„Liebe ist …“ – das war der CSD Köln 2011

Tatjana Taft und Claudia Roth beim Start der CSD Parade 2011. Weitere Bilder ...

Ein Wechselbad der Gefühle bot das CSD-Wochenende in Köln in diesem Jahr – und wie sollte es anders sein, dass Wetter hat mitgespielt. Auch nach 20 Jahren, konnte Petrus seine Tropfen fern halten.

Unter dem Motto „Liebe ist…“ zog gestern die CSD-Parade durch Kölns Innenstadt. Vielfältig und bunt setzten etwa 20.000 Teilnehmer das Motto um. Bei der Parade war Liebe manchmal ernst („…Verantwortung“), manchmal ethisch („…Gott sei dank, keine Schande“) manchmal witzig („…ein Lesben-Pfläumchen“), manchmal politisch („…diskriminierungsfrei“), immer aber kreativ umgesetzt.

Sabine Arnolds vom Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentags (KLuST) freut sich: „Selten sahen wir das ColognePride-Motto so durchgängig und mit unterschiedlichen Botschaften versehen auf der CSD-Parade. Das zeigt, der CSD Köln ist eben immer noch vor allem eine Demonstration für Akzeptanz und Toleranz vielfältiger Lebensstile.“ Genauso viele Zuschauer wie im letzten Jahr sahen das genauso. Nach veröffentlichten Berichten jubelten demzufolge etwa 900.000 Besucher am Paradeweg durch die Kölner Innenstadt.

Zur Abschlusskundgebung auf dem Kölner Heumarkt sprach Polit-Prominenz aus Berlin, Köln und Düsseldorf zum aufmerksam zuhörenden Publikum. Der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Michael Kauch gewann die Kölner mit dem herzhaften Bekenntnis: „Der Kölner CSD ist viel geiler als der Berliner“. Grünen-Chefin Claudia Roth und ihr Partei-Kollege Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher seiner Partei, gingen hart mit der aktuellen Bundesregierung ins Gericht und forderten diese auf, endlich die rechtliche Gleichstellung für Lesben, Schwule und Trans* zu vollenden. Roth sagte vehement: „Unsere Geduld ist zu Ende“.

Neben solchen Politikern, die schon seit langen Jahren den CSD unterstützen, gab sich erstmals auch die Regierungsspitze des Landes Nordrhein-Westfalen die Ehre zur politischen Abschlussveranstaltung: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sprach sich mit deutlichen Worten gegen die Diskriminierung unserer Minderheit aus. Außerdem kündigte sie weitere Initiativen des Landes über den Bundesrat an, dessen Präsidentin sie derzeit auch ist. Realistisch konstatierte Kraft: „Da sind dicke Bretter zu bohren, aber die muss man dann auch bohren.“

Der KLuST machte in seiner politischen Auftaktrede deutlich, dass in Deutschland die rechtliche Gleichstellung weit vorangeschritten sei, aber auch hierzulande und sogar im liberalen Köln Schwule, Lesben und Trans* mit Vorurteilen zu kämpfen hätten. Der Veranstalter kündigte darüber hinaus an, die Initiativen der nordrhein-westfälischen Regierung kritisch zu verfolgen. Dennoch zeigte sich Sprecherin Sabine Arnolds erfreut und stolz über den hohen Besuch: „Die Ministerpräsidentin hat damit ein kraftvolles Zeichen für Toleranz und Akzeptanz gesetzt. Nach 20 Jahren zeigt die Regierungsspitze, dass Liebe – egal welcher Couleur – in Nordrhein-Westfalen willkommen ist. Selbstverständlich laden wir Frau Kraft heute schon ein, im nächsten Jahr wiederzukommen.“

Mehr zum CSD Wochenende in Köln und zum GAYS.DE CommunityCamp könnt Ihr in den kommenden Tagen lesen. Auch mit Bildern und kleinen Anekdoten werden wir Euch auf Facebook und twitter auf dem Laufenden halten. Das Datum für den ColognePride 2012 steht übrigens bereits fest: Der Auftakt wird am 23. Juni sein, das CSD-Wochenende vom 6. bis 8. Juli 2012. (Bild: dpa)

