„Du & Ich“ und “SIEGESSÄULE” unter der Haube

HeftDeutschlands größtes Verlagshaus für schwule und lesbische Medien wechselt den Besitzer. Nachdem zwei Männer das Berliner Unternehmen fast 17 Jahre lang erfolgreich führten, übernehmen jetzt zwei Frauen das Steuer.

Die Jackwerth Verlag GmbH & Co. KG verkauft ihre Zeitschriften, Magazine sowie alle Websites und stellt am 30. April 2012 den Geschäftsbetrieb ein. Ab dem 1. Mai 2012 erscheinen das Berliner Stadtmagazin SIEGESSÄULE, die Zeitschriften L-MAG und DU&ICH sowie zahlreiche weitere Titel und Onlineangebote in der neu gegründeten Special Medien SDL GmbH.

siegessäule PrintausgabeVor fast 17 Jahren hatten Reiner Jackwerth und Wolfgang Hartmann aus Köln die SIEGESSÄULE aus der Konkursmasse der Magnus Medien GmbH übernommen. “Mit einem engagierten Team von Journalisten und erfolgreichen Anzeigenverkäufern gelang es, aus einem schwulen Gratisblatt mit nur 32 Seiten Umfang das profilierte Sprachrohr der Hauptstadt-Community zu machen”, sagen die Verleger. Mit einer geprüften Auflage von mehr als 50.000 Exemplare und monatlich über 100 Seiten Umfang ist das “Magazin für Queer Berlin” heute eine der wichtigsten Publikationen der LGBT-Szene im deutschsprachigen Raum.

Innovative Zeitschriften wie das erste schwul-lesbische Hochzeitsmagazin QUEER WEDDING und kreative Onlineauftritte sicherten seit 1995 das stetige Wachstum des Berliner Jackwerth Verlags, der heute Deutschlands größtes schwul-lesbisches Medienhaus ist. Mehr als 20 feste und ein großer Stamm freier Mitarbeiter produzieren zahlreiche anzeigenfinanzierte und kostenlos verteilte Printprodukte wie das Branchenbuch KOMPASS, den Guide OUT IN BERLIN oder das Reisemagazin QUEER TRAVEL.

Den schwulen Traditions-Titel DU&ICH, bereits 1969 gegründet, übernahm der Jackwerth Verlag im Jahr 2003. Das deutschlandweit verkaufte Magazin bietet alle zwei Monate anspruchsvollen Journalismus und hochwertige Unterhaltung. Im gleichen Jahr erschien L-MAG, Deutschlands erstes Magazin für Lesben – mit einer geprüften Auflage von mehr als 15.000 Exemplaren und gut 7.000 Abonnentinnen ein weiteres Erfolgs-Produkt des Jackwerth Verlags.

Verleger Reiner Jackwerth zieht Bilanz: “Mit dem Verkauf sichern wir den Bestand dieser anerkannten Print- und Online-Produkte auch für die Zukunft.” Alle Mitarbeiter werden vom neuen Verlag übernommen. Gesellschafterinnen der Special Medien SDL GmbH sind unter anderem Gudrun Fertig und Manuela Kay, beide bisher Chefredakteurinnen im Jackwerth Verlag.

26. TEDDY AWARD in der Haupthalle des Flughafen Tempelhof

Teddy Award Berlin - Der queere FilmpreisGefeiert werden am 17.2. in der Haupthalle des Flughafens Tempelhof die Gewinner der TEDDY AWARDs, des queeren Filmpreises der Berlinale. In einer zweiteiligen Veranstaltung mit mehr als dreitausend erwarteten Gästen, von arte und dem rbb ausgestrahlt, werden zum 26. Mal TEDDYs an queere Filme aus allen Programmsparten des Festivals vergeben.

Mit einem Special TEDDY AWARD werden die große deutsche Regisseurin Ulrike Ottinger und der Pate aller Superstars Mario Montez ausgezeichnet, über den der Filmregisseur John Waters sagt „Mario Montez war der erste wirkliche ‘Superstar’, den es je gegeben hat. Eine Göttin Jack Smiths, die Warhol gestohlen hat. Sie erleuchtete die Leinwand beider Regisseure und wird für immer die Königsposition der Untergrundszene des Films einnehmen.“ Live aus Baltimore wird John Waters zur Verleihung zugeschaltet sein.

Gefeiert werden die Preisträger des Abends auch mit einem Bühnenprogramm, bei dem unter anderem die Ikonen zweier Generationen, Marianne Rosenberg und Peaches, auf der TEDDY-Bühne performen. Der junge Base Berlin-Künstler Mirko Köckenberger präsentiert elegante Artistik und das deutsch-französische Duo Stereo Total seine wilden Elektroclashrockpopklänge.

Gefeiert wird auch ein Erfolg der Bewegung „Transrespect versus Transphobia“. Endlich hat das Europäische Parlament im Oktober 2011 die Grundlage geschaffen, mit der Verfolgung aufgrund von Geschlechtsidentität als Asylgrund anerkannt wird. Zum Thema wird Dr. Nicolas Beger sprechen, der Director des Amnesty International European Institutions Office in Brüssel.  Dr. Beger ist auch für Europa im Advisory Board des Forschungsprojekts Trans Respect versus Transphobia worldwide, TVT.

Im Anschluss an die festliche Verleihungszeremonie geht es in die Vollen mit DJ-Sets von ModeopferGloria ViagraMarsmaedchen und – erstmalig in diesem Jahr – einem zweiten Bühnenprogramm weiter. Die große TEDDY AWARD Late-Night-Show bringt PeachesStereo Total und den DJ-Newcomer des Jahres Alle Farben auf die Hauptbühne.

Den Termin findet Ihr auch im GAYS.DE Eventkalender.

Ich bin ein Star und habe kein Niveau

Die neue Staffel des RTL Dschungelcamps hat es in sich. (GAYS.DE berichtete) Auch wenn die wenigsten der Z-Prominenten den Zuschauern bekannt sind – genügend Diskussionsthemen bieten sie uns dennoch.

Da geht es um Verweigerung von Campregeln, Brigitte und Ramona unterhalten sich über den Ex-Rammler Stalone und teilen schlüpfrige Details, Ailton verkündet offenherzig, dass Homosexualität im Fußball kein Tabu ist.  Und es geht noch weiter…

Er selbst kennt gar drei oder vier Spieler, die ihm anvertraut haben dass sie schwul sind. Im Interview beton der Ex-Fußballprofi, dass er damit kein Problem habe:  „[...] schwule Spieler [für mich]ein normaler Mensch.“. Im Gespräch im Camp zeichnen die Kameras aber auch folgende Worte auf: „Schwul und schwul ist für mich nicht schön. Frau und Frau muss ich akzeptieren.“. Also vielleicht doch leicht latent homophobe Gedanken oder einfach nur, gut bürgerliche Toleranz? Wir wissen es nicht, aber vielleicht werden wir es in den nächsten Tagen erfahren.

Der mit den Raben spricht, geht sogar noch einen Schritt weiter. Er äußert sich betont abfällig über die gleichgeschlechtliche Lebensweise. Homosexuelle scheinen also bei ihm keinen guten Stellenwert zu genießen. Seine Äußerungen über Homosexuelle sind mittlerweile in den Medien kommentiert wurden. So äußerte sich EX-Dschungelkandidatin Sarah „Dingens“ Knappig per Videobotschaft zu Vincent Ravens Äußerungen sehr empört. Sie ergreift Partei für uns und zeigt sich solidarisch. Überraschend, wenn man bedenkt, wie sie im letzten Jahr noch über Jay „Gay“ Khan hergezogen ist.

