Bambi 2011: Homophober Rapper soll Vorbild sein!?!

Bushido – auch bekannt als Rüpelrapper und erfolgreichster Rap-Musiker Deutschlands soll ein Vorbild für die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland sein. Zumindest meinen dass der Burda Verlag und die Jury um den Bambi 2011.

Bushido, der einen tunesischen Vater und eine deutsche Mutter hat, gilt nach Auffassung der Jury als Beispiel für gelungene Integration. Er setze sich gegen Gewalt ein und fördere ein respektvolles Miteinander, so der Wortlaut des Burda-Konzerns.
Was die Preisstifter allerdings vergessen ist, dass Bushido auch als einer der homophobsten Zeitgenossen gilt. Immer wieder äußert er sich in Interviews abfällig gegen Schwule und Lesben. Auch in seinen Songtexten ist dies immer wieder zu hören: Regelrecht gehetzt wird gegen „Schwuchteln“, „Tunten“ und „Wichser“ – Auf nachfragen zeigt er sich äußert unbeeindruckt und ignorant. Warum also jemanden auszeichnen, der im gleichen Atemzug andere Minderheiten offen diskriminiert? Die Burda-Jury scheint sich dessen selber nicht bewusst.

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) kritisiert die heute bekannt gewordene Nominierung ebenfalls. Vor allem das von der Jury erwähnte „respektvolle Miteinander“ kann in Bezug auf den Ausnahmerapper wohl nicht ganz ernst gemeint sein, so der LSVD. Axel Hochrein, Sprecher des LSVD geht sogar noch einen Schritt weiter. In einer aktuellen Presseinformation fordert er den Burda-Verlag zu einer Stellungnahme auf. Seiner Meinung nach verdienen Gewalt und Hass keine Ehrung, sondern müssen deutlich verurteilt werden.

Verliehen wird der Bambi 2011 morgen Abend (10. November) in Wiesbaden. Weitere Preisträger sind unter anderem Lady Gaga und Youngstar Justin Bieber. Rosenstolz erhalten nach ihrem erfolgreichen Comeback den Bambi in der gleichnamigen Kategorie. Johannes Heesters wird als ältester Preisträger (107) bereits zum 10. mal geehrt. Zu sehen ab 20:15 im Ersten.

Bauer sucht Mann – Das schwule Leben auf dem Land

Er ist Landwirt, heißt Alexander* und ist schwul. Mit 17 hat er gemerkt, dass er anders ist. Doch auch mit fast 30 hat er es noch nicht gewagt offen zu seiner Person zu stehen. Nur die engsten Freunde und Familienmitglieder sind bisher „eingeweiht“. Über Jahre hat Alexander Beziehungen zu Frauen geführt, Kinder hat er keine. Warum? Alexander ist homosexuell.

Doch seine „wahre“ Identität konnte der Jungbauer vorerst nicht preisgeben. Zu groß war die Angst im Dorf beschimpft oder gar ausgegrenzt zu werden. Als Bauer mit einem Mann daher zu kommen war verpönt. Denn schwule gibt es hier nicht, schwule Bauern erst recht nicht. Dass diese Einstellung gerade in den ländlichen Gebieten noch weit verbreitet ist, ist bekannt. Der Alltag ist geprägt von Tradition, Brauchtum und dem „das war schon immer so“-Gedankengut. Anders sein bedeutete noch vor ein paar Jahren oftmals auch alleine sein. Doch mittlerweile hat sich dies – zumindest teilweise – geändert.

Bestes Beispiel dafür: „Bauer sucht Frau“. Moderatorin Inka Bause präsentiert in der siebten Staffel das erste Mal einen Bauern, der keine Frau sondern einen Mann sucht. Philipp heißt der 28-jährige Pferdewirt aus dem Sauerland. Sein auserwählter: Veit. (GAYS.DE berichtete)

Auch wenn die Macher von RTL in jeder Folge aufs Neue mit den typischen Klischees schwuler Liebe spielen, den Zuschauern scheint es zu gefallen. Mehr als acht Millionen sehen Woche für Woche wie sich die beiden näher kommen und verheißungsvolle Blicke zuwerfen.  Dass zahlreiche Situationen der gestrigen Ausgabe von „Bauer sucht Frau“ mehr als gestellt wirkten, scheint die Fangemeinde nicht zu stören, die Quoten sprechen eindeutig für sich.