ColognePride – Drei Tage Programm auf drei Bühnen

1991 zogen zum ersten Mal wenige Hundert Menschen zur jährlichen CSD-Parade durch Kölns Straßen, dieses Jahr werden wieder hunderttausende Besucher und viele tausend Teilnehmer dabei sein. Ergänzend bietet der CSD Köln ab 1. Juli wieder ein buntes Programm mit viel Spaß, aber auch politischem Tiefgang. Am Freitag um 18 Uhr eröffnet Oberbürgermeister Jürgen Roters gemeinsam mit dem KLuST-Vorstand und dem Moderatorenpaar Natascha Balzat und Malte Fuhrer auf der Hauptbühne am Heumarkt offiziell das CSD-Straßenfest. Anschließend beginnt das Bühnenprogramm: heiße Rhythmen, musikalische Highlights, aber auch leisere Töne.

Die drei CSD-Bühnen auf dem Heumarkt, dem Alter Markt und vor dem Gürzenich bieten wieder drei Tage lang ein abwechslungsreiches Programm. Zu den vielen Künstlern, die ohne Gage auftreten, gehören unter anderem auf der Hauptbühne Frida Gold, Kim Fisher und Cascada, auf der Politurbühne Katja von Kessel, Hajo Päffgenrath oder Männertreu. Auf der Tanzbühne heizen den Partybegeisterten Turntable-Virtuosen wie DJ Hildegard, DJ Rony und Glaucio Duarte ein. Die Politurbühne auf dem Alter Markt bietet außerdem wieder Raum für politische Diskussionen zu den Themen HIV und Aids, Menschenrechte, Regenbogenfamilien und Coming-out.

Am 2. Juli 2011 verleiht der CSD Köln zum zweiten Mal die Kölner Lesben- und Schwulentrophäe (KLuST). In diesem Jahr geht die Auszeichnung an Dirk Bach (GAYS.DE berichtete). Gegen 19 Uhr nimmt der Comedian und Schauspieler auf der Hauptbühne am Heumarkt die „KLuST“ persönlich entgegen. Die Laudatio hält seine Freundin und Weggefährtin Hella von Sinnen, die vor zwei Jahren als erste die „KLuST“ erhielt. Dirk Bach setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte von Lesben und Schwulen ein, besonders engagiert unterstützt er Einrichtungen wie das Lebenshaus der Aidshilfe Köln.

Zur Abschlusskundgebung auf der Hauptbühne am Sonntag ab 17:10 Uhr erwarten wir erstmals die Spitze der Landesregierung NRW. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besucht den CSD Köln und nimmt an der Kundgebung teil. Mit dabei sein werden außerdem Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, Claudia Roth, Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) und Michael Kauch (FDP). Sonntagabend ab 19:05 Uhr gehört die Hauptbühne dem WDR4 Schlagerstündchen. Mit dabei sind Stars wie Katja Ebstein, Ute Freudenberg, Ingrid Peters und Mary Roos. Aktuelle Infos zum Programmablauf auf den Bühnen.

Das GAYS.DE Team bei der Parade 2010

Das GAYS.DE Team bei der Parade 2010

Gemeinsam für gleiche Rechte – CSD-Parade am Sonntag

Höhepunkt des ColognePride und des CSD-Wochenendes ist auch 2011 die Parade. Am Sonntag, den 3. Juli, gibt Oberbürgermeister Jürgen Roters um 12 Uhr auf der Deutzer Brücke den Startschuss. Über 100 Teilnehmergruppen sind dabei. GAYS.DE wird mit der Startnummer 51 vertreten sein und freut sich über Euren Besuch und Eure Teilnahme.  Alle, die keine Gelegenheit haben, die CSD-Parade vor Ort zu sehen, können sie im Fernsehen oder über den Browser verfolgen.
Der Kölner Sender Center.TV strahlt die Parade auch in diesem Jahr wieder live aus.

Alle Termine, bei denen Ihr das Team von GAYS.DE treffen könnt im Überblick.

