Schwule Männer nutzen Kondome!

EMIS Umfrage 2010

EMIS Umfrage 2010

Im zweiten Teil des Community Reports  der Europäischen Internetbefragung schwuler und bisexueller Männer (EMIS) – GAYS.DE berichtete – wird bestätigt, dass das Safer-Sex-Verhalten der homo- und bisexuellen Männer in Deutschland stabil ist. Verhütung wird also doch ernst genommen.

Eines der wichtigsten Ergebnisse des zweiten Community-Reports: Mehr als drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie in den letzten zwölf Monaten hinsichtlich einer HIV-Infektion keinerlei Risiko eingegangen seien.  Ein Viertel gab an sich offen dem Übertragungsrisiko – also ungeschütztem Sexualverkehr mit einem Partner, dessen Testergebnis nicht bekannt oder von dem eigenen abwich – ausgesetzt zu haben. Im Vergleich zu Befragungen der vergangenen Jahre ist das eine enorme Steigerung des Bewusstseins. Lediglich 20 Prozent gaben bisher an gelegentlich, 10 Prozent immerhin häufige Risikokontakte wahrgenommen zu haben.

Weniger erfreulich sind die Ergebnisse hinsichtlich anderer sexuell übertragbaren Krankheiten. Laut der EMIS-Umfrage lassen sich die Deutschen Männer zu selten untersuchen. Zudem beklagen diejenigen, die sich von ihrem Arzt durchchecken lassen, dass die Untersuchungen oftmals unzureichend sind. 28 % der Befragten gaben an, dass sie innerhalb der letzten 12 Monate einen sogenannten STI-Check haben machen lassen. Jeder fünfte von ihnen wurde dabei auch an Penis und Anus untersucht. Ein simpler Bluttest war meist die einzige medizinische Untersuchungsmethode.  Somit ist eine Syphilis zwar diagnostizierbar, Feigwarzen, analer Tripper und Chlamydien sind allerdings nicht nachweisbar.

Den 2. Community-Report zum nachlesen.

20 Jahre Aids-Gala Köln

20 Jahre Aids-Gala Köln; Claus Vincon, Tatjana Taft und Jonathan Briefs (vlnr)

20 Jahre Aids-Gala Köln; Claus Vincon, Tatjana Taft und Jonathan Briefs (vlnr)

Am vergangenen Freitag hob sich zum bereits 20. Mal der Vorhang zur großen Aids-Gala im Maritim Hotel Köln. Viele Stars der bunten Medienwelt sowie Politgrößen gaben sich die Klinke in die Hand und flanierten gemeinsamt mit GAYS.DE Glamour-Queen Tatjana Taft über den roten Teppich. Begleitet von einer herzlichen Begrüßung durch Jonathan Briefs und Claus Vincon füllte sich der Saal mit mehr als 1500 Gästen.

Ein „garantiert stimmungsgeladenes und abwechslungsreiches“ Show-Programm war von der Aidshilfe Köln im Vorfeld angekündigt. Bestseller-Autorin Charlotte Roche und Comedy-Queen Carolin Kebekus hatten folglich große Erwartungen zu bestätigen, aber dies ließ beide unberührt und sie meisterten ihre Moderation mit einer Mischung aus Witz, Arroganz und Charme, der kleinere Pannen vergessen ließ.

Auch die von den Kölnern gewonnen Künstler, welche ohne Gage auf der Bühne standen, haben wiedermal zu einer unvergesslichen Veranstaltung beitragen können. So standen neben der Beatles Revival Band und den Triviatas auch die „Gala-Mutti“ Kim Fischer und „Hausherr“ Marcos Schlüter wieder mit im Programmheft. Fischer brach ihre Tradition und konnte mit Hits von ABBA den Saal zu Standing Ovations motivieren. Schlüter dagegen, begeisterte das Publikum mit seinen kurzen, schnippischen Videobeiträgen zum Thema HIV/Aids. Die Auftritte von KLEE und den Dresdner Jungs Polarkreis 18 brachten den Saal dann vollends zum Kochen. Eine regelrechte Konzertatmosphäre war im ganzen Galapublikum angekommen. Alles in allem – ein Abend, der mal wieder seines Gleichen sucht!

