Anders wäre besser – „mach´s mit“ in der Kritik

Vor genau einer Woche haben wir über die „mach´s mit-Kampagne“ informiert. Seither streitet sich die queere Community. Die Meinungen zur neuen Kampagne der BZgA spaltet – aber sie regt auch zur offenen Diskussion an!

Klischee oder nicht? Zielgruppenfremd oder auf den Punkt gebracht? Die Meinungen zu diesem Video gehen weit auseinander. Aber was denkt Ihr, ist das Video total daneben oder erreicht man damit doch wenigstens den Klischeeschwulen?

Das Video ist anders, keine Frage. Aber ist es nicht auch so dass es schwule Jungs und Männer gibt, die sich eben auch mit diesem Testimonial identifizieren können?

Sicher ist die Meinung, dass hiermit abermals sämtliche Klischees bedient werden berechtigt, aber muss deshalb gleich eine Diskussion angeregt werden, die solche Ausmaße annimmt?

Der LSVD hat einen Brief an die BZgA verfasst, indem das „Spiel mit den Klischees“ verurteilt wird. Sicher kein leichtes Unterfangen, aber ein wenig Toleranz sollte doch grad von uns – der queeren Community – vorausgesetzt werden können.

Wir finden den Videobeitrag auch nicht 100 %ig passend, können aber auch mit einem Schmunzeln zusehen und denken dass er einige von Euch erreichen wird, oder was denkt Ihr?

Ehrenamtspreis „merk/würdig“ 2012 der AIDS-Hilfe NRW vergeben

Mit dem Ehrenamtspreis „merk/würdig“ werden Menschen ausgezeichnet, die durch ihr ehrenamtliches Engagement hervortreten und die AIDS-Hilfe Arbeit in NRW stark beeinflusst und geprägt haben.

Die AIDS-Hilfe Bielefeld freut sich, dass Angelika Vogel im Rahmen des Jahresempfangs der AIDS-Hilfe NRW am 29.März 2012 in Düsseldorf für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der AIDS-Hilfe Bielefeld mit dem Ehrenamtspreis „merk/würdig“ geehrt wurde. Seit über 25 Jahren ist sie in der Bielefelder AIDS-Hilfe aktiv. Seit 17 Jahren trägt sie als Vereinsvorsitzende Verantwortung für die Arbeit des Vereins.

In seiner Laudatio auf Angelika Vogel würdigte Günter Garbrecht, MdL und Vorsitzender des Gesundheits- und Sozialausschusses des Landes NRW, sie als ein Beispiel gelebter Solidarität. Er bedankte sich für ihr großes Engagement für eine adäquate medizinische Versorgung sowie die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit HIV und hob ihre besondere kommunikative und soziale Kompetenz hervor, mit der sie beispielsweise dazu beigetragen hat, den langwierigen Konflikt um das Sozialprojekt zu bewältigen.

BILD: AIDS-Hilfe NRW: Günter Garbrecht und Angelika Vogel bei der Preisverleihung auf dem Jahresempfang der AIDS-Hilfe NRW in Düsseldorf

 

Erste europäische Online-Befragung zur Homophobie und Transphobie

Heute startet unter dem Titel „Europäische LSBT Studie“ die erste Online-Befragung der EU-Grundrechteagentur (FRA) zur Homophobie und Transphobie in den EU-Mitgliedsstaaten und dem Beitrittsland Kroatien.

Je mehr Menschen sich an der Befragung beteiligen, desto aussagekräftiger und verlässlicher sind die Ergebnisse. Aus diesem Grund bitten wir alle Schwulen und Lesben, Bisexuellen und Transgender auf, sich an der Befragung zu beteiligen, sie bekannt zu machen und entsprechende Informationen an Freundinnen und Freunde sowie Bekannte weiterzuleiten.