Wie auch immer, wir sind gespannt welch interessanten Gespräche wir in den kommenden Tagen noch belauschen dürfen. Vor allem aber, wie das Thema Homosexualität weiter diskutiert werden wird. Denn immerhin ist Ramona Leiß offen lesbisch und wird mit Sicherheit nicht den Mund halten, wenn ihre gewählte Lebensweise in Frage gestellt wird.

„Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ könnt Ihr täglich ab 22:15 auf RTL live verfolgen. Sonja Zietlow und Dirk Bach berichten noch bis zum 28. Januar aus dem Dschungelcamp. (Bild: RTL)

Ich bin ein Star …

 

…und keiner kennt mich. Zumindest könnte man dies über die neue Staffel des RTL-Dschungelcamps behaupten. Denn neben den Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach, hat RTL in diesem Jahr nicht wirklich viel an „Stars“ zu bieten. Lediglich Brigitte Nielsen und Ramona Leiß dürften noch ein Begriff sein. Wenn es aber um den Rest geht, dann fällt aus, dass die Dschungelstars schon lange nicht mehr in den Medien vertreten sind.
Das Konzept – wieder ins Rampenlicht und damit ins öffentliche Interesse zu rücken scheint aufzugehen.

Das der Ex-Fußballer Ailton in Australien sein Glück versucht, überrascht. Auch das ehemalige TicTacToe Mitglied Jazzy möchte mit der neuen Staffel einmal mehr durchstarten.
Ansonsten sind mehr „C“- als „B“-Promis vertreten. Oder kennt Ihr noch: Radost Bokel, Micaela Schäfer, Kim Debkowski, Rocco Stark, Vincent Raven, Daniel Lopes oder Martin Kesici? Eigentlich alle mal da gewesen und jetzt weg von den Bildschirmen.

Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ startet also wieder durch und wird uns mit ekeligen Mutproben und zwischenmenschlichen Streitigkeiten den Abend versüßen.
Schade nur, dass ab 13. Januar die Tage von Dschungelkönig Peer Kusmagk gezählt sind.

Beiträge zur letzten Staffel bei GAYS.DE. (Bild: RTL)

Berlinale: Der TEDDY wird 26

Der bedeutendste queere Filmpreis der Welt, der TEDDY AWARD, wird im Rahmen der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin am 17. Februar zum 26. Mal verliehen. Mit dem TEDDY AWARD werden Filme in den Kategorien: Bester Spielfilm, bester Dokumentar/Essayfilm und bester Kurzfilm ausgezeichnet. Der Special TEDDY AWARD für die künstlerische Lebensleistung geht an herausragende Persönlichkeiten.

Filme aus allen Sektionen der Berlinale, nahezu alle Welturaufführungen und internationale Premieren konkurrieren auch im kommenden Jahr um die Auszeichnungen. Auf der festlichen TEDDY AWARD Gala mit mehr als 3000 Gästen aus Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik werden die TEDDY AWARDs durch eine internationale Jury, besetzt durch Vertreter wichtiger queerer Filmfestivals der Welt, vergeben. Der TEDDY AWARD steht auch 2012 Jahr wieder unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit. GAYS.DE berichtete bereits die vergangenen Jahre über den wohl wichtigsten Filmpreis der lesbischwulen Community.

Der Vorverkauf für die Verleihungszeremonie beginnt mit einem Weihnachtsrabatt.  Alle Galatickets, die bis zum 24.12. gekauft oder bestellt werden,sind 10,00 Euro günstiger. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und online. Wer den Teddy besonders unterstützen möchte, kann ein Förderticket zum Preis von 130 Euro erwerben und sich damit auch Plätze in der besten Sitzplatzkategorie sichern.

Der TEDDY AWARD bei Facebook.