Neben all dem feiern und der einmaligen Stimmung wurde selbstverständlich auch der Sinn und Zweck der Veranstaltung außer Acht gelassen. Als „Prostituierte von Amtswegen“ schlich Moderatorin Charlotte durchs Publikum und konnte Geld gegen Kuss verbuchen. Durch diese und weitere Einlagen konnte am Abend eine Summe von mehr als 110.000 Euro gesammelt werden, die verschiedenen Präventionsprojekten in Köln zu Gute kommen werden.

Dass die Arbeit der Aidshilfen in Deutschland wichtig ist, zeigen aktuelle Zahlen. Allein in Köln wird jeden zweiten Tag eine Neuinfektion diagnostiziert, bundesweit sind es täglich ca. acht Personen, die sich mit dem HI-Virus infizieren. Allein im Jahr 2010 konnte das Robert-Koch-Institut mehr als 90.000 HIV-Positive Frauen und Männer registrieren, 550 von ihnen sind an den Folgen der Infektion verstorben.

Alle Bilder der Aids-Gala Köln 2011 auf einen Blick.

Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung verliehen

Die Deutsche AIDS-Stiftung hat am Mittwoch ihren Medienpreis 2009/2010 für vier journalistische und künstlerische Beiträge sowie ein Schülerprojekt zum Thema HIV/AIDS verliehen. Die Preisträger erhielten im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses in Hannover (GAYS.DE berichtete) ihre Urkunden, die ihnen Welt-AIDS-Tags-Botschafterin Christiane Paul zusammen mit Thomas Fischer für den Sponsor Boehringer Ingelheim und der niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan überreichte. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert, der Sonderpreis für Schülerarbeiten mit 3.000 Euro.

Ausgezeichnet wurden die Fernsehdokumentation „Ich bleibe immer positiv! Starke Frauen mit HIV“ von Annette Heinrich, gesendet in der ZDF-Reihe 37 Grad am 26.10.2010 – den Preis teilen sich die Autorin Annette Heinrich und der Kameramann Philip Flämig, die Reportage „Der alte Mann und das Virus“ von Viola Volland, veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung am 1. Dezember 2009, die Publikation „ARTWORK. Die Umstellungssprechstunde“ von Siegfried Schwarze, die regelmäßig als Beilage zur Publikation „Projekt Information“ erscheint sowie das Straßenbahnprojekt „AIDS braucht positive Gesichter“ der Selbsthilfegruppe der Braunschweiger AIDS-Hilfe, gestartet am 31. Oktober 2009. Erstmals hatte die Stiftung auch den Sonderpreis für Schülerarbeiten „HIV/Aids – Weißt Du Bescheid?“ ausgelobt. Ihn erhalten ein Oberstufenseminar und die Theatergruppe der Mittelstufe am Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim. Sie realisierten im Jahr 2010 gemeinsam Aktionen zum Thema „HIV in Südafrika“ und das Theaterprojekt  „Rainbow Nation – HIV in Südafrika“.

Seit 1987 verleiht die Deutsche AIDS-Stiftung ihren Medienpreis für herausragende Beiträge zum Thema HIV/AIDS. Bisher hat sie mehr als 70  Medienschaffende ausgezeichnet. Die Deutsche AIDS-Stiftung mit Sitz in Bonn hilft bundesweit Frauen, Männern und Kindern mit HIV und AIDS in individuellen finanziellen Notlagen. Sie unterstützt außerdem Projekte für betroffene Menschen in Deutschland und ausgewählte internationale Projekte im südlichen Afrika. (Foto: DÖAK2011; Andreas Keudel)

Deutsch-Österreichischer Aids-Kongress – Schutz ist wichtig!

Ab morgen, vom 15.-18. Juni 2011, findet in Hannover der Deutsch-Österreichische Aids-Kongresses (DÖAK) statt. Auf dem Kongress wird die BZgA ihre langjährige Expertise im Bereich der HIV/Aids-Prävention einbringen. Darüber hinaus sind alle Interessierten eingeladen, sich am Stand über die aktuelle Präventionsarbeit zu informieren.