ColognePride: „Für deinen Mut“ – Dirk Bach erhält die Kölner Lesben- und Schwulentrophäe

Am 2. Juli 2011 verleiht der CSD Köln zum zweiten Mal die „Kölner Lesben- und Schwulentrophäe“ (KLuST). In diesem Jahr geht die Auszeichnung an Dirk Bach. Gegen 19 Uhr nimmt der Comedian und Schauspieler auf der Hauptbühne am Heumarkt die KLuST persönlich entgegen. Die Laudatio hält seine Freundin und Weggefährtin Hella von Sinnen, die vor zwei Jahren als erste die KLuST erhielt.

Schlagfertig und witzig – so kennt das Publikum Dirk Bach. Doch der Comedian hat auch eine ernste Seite. Und die zeigt er nicht nur auf der Bühne. Seit vielen Jahren setzt Dirk Bach sich für politische und soziale Belange ein, unter anderem für die gesellschaftliche Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*. In seinem Engagement drängt er sich nicht nach vorn, sondern unterstützt oft von der Öffentlichkeit fast unbemerkt. Unermüdlich setzt er sich für Menschen ein, die von HIV und Aids betroffen sind, wirbt für Prävention und sammelt Geld für die wichtige Arbeit unter anderem von Projekten der Aidshilfe Köln. 2002 hatte er die Idee für ein ganz besonderes Benefizkonzert. „Cover me“ – Prominente covern ihre Lieblingssongs. Das Charity-Event hat inzwischen Kultcharakter in Köln.

„Liebe ist…“ lautet das Motto des ColognePride 2011. Dirk Bach hat die Liebe gefunden. 1999 verlobte er sich mit seinem Lebensgefährten. Heiraten will er dennoch erst, wenn verpartnerte Lesben und Schwule neben den gleichen Pflichten auch die gleichen Rechte wie heterosexuelle Ehepaare genießen. Als Mitglied des Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) unterstützte er deshalb die Aktion „Eins zu Eins“, die die rechtliche Gleichstellung zum Ziel hatte. Denn Liebe hat immer den gleichen Wert und sie verdient Respekt.

CSD Köln wir sind dabei!

Auch GAYS.DE widmet seine Teilnahme am Christopher Street Day in Köln dem Motto: „Liebe ist…“ Denn für uns heißt es: „Liebe ist Vielfalt“ – Fern ab von Klischee- und Rasterdenken, möchten wir nicht nur sagen, dass Schwule und Bisexuelle Männer zu GAYS.DE gehören, sondern auch die eigenen persönlichen Interessen, Vorlieben und Wünsche eines Jeden. Und daher ist Liebe eben auch Vielfalt.
Wo Ihr uns treffen und gemeinsam mit uns feiern könnt findet Ihr detailliert in unserem Veranstaltungskalender auf Facebook. Eine kurze Übersicht gibt es schon hier:

Freitag, 01.07.2011:

20:00 Aids-Gala Köln, Maritim Hotel

22:00 Gay Students Nicht & Twinkylicious, VENUE

Samstag, 02.07.2011:

12:00 Straßenfest

22:00 Kerzenlichter gegen das Vergessen, Heumarkt

anschließend Closer2Heaven CSD-Special, Gloria

Sonntag, 03.07.2011:

12:00 CSD Parade, Deutzer Brücke

17:00 Abschlußkundgebung, Heumarkt

22:00 CSDance 2011 Offizielle ColognePride-Closing-Party, VENUE

 

700.000 waren mit uns in Berlin

Am Samstag war es endlich soweit. Der erste Christopher Street Day an dem Eure Community teilgenommen hat.  Mit mehr als 700.000 Menschen aus aller Welt waren wir in Berlin auf der Straße und haben „Fairplay für Vielfalt“ gefordert. Gemeinsam mit unserer Glamour-Queen Tatjana Taft, haben wir wieder durchgehalten. Die ersten Bilder gibt’s hier.

