Anders wäre besser – „mach´s mit“ in der Kritik

Vor genau einer Woche haben wir über die „mach´s mit-Kampagne“ informiert. Seither streitet sich die queere Community. Die Meinungen zur neuen Kampagne der BZgA spaltet – aber sie regt auch zur offenen Diskussion an!

Klischee oder nicht? Zielgruppenfremd oder auf den Punkt gebracht? Die Meinungen zu diesem Video gehen weit auseinander. Aber was denkt Ihr, ist das Video total daneben oder erreicht man damit doch wenigstens den Klischeeschwulen?

Das Video ist anders, keine Frage. Aber ist es nicht auch so dass es schwule Jungs und Männer gibt, die sich eben auch mit diesem Testimonial identifizieren können?

Sicher ist die Meinung, dass hiermit abermals sämtliche Klischees bedient werden berechtigt, aber muss deshalb gleich eine Diskussion angeregt werden, die solche Ausmaße annimmt?

Der LSVD hat einen Brief an die BZgA verfasst, indem das „Spiel mit den Klischees“ verurteilt wird. Sicher kein leichtes Unterfangen, aber ein wenig Toleranz sollte doch grad von uns – der queeren Community – vorausgesetzt werden können.

Wir finden den Videobeitrag auch nicht 100 %ig passend, können aber auch mit einem Schmunzeln zusehen und denken dass er einige von Euch erreichen wird, oder was denkt Ihr?

mach’s mit – Kampagne informiert über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat heute in Berlin eine neue Kampagne zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertrag-baren Infektionen (sexually transmitted infections, STI) vorgestellt. Mit der Aufforderung “mach’s mit – Wissen & Kondom” will die neue Präventionskampagne weiterhin motivieren, sich mit Kondomen vor einer HIV-Infektion zu schützen und sich zugleich noch stärker als bislang über Ansteckungswege und Symptome anderer STI zu informieren. Denn die Forschung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass STI, wie beispielsweise Syphilis, Tripper und Chlamydien, das Risiko einer HIV-Infektion erhöhen.

“Die nationale AIDS-Aufklärungskampagne “Gib AIDS keine Chance” hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland seit 2007 zurückgeht”, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr anlässlich der Auftaktveranstaltung. “Doch auf diesen Erfolgen dürfen wir uns nicht ausruhen, denn HIV ist noch immer nicht heilbar. Die Prävention ist und bleibt deshalb ein zentrales Thema.

“Sexuell übertragbare Infektionen sind ein bedeutendes Thema für die AIDS-Prävention. STI steigern das Risiko einer HIV-Infektion um das zwei- bis zehnfache, erhöhen die Infektiosität von Menschen mit HIV und können unbehandelt gravierende gesundheitliche Spätfolgen für die Betroffenen nach sich ziehen”, erklärte BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott. “Kondome schützen vor HIV, bei einigen STI aber bieten sie keinen ausreichenden Schutz.
Zu Safer Sex gehört daher neben dem Kondom auch das Wissen über STI, über Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten.

Die neue Kampagne spricht neben der Allgemeinbevölkerung auch spezifische Zielgruppen an. Hierzu gehören etwa Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), da in dieser Gruppe die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland am höchsten ist.

Ebenso werden Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen und beispielsweise für die in dieser Gruppe häufig vorkommenden Chlamydieninfektionen sensibilisiert.
Zum ersten Mal zeigt “mach’s mit” bei der neuen Kampagne Menschen mit ihren individuellen Vorstellungen von Sexualität. Mit selbstbewussten Statements wie “Ich will’s romantisch” oder “Ich will’s spontan” zeigt die Kampagne verschiedene Charaktere. Von Jung bis Alt repräsentieren sie Personen aus dem Alltag. Das Spannungsverhältnis von Text und Bild, das alle Motive prägt, macht neugierig und lenkt die Aufmerksamkeit unmittelbar auf das Thema HIV/STI-Prävention. Die Vielfalt der Motive und die offene, selbstbewusste Haltung der Charaktere wirken dabei einer Tabuisierung von HIV und STI und einer Stigmatisierung von Betroffenen entgegen.

Die mach’s mit-Kampagne wird unter dem Dach von GIB AIDS KEINE CHANCE von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung umgesetzt. Sie ist das bekannteste Element der nationalen Strategie gegen die Ausbreitung von HIV. Über 90 Prozent der Bundesbürger kennen Logo und Motive der Kampagne.