Seit Beginn der Aidsaufklärung in Deutschland führt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jedes Jahr die Repräsentativerhebung “Aids im öffentlichen Bewusstsein” durch. Die Studie erhebt Daten zu Wissen, Einstellungen und Schutzverhalten der Menschen in Deutschland und erfasst, ob die Botschaften der BZgA-Kampagne GIB AIDS KEINE CHANCE in der Bevölkerung ankommen. Im Vorfeld des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK), veröffentlicht die BZgA die neuesten Ergebnisse.

Danach hat sich die Nutzung von Kondomen immer stärker in der Bevölkerung etabliert. Inzwischen schützen sich 87 Prozent der 16- bis 44-Jährigen zu Beginn neuer Partnerschaften mit einem Kondom. Mitte der 90er Jahre waren es noch 65 Prozent. Auch die Kondomnutzung bei Befragten mit sexuellen Risikokontakten ist weiter gestiegen. 86 Prozent der 16- bis 65-Jährigen mit mehreren Sexualpartnern im vergangenen Jahr geben an, Kondome zu verwenden – ein neuer Höchststand. Dass Aidsprävention wirkt, zeigt sich auch an der deutlich rückläufigen Zahl derer in dieser Gruppe, die keine Kondome benutzen. Ende der 80er Jahre gab dies knapp die Hälfte (46 Prozent) der 16- bis 65-Jährigen mit wechselnden Sexualpartnerinnen oder -partnern an, heute sind es noch 14 Prozent.

“Unsere Studie zeigt, dass es in Deutschland keine wachsende Nachlässigkeit beim Schutz vor HIV/Aids gibt. Immer mehr Jugendliche und Erwachsene schützen sich mit dem Kondom”, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. “Auch 30 Jahre nachdem das Krankheitsbild Aids erstmals beschrieben wurde, ist Prävention das Mittel der Wahl, um einer weiteren Ausbreitung der HIV/Aids-Epidemie vorzubeugen. Um in der Aidsprävention auch zukünftig erfolgreich zu sein, entwickeln wir unsere Kampagne stets weiter. Wie wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen, können sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis oder Tripper das Risiko für eine Ansteckung mit HIV erhöhen. Deshalb spielt dieses Thema auch in unserer Kampagnenarbeit eine immer größere Rolle.”

Wie aus der BZgA-Studie zudem hervorgeht, besteht in der Bevölkerung ein hoher Bedarf an Informationen zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI). 57 Prozent der 16- bis 44-jährigen Alleinlebenden wünschen sich, hierüber besser informiert zu sein. Als wichtigste Informationsquellen werden der Arzt oder die Ärztin (81 Prozent) und das Internet (82 Prozent) genannt sowie Broschüren staatlicher Organisationen (60 Prozent). Im Rahmen ihrer Kampagne zur Aidsprävention greift die BZgA das Thema STI bereits auf und informiert über Ansteckungswege, Symptome und Schutzmöglichkeiten. Dieses Engagement wird sie in den kommenden Jahren weiter ausbauen.

Anlässlich des DÖAK veröffentlicht die BZgA die neue Ausgabe ihres Newsletters “Gib Aids keine Chance – aktuell”. Darin informiert sie über die europaweite Initiative zur Qualitätssicherung in der HIV-Prävention IQhiv, über aktuelle Entwicklungen der Aidspräventionskampagne sowie über ihre Aktivitäten auf dem DÖAK. (Quelle: PI BZgA)

Fundstück der Woche: Kondometto ermittelt Deine Größe…

“Ich bin doch kein Durchschnitt! Kann mir mal jemand erklären, warum ich nirgends das passende Kondom zu kaufen bekomme?“ – Kondometto hilft weiter.

Etwa zwei Drittel der Männer benutzen Kondome, die nicht richtig sitzen. Ist ein Kondom zu groß, kann es abrutschen, ist es zu klein, quetscht es. Besonders in kniffeligen Situationen führt ersteres zu meist peinlichen Pannen. Wer keine Ahnung hat, wie groß sein Penis ist, kann auch bei der Wahl des Kondoms immer nur raten. Und das geht gerne mal daneben.