Begleitet von bunt, schillernden Kostümen und aufwendig geschmückten Wagen, sind wir vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor gezogen. Eröffnet wurde das Spektakel in diesem Jahr einmal nicht vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit sondern von Dirk Zingler, Präsident des Fußballclubs Union Berlin – getreu dem Motto eben. Auch diesmal wurde der bunte Umzug von Drag Queens und leicht bekleideten Sambatänzern dominiert. Männer in Lack und Leder waren ebenso dabei wie Teilnehmer im Piratenkostüm oder im Biene-Maja-Outfit. Transparente mit politischen Forderungen erinnerten aber auch daran, dass die Parade eigentlich eine Protestveranstaltung ist.

Im Vergleich zum letzten Jahr waren es mehr Besucher am Straßenrand. Vielleicht auch ein Eindruck, den die verkürzte Paradestrecke mit sich brachte. Obwohl der Fußweg kürzer war, benötigten wir dennoch mehr Zeit – Mit eineinhalb Stunden Verspätung waren wir in der Nähe des Brandenburger Tors, an dem bereits um 16:00 Uhr die Abschlusskundgebung stattgefunden hatte.

Liebe ist Vielfalt

Bild der Woche KW25 - Tatjana Taft im Cocktaildress 2009 - Jetzt kommt was neues^^

Bild der Woche KW25 - Tatjana Taft im Cocktaildress 2009 - Jetzt kommt was neues^^

Die CSD ist schon lange gestartet und für GAYS.DE geht es morgen auch richtig los. Auf dem 33. Christopher Street Day in Berlin werden wir nicht nur an der Parade durch die Bundeshauptstadt teilnehmen – auch die Kostümpremiere für unsere Glamour-Queen Tatjana Taft steht an.

Mit 53 Wagen startet der CSD Berlin um 12:30 Uhr am Kranzler Eck. Die CSD PARADE wird vom Sportblock mit Wagen von den Füchsen, 1. FC Union, DFB/Seitenwechsel, Vorspiel angeführt. Außerdem sind neben diversen queeren Projekten auch wieder die Bahn Azubis gegen Hass und Gewalt, die BVG und die politischen Parteien mit eigenen Wagen vertreten. Außerdem wird es mannigfaltige Fußgruppen geben, die das Motto ebenso kreativ wie vielfältig umsetzen.

Eröffnet wird die CSD PARADE vom Vorstand des Berliner CSD e.V. in Anwesenheit von VertreterInnen der politischen Parteien: Klaus Wowereit (SPD), Klaus Lederer (Die Linke), Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen), Christoph Meyer (FDP) und Frank Henkel (CDU). Außerdem werden prominente VertreterInnen des Sports wie Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union, an der Eröffnung des CSD Berlin teilnehmen.

Wer von Euch live in Berlin dabei sein möchte, der ist herzlich eingeladen mit uns ab 12:00 Uhr der Parade zum Christopher Street Day 2011 beizuwohnen. Wir treffen uns direkt am Start am Kurfürstendamm und nach der Parade rechts von der Hauptbühne am Brandenburger Tor. Verfehlen könnt Ihr uns eigentlich nicht, da Tatjana Taft wieder mit einen einmaligen Gewandt aus der Masse herausragen wird^^.

Einen Tag vor Beginn der Frauenfußball-WM steht der CSD Berlin 2011 ganz im Zeichen des Sports. Unter dem Motto „Fairplay für Vielfalt“ wird Homophobie die rote Karte gezeigt und Akzeptanz und Förderung der sexuellen Vielfalt im Sport werden gefordert. Denn ein Coming Out ist im Sport meist noch die Ausnahme. Zu groß ist die Angst vor Schmähungen und Anfeindungen, aber auch vor einem sinkenden Marktwert eines offen schwulen Fußballers oder einer offen lesbischen Leichtathletin. Der Weltfußballverband FIFA schweigt zum Thema Homosexualität lieber.

Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung. Der Deutsche Fußballbund (DFB) startete bereits vor drei Jahren  eine Kampagne gegen Homophobie und DFB-Präsident Theo Zwanziger wird am kommenden Sonnabend auf der Bühne des CSD FINALE stehen. Dort wird er für Toleranz werben und die Laudatio auf die diesjährige Trägerin eines der Zivilcouragepreise halten: die ehemalige Profifußballspielerin Tanja Walther-Ahrens. Auch Hannelore Ratzeburg, Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball und Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union, werden am CSD teilnehmen. Gemeinsam mit Profi-SportlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen werden sie mit der Aktion „Unsere 11 für Vielfalt“ für Toleranz im Sport werben.

CSD Forderungen in Berlin, welche das Motto weiter untermauern:
1. Homophobie ins Abseits: Sexuelle Vielfalt im Sport akzeptieren und fördern.
2. Allgemeine und sexuelle Menschenrechte müssen als globale Spielregeln gelten.
3. Die verfolgten Homosexuellen in Deutschland müssen moralisch und materiell rehabilitiert werden.
4. Regenbogenfamilien müssen rechtlich gleichgestellt und abgesichert werden.
5. Der Rahmenplan für sexuelle Gesundheit muss zügig umgesetzt werden.

Bei der morgigen CSD Parade in Berlin, die um 12.30 Uhr am Kurfürstendamm startet, werden auch zwei Päpstinnen und zwei Päpste im Papa-Mobil mit demonstrieren. Das Papa-Mobil hat die Wagen-Nummer 16 und wird von der Ortsgruppe Berlin-Brandenburg organisiert. (Bilddatei: Bilder der Woche KW 25, maizucker-design, Daggi Binder)

 

Hundertausende Gays erobern die Straßen und Feste

Am Wochenende war es endlich soweit, das erste große CSD-Wochenende liegt hinter uns. Von Nord bis Süd, von Ost bist West – in mindestens sieben Städten würde demonstriert, gefeiert und gelacht. Auch wenn das Wetter nicht in ganz Deutschland mitspielen wollte, der  guten Laune und ausgelassenen Stimmung bei wohl jeder Veranstaltung konnte es nichts anhaben.

In Oldenburg waren mehr als 5.000 Teilnehmer anwesend. Unter dem Motto: „Homophobie tötet“ startete am Samstagnachmittag ein Umzug vom Bahnhofsviertel bis hin zum Platz neben dem Oldenburger Prinzenpalais. Hier fand im Anschluss an den Demonstrationszug noch eine große Abschlusskundgebung statt.

Weiter südöstlich, in Berlin, waren knapp eine viertel Million Menschen in Schöneberg unterwegs. Zum 19. Lesbisch-schwulen Stadtfest, waren es zwar die Hälfte der Besucher des vergangenen Jahres, weniger Spaß und vor allem weniger zu sehen, gab es in diesem Jahr dennoch nicht. Auf dem 20.000 m² gab es neben zahlreichen Infoständen auch allerhand kulinarische Köstlichkeiten und ein abwechslungsreiches Programm für Jung und älter.

Im Westen der Republik wurde der ColognePride offiziell eröffnet. Mit dem FantasyPride im Phantasialand in Brühl, war die bekannte Tradition der Eröffnung wiedermal eine beeindruckende Veranstaltung. Die Jungs und Mädels stürmten nicht nur die Fahrgeschäfte, auch die Shows und Bühnen waren mehr als gut besucht. Bei der großen Party am Abend konnte dann nochmal ordentlich das Tanzbein geschwungen werden und das Objekt der „Begierde“ persönlich angesprochen werden.  Mit dem FantasyPride startete der ColognePride bereits zum 8. Mal in eine bunte CSD Saison. (GAYS.DE berichtete)

Das große Fest am Aasee in Münster und der CSD Regensburg waren weitere Veranstaltungen an diesem CSD Wochenende. Schon am kommenden kann weiter gefeiert und demonstriert werden. Unter anderem in Berlin und in Köln. Alle Infos wie immer in dem GAYS.DE CSD & Pride Guide und in den GAY News.

 

Magdeburgs OB will auch beim 10. Mal nicht!