„Drum prüfe wer sich ewig bindet…“

Die Achterbahn der Gefühle hat gestern ihre letzte Runde gedreht. Und egal bei welchem Pärchen man genau hinschaute – Herzschmerz war überall dabei. So schön können Drehbücher sein oder ist es etwa doch die wahre Liebe?
Bei „Bauer sucht Frau“ ist nicht immer alles echt – aber das was wir bei dem schwulen Pferdewirt Philipp und seinem verliebten Veit miterleben durften, schien fast reell. Auch wenn das ein oder andere Klischee für den ‚gemeinen RTL-Zuschauer’ voll bedient wurde.

Inka Bause dürfte es freuen, denn die Quoten stimmen dank Philipp und Veit in einem, ansonsten eher unspektakulärem Staffelfinale. Bei den Zuschauern ist das schwule Paar spätestens seit der zweiten Folge angekommen, denn wer möchte denn nicht wissen, wie es so bei einem gleichgeschlechtlichen Paar so läuft. Interesse und Neugier, gepaart mit Witz, Charme und Sympathie – Das war „Bauer sucht Frau 2011“.

Aber zurück zu unseren Turteltauben: Es funkelt in den Augen und auch der erste Nachwuchs hat bei Philipp und Veit Einzug gehalten. Zwei Mini-Schweine bereichern nun zusätzlich das neue Glück.
Beim großen Familientreffen wird dann auch der letzte Skeptiker überzeugt, dass  beide für einander geschaffen sind. Selbst Oma Rosemarie gibt den beiden ihren Segen mit auf den Weg und erinnert daran, dass sie glücklich miteinander werden sollen, egal was andere sagen und denken!

So und nun raus mit der Sprache, wer von Euch hat die letzten Folgen gesehen? Oder zumindest online ab und an verfolgt? Abstreiten gilt nicht, denn in Wirklichkeit sehen wir uns doch alle nach eben dieser von Inka vermittelten Harmonie im Alltag…

Wir wünschen den beiden auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft!

Alle Beiträge auf GAYS.DE:

Bauer sucht Mann
Bauer findet Veit…
Bauer sucht Mann – Das schwule Leben auf dem Land
Die letzte Folge bei RTL Now ansehen
(Bilder: Screens der Sendung "Bauer sucht Frau" vom 19.12.2011)

Effekthandlung oder „Notstand“

Warum ein ca. 45 Jahre alter Mann gestern Abend einen Gay-Sexshop in der Kölner Innenstadt überfallen hat ist bislang ungeklärt. Polizeiangaben zufolge ist bisher nur bekannt, dass kurz vor 21 Uhr ein Unbekannter den Laden auf der Mathiasstraße betrat  und zur Tat schritt.

Der 175 – 180 cm große Mann betrat den Sexshop, indem überwiegen schwule Männer die Angebote nutzen, und ging zielstrebig auf den Kassenbereich zu. Der 59-jährige Angestellte staunte nicht schlecht, als ihm eine Machete ‚unter die Nase gehalten’ und nach dem gesamten Bargeld verlangt wurde. Anschließend konnte der Täter Richtung Waidmarkt entkommen.

Die Fahndung nach dem mit rheinischem Akzent sprechenden Mann läuft indes weiter. Zur Tatzeit hat er eine schwarze Lederjacke, blaue Jeans und eine schwarze Wollmütze getragen. Ein dunkler Haaransatz und ein vernarbtes Gesicht sind weitere Zeugeninformationen. Hinweise zum Täter nimmt das Kriminalkommissariat 14 (Köln) unter 0221/229-0 entgegen.

 

Ausstellungseröffnung im Schwulen Museum

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Eine Münchner Lokalgröße im Schwulen Museum? Harry Raymon hat auch Berliner Wurzeln: 1957 spielte er neben Horst Buchholz in Georg Tresslers Endstation Liebe einen jungen Arbeiter, in den frühen 1960er Jahren gehörte er zu den Mitbegründern des Forum Theaters am Kurfürstendamm, wo er inszenierte und als Schauspieler auftrat. Seine Schauspielausbildung absolvierte Harry Raymon nach dem Dienst in der US Army in Erwin Piscators Dramatic Workshop in New York. Seine ersten Auftritte wagte er dort und im Sommertheater, wo er mit Tony Curtis auf der Bühne stand.