Am 8. Juni präsentiert pro familia Baden-Württemberg in Kooperation mit Kondomberater Jan Vinzenz Krause das Messgerät namens Kondometto in Stuttgart. “Wir wollen Jungs und Männern ein einfaches, cooles und präzises Instrument in die Hand geben, um ihre Kondomgröße zu ermitteln”, so Manuela Rettig, Geschäftsführerin pro familia Baden-Württemberg. Das Kondometto funktioniert wie eine Schieblehre und hat die Größe einer Scheckkarte. Der Messschieber wird an den Penis angelegt, das Ergebnis auf einer Skala abgelesen. Der Benutzer erkennt auf einen Blick seine Kondomgröße.

“Das überall angebotene Durchschnittskondom ist nicht jedermanns Sache, besonders nicht für Jugendliche im Wachstum”, erklärt Thomas Hahn, Sexualpädagoge bei pro familia Singen. “Kondome gibt es mit einer nominalen Breite zwischen 43 und 69 Millimetern. Eigentlich ist für jeden etwas dabei. Im Laden findet sich meistens nur die 52er-Größe. Aber welcher Mann ist schon Durchschnitt?” Viele – nicht nur Jugendliche – lassen deshalb den Gummi weg und riskieren so nicht nur die eigene Gesundheit. Die Gefahr einer Infektion mit Aids und anderen Geschlechtskrankheiten ist enorm.

30 Jahre HIV – Dennoch ein Erfolg in Deutschland

Die Immunschwächekrankheit Aids hat Geburtstag. Auch wenn der Anlass eigentlich kein erfreulicher ist, so gibt es Grund zur Freude. Seit mittlerweile drei Jahrzehnten hat die Deutsche AIDS-Hilfe erfreuliche Nachrichten zu verkünden: Die Infektionszahlen sind relativ gering, die Präventionsarbeit ist wirksam und die medizinischen Behandlungen können immer neue Fortschritte verbuchen.

Vor 30 Jahren – im Juni 1981 – berichtete ein Arzt erstmals über Aids. Aktuellen Schätzungen zu Folge sind seither rund 25 Millionen Menschen weltweit an dem Hi-Virus  gestorben.  Laut Robert-Koch-Institut haben sich in Deutschland mehr als 90.000 Menschen mit dem Virus infiziert, über 25.000 Verstorbene sind zu vermelden. Heute leben ca. 70.000 HIV-Positive in Deutschland, die meisten von ihnen werden nicht sterben, wie das RKI mitteilte.

Was in den letzten dreißig Jahren alles erreicht wurde, das könnt Ihr im Blog der Deutschen AIDS-Hilfe nachlesen.

Rekorderlös bei Auktion “Artists against AIDS”

Bei ihrer ersten Benefiz-Kunstauktion „Artists against AIDS“ in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland am Montag, 16. Mai, erzielte die Deutsche AIDS-Stiftung einen Rekorderlös von 320.000 Euro.

„Wir freuen uns sehr über dieses hervorragende Ergebnis, das wir allen Unterstützern und Organisatoren, den Künstlerinnen und Künstlern sowie allen Kunstkäufern zu verdanken haben“, sagte Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutsche AIDS-Stiftung. Prof. Henrik Hanstein vom Kölner Kunsthaus Lempertz versteigerte 49 von den Künstlerinnen und Künstlern gespendete Arbeiten – den größten Betrag, 145.000 Euro, erbrachte eine von Bildhauer Tony Cragg für die Auktion eigens geschaffene Bronze-Plastik, gefolgt von einer „in situ“-Arbeit der in Berlin lebenden Künstlerin Katharina Grosse, die 23.500 Euro erzielte, sowie einem Gemälde der Künstlerin Pia Fries, das für 22.000 Euro versteigert wurde. Katharina Grosse wird die Wandmalerei in den Maßen von ca. zwei mal drei Metern an dem vom Käufer vorgegebenen Ort verwirklichen.
Auch alle anderen Kunstwerke – Fotografien, Objekte, Zeichnungen und Aquarelle – fanden reges Interesse bei den Bietern.