In Sachen-Anhalts Landeshauptstadt ist so einiges los. Zum bereits zehnten Mal soll der Christopher Street Day in diesem Jahr begangen werden. Eigentlich ein Festakt, wenn es nach den Veranstaltern des CSDs geht. Doch nun hagelt er Kritik von allen Seiten.

Grund dafür ist die Ablehnung von OB Lutz Trümper als Schirmherr der Veranstaltung nicht antreten zu wollen. Trümper selbst, beruft sich auf das Verständnis der Organisatoren und Szene. Eigenen Angaben zufolge sei er zu dieser Zeit im Urlaub und nicht in der Stadt, zum anderen hat er bereits in den vergangenen neune Jahren die Schirmherrschaft abgelehnt. Er respektiere die Aktion rund um, möchte aber aus persönlichen Gründen eben nicht als Leitfigur dienen.

Als Politiker weiß Trümper, dass nicht immer alles so gesagt werden kann, wie es gedacht wird. Daher sehen sich Organisatoren und Szene auch verraten. Sie wittern Intoleranz und an ihrer Stadtspitze eine Person, die sich eben nicht für ihre rechte interessiere.

Vom Onlineportal Queer, wurde dem Lokalpolitiker nun die „Homogurke“ verliehen. Eine Auszeichnung, die Menschen erhalten, die mit Ignoranz und Respektlosigkeit gegen die Rechte und Anliegen von Schwulen und Lesben agieren.

Im Netz machen derweil immer mehr Magdeburger mobil. Im Social-Network Facebook wurde eine Online-Petition geschaltet, die für Unterstützung im Rathaus wirbt. Derzeit konnten mehr als 800 Supporter gewonnen werden.

HANNOVER-PRIDE zu Pfingsten

Im letzten Jahr feierten die Hannoveraner erstmalig nach langer Abstinenz wieder einen HANNOVER-PRIDE. Aufgrund des großen Erfolges in der niedersächsischen Landeshauptstadt, wird es auch am kommenden Pfingstwochenende wieder ein Prideweekend geben – Noch größer und noch spektakulärer als im vergangenen Jahr versprechen die Veranstalter.

Erstmalig ist auch der CSD Hannover in den Pride integriert. In den Vorjahren fand dieser – organisiert vom Verein SchwuLes Hannover e.V. – mit einem bunten Demo-Umzug im Spätsommer statt. (GAYS.DE berichtete) Das aktuelle Programm findet Ihr auch im GAYS.DE CSD & Pride Guide.

Begonnen hat der HANNOVER-PRIDE übrigens schon am 28. Mai. Seither finden im Rahmen der Kulturtage – organisiert vom warmfront e.V. – vielfältige Veranstaltungen zum und für das homosexuelle Leben statt.  Noch bis zum  12. Juni können homo-, bi- und heterosexuellen Menschen einen Einblick, in die vielfältigen Angebote und Lebensformen in und um Hannover erhalten.

Am Pfingstsamstag startet der Verein SchwuLes Hannover e.V. den CSD um 13 Uhr auf dem Steintorplatz. Die Demonstration wird auch in diesem Jahr viele Schwule, Lesben, Bisexuelle und Trans-/ Intersexuelle aus ganz Niedersachsen anziehen, um gemeinsam durch die Innenstadt von Hannover zu ziehen. Erstmalig wird es in diesem Jahr möglich sein, dass die Teilnehmenden auf LKWs den Demonstrationszug entlang tanzen können. Auch die Hannöversche Aidshilfe wird wieder mit ihrer Kuss-Minute den CSD ergänzen. Gegen 15 Uhr endet die Demonstration auf dem Steintorplatz mit einer Abschlusskundgebung und anschließendem Straßenfest, welches am Sonntag fortgesetzt wird. (unter anderem mit Auftritten von Daniel Küblböck und Hannover-Ikone Daphne de Luxe)

Natürlich muss ein so umfangreiches Festival wie der HANNOVER-PRIDE mit einer großen Party gefeiert werden.  Was liegt also näher, als die Pride-Abschluss-Party im nahe gelegenen Agostea zu veranstalten und die Location schlicht und ergreifend zu vergrößern? Damit die Massen an Feierwilligen genug Platz zum Feiern finden, wird die Party zur HANNOVER-PRIDE-NIGHT auf das angrenzende Parkdeck ausgeweitet. Dieser zusätzliche riesengroße Dancefloor unter freiem Himmel begeisterte die Partypeople bereits im letzten Jahr. (Bild: GAYPEOPLE-events)