Life Ball – Europas größtes HIV/Aids Charity Event

„Fight The Flame Of Ignorance“ – Das Element Feuer verkörpert in diesem Jahr das Motto zum Life Ball in Wien. Europas größtes und wohl auch schrillstes Charity-Event im Kampf gegen HIV/Aids findet, am 19. Mai 2012 in und um das Rathaus der österreichischen Hauptstadt statt.
Tickets können ab sofort online reserviert werden.

Alle Jahre wieder schafft es Gery Keszler mit dem Life Ball die Wichtigkeit des Themas HIV/Aids ins Rechte Licht zu rücken. Denn wegschauen geht nicht, wenn am 19. Mai Stars und Sternchen mit ausgefallenen Kostümierungen über den roten Teppich vorm Wiener Rathaus laufen.
Und alle vereint ein Ziel – Aufmerksamkeit schaffen und Ignoranz und Ausgrenzung gegenüber HIV-Positiven entgegen treten.

Wer ein Ticket zum angesagtesten Charity-Event Europas haben möchte, der sollte sich beeilen. Registrieren könnt ihr Euch online, per Zufall werden die Tickets dann ab 22. März verteilt. Bis zu 80.000 Anfragen aus aller Welt treffen jährlich für die nur 3.700 Karten ein.

Der Life Ball findet seit 1993 in Wien statt. Mehr als 40.000 Besucher bestaunen jedes Jahr die zweieinhalb Stündige, kostenlose Eröffnungsshow vor dem Wiener Rathaus. Der eigentliche Ball findet anschließend im inneren des Rathauses statt.

„Homosexualität ist heilbar“ – Oberrabbiner beurlaubt!

Jüdische ReligionKurz notiert: Wie die Jüdische Allgemeine schreibt, hat die jüdische Einheitsgemeinde Amsterdam heute Morgen ihren Oberrabbiner mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Laut Informationen der JA habe der Rabbiner ein Dokument unterzeichnet, welches Homosexualität als heilbar deklariert. Führungskräfte der Gemeinden sollten dazu angehalten werden, Menschen mit „gleichgeschlechtlichen Neigungen“ dabei zu helfen, dies zu „überwinden“.

Die jüdische Gemeinde Amsterdam sah sich mit ihrem Oberrabbiner Aryeh Balbag nicht im Einklang und musste aufgrund des homophoben Verhaltens umgehend handeln. Balbag war bisher nicht als homophob einzustufen und erfüllte sein Amt sechs Jahre lang ohne Unstimmigkeiten.

In rund 75 von 195 Staaten auf der Welt werden Homosexuelle auch heute noch strafrechtlich verfolgt, so etwa in Nigeria, Jamaika, Simbabwe, Angola, Nepal und in den meisten islamischen Staaten, wobei fünf dieser Länder – Jemen, Iran, Saudi-Arabien, Mauretanien und Sudan – zwischenmännlichen Analverkehr mit dem Tode bedrohen.
In der bis 1992 gültigen neunten Ausgabe der International Classification of Diseases (ICD) erschien Homosexualität unter dem Klassenkürzel 302.0 als eigene Krankheit. In der folgenden, bis heute geltenden Version ICD-10 tauchte die gleichgeschlechtliche Neigung dann endlich nicht mehr auf.

„Cover me“ – Dirk Bach hatte die Idee

Alles fand seinen Anfang in der kleinen Vulkanhalle mit knapp 600 Gästen. Auch damals coverten Prominente ihre Lieblingssongs – Unter diesem Motto initiierte Dirk Bach vor zehn Jahren die Benefizveranstaltung „Cover me“. Heute gilt sie als eine der beliebtesten und größten Veranstaltungen ihrer Art in Nordrhein-Westfalen.

Der Kreis engagierter Personen ist von Jahr zu Jahr größer geworden und auch die Zuschauerzahlen steigen stetig. Das Besondere: Alle Künstler verzichten auf ihre Gage und spenden ihren Anteil an das Lebenshaus, ein Projekt zur Unterstützung HIV-Infizierter der AIDS-Hilfe Köln.  Was sie sonst noch verbindet: Ihre Liebe zur Musik und der Einsatz im Kampf gegen Aids – selber aktiv werden, dass zählt.

Zehn Jahre „Cover me“ – Zehn Jahre voller Erfolge. Im Jubiläumsjahr wird der Immunschwächekrankheit Aids abermals die Stirn geboten und sich gemeinsam für die gute Sache engagiert. Alleine in Köln leben laut aktuellen Angaben mehr als 3.000 Menschen mit dem Hi-Virus.  Auch die Zahl der Neuinfektionen ist immer noch alarmierend. Und entgegen der allgemeinen Vorstellungen: Aids ist auch heute noch nicht heilbar.