Jede Antwort trägt dazu bei, dass die EU die Anliegen von LSBT ernst nimmt und politische Initiativen startet, die darauf abzielen, rechtliche und gesellschaftliche Diskriminierung zu bekämpfen. Die Ergebnisse der Befragung werden die Politik der Gleichbehandlung von LSBT in der Europäischen Union voranbringen. Sie werden Politik und Zivilgesellschaft dabei unterstützen, Strategien und Aktivitäten zu entwickeln, die dazu beitragen, dass LSBT in Europa ein freies Leben in einem diskriminierungsfreien Umfeld führen können.

Zwar gab und gibt es hin und wieder Berichte über das Ausmaß der Diskriminierung von LSBT in Europa. Doch es gibt kein vergleichbares statistisches Material über die täglichen Diskriminierungserfahrungen von LSBT in den verschiedenen Ländern.

Die Befragung ist absolut anonym, wird von Gallup Europe in allen EU-Sprachen und türkischer Sprache durchgeführt, läuft bis Ende Juni 2012 und soll erstmals verlässliches und vergleichbares Datenmaterial zur Verbreitung von Homophobie und Transphobie in den 28 Ländern liefern. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen, systematischen Studie sollen im Frühjahr 2013 veröffentlicht werden.

GAYS.DE folgt mit diesem Beitrag einem Aufruf des Lesben- und Schwulenverband Deutschland.

Ehegattensplitting: Schäuble zieht den Kürzeren

Noch vor gut 14 Tagen hatte sich Bundesfinanzminister Schäuble gegen das sogenannte Ehegattensplitting ausgesprochen. Nun zieht er den Kürzeren und muss nachgeben.
Wie der LSV in einer Mitteilung informiert, haben sich die Länder Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz gegen die von Schäuble vorgeschlagenen Handhabe entschieden.
Auch NRW wird an den getroffenen Absprachen festhalten, bestätigte Finanzminister Borians gegenüber dem LSVD.

Bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts durch das Bundesverfassungsgericht wird das Bundesministerium der Finanzen folglich keine Einheitliche Verwaltungsanweisung verfassen und den Ländern den benötigten Handlungsspielraum gewähren.

Ob die Diskriminierung von Lebenspartnerschaften im Steuerrecht damit ein Ende hat bleibt offen…

ADS: Benachteiligung schwuler Schützenkönige ist rechtswidrig

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hat entschieden: Das Verbot von Auftritten homosexueller Königspaare in Schützenbruderschaften ist nach Auffassung der ADS rechtswidrig.

Bereits Mitte März haben wir Euch über den Beschluss des Bundes Historisch Deutscher Schützenbruderschaften (BDHS) informiert, der besagte, dass schwule Könige zukünftig nicht mehr mit ihrem Partner öffentliche Auftritte gemeinsam begehen dürfen. Dies geschah am 11. März.

Demnach könnten homosexuelle Schützenköniginnen oder -könige in Zukunft nicht mit ihren Lebenspartner auftreten. Nach Auffassung der ADS widerspricht dieser Beschluss dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und ist somit nicht wirksam. Dies geht aus einem Rechtsgutachten der ADS hervor.

Auch auf die vom BHDS ins Feld geführte so genannte Kirchenklausel des AGG(§ 9), kann sich der Verband nicht berufen. Christine Lüders fordert den Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften daher zur Rücknahme des diskriminierenden Beschlusses auf.

Wie Lüders mitteilte, hat der BDHS auf die Bitte einer Stellungnahme zum rechtswidrigen Vorgehen bislang nicht reagiert. „Von dem Beschluss geht eine große Signalwirkung aus. Daher ist es wichtig, dass so schnell wie möglich diskriminierungsfreie Zustände wieder hergestellt werden“, so Lüders weiter.

Das Gutachten kann auf der Seite der Antidiskriminierungsstelle des Bundes downgeloadet werden. Wer selbst aktiv werden möchte, kann unter „Schützen gegen Homophobie“ seine Stimme abgeben.

Berichterstattung auf GAYS.DE:
Schützen sind gegen Homophobie!
Schwule Königspaare wollen wir nicht…
Nie wieder schwule Königspaare

Kreuz.net verfassungswidrig?!