Philipp und Veit sind die Zuschauerlieblinge und das zu Recht. Werden doch schon am liebevoll gedeckten Frühstückstisch verliebte Blicke ausgetauscht. Und spätestens bei dem leisen „[…] vielleicht musst du ja auch gar nicht mehr lange auf dem Sofa schlafen […]“ von Veit, dürfte es auch in den kommenden Wochen weiter knistern. Wer die letzte Folge verpasst hat, kann sie sich bei RTL Now ansehen. (*Name von der Redaktion geändert; Bild: Screenshot RTL)

Der „schwule“ Blick über den Tellerrand

Eine Meinung haben ist die eine Sache, diese zu vertreten eine weitere. Diese aber auch mit der gebotenen Portion Weitsichtigkeit zu vertreten wiederum eine ganz andere. Im Tagebuch von FOCUS-Herausgeber Helmut Markwort, haben wir eben diese Situation nachlesen können und stießen auf Unverständnis.

Betont doch gerade Markwort immer wieder, dass ihm die Interessen seiner Leser am Herzen liegen, können wir nicht nachvollziehen, was ihm bei seinem Eintrag vom  1. Oktober 2011 durch den Kopf glitt. Vielleicht sind Schwule und Lesben nicht mehr zum Empfängerkreis des FOCUS zu zählen, doch auch wir sind wissbegierig, interessiert und ein Teil von uns gehört zu eben dieser Zielgruppe. Und das fern ab der sexuellen Orientierung.

 

„Schwule auf der Straße sind eine Show von gestern“

(Helmut Markwort)

In seinem Tagebucheintrag setzt sich der FOCUS-Kopf mit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. auseinander. (VGL.: Bündnis “Der Papst kommt!”) Naja sagen wir, er beschreibt sein „eingeschränktes Blickfeld“ darauf. Denn Markwort beschreibt die Proteste anlässlich des Papstbesuches als  ein „fröhliches Klassentreffen“  verbunden mit einem Schauspiel aus dem vorigen Jahrhundert. Doch leider vergisst der Journalist dabei, dass die Realität in Deutschland anders ausschaut. Ein offen schwuler Politiker in Berlin oder aber eine homosexuell besetzte Kreispolitik sind eben nicht allgegenwärtig und haben mit der sexuellen Orientierung und damit verbundenen Gleichberechtigung in Deutschland wenig gemein.

Es ist eben noch nicht selbstverständlich, dass ein lesbisches oder schwules Paar gemeinsam auftreten kann. Vielerorts werden nur „böse Blicke“ auf die gleichgeschlechtlich Liebenden gerichtet, doch nicht selten kommt es zu gewaltsamen Übergriffen und Pöbeleien. Wäre dies nicht der Fall, dann bräuchten wir keine Anti-Homophobie-Kampagnen in Deutschland und auch die Präventions- und Aufklärungsarbeit an Schulen könnte gestrichen werden.

Die Toleranzgrenze von vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ist eben nicht an das heutige Jahrtausend geknüpft, sondernd hängt eben in dem von Markwort beschriebenen Jahrhundert fest.

Was Markwort in seinem Gedankeneintrag vergisst: Lesben und Schwule sind eben noch nicht in der Gesellschaft als gleichwertige angesehen. Auch wenn er – und da möchten wir ihm nicht widersprechen – sagt, dass Standesbeamter mittlerweile bundesweit gleichgeschlechtliche Partnerschaften schließen. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist aber im Direktvergleich immer noch etwas anderes.

Auf eine noch ausstehende Reaktion sind wir gespannt:

„[…] Sollten wir, lieber Herr Markwort,  an dieser Stelle Ihren Redebedarf geweckt haben, so freuen wir uns über eine ausführliche Schilderung Ihrer Denk- und Sichtweise. Einer Verallgemeinerung und Herabspielung der tatsächlichen Verhältnisse möchten wir jedoch widersprechen. Wir freuen uns auf Ihre Antwort. […].
Ihre GAYS.DE Redaktion“

So einer nicht

Vorurteile. Gemeinsame Interessen. Verständnis. Unterschiedliche Toleranzgrenzen. Wie man es auch dreht und wendet, die Jungs von queerblick möchten nicht nur eine Aussage treffen sondern auch den Bürgermedienpreis 2011 gewinnen.

Mit dem Beitrag „So einer nicht“ präsentieren die Queers nicht nur einen Film aus Sicht der Sußballfans, sondern vielmehr einen Beitrag zum Thema Homophobie im Sport. Schwulsein im Fußball ist immer noch ein Tabuthema. Es gibt noch keinen offen schwulen Profifußballer. Geoutet haben sich bisher lediglich Ex-Profis wie Markus Urban oder Amateure (siehe Beitrag zu Startschussmasters).