Die Schirmherrin der Auktion, Kuratoriumsmitglied Hannelore Elsner, rief in ihrer Rede zu Solidarität mit HIV-infizierten Menschen auf. Sie hoffe auf Freigiebigkeit und offene Herzen, denn die Hilfen der Stiftung bedeuteten für Betroffene oftmals die Rettung aus finanzieller Not. Hausherr Dr. Robert Fleck freute sich, dass das Thema AIDS die Kunstszene regelrecht mobilisieren konnte. Prof. Stephan Berg, Intendant des Kunstmuseums Bonn und Kurator der Auktion, unterstrich noch einmal das besondere Engagement der Künstlerinnen und Künstler, die sich der Brisanz des Themas AIDS bewusst seien. Der Erlös aus der Versteigerung wird HIV-infizierten Männern und Frauen zu Gute kommen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind: von der Krankheit betroffene Menschen, die nicht mehr alleine leben können und in den Wohnprojekten der Deutsche AIDS-Stiftung ein geeignetes und gut betreutes Zuhause finden.

Bereits in der Vergangenheit flossen der Deutsche AIDS-Stiftung durch Kunstauktionen erhebliche Mittel zu. Damit konnte die Stiftung über viele Jahre wichtige Nothilfen für betroffene Frauen, Männer und Kinder sichern. Die Bonner Auktion knüpft an diese Tradition an und soll jährlich mit wechselnden Kuratoren in der Bundeskunsthalle stattfinden. (PM)

 

20 Jahre Aids-Gala Köln

AIDS-Gala 2010 mit Tatjana Taft, Ross Antony und Ralf Morgenstern

AIDS-Gala 2010 mit Tatjana Taft, Ross Antony und Ralf Morgenstern

Bereits zum 20. Mal hebt sich am Freitag, den 1. Juli 2011 der Vorhang zur großen Kölner Aids-Gala im Maritim Hotel. Viele Stars aus Funk, Fernsehen und Politik haben sich bereits angekündigt, um an diesem ganz besonderen Tag gemeinsam mit allen Gästen die Arbeit der Aidshilfe Köln zu unterstützen und ein Zeichen für mehr Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids zu setzen.

Über den roten Teppich flanieren wieder zahlreiche prominente Gesichter, die es sich nicht nehmen lassen, bei einer der größten Benefizveranstaltungen in Köln mit dabei zu sein und zusammen mit allen Gästen einen unvergesslichen Galaabend zu erleben. Auf der Bühne der Kölner Aids-Gala sind unter anderem die Beatles Revival Band, die Karnevals-Combo cat ballou, die einzigartige Kim Fisher, die Pop-Band KLEE, Solotrompeter Lutz Kniep, Kabarettist Ferdinand Linzenich, Stimmwunder Gregor Meyle, die Pop-Gruppe Polarkreis 18, das Ensemble der Oper Köln, die Gute-Laune-Band Querbeat, Saxophonist Eike Sax, Comedian Marcos Schlüter und Kölns erster schwuler Männerchor Die Triviatas.

Durch das garantiert stimmungsgeladene und abwechslungsreiche Show-Programm führen in diesem Jahr Bestseller-Autorin Charlotte Roche und Comedy-Queen Carolin Kebekus und auf der großen Aftershow-Party heizt die Coverband Groove Garden allen Tanzwütigen noch mal richtig ein. Alle Künstlerinnen und Künstler verzichten für die gute Sache auf ihre Gage und setzen sich aktiv für die Kölner Aidshilfe ein.

Neben all dem Feiern, sollte aber eines nicht vergessen werden: nach wie vor infizieren sich viele Menschen mit dem HI-Virus – alleine in Köln wird durchschnittlich jeden zweiten Tag einer Person ein HIV-positives Testergebnis mitgeteilt. Auch wenn sich die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren deutlich verbessert haben, so ist Aids immer noch nicht heilbar und ein positives Testergebnis ist und bleibt ein einschneidendes Ereignis im Leben eines Menschen, welches das bisherige Leben grundlegend verändert.