Was ist dran? Wir beobachten die Internetseite kreuz.net schon eine Weile und berichten auch ab und an von den teilweise sehr an den Haaren herbeigezogenen Argumentationen in den Beiträgen der Seite.

Schwule sind grundsätzlich an allem schuld. Und selbstverständlich sind wir es auch, die Gott nicht ehren und „abartig sind“, „Unzucht betreiben“ sowie „Die Weltordnung zerstören wollen“. Ja genau!
Aber nicht nur Homosexuelle bekommen ihr Fett weg – Alle die nicht in die Gesinnung der Kreuz.net Autoren passen sind schlechte Menschen und zerstören auf lange Sicht unsere Gesellschaft…

Nun reagiert das Bundesamt für Verfassungsschutz und stuft die Internetseite „Kreuz.net“ als verfassungswidrig ein. Heinz Fromm, Präsident der Behörde folgt damit dem Aufruf von Grünenpolitiker Volker Beck. Dieser hatte vor Kurzem eine Anfrage an das Bundesamt gerichtet.

Kreuz.net“ berichtet seit Jahren unter Glaubensaspekten über Immigranten, Politik und Homosexualität. Selbstverständlich immer als Negativberichterstattung wenn nicht sogar direkter Hetze.
Nachdem sich die Amtskirche von ihrem rechten Flügel distanzierte, sah sich auch das Bundesamt für Verfassungsschutz im Handlungszwang. Sie stufte die Seite als grundgesetzwidrig ein.

mach’s mit – Kampagne informiert über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat heute in Berlin eine neue Kampagne zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertrag-baren Infektionen (sexually transmitted infections, STI) vorgestellt. Mit der Aufforderung “mach’s mit – Wissen & Kondom” will die neue Präventionskampagne weiterhin motivieren, sich mit Kondomen vor einer HIV-Infektion zu schützen und sich zugleich noch stärker als bislang über Ansteckungswege und Symptome anderer STI zu informieren. Denn die Forschung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass STI, wie beispielsweise Syphilis, Tripper und Chlamydien, das Risiko einer HIV-Infektion erhöhen.

“Die nationale AIDS-Aufklärungskampagne “Gib AIDS keine Chance” hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland seit 2007 zurückgeht”, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr anlässlich der Auftaktveranstaltung. “Doch auf diesen Erfolgen dürfen wir uns nicht ausruhen, denn HIV ist noch immer nicht heilbar. Die Prävention ist und bleibt deshalb ein zentrales Thema.

“Sexuell übertragbare Infektionen sind ein bedeutendes Thema für die AIDS-Prävention. STI steigern das Risiko einer HIV-Infektion um das zwei- bis zehnfache, erhöhen die Infektiosität von Menschen mit HIV und können unbehandelt gravierende gesundheitliche Spätfolgen für die Betroffenen nach sich ziehen”, erklärte BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott. “Kondome schützen vor HIV, bei einigen STI aber bieten sie keinen ausreichenden Schutz.
Zu Safer Sex gehört daher neben dem Kondom auch das Wissen über STI, über Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten.

Die neue Kampagne spricht neben der Allgemeinbevölkerung auch spezifische Zielgruppen an. Hierzu gehören etwa Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), da in dieser Gruppe die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland am höchsten ist.

Ebenso werden Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen und beispielsweise für die in dieser Gruppe häufig vorkommenden Chlamydieninfektionen sensibilisiert.
Zum ersten Mal zeigt “mach’s mit” bei der neuen Kampagne Menschen mit ihren individuellen Vorstellungen von Sexualität. Mit selbstbewussten Statements wie “Ich will’s romantisch” oder “Ich will’s spontan” zeigt die Kampagne verschiedene Charaktere. Von Jung bis Alt repräsentieren sie Personen aus dem Alltag. Das Spannungsverhältnis von Text und Bild, das alle Motive prägt, macht neugierig und lenkt die Aufmerksamkeit unmittelbar auf das Thema HIV/STI-Prävention. Die Vielfalt der Motive und die offene, selbstbewusste Haltung der Charaktere wirken dabei einer Tabuisierung von HIV und STI und einer Stigmatisierung von Betroffenen entgegen.

