Homosexualität im Fußball – Das Schweigen der Männer

In Politik und Showbusiness ist die sexuelle Orientierung schon längst nicht mehr ausschlaggebend für die Erfüllung der übertragenen Aufgaben oder des Moments. Anders ist dies im Profifußball. Schwulsein, Homosexualität – die scheinbar schwulenfreie Szene verpönt Homosexuelle. Unbeeindruckt von Fangesängen, in denen „schwul“ als  Synonym für die gegnerische Mannschaft steht oder den Trainern, die von ihren Spielern fortwährend „Eier in der Hose“ fordern. Homophobie im Profifußball ist allgegenwärtig, ein Outing potentieller homosexueller Spieler undenkbar.

Die Autoren Dirk Leibfried und Andreas Erb wagten sich an das wohl brisanteste Thema im deutschen Sport heran und legen die schwulenfreie Fußballwelt in „Das Schweigen der Männer“ offen. Bei ihren Recherchen sprachen sie mit schwulen Amateurkickern, Psychologen und Funktionären.
„Ihr Buch wirft einen kritischen Blick auf die Homophobie, die in weiten Teilen der Fußballszene nach wie vor herrscht, und beschäftigt sich mit den großen Problemen, denen sich schwule Profifußballer ausgesetzt sehen.“, titelt die Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.
Theo Zwanziger, Präsident des DFB weiß von homosexuellen Spielern und deren „hetero-Vermarktung“. Er selbst engagiert sich für einen offeneren Umgang mit dem Thema Homosexualität, bestätigt aber immer wieder, dass dies ein schwerer Schritt ist, der noch andauern wird.

 

Runde 6 für Kölner Fabulous Cup

Auch in diesem Jahr wird Köln wieder Anziehungspunkt fü viele Eiskunstläufer und Freunde des Kufensports aus aller Welt sein. Nach den großartigen Erfolgen bei den VIII. Gay Games Cologne 2010 knüpft der Fabulous Cup wieder an die Tradition an und feiert in diesem Jahr die 6. Ausgab des europaweit einzigartigen Ereignisses. Über 50 Eiskunstläufer sind bereit angemeldet. Das Teilnehmerfeld ist wie gewohnt international: Läufer aus  Frankreich, der Schweiz, Schweden, Russland, den USA und natürlich aus Deutschland treten am Samstag, den 30.04. in den freundschaftlichen Wettstreit.

In den Kategorien Free Skate, Spotlight und Artistic treten die Solisten an, aber selbstverständlich sind auch dieses Jahr wieder gleichgeschlechtliche Paare im Paarlauf und Eistanz am Start. Der Fabulous Cup war im Jahr 2005 der erste Wettbewerb auf internationalem Niveau, der neben den gewohnten Frau-Mann-Paaren auch die Kombinationen Frau-Frau und Mann-Mann zuließ und überdies förderte.

Einen bunten und sehenswerten Abschluss wird das Schaulaufen „Fabulous on Ice“ bilden. Alle Teilnehmer präsentieren noch einmal die besten Küren und Programme. Schillernde Kostüme, eleganter Tanz auf dem Eis, ausgefallene Choreographien und viele Emotionen – das alles gebündelt in einer mitreißenden Show auf dem Eis.

Fabulous Cup 2011 – Die Wettbewerbe im Überblick: Samstag, 30.April 2011, 10:00 – 20:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Fabulous on Ice – Die Show: Sonntag, 01.05.2011, 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr). Tickets kosten 10€, 8€ für Mitglieder des Sportvereins SC Janus.

 

Andersrum im Bundestag – Politik meets Homosexualität

Die Homophobie im Sport ist noch immer stark ausgeprägt. Zu dieser Einschätzung gelangten die zu einer öffentlichen Anhörung des Sportausschusses am Mittwochnachmittag geladenen Experten. ”Lesben und Schwule müssen ihre sexuelle Orientierung verstecken“, sagte die Kulturwissenschaftlerin Tatjana Eggeling. Da Leistungssportler im Falle eines Bekenntnisses mit einer negativen Reaktion durch ihr Team, die Fans oder auch der Sponsoren rechnen müssten, stünden sie unter einem enormen Druck, sagte Eggeling, die seit vielen Jahren zu dem Thema forscht. Das  ”Verstecken“ koste viel Energie, was wiederum dazu führen könne, dass die Sportler ihre Höchstleistungen nicht erreichen könnten. Es sei daher davon auszugehen, dass die Rate der Aussteiger aus dem Sport bei homosexuellen Aktiven überdurchschnittlich sei.

Bei ihm sei dies der Fall gewesen, bestätigte Marcus Urban. Als ehemaliger Jugendnationalspieler sei er  ”auf dem Sprung ins Fußball-Profigeschäft“ gewesen. ”Wenn man sich aber 24 Stunden am Tag verstecken muss, um nicht als schwuler Fußballer entdeckt zu werden, ist ein selbstbestimmtes Leben nicht mehr möglich“, sagte Urban. Da jedoch nicht nur der Fußball von der Homophobie betroffen sei, sollte seiner Ansicht nach der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eine ”Diversity-Stelle“ schaffen. ”Ich hätte mir damals gewünscht, einen Ansprechpartner im organisierten Sport zu haben“, sagte er.

Ein solches Ressort gebe es schon, sagte der Generalsekretär des DOSB Michael Vesper. Zugleich räumte er ein, erst seit kurzem mit dem Thema Homophobie befasst zu sein. ”Bisher ist das Thema eher vermieden worden.“ Dennoch sei klar, dass der DOSB gegen jede Form der Diskriminierung vorgehe. So habe man auch die von der Bundesregierung unterstützte Charta der Vielfalt unterzeichnet. ”Unser Ziel muss es sein, dass niemand Nachteile durch seine sexuelle Orientierung erleidet“, sagte Vesper. Zugleich machte er deutlich, dass auch niemand gezwungen werden sollte, seine sexuelle Orientierung öffentlich zu machen. Ein ”Muss“, so entgegnete Marcus Urban, solle ein Outing in der Tat nicht sein, aber: ”Ich muss es dürfen.“

Dass die ”gewachsene gesellschaftliche Toleranz gegenüber Homosexualität“ im Fußball noch nicht angekommen sei, bestätigte Michael Gabriel von der Koordinierungsstelle Fanprojekte. Zwar könnten bekennende Homosexuelle ”Fernsehsendungen moderieren, Bücher schreiben und Städte regieren“, aber nicht Profifußball spielen. Schwul, so Gabriel, werde in Fußballkreisen traditionell als ganz normales Schimpfwort verwendet. Gleichwohl gebe es einzelne Fanprojekte, die auf das Thema Homosexualität und Fußball aufmerksam gemacht hätten. Bis zu einer Selbstverständlichkeit im Umgang mit Homosexualität im Fußball sei es jedoch noch ein langer Weg, sagte Gabriel.

Den Eindruck, dass Homosexualität allgemein eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz erhalten habe, könne sie nicht teilen, sagte die frühere Bundesligaspielerin Tanja Walther-Ahrens. ”Homosexuell zu sein, ist noch lange nicht normal“, befand sie. Daran ändere auch ein ”schwuler Bürgermeister“ nichts. Walther-Ahrens fordert von der Politik, das Problem der Homophobie immer wieder zu thematisieren. Der Fußball selber könne einen Beitrag etwa im Bereich der Jugendtrainer leisten. Wenn mal wieder von einem ”schwulen Pass“ die Rