London will keine Schwulenfeindlichkeit auf Bussen

„Manche Leute sind schwul. Finde dich damit ab!“ – Diesen Spruch kann man seit dem ersten April auf einigen der beliebten roten Doppelstockbusse in London lesen. Verantwortlich für die neue Toleranzkampagne ist die Gruppe Stonewall, die sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzt.

Eine Gegenkampagne einer christlichen Organisation wurde nun von Londons Oberbürgermeister gekippt. Die Gruppe wollte den Spruch: „Not gay! Post gay, ex-gay and proud. Get over it!“ nutzen und Homosexualität als Krankheit darstellen von der man(n) geheilt werden kann. Übersetzt heißt dies soviel wie: „Nicht schwul! Schwul war früher, ex-schwul und stolz. Überwinde es!“

Die Londoner Verkehrsbetriebe waren ebenfalls gegen die homophobe Kampagne, denn sie spiegele nicht den „toleranten Geist Londons“ wieder. Die Homo-Gegner werfen London hingegen Zensur vor.

“mach’s mit”-Clip aus dem Verkehr gezogen

Junge Wilde andersrumNachdem die Szene ihre Geschütze aufgefahren hatte und gegen das neue Video der „mach’s mit“-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gewettert hat, wird dieses nun (im wahrsten Sinne des Wortes) aus dem Verkehr gezogen.

Auf der Facebook-Seite der Kampagne heißt es seit Dienstagnachmittag: „Die umfangreiche Kritik zum Onlineclip „Ich will’s andersrum“ haben wir wahrgenommen und nehmen sie sehr ernst. Wir haben uns nach intensiver Diskussion dazu entschieden, diesen Clip jetzt aus der Kampagne zurück zu ziehen.“

In die Kritik geraten ist das Video, da es von vielen Schwulen als zu klischeehaft empfunden wurde. Der LSVD rechtfertigte sich in einem öffentlichen Brief zu seiner Meinung: „Mit Klischees zu arbeiten, kann ein Ansatz zur Antidiskriminierungsarbeit im Bereich Homophobie sein. Es verlangt allerdings Fingerspitzengefühl, damit Klischees wirklich bearbeitet und nicht nur bedient werden.“

Erst in der vergangenen Woche waren die neuen „mach’s mit“-Motive zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen vorgestellt worden. (GAYS.DE berichtete)

Heterosexuelle Grüße von Cordula Drechlser

Volker Beck mit Tatjana Taft - ColognePride 2011

Volker Beck mit Tatjana Taft - ColognePride 2011

Wie die Leipziger Volkszeitung berichtete hat eine FDP-Ratsfrau den homosexuellen Politiker Volker Beck in einem Brief offen bedroht. Beck fordert Parteiausschluss, die FDP ist erbost über ihr ehemaliges Mitglied und distanziert sich von Cordula Drechsler, Stadträtin aus Bad Lausick, Sachsen.

In Ihrem Schreiben an Grünen-Politiker Beck betont die konservative Gemeinderätin: „[...] Leute wie sie Herr Beck braucht das deutsche Wählervolk beim besten Willen nicht.“ Auch greift Drechsler die Vorfälle in Russland auf. Mit Ihrer Wortwahl droht sie Beck regelrecht ein schweres Leben aufgrund seiner Homosexualität an.
Ihren verbalen Höhepunkt findet Drechsler allerding am Ende. Sie schließt mit „heterosexuellen Grüßen aus dem erzkonservativen Freistaat Sachsen“.

Beck reagierte umgehend und wandte sich an den Vorsitzenden der FDP, Herrn Dr. Philipp Rösler. In seinem Brief fordert er die Klärung der Anfeindung und die kompromisslose Entlassung von Frau Drechsler aus der Partei.

Die schriftliche Konversation zwischen Volker Beck und Dr. Rösler zum Nachlesen.

Die FDP Parteiführung reagierte umgehend und distanzierte sich ausdrücklich von Frau Cordula Drechsler. Laut eigenen Angaben ist diese seit 2010 nicht mehr Mitglied der Partei. Rechtliche Schritte gegen Frau Drechsler werden bereits vom Präsidenten des Bundesschiedsgerichts geprüft, wie die FDP mitteilte.