Politik, Kultur und nackte Haut – CSD hoch drei

Strahlender Sonnenschein und nicht nur bunte Paradeteilnehmer, haben am vergangenen Wochenende dazu beigetragen, dass das erst große CSD Wochenende in Deutschland ein voller Erfolg war. Ganz im Norden – in Kiel – wurde unter dem Motto: „BUNT – mit Recht!“  für Selbstverständlichkeit geworben. Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender demonstrierten in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt und kamen zur großen Abschlusskundgebung auf dem Asmus-Bremer-Platz zusammen, bevor in der Traum GmbH das Tanzbein geschwungen werden konnte.

Weiter im Westen des Landes, trafen sich am Sonntag mehr als 10.000 Homosexuelle in Düsseldorf. Egal ob jung oder älter – bei 27 Grad im Schatten wurde nicht nur der Platz vor der Hauptbühne ordentlich gerockt. Bereits zuvor verfolgten die Besucher die 30 Paradewagen über die Königsalle bis hin zum Johannes-Rau-Platz. Buntes Treiben also auch am Rheinufer und das bei herrlichstem Sonnenschein.

Eine kleine Premiere bzw. ein  Revival erlebte der CSD in Karlsruhe. Das erste Mal nach 1999 fand in der drittgrößten Stadt Baden-Württembergs  wieder ein Christopher Street Day statt. Und das mit großem Erfolg. Bei strahlendem Sonnenschein setzten sich am Samstagnachmittag zwanzig Fußgruppen und sechs Fahrzeuge vom Friedrichsplatz aus in Bewegung zu einer knapp zweistündigen bunten, lautstarken, fröhlichen Parade durch die Karlsruher Innenstadt. Viele Schaulustige schlossen sich spontan dem Zug an, sodass am Ende etwa tausend Personen wieder zum Friedrichsplatz zurückkehrten.

Was in den kommenden Wochen noch so los ist, das könnt Ihr im GAYS.DE CSD & Pride Guide nachlesen. Am kommenden Wochenende laden unter anderem der Hannover Pride und der Leather Pride in Köln ein. Selbstverständlich halten wir Euch den ganzen Sommer über auf dem Laufenden.
(Bild: maizucker.de, Daggi Binder)

Klaus Wowereit und Sigrid Nikutta hissen Regenbogenfahne

Anlässlich der Respect Gaymes am 4. Juni 2011 und den damit beginnenden Pride Weeks werden am kommenden Mittwoch um 10.00 Uhr durch Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), und Jörg Steinert vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) am U-Bahnhof Nollendorfplatz (Ausgang Motzstraße) durch Hissen der Regenbogenfahne die Pride Weeks eingeläutet.

Die Respect Gaymes starten am 4. Juni um 10.00 Uhr im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin-Prenzlauer Berg. In den darauffolgenden Wochen folgen u.a. das lesbisch-schwule Stadtfest in Berlin-Schöneberg (18./19. Juni 2011) und der Christopher Street Day (25. Juni 2011).

Während der Pride Weeks wird in Berlin traditionell die Regenbogenfahne an den Bezirksrathäusern gehisst. Auf Initiative des LSVD Berlin-Brandenburg wurden im Jahr 1996 erstmals die Rathäuser von Schöneberg, Tiergarten und Kreuzberg beflaggt. Seitdem zeigten von Jahr zu Jahr mehr und mehr Bezirke Flagge gegen Homophobie und für Respekt gegenüber Schwulen und Lesben – im Jahr 2008 beteiligten sich erstmals alle Berliner Bezirke.

Aufgrund von Bauarbeiten am Roten Rathaus findet die Eröffnung der Pride Weeks in diesem Jahr am U-Bahnhof Nollendorfplatz statt. (PRIDE1/td)