzelfallentscheidungen getroffen.
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