Anders wäre besser – „mach´s mit“ in der Kritik

Vor genau einer Woche haben wir über die „mach´s mit-Kampagne“ informiert. Seither streitet sich die queere Community. Die Meinungen zur neuen Kampagne der BZgA spaltet – aber sie regt auch zur offenen Diskussion an!

Klischee oder nicht? Zielgruppenfremd oder auf den Punkt gebracht? Die Meinungen zu diesem Video gehen weit auseinander. Aber was denkt Ihr, ist das Video total daneben oder erreicht man damit doch wenigstens den Klischeeschwulen?

Das Video ist anders, keine Frage. Aber ist es nicht auch so dass es schwule Jungs und Männer gibt, die sich eben auch mit diesem Testimonial identifizieren können?

Sicher ist die Meinung, dass hiermit abermals sämtliche Klischees bedient werden berechtigt, aber muss deshalb gleich eine Diskussion angeregt werden, die solche Ausmaße annimmt?

Der LSVD hat einen Brief an die BZgA verfasst, indem das „Spiel mit den Klischees“ verurteilt wird. Sicher kein leichtes Unterfangen, aber ein wenig Toleranz sollte doch grad von uns – der queeren Community – vorausgesetzt werden können.

Wir finden den Videobeitrag auch nicht 100 %ig passend, können aber auch mit einem Schmunzeln zusehen und denken dass er einige von Euch erreichen wird, oder was denkt Ihr?

Erste europäische Online-Befragung zur Homophobie und Transphobie

Heute startet unter dem Titel „Europäische LSBT Studie“ die erste Online-Befragung der EU-Grundrechteagentur (FRA) zur Homophobie und Transphobie in den EU-Mitgliedsstaaten und dem Beitrittsland Kroatien.

Je mehr Menschen sich an der Befragung beteiligen, desto aussagekräftiger und verlässlicher sind die Ergebnisse. Aus diesem Grund bitten wir alle Schwulen und Lesben, Bisexuellen und Transgender auf, sich an der Befragung zu beteiligen, sie bekannt zu machen und entsprechende Informationen an Freundinnen und Freunde sowie Bekannte weiterzuleiten.

Jede Antwort trägt dazu bei, dass die EU die Anliegen von LSBT ernst nimmt und politische Initiativen startet, die darauf abzielen, rechtliche und gesellschaftliche Diskriminierung zu bekämpfen. Die Ergebnisse der Befragung werden die Politik der Gleichbehandlung von LSBT in der Europäischen Union voranbringen. Sie werden Politik und Zivilgesellschaft dabei unterstützen, Strategien und Aktivitäten zu entwickeln, die dazu beitragen, dass LSBT in Europa ein freies Leben in einem diskriminierungsfreien Umfeld führen können.

Zwar gab und gibt es hin und wieder Berichte über das Ausmaß der Diskriminierung von LSBT in Europa. Doch es gibt kein vergleichbares statistisches Material über die täglichen Diskriminierungserfahrungen von LSBT in den verschiedenen Ländern.

Die Befragung ist absolut anonym, wird von Gallup Europe in allen EU-Sprachen und türkischer Sprache durchgeführt, läuft bis Ende Juni 2012 und soll erstmals verlässliches und vergleichbares Datenmaterial zur Verbreitung von Homophobie und Transphobie in den 28 Ländern liefern. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen, systematischen Studie sollen im Frühjahr 2013 veröffentlicht werden.

GAYS.DE folgt mit diesem Beitrag einem Aufruf des Lesben- und Schwulenverband Deutschland.

ADS: Benachteiligung schwuler Schützenkönige ist rechtswidrig

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hat entschieden: Das Verbot von Auftritten homosexueller Königspaare in Schützenbruderschaften ist nach Auffassung der ADS rechtswidrig.

Bereits Mitte März haben wir Euch über den Beschluss des Bundes Historisch Deutscher Schützenbruderschaften (BDHS) informiert, der besagte, dass schwule Könige zukünftig nicht mehr mit ihrem Partner öffentliche Auftritte gemeinsam begehen dürfen. Dies geschah am 11. März.

Demnach könnten homosexuelle Schützenköniginnen oder -könige in Zukunft nicht mit ihren Lebenspartner auftreten. Nach Auffassung der ADS widerspricht dieser Beschluss dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und ist somit nicht wirksam. Dies geht aus einem Rechtsgutachten der ADS hervor.