Die mach’s mit-Kampagne wird unter dem Dach von GIB AIDS KEINE CHANCE von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung umgesetzt. Sie ist das bekannteste Element der nationalen Strategie gegen die Ausbreitung von HIV. Über 90 Prozent der Bundesbürger kennen Logo und Motive der Kampagne.

CSD Darmstadt 2012 – Natürlich anders!

Der 2. CSD Darmstadt findet am 18.8.2012 unter dem Motto „Natürlich anders!“ statt. Zum ersten Mal wird es neben einem Fest auch eine Demo-Parade geben. Start des Demozuges ist um 12:00 Uhr auf dem Luisenplatz. Die Parade endet auf dem Riegerplatz. Hier beginnt um 14:00 Uhr das Straßenfest.

Das Bühnenprogramm wird um 15:00 Uhr durch den Schirmherrn Oberbürgermeister Jochen Partsch eröffnet. Neben Musikbands und Drag Queens wird es auch wieder eine Podiumsdiskussion geben.
Infostände, Gastronomie und eine Bannerausstellung erwarten die BesucherInnen auf dem Platz.
Im Schlosskeller Darmstadt findet im direkten Anschluss ab 22:00 Uhr eine CSD-Aftershowparty statt. Veranstalter des CSD Darmstadt 2012 ist wieder der Communityverein vielbunt e.V.

Slowenien mag keine Homosexuellen

Nicht ganz 55 Prozent der Slovenen haben am vergangenen Sonntag gegen eine Neudefinition des Familienbegriffs und somit die Ausweitung der Rechte Homosexueller gestimmt. In einer Volksabstimmung sollte über das Inkraftreten eines liberaleren Familiengesetzbuches entschieden werden.

Das von 1976 veraltete Gesetz sollte grunderneuert werden – Doch leider ohne Erfolg. Viele Neuerungen, u.a. Verbesserungen zum Schutz von Kindern waren in den Augen konservativer Kreise nicht tragbar. Sie erzwangen mit Hilfe der katholischen Kirche eine Volksabstimmung.
Ausschlaggebend war die „Neudefinition“ des Familienbegriffs. Im neuen Gesetz war das traditionelle Familienmodell „Mutter-Vater-Kind“ an die heutige Zeit angepasst und auch Lebensgemeinschaften (hetero und homo) sowie Alleinerziehende einbegriffen.
Da aber auch Regenbogenfamilien und homosexuelle Eltern von dem neuen Gesetz profitieren würden, war es für die Gegner nicht gut genug.
Sie halten weiter an der alten Gesetzgebung fest und möchten den Weg für Homosexuelle in keinem Fall frei machen.
Ein neuer Gesetzesvorschlag kann frühestens in einem Jahr vorgelegt werden.

GAYS.DE informiert: Endlich Sommerzeit

Uhr wird um eine Stunde vorgestelltEs ist wieder soweit: In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Für uns heißt das eine Stunde weniger schlafen. Denn wenn wir in der Früh um sieben aufstehen (sollten) dann ist es eigentlich erst sechs.

Die innere Uhr tickt

Viele kommen mit der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit überhaupt nicht zurecht, aber woran liegt das?
Jeder von uns besitzt eine „innere Uhr“, denn unser Körper folgt in verschiedenen Bereichen einem Rhythmus, der bei den Meisten täglich derselbe ist.

Der sogenannte Biorhythmus wird hauptsächlich von der Sonne bzw. vom hell-dunkel-Wechsel bestimmt. Bereits kleine Veränderungen können unser Schlafverhalten stören und sich negativ auf unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirken.

Samstagnacht ist es dann wieder soweit und unsere Uhren werden von zwei auf drei vorgestellt. Also nicht vergessen, sonst lasst Ihr Euer nächstes Date womöglich eine Stunde auf Euch warten…

(Bild: © WOGI – Fotolia.com)