Der WDR zeigt heute ab 22:30 Uhr einen Zusammenschnitt der Veranstaltung vom 10. Dezember 2011 und blickt auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Wiederholt wird der Beitrag am 19. Dezember um 10:50 Uhr.

TV- und Kino-Spots der BZgA mit Filmpreisen ausgezeichnet

Zwei aktuelle Aufklärungsspots der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben beim diesjährigen Meisterwettbewerb Corporate Media hohe Auszeichnungen gewonnen. Die Spots „Hausparty“ (zur Alkoholprävention) und „Fischen“ (zur Aidsprävention) sind mit den Prädikaten „Award of Master“ beziehungsweise „Master of Excellence“ ausgezeichnet worden. „Fischen“ erhielt zusätzlich den „Award of Master“ für die beste Public-Information-Lösung. Die Preisverleihung fand bereits am 2. Dezember in Stuttgart statt.

„Prävention kann nur erfolgreich sein, wenn sie auch bei den Menschen ankommt. Die Auszeichnungen sind ein Beleg für die Qualität unserer Filmarbeit. Sie zeigen, dass unsere Präventionsspots höchsten fachlichen Standards entsprechen und ihre Botschaften in der Bevölkerung sehr gut angenommen werden. Deshalb sind sie unverzichtbarer Bestandteil unserer Aufklärungskampagnen“, erklärt BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. unterstützt die Kampagnen zur Alkohol- und Aidsprävention der BZgA seit mehreren Jahren. „Filme können Menschen wichtige emotionale Impulse geben, um sich mit Gesundheitsthemen auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund sind sie für erfolgreiche Präventionsarbeit unverzichtbar. Die Auszeichnungen der BZgA-Spots freut uns deshalb ganz besonders“, ergänzt PKV-Verbandsdirektor Dr. Volker Leienbach.

Der Spot  „Hausparty“ ist  Bestandteil der Kampagne zur Alkoholprävention „Alkohol? Kenn dein Limit.“. Sie richtet sich schwerpunktmäßig an die Zielgruppe der 16- bis 20-Jährigen und damit an eine Altersgruppe, die einen auffällig hohen Alkoholkonsum aufweist. Im Spot wird das Geschehen rückwärts erzählt. Mit eindringlichen Bildern und Texten verdeutlicht „Hausparty“, welche Folgen zu hoher Alkoholkonsum haben kann.

Der Spot „Fischen“ ist Teil der Aidspräventionskampagne „mach´s mit“. Im Mittelpunkt steht die Botschaft: Kondome schützen! Auf humorvolle Art und Weise erzählt der Spot eine Geschichte, bei der neben einem verliebten jungen Paar auch ein Fisch eine tragende Rolle spielt. Beide Spots sind seit September im Kino zu sehen und werden darüber hinaus im Fernsehen gezeigt.

Der Corporate Media Wettbewerb ist für Unternehmens- und Institutionen-Filme ein hochrangiger Branchenwettbewerb und fand bereits zum 23. Mal statt. Eine unabhängige Fachjury beurteilt alle eingereichten Beiträge nicht nur nach ihrer kreativen und technischen Leistung, sondern auch danach, wie treffend sie ihre Zielgruppen ansprechen.

 

 

Welt-Aids-Tag 2011: Safer Sex

In den letzten beiden Beiträgen unserer neuen Kategorie: Welt-Aids-Tag haben wir bereits darüber berichtet, dass Ihr keine Angst beim Küssen zu haben braucht und auch über das Verhütungsmittel Nummer eins – das Kondom – haben wir einen Beitrag in unserem Newsblog gepostet.

Heute zum Welt-Aids-Tag (immer am 1. Dezember), möchten wir Euch nochmal über Safer Sex informieren. Nicht dass wir Euch die Lust „an der schönsten Sache der Welt“ verderben möchten, wir möchten nur sicher gehen, dass Ihr einen gewissenhaften Umgang mit Euren Sexualpartnern pflegt.

Bei unsafem Sex setzt Ihr immer Eure Gesundheit aufs Spiel. Nicht nur dass die Ansteckungsgefahr bei ungeschütztem Analverkehr sehr hoch ist, auch das Vertrauen zum Partner wird in diesem Moment oftmals unterschätzt. Oder kennt Ihr genau in diesem Moment den ehrlichen HIV-Status Eures Auserwählten?
Und Unwissenheit schützt nicht vor einer Ansteckung.