Auch auf die vom BHDS ins Feld geführte so genannte Kirchenklausel des AGG(§ 9), kann sich der Verband nicht berufen. Christine Lüders fordert den Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften daher zur Rücknahme des diskriminierenden Beschlusses auf.

Wie Lüders mitteilte, hat der BDHS auf die Bitte einer Stellungnahme zum rechtswidrigen Vorgehen bislang nicht reagiert. „Von dem Beschluss geht eine große Signalwirkung aus. Daher ist es wichtig, dass so schnell wie möglich diskriminierungsfreie Zustände wieder hergestellt werden“, so Lüders weiter.

Das Gutachten kann auf der Seite der Antidiskriminierungsstelle des Bundes downgeloadet werden. Wer selbst aktiv werden möchte, kann unter „Schützen gegen Homophobie“ seine Stimme abgeben.

Berichterstattung auf GAYS.DE:
Schützen sind gegen Homophobie!
Schwule Königspaare wollen wir nicht…
Nie wieder schwule Königspaare

Kreuz.net verfassungswidrig?!

Was ist dran? Wir beobachten die Internetseite kreuz.net schon eine Weile und berichten auch ab und an von den teilweise sehr an den Haaren herbeigezogenen Argumentationen in den Beiträgen der Seite.

Schwule sind grundsätzlich an allem schuld. Und selbstverständlich sind wir es auch, die Gott nicht ehren und „abartig sind“, „Unzucht betreiben“ sowie „Die Weltordnung zerstören wollen“. Ja genau!
Aber nicht nur Homosexuelle bekommen ihr Fett weg – Alle die nicht in die Gesinnung der Kreuz.net Autoren passen sind schlechte Menschen und zerstören auf lange Sicht unsere Gesellschaft…

Nun reagiert das Bundesamt für Verfassungsschutz und stuft die Internetseite „Kreuz.net“ als verfassungswidrig ein. Heinz Fromm, Präsident der Behörde folgt damit dem Aufruf von Grünenpolitiker Volker Beck. Dieser hatte vor Kurzem eine Anfrage an das Bundesamt gerichtet.

Kreuz.net“ berichtet seit Jahren unter Glaubensaspekten über Immigranten, Politik und Homosexualität. Selbstverständlich immer als Negativberichterstattung wenn nicht sogar direkter Hetze.
Nachdem sich die Amtskirche von ihrem rechten Flügel distanzierte, sah sich auch das Bundesamt für Verfassungsschutz im Handlungszwang. Sie stufte die Seite als grundgesetzwidrig ein.

MAREDO distanziert sich von homophober Werbung

Vor einem Monat haben wir Euch bei Facebook ein Bild einer MAREDO Werbung präsentiert – Jetzt reagiert die Restaurantkette.

In einer Pressemitteilung und auf der Startseite der MAREDO-Homepage distanziert sich der Grillspezialist vom homophoben Inhalt der Werbung. Laut Management ist das Bildmaterial niemals eine offizielle Werbung des Hauses gewesen. Um dem drohenden Imageschaden entgegen zu wirken, beteuert MAREDO, dass es sich lediglich um einen Wettbewerbsbeitrag aus dem Jahr 2008 handel, der nie veröffentlicht werden sollte.
MAREDO entschuldigt sich dafür, dass diese homophoben Inhalte im Web aufgetaucht seinen und „distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten“.

Seitens MAREDO heißt es weiter: „Wir haben von der Agentur Scholz & Friends aus Berlin Entwürfe für die sogenannte „Brandeisenkampagne“ erhalten, die derzeit im Internet aufgetauchten Entwürfe waren aber nicht darunter.“

Auf dem von uns von uns veröffentlichtem Bild ist ein Steak zu sehen, das den  eingebrannten Slogan: „Tofu ist schwules Fleisch“ trägt. Dieser Entwurf wurde erst im Nachhinein bekannt und mit sofortiger Bitte um Unterlassung ‚vernichtet’.
„Wir haben daraufhin Scholz & Friends seinerzeit sofort aufgefordert, jeden weiteren Einsatz zu unterlassen und mögliche Veröffentlichungen zu stoppen. Dies wurde uns von der Agentur Scholz & Friends ausdrücklich im Mai 2009 zugesichert. Sie hat sich darüber hinaus für nicht abgestimmte Motive und deren Nutzung entschuldigt.“, so MAREDO.