Schwule Fußballfans gibt es dagegen viele. Sie organisieren sich in eigenen Fanclubs, gehen zu den Spielen ihrer Mannschaft ins Stadion und veranstalten regelmäßige Fantreffen.
Mit welchen Poroblemen sie sich beschäftigen, das zeigt der Film: „So einer nicht!“

Unterstütz den Beitrag und vote beim Bürgermedienpreis 2011 – aber Achtung, du hast nur eine Stimme^^

Tim Bendzko holt BuViSoCo nach Berlin!

Aserbaidschan triumphierte mit Elli und Nikki beim Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf – Der Berliner Tim Bendzko konnte den Bundesvision Song Contest gestern für sich entscheiden. Somit ist der Song Contest auf Bundesebene entschieden. Welcher Künstler uns 26. Mai in Baku vertreten wird, das werden wir bei „Unser Star für Baku“ im Frühjahr 2012 erfahren. Die Castings haben bereits begonnen…

Dass er den Titel nach Berlin holt, kann er selbst nicht fassen: „Das ist echt der Wahnsinn!“. Mit seinem Erstlingswerk „Wenn Worte meine Sprache wären“ stieg Tim direkt auf Platz 4 der deutschen Albumcharts ein. Seine Single „Nur noch kurz die Welt retten“ startete bei Platz 2 und hat mittlerweile Goldstatus erreicht. Und gestern ein weiterer Triumph: Der Sieg beim BuViSoCo in Köln. Mit dem gleichnamigen Song zum Album konnte der 27 Jährige überzeugen.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH.

Den ersten großen Auftritt hatte Bendzko übrigens 2009 auf der Berliner Waldbühne. Als Sieger eines Talentwettbewerbs war er der Support der Söhne Mannheims.
Anfang 2012 geht Tim Bendzko auf Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vielerorts sind die Konzerte bereits ausverkauft oder wurden auf Grund der großen Nachfrage in andere Locations verlegt. Der Run auf den Newcomer dürfte also weiter anhalten.

„Schwul oder Nichtschwul“ – teste Dich!

Bei unseren französischen Nachbarn ist eine App erschienen, die hilflosen Eltern Aufklärung schaffen soll. „Ist mein Sohn schwul?“ – Diese Frage kann mit Hilfe von 20 personenbezogenen Fragen beantwortet werden.“Mon fils est-ll gay“ heißt die für Android verfügbare App und ist beriets für 1,99 € zu haben.

Um die Sexualität des Sprösslings genau bestimmen zu können, klicken sich die Eltern einfach durch die 20 Psycho-Fragen al a Bravo und Co und schon spuckt die App ein Ergebnis aus. Simple und niveaulos zugleich, denn die Ergebnisse dürften so stimmig sein, wie ein Sechser im Lotto.

Bei Test eines französischen Onlineportals wurden Eltern gebeten, die 20 Fragen gewissenhaft nach ihren Jungs zu beantworten. Das Ergebnis: 50:50. Ohne jegliche Zweifel spuckte die App die jeweilige sexuelle Orientierung der Jungs aus – die Hälfte schwul die andere nicht, ganz klarer Fall.

Für die Analyse der Teenanger wurden Fragen wie zum Beispiel: „Braucht ihr Sohn lange im Badezimmer?“ oder „Trägt der Junge Piercings?“ zu Grunde gelegt. Fragen, die eher an typische Klischees erinnern, als an einen qualitativen und vor allem erstzunehmenden Test.

Gedenken an erste Homosexuellenbewegung

Seit Freitag erinnern am Magnus-Hirschfeld-Ufer in Berlin zwei Gedenktafeln an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung. Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) hat die Gedenktafeln heute mit dem Berliner Staatssekretär für Kultur, André Schmitz, der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind, Axel Hochrein von der Hirschfeld-Eddy-Stiftung und Dr. Günter Grau von der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft eingeweiht.

Innerhalb der kommenden Jahre soll am Magnus-Hirschfeld-Ufer zudem ein Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung entstehen. Die konkrete Gestaltung soll in einem künstlerischen Wettbewerb ausgeschrieben werden.

