Kommentar: Es gibt UNS nicht?!

Manchmal fragen wir uns, ob es Autoren gibt, die tatsächlich glauben was sie schreiben. Beim Stöbern im Netz sind wir, dank Alexander, auf folgenden Artikel gestoßen, der uns mal wieder zum Schmunzeln anregt, denn wirklich ernst können wir die Zeilen von kreuz.net nicht nehmen.

Bereits in der Headline wird darüber informiert, dass es keine Homosexualität gibt. Ne ist klar, dann sind wir also nicht existent. Ok. Finden wir uns also damit ab, dass wir uns alle nur einbilden homosexuell zu sein. Denn vertrauen wir den Worten des Autors sind wir lediglich Sodomisten. Wieder was dazu gelernt – und das vollkommen umsonst, denn allein die Aussage an sich ist falsch. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Oder haben wir da einen Denkfehler? Florian Johansen von kreuz.net wird uns sicher weiterhelfen.

Im weiteren Beitrag lässt er sich über die „Homo-Perverse[n]“ aus, die „rektale Unzucht“ betreiben. Ob er sich jemals die Frage gestellt hat, dass diese eine sexuelle Praktik sowohl in Homo- als auch in Heterokreisen verbreitet ist? Wir denken nicht. Der engstirnige Horizont des Autors bündelt alle Vorurteile und zeigt mal wieder, dass unsere Gesellschaft eben doch noch nicht verstanden hat, das alles was nicht hetero ist, nicht pervers, sondern existent ist.

Schon des Öfteren haben wir uns gefragt, wer liest eigentlich so manchen *******sinn, der im Netz publiziert wird. Die Kommentare unter den fraglichen Artikeln sind teilweise erschreckend und erschütternd. Aber allem Anschein nach, gibt es immer noch Menschen, die auf die Worte von semiprofessionellen Autoren vertrauen und diese einfach – meist ohne den eigenen Denkapparat in Gang zu setzen – als wahre Aussage verstehen.

liebe Grüße Euer Pups

Berliner Homo-Denkmal: Wie geht es weiter?

Der Kommentar von PUPS zum Wochenende:

Wie der LSVD in einem aktuellen Newsletter informiert, wird das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Mai 2010 bereits 2 Jahre alt. Zeit für einen Wechsel des im Stein gezeigten Videos, dass seit der feierlichen Enthüllung 2008 läuft und einige intolerante Attacken über sich ergehen lassen musste.    (GAYS.DE berichtete)

Das Denkmal ist mehr als ein Ort der Erinnerung, der Begegnung und Diskussion – Es ist auch Anlaufpunkt für Demonstrationen, Kundgebungen und Proteste. Ein kultureller Veranstaltungsort unter freiem Himmel.

Der Wettbewerb zur Gestaltung eines neuen Videos läuft bereits. Derzeit sind zwei Männer zu sehen, die in einer Endlosschleife ein hohes Gut der Liebe zwischen einander demonstrieren: Den KUSS. Aber was kommt ab Mai? Vielleicht ein Frauenpärchen, dass ebenso beständig auf die gleichgeschlechtliche Liebe aufmerksam macht? Vielleicht aber auch ein kleiner provokanter Streifen, der die tägliche Situation von Lesben und Schwulen im Alltag widerspiegelt. Wichtig ist vor allem, das was passiert und das Projekt nicht in Vergessenheit gerät, denn Diskriminierung und Intoleranz sind immer noch allgegenwärtig.

Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, ist am 5. März 2010 herzlichst zu einer vom LSVD initiierten Diskussionsveranstaltung am Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Cora-Berliner-Str. 1, 10117 Berlin eingeladen.

Bundestag: CDU/CSU und FDP halten an Standpunkt zu Artikel 3 GG fest

Der Kommentar zum Wochenende: Heute von Pups, einem kleinen „ER“, das sich Luft verschaffen möchte:

Der Deutsche Bundestag hat heute über die Gesetzentwürfe der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, der SPD und DIE LINKE debattiert. Doch der Vorstoß der Fraktionen wurde hart kritisiert und für überflüssig erklärt. Die CDU/CSU beruft sich dabei auf eine der besten „Verfassungen“, die Deutschland jemals hatte und auch die Seite der FDP sieht keinen Handlungsbedarf.

Heute Mittag, kurz nach 13:00 Uhr war es soweit: Die Gesetzentwürfe der drei Fraktionen waren Thema und Diskussionsgrundlage zugleich. Alle drei Antragsteller verfolgen die Aufnahme des Schutzes von Lesben und Schwulen im Grundgesetz. Auch wenn die Schwerpunkte und Argumente sich unterscheiden, der Tenor gilt einem eindeutigen Diskriminierungsverbot.

„Die Verfassung ist vollkommen ausreichend“

Ein grundlegendes Wortgefecht lieferten sich die Sprecher der einzelnen Parteien. Pro und Contra – Für und Wider für eine laut Stephan Harbarth „unnötige Debatte“. So unnötig scheint diese jedoch nicht zu sein. Denn Befürworter gibt es sogar in den eigenen Reihen der Gegner des Vorhabens. „Eine Mehrheit existiert, jedoch noch nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit.“, so Volker Beck (B90/Die Grünen) in seinem Redebeitrag. Diskussions- und Handlungsbedarf gibt es folglich doch. Vor allem aber wird diese von den „Betroffenen“ selbst initiiert und weiterverfolgt. So haben LSVD und zahlreiche Organisationen, Vereine und Verbände sich bereits mit Kampagnen zur Erweiterung von Artikel 3 engagiert und werden dies auch weiterhin. Die Teilnahme an der aktuellen E-Petition zeigt zudem, dass nicht nur Lesben und Schwule für eine Ergänzung um das Merkmal der sexuellen Identität sind.

„irreparabler Schaden“

Ergebnis der Debatte am heutigen Freitag: CDU und FDP lenken nicht ein. Die starre Haltung der Koalition bleibt vorerst unverändert. Es scheint als sei eine weltoffene und tolerante Denkweise in unserer Regierung noch nicht angekommen. Allein die Wortwahl einiger Redner, die sich gegen die Erweiterung des GG aussprachen, erinnert einen an die Zeit, in der Homosexualität noch strafbar und als Krankheit galt. War doch die Rede von „irreparablen Schäden“, die unser Grundgesetz aufgezwungen bekommt und vom „Versandhauskatalog politische Wünsche“. Realitätsfremd und ideologisch traten sie auf, die Gegner der gleichgeschlechtlichen Liebenden.

„Wir werden also sehen, was die Zeit mit sich bringt. Handlungsbedarf besteht. Und wir werden handeln. Sei es mit weiteren Aktionen, mit der Unterstützung der Koalitionsparteien werden wir unser Ziel weiter verfolgen.“ so ein Mitstreiter der Kampagne 3+.

In diesem Sinne: Weitermachen, Engagieren und bei den kommenden Wahlen handeln! Ein schönes Wochenende euch allen! Euer Pups…