 

Geboren wurde er als  Harry Heymann in Kirchberg im Hunsrück. Sein Vater besaß dort ein Textilgeschäft. Als 1933 die Repressalien gegen jüdische Bürger begannen, drängte Harrys Mutter auf Auswanderung. Die Familie emigrierte 1936 in die USA. Harry besuchte die Schule in New York und träumte von einer Kariere als Filmstar. Aber seine Eltern kauften eine Hühnerfarm in New Jersey. Nach dem High School Abschluss wurde er 1944
einberufen. Seine Aufgabe in der Army war die Befragung von Kriegsgefangenen. Nebenher besuchte er Kurse für Schauspiel, eine Fortbildungsmaßnahme der amerikanischen Armee in Frankreich für ihre Soldaten. Gastdozentin war Marlene Dietrich.

 

1948 kam Harry Raymon über Paris nach Stuttgart, wo er in der Musikhochschule Gesang studierte. Seine Eltern waren wenig begeistert, dass er ins Land der Täter zurückkehrte. Hier gründete er das Pantomimische Theater Die Gaukler. Die Gruppe hatte Erfolg: Gastspiele in ganz Europa sollten bis 1955 folgen. Mit seinem Freund Wolfgang Parr versuchte er sich als Stückeschreiber. 1963 erschien das erste Stück im Fischer-Verlag. 1982 wurde im Forum des jungen Films Harry Raymons erste Regiearbeit Regentropfen vorgestellt. Hier setzte er erstmals die Erfahr

 

Schwules Leben zeigt sein Dokumentarfilm Im Glockenbachviertel von München, der 2007 entstand. Zwischendurch schreibt Harry Raymon Romane und Erzählungen. 2005 erscheint der autobiographische Roman Einmal Exil und zurück, der der Ausstellung den Titel gab. Zu sehen sind Fotos undungen der Auswanderung seiner Familie künstlerisch um. Weitere Arbeiten als Schauspieler und Synchronsprecher folgten. Harry musste erleben, dass er in der Bundesrepublik vorwiegend als Ausländer, besonders oft als Araber besetzt wurde. Die Schauspielkarriere kam ins Stocken. Der Job als Reiseleiter blieb vorübergehend, neue Engagements in Fernsehen, Theater und Werbung folgten.
Dokumente aus dem Besitz von Harry Raymon, angereichert durch Material aus dem Stadtmuseum Berlin, dem jüdischen Museum München, der Deutschen Kinemathek und Leihgaben aus Privatbesitz. [

 

Am Mittwoch, den 1. Februar 2012 um 19 Uhr findet in der Ausstellung eine Lesung mit Harry Raymon statt.
Eröffnet wird die Ausstellung bereits am Donnerstag, 26. Januar 2012, 19.00 Uhr im Schwulen Museum Berlin, Mehringdamm 61 und läuft bis zum 1. Mai 2012.

 

 

 

 

 

 


 

„Unser Star für Baku“- Deutscher ESC-Vorentscheid startet am 12. Januar

Das Warten hat endlich ein Ende: Am 12. Januar beginnt der deutsche Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC). Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren suchen ARD und ProSieben gemeinsam den deutschen Kandidaten für die größte Musikshow der Welt, die im kommenden Jahr aus der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku kommt.

Mit Thomas D als Jury-Präsident leitet einer der erfolgreichsten Künstler der deutschen Musikszene die Suche. “Ich suche jemand ganz Besonderen, ein einzigartiges Talent, diesen einen oder diese eine unter Millionen. Ich kann jetzt schon versprechen, dass es eine Hammer-Show wird, denn wir haben großartige Künstler unter unseren Kandidaten.”, erklärt Thomas D.