Wusstet Ihr eigentlich, dass selbst ohne einen Samenerguss ein hohes Infektionsrisiko besteht? Egal ob beim Anal- oder Oralverkehr, durch die Aufnahme von HIV-haltigem Sperma ist eine Infektion lediglich um ein Vielfaches höher.
Also Jungs – egal wann, egal wo und vor allem egal mit wem – ein Kondom ist das mindeste, was ihr tragen solltet, wenn Ihr in „Gefechtsstellung“ seid.

Anlässlich des WAT2011 werden wir jeden Tag ein neues Bild mit der entsprechenden Information posten. Dabei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die HIV-Übertragung oftmals unterschätz – aber ebenso sehr überschätzt wird.

HIV-Infektionen sinken wieder – Zielgruppenprävention wirkt!

Zum Welt-Aids-Tag wirbt nicht nur die AIDS-Hilfe NRW für Akzeptanz und Normalisierung. Weltweit werden Aktionen und Kampagnen gestartet, Informationsstände und Infoveranstaltungen mit Leben gefüllt und zahlreiche kulturelle und interessante Veranstaltungen durchgeführt.
Wie die AIDS-Hilfe Nordrhein-Westfalen in einer aktuellen Presseinformation mitteilt, ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in  NRW weiter rückläufig. Nachdem  sie  von 2001 bis 2007 angestiegen war, nimmt sie nun weiterhin ab.

Bis Ende des Jahres 2011 werden sich in NRW voraussichtlich 650 Menschen mit HIV infiziert  haben. Dies teilte das Berliner Robert Koch Institut (RKI) im Vorfeld des Welt-Aids-Tags mit. „Wir freuen uns, dass die statistischen Erhebungen unsere Einschätzung belegt, dass die Präventionsanstrengungen der Aidshilfen und ihrer Partner auf einem guten Weg sind“, sagte Patrik Maas, Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW. „Der Anstieg in den letzten Jahren ging einher mit dem Ausbau unserer Beratungs- und Testangebote, die gerade von schwulen Männern in Anspruch genommen wurden“, erklärte Maas.

Fast Dreiviertel der Neuinfektionen in NRW (72 %) fallen auf die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben. „Daher wird die AIDS-Hilfe NRW vor allem ihre HerzenslustKampagne fortsetzen, um weiterhin  schwule Männer  zu  befähigen, eigenverantwortlich mit ihrer Sexualität umzugehen“, erläuterte Maas weiter.

Daneben gilt es aber auch, Menschen mit HIV noch besser als bisher zu erreichen. Insgesamt lebten noch nie so viele Menschen mit HIV in Nordrhein-Westfalen wie heute, laut RKI sind es etwa 17.500. Dank neuer Therapien hat sich das Leben von Betroffenen bis heute stark verändert. Doch Stigmatisierung und Diskriminierung sind nach wie vor allgegenwärtig. Darauf macht die aktuelle Welt-AidsTags-Kampagne aufmerksam. HIV-infizierte Menschen tragen als Botschafterinnen und Botschafter auf Plakaten und Flyern das Thema Aids in die Öffentlichkeit und berichten über ihr Leben mit dem Virus.

Die steigende Zahl an Menschen mit HIV (keine Neuinfektionen!) veranlasst die AIDS-Hilfen, zukünftig mehr in die Arbeit mit Positiven und für sie zu investieren. Denn immer mehr Menschen mit HIV benötigen immer mehr Unterstützung und Beratung.

Anlässlich des WAT2011 werden wir jeden Tag ein neues Bild mit der entsprechenden Information posten. Dabei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die HIV-Übertragung oftmals unterschätz – aber ebenso sehr überschätzt wird.

Rückgang der HIV-Neuinfektionen: “Deutsche Aidsprävention ist vorbildlich”

Zu den rückläufigen HIV-Neuinfektionszahlen erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: “Die sinkende Zahl der HIV-Neuinfektionen zeigt eindrücklich: Kontinuierliche Präventionsarbeit zahlt sich aus! Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt seit fast 25 Jahren die nationale Präventionskampagne “GIB AIDS KEINE CHANCE” durch. Wichtigstes Ziel unserer Aufklärungs- und Informationsarbeit war und ist es bis heute, möglichst viele HIV-Neuinfektionen zu verhindern. Seit Beginn unserer Präventionsarbeit Ende der 80er Jahre sanken die Neuinfektionen kontinuierlich. Nach einem Anstieg der Infektionszahlen zwischen 2001 und 2006 gehen sie seither wieder zurück und liegen nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in diesem Jahr bei 2.700 Fällen.