Seit über 25 Jahren unterstützt die Aidshilfe Köln Menschen mit HIV und Aids und fördert die Prävention. Gegründet als kleine Selbsthilfegruppe ist die Kölner Aidshilfe mit über 300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen eine der größten Aidshilfen in Deutschland. Mit dem Kauf einer Eintrittskarte trägt jeder dazu bei, dass die Aidshilfe Köln auch in Zukunft Menschen mit HIV und Aids unterstützen und die Prävention vorantreiben kann. (PM)

Berichte und Bilder vom letzten Jahr.

AIDS-Hilfe NRW begrüßt neuen Landesgeschäftsführer

Patrik Maas, AIDS-Hilfe NRW

Patrik Maas wird ab 1. Juli neuer Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW. Maas tritt somit die direkte Nachfolge von Dirk Meyer an, der nach 18 Jahren Einsatz und Engagement zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wechselt. (GAYS.DE informierte)

„Der Landesvorstand freut sich sehr, mit Patrik Maas einen erfahrenen und profilierten Nachfolger von Dirk Meyer gefunden zu haben, der mit den Strukturen der AIDS-Hilfe NRW und denen von Politik und Verwaltung bestens vertraut ist“, erklärte Landesvorsitzender Klaus-Peter Schäfer heute in Köln.

Maas war bis 1999 vier Jahre Geschäftsführer des Schwulen Netzwerks NRW. Nach einer Tätigkeit als Finanzvorstand der Queer AG wechselte er 2003 zur Deutschen AIDS-Stiftung, wo er bis heute die Leitung der Finanzen und Verwaltung innehat. 1999 bis 2007 war er Mitglied im Landesvorstand des Paritätischen NRW, aktuell ist er Vorstandsmitglied des Schwulen Netzwerks NRW und des Sozialwerks für Lesben und Schwule in Köln.

Patrik Maas erklärte am Wochenende, dass er sich auf eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW, dem Landesvorstand, den Kolleginnen und Kollegen der Landesgeschäftsstelle und den vielen Kooperationspartnerinnen und -partnern sehr freut. „Die Erfahrungen aus 25 Jahren erfolgreicher und selbsthilfeorientierter Verbandsarbeit sowie die Weiterentwicklung der Aidshilfearbeit in Nordrhein-Westfalen werden Leitlinien meiner Tätigkeit als Landesgeschäftsführer sein“, sagte Maas.

Lebensversicherungen für Schwule nur nach Aids-Test

Deutsche Lebensversicherungen verlangen vor Abschluss eines Vertrages von schwulen Kunden einen HIV-Test. Das berichtet „ngo-online“ unter Berufung auf einen Bericht des „Focus“. Namentlich genannt werden dem Bericht zufolge die „R+V Versicherungen“ und „Cosmos“. Werden hier als Bezugsberechtigte des zu Versichernden männliche Namen beim Antrag angegeben, sei die „R+V Versicherung“ beispielsweise auf den HIV-Test als „Risikoauslese“ angewiesen, hieß es.

Sabine Lautenschläger, Juristin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kritisierte die Vorgehensweise als mögliche Diskriminierung. Es sei üblich, bei höheren Versicherungssummen nach einer Aids-Untersuchung zu fragen, einen HIV-Test mit der sexuellen Neigung eines Neukunden zu verknüpfen nannte Lautenschläger hingegen „rechtsmissbräuchlich“.

Auf Medien-Anfrage teilte die R+V Versicherung mit, dass alle Neukunden, die eine Lebensversicherung von mehr als 250.000 Euro abschließen wollen, im Rahmen der Gesundheitsauskünfte auch um einen HIV-Test gebeten werden. Dies gelte jedoch “für alle Kunden gleichermaßen”.

“Bei geringeren Versicherungssummen gibt es diese Auflage eines HIV-Testes nicht, auch nicht für Homosexuelle. Unabhängig von Geschlecht, Alter und Beruf werden aber alle Kunden dahingehend im Antrag befragt, ob eine HIV-Infektion festgestellt wurde.”, so die R+V Versicherung gegenüber PRIDE1 weiter. (Quelle: PRIDE1/ml)