Hierzu erklärt Jörg Fugmann, Vorstandsmitglied des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg: „1897 gründete Magnus Hirschfeld mit anderen Engagierten in Berlin das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee – kurz: WhK. Das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee war weltweit die erste Organisation, die sich gegen antihomosexuelle Strafgesetze wendete und die Öffentlichkeit über gleichgeschlechtliche Liebe aufklärte. In Berlin soll an diese mutigen Menschen und ihre Emanzipationsbewegung am Ufer gegenüber dem Bundeskanzleramt mit einem Denkmal erinnert werden.“ (Quelle: PRIDE1/td; Bild: Wikipedia)

Gedenken an Queen-Frontmann Freddie Mercury

Er war einer der größten Entertainer der Musikgeschichte und einer, der „seiner Krankheit zum Opfer gefallen ist.“ Freddie Mercury verstarb am 24. November 1991 an seiner HI-Infektion. Das AIDS-Virus hatte die Macht über seine Person erringen können – sein Vermächtnis lebt jedoch weiter.
Zu Ehren des Queen-Sängers hat Google einen animierten Doodle zum 65. Geburtstag von Freddie Mercury online und überall auf der Welt werden Freddie-Fans ihren persönlichen „Freddie For A Day“ leben. Gemeinsam wollen sie Geld für Aids-Hilfe des Mercury Phoenix Trust sammeln.

Mercury wurde am 5. September 1946 in Sansibar geboren. Als Farrokh Bulsara besuchte er die Schule und wurde schnell als „Freddie“ bekannt. Seinen Spitznamen behielt er auch nach der Bandgründung von Queen und setze sein „Mercury“ dahinter. Zu seiner Homosexualität bekannte sich Mercury bereits in den 70ér Jahren. Nach seiner Infektion mit dem HI-Virus 1987, folgten noch zwei weitere Queen-Albem, bis die Bandmitglieder 1991 die traurige Nachricht verkünden mussten.

Homosexualität im Fußball – Das Schweigen der Männer

In Politik und Showbusiness ist die sexuelle Orientierung schon längst nicht mehr ausschlaggebend für die Erfüllung der übertragenen Aufgaben oder des Moments. Anders ist dies im Profifußball. Schwulsein, Homosexualität – die scheinbar schwulenfreie Szene verpönt Homosexuelle. Unbeeindruckt von Fangesängen, in denen „schwul“ als  Synonym für die gegnerische Mannschaft steht oder den Trainern, die von ihren Spielern fortwährend „Eier in der Hose“ fordern. Homophobie im Profifußball ist allgegenwärtig, ein Outing potentieller homosexueller Spieler undenkbar.

Die Autoren Dirk Leibfried und Andreas Erb wagten sich an das wohl brisanteste Thema im deutschen Sport heran und legen die schwulenfreie Fußballwelt in „Das Schweigen der Männer“ offen. Bei ihren Recherchen sprachen sie mit schwulen Amateurkickern, Psychologen und Funktionären.
„Ihr Buch wirft einen kritischen Blick auf die Homophobie, die in weiten Teilen der Fußballszene nach wie vor herrscht, und beschäftigt sich mit den großen Problemen, denen sich schwule Profifußballer ausgesetzt sehen.“, titelt die Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.
Theo Zwanziger, Präsident des DFB weiß von homosexuellen Spielern und deren „hetero-Vermarktung“. Er selbst engagiert sich für einen offeneren Umgang mit dem Thema Homosexualität, bestätigt aber immer wieder, dass dies ein schwerer Schritt ist, der noch andauern wird.

 

ILGA erhält UN-Beraterstatus wieder

17 Jahre ist es her, dass die Vereinten Nationen der International Lesbian and Gay Association (ILGA) den Beraterstatus entzogen haben. Am vergangenen Montag, dann ein historischer Augenblick: Der ILGA wurde der Beraterstatus wieder zugesprochen.

Am Montag traf der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen die Entscheidung. Mit 29:13 Stimmen und sechs Enthaltungen, ist der Dachverband der weltweit aktiven schwul-lesbischen Institutionen nun wieder offiziell anerkannt.

Seit 1978 sind insgesamt 750 Organisationen, Vereine und Gruppen dem ILGA beigetreten. Die Nichtregierungsinstitution ist somit weltweit aktiv und kämpft auf verschiedenen Ebenen für die Rechte von Homosexuellen und vereint Interessen. Nach einer  Hetzkampagne, in der die Unterstützung pädophiler Organisationen seitens der ILGA an den Pranger gestellt wurde, ist der Beraterstatus 1994 aberkannt wurden. Seither achtet die ILGA extrem auf die Tätigkeiten und das Umfeld ihrer Mitglieder und versucht einen Neuanfang als UN-Botschafter. Dieser ist nun gegeben und lässt auf eine interkulturelle sowie zukunftsorientierte Arbeit blicken.  Die Rechte der Homosexuellen weltweit haben somit einen kleinen Teilsieg zu verzeichnen.