Das Verhütungsverhalten der Bevölkerung in Deutschland hat sich seit Beginn der Aidsaufklärung stetig verbessert und erreicht heute Bestwerte. Wie aus der aktuellen Repräsentativerhebung der BZgA ‚Aids im öffentlichen Bewusstsein’ hervorgeht, benutzen 87 Prozent der 16- bis 44-Jährigen zu Beginn neuer Partnerschaften Kondome. Mitte der 90er Jahre waren es noch 65 Prozent. Noch nie zuvor haben so viele Menschen in Deutschland ‚Safer Sex’ praktiziert wie heute.

Diese Zahlen zeigen, dass die langjährige nationale Präventionsstrategie zur Bekämpfung von HIV/Aids in Deutschland vorbildlich ist und nachhaltig wirkt. Wichtigen Anteil daran hat die enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, auf Bundesebene zwischen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen AIDS-Hilfe. Von Anfang an bestand die Strategie darin, die Bevölkerung über Infektions- und Schutzmöglichkeiten aufzuklären und zur Nutzung von Kondomen zu motivieren. Zugleich war es von Beginn an ein wichtiges Ziel, HIV/Aids in unserer Gesellschaft zu enttabuisieren und Diskriminierung HIV-positiver Menschen in Deutschland abzubauen.

Den Trend der sinkenden HIV-Neuinfektionszahlen und des immer weiter verbesserten Verhütungsverhaltens müssen wir auch zukünftig durch kontinuierliche Präventionsarbeit stärken. Denn HIV ist noch immer nicht heilbar und muss lebenslang behandelt werden. Deshalb bleibt Prävention das wichtigste Mittel im Kampf gegen Aids – in Deutschland und weltweit.”.

HIV: Wie weit geht die Meinungsfreiheit?

Bild: © Dr. Wolfgang Stute

Bild: © Dr. Wolfgang Stute

Die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe hat Klage gegen eines ihrer Mitglieder eingereicht und ist gescheitert. Ein Verstoß gegen die Berufsordnung lege nicht vor, so das Berufsgericht für Heilberufe vom Verwaltungsgericht Münster. In seiner Aussage bezieht sich der Mediziner lediglich auf eine persönliche Beurteilung, ganzgleich ob eine inhaltliche Falschaussage mitgeliefert wurde, so die Richter.

Hintergrund war eine Äußerung von Zahnarzt Dr. Wolfgang Stute aus Bielefeld. In einem Zeitungsbeitrag und via Leserbrief stufte er die AIDS-Infektion von Nadja Benaissa (GAYS.DE berichtete über das ehemalige No Angels Mitglied) als Milieu-Erkrankung ein, die nicht zwangsläufig von einen HI-Virus ausgelöst wurde.

Die Zahnärztekammer sah darin einen groben Einschnitt in die medizinische Sorgfaltspflicht. Nach Ansicht der Kammer habe Stute nicht mit dem ihm entgegneten Vertrauen hinsichtlich seines Berufs gesprochen. Zudem sei die Existenz des HI-Virus bestritten und im gleichen Atemzug als eine Stoffwechselkrankheit bezeichnet worden und somit die von HIV ausgehenden Gefahren verharmlost.

Die Entscheidung des Berufsgerichts für Heilberufe sorgt im Netz für die ein oder andere Grundsatzdiskussion. Wurde hier eindeutig gegen die Berufsordnung verstoßen oder lediglich die freie Meinungsäußerung vor die Aussage eines Mediziners gestellt? Nach Auffassung der Richter geht es um eine allgemeine Auseinandersetzung mit dem „Mainstream der Schulmedizin.“. In keinster Weise habe Stute gegen die Verharmlosung des HI-Virus oder zum sorglosen Umgang animiert. Er spreche sich lediglich gegen die durch die Schulmedizin vertretene Medikamentenbehandlung aus.

Ulrich Würdemann schreibt in seinem Blog, dass es immer wieder Probleme zwischen dem Thema HIV oder gar  HIV-Positiven und Zahnärzten gibt. Diskriminierung und Intoleranz – gar von Abneigung und Ausgrenzung spricht Würdemann auf ondamaris.de. Was sagt Ihr dazu? Wie denkt Ihr über den Vorfall?