Die Restaurantkette entschuldigt sich abermals für das Auftauchen der Motive im Netz und verischert, das sie keinerlei homophobe Absichten verfolge.
Schade nur, dass die Reaktion solange hat auf sich warten lassen…

Steigende Gewalt gegen Homosexuelle im Irak

Im Irak nimmt die Gewalt gegen Homosexuelle wieder zu. Allein in den letzten sechs Wochen wurden 58 Iraker durch organisierte Banden und Milzen getötet, die als homosexuell galten. Damit ist die Zahl so hoch wie zuletzt im Jahr 2009, als die Hass-Verbrechen gegen Schwule ihn bisherigen Höhepunkt hatten.

Die Sicherheitskräfte des Landes stehen den Gewaltverbrechen machtlos gegenüber. Augenzeugen berichten davon, dass den Opfern der Schädel mit schweren Betonblöcken zertrümmert wurde. In Bagdads Schiiten-Viertel Sadr City wurde außerdem eine Art Todesliste veröffentlicht, die 33 weitere Menschen und deren Adressen enthält. Alle bis auf eine der Personen sind Männer.

Die Liste enthält eine Warnung: Sollten sie diese  Personen ihre schmutzigen Handlungen nicht innerhalb von vier Tagen einstellen, dann treffe sie die Strafe Gottes und der Mudschahedin. Auf dem Schreiben sind der Koran und zwei Handfeuerwaffen abgebildet.

Der Koran verbietet Homosexualität ausdrücklich, Morde an Homosexuellen gelten bei islamischen Milizen im Irak als Ehrenmorde.  Seit den ersten Vorfällen sind immer mehr Stimmen weltweit laut geworden, die gegen die Situation im Irak und weiteren islamistischen Ländern wettern.

Erst vergangene Woche wurde im UN-Menschenrechtsrat über die homophobe Haltung einiger Staaten debattiert. Die Vorfälle im Irak werden wohl neue Gespräche entfachen.
(Quelle: PRIDE1.de/kt/GAYS.DE)

Schwule Königspaare wollen wir nicht…

Deutsche Schützen wollen keine schwulen Könige.

Deutsche Schützen wollen keine schwulen Könige.

Die Diskussion sorgte für Aufsehen – Und das nicht nur innerhalb der Vereine und Bruderschaften. Das mediale Interesse reichte von der kleinen Tageszeitung bis hin zu Spiegel, Stern und Focus und auch wir haben über das Vorhaben des Bundes  der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.  berichtet.

Im Mittelpunkt stand der Auftritt eines schwulen Königs im vergangenen Jahr. Dieser wollt gern mit seinem festen Partner auftreten, durfte letztlich aber nicht. Und so wurde aus einer Partnerschaft, eine Liebe zweiter Klasse – Und alles nur für Brauchtum und Tradition.

Am vergangenen Wochenende wurde dann über die zukünftige Handhabe solcher Situationen auf einem Verbandstag entschieden. Insgesamt 450 von 500 Stimmberechtigten entschieden, dass Schwule zukünftig keinen Stellenwert mehr in den Bruderschaften haben. Zumindest dürfen homosexuelle Könige zukünftig nicht mehr mit Ihrem Partner auftreten. Auch wenn diese immerhin in der „zweiten Reihe Platz nehmen dürfen“. Eine weibliche Begleitung müssen die Schützenkönige aber nicht zwingend bestimmen. Immerhin.

Vielerorts stößt die Entscheidung auf Missverständnis. Auch rein rechtlich wird dies schwer umzusetzen sein. Denn vereinsrechtlich scheint der Entschluss nicht zwingend bindend zu sein. Denn wer in den einzelnen Bruderschaften König wird, entscheidet nicht die Bundesvertretung der Historisch Deutschen Schützenbrüderschaften, sondern die jeweilige Bruderschaft selbst. So kann also rein theoretisch auch eine männliche Königin „toleriert“ werden.  Volker Beck, MdB forderte nun sogar eine Überprüfung der Entscheidung durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Wie auch immer in der Sache weiter verfahren werden wird – Die Entscheidung des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbrüderschaften zeigt, in wieweit Tradition und Brauchtum noch über unsere Denkweise bestimmen. Kein Wunder, dass sich vielerorts Jugendliche und junge Männer mit ihrem Outing schwer tun . Homosexualität ist eben leider noch nicht „normal“.