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber hängt die Messlatte hoch. „Wir wollen den Pokal zurückholen.“, sagt Schreiber selbstbewusst. ProSieben- Geschäftsführer Jürgen Hörner ergänzt: “Neue Musiker, neue Moderatoren und ein neuer Jury-Präsident für eine immer wieder große Aufgabe: ‘Unser Star für Baku’ wird von Thomas D in eine neue musikalische Dimension geführt.“

In dem acht Shows umfassenden deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2012 hoffen insgesamt 20 Kandidaten auf das Ticket nach Aserbaidschan. In den ersten beiden Ausscheidungsshows (12. und 19. Januar) treten jeweils zehn Kandidaten an, jeweils fünf schaffen es in die nächste Runde. Aus fünf weiteren Shows (drei Ausscheidungsshows, ein Viertelfinale, ein Halbfinale) gehen die Musiker hervor, die am 16. Februar im Ersten im Finale von “Unser Star für Baku” antreten.

Das Finale des Eurovision Song Contest 2012 zeigt Das Erste am Sonnabend, 26. Mai, um 21.00 Uhr live aus der aserbaidschanischen Hauptstadt.  (Quelle: PRIDE1; Bild: Brainpool)

Kein Bambi für Bushido

Bereits gestern haben wir darüber berichtet, dass der Burda-Verlag bei der heutigen Verleihung der Bambis 2011 den Rapper Bushido in der Kategorie „Integration“ auszeichnen möchte. Seit dem Bekanntwerden formiert sich der Protest gegen die Auszeichnung im Netz. Der Burda-Verlag hält indes weiter an seiner Entscheidung fest und verteidigt diese damit, dass der Sänger ein gelungenes Beispiel dafür sei, wie das Verständnis zwischen Menschen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft verbessert werden könne.
Bushido hat sich in den letzten Jahren vielseitig in Kampagnen engagiert und dennoch ist sein Verhalten gegenüber Frauen und Homosexuellen nicht gesellschaftsfähig.

Dass er in seinen Texten offen über Schwule und andere Minderheiten herzieht, ist für viele nicht mit einer Würdigung durch einen der bedeutendsten deutschen Medienpreise vereinbar. Sowohl der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD), als auch viele kleine Organisationen sprechen sich öffentlich gegen die bevorstehende Ehrung aus.

Der Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KluST) hat einen Brief verfasst, der sich über die Nominierung empört. Vorstandsmitglied Sabine Arnolds ist fassungslos und kann nicht nachvollziehen, wie gewaltverherrlichender und diskriminierender Rap als homophobes Stilmittel gewertet werden kann.
Auch die gestern gestartete Facebook-Initiative „Kein Bambi für Bushido“ hält der Wahl der Jury entgegen. Auf der FB-Seite werden aktuelle Meinungen, Interviews und weiteres Material bereitgestellt, die Bushido zeigen wie er ist. Diskriminierung und Gewalt – für den Rapper weit mehr als ein Stilmittel, vielmehr eine Philosophie.
Bisweilen konnte die Seite mehr als 6.800 Gleichgesinnte gewinnen und minütlich werden es mehr. (Stand: 14:45 Uhr)

Nahezu jeder vierte Facebook Kommentar in der GAYS.DE Timeline beschäftigt sich mit der Bambi-Verleihung heute in Wiesbaden. Der Tenor dabei ist eindeutig: Kein Bambi für Bushido! Um den Protest zum Ausdruck zu bringen wird zu Boykottaktionen aufgerufen und um Unterstützung heute Abend am roten Teppich gebeten.
Was denkt Ihr, ist die Auszeichnung gerechtfertigt oder nicht? Kann man sich als Medien-Verlag so täuschen oder ist die Begründung der Jury verständlich und vor allem gerechtfertigt?
Kommentiert und beantwortet unsere Frage auf Facebook – wir freuen uns auf eine neue Diskussion mit Euch.

Hier noch ein Video des Rappers: Welch gute Umgangsformer er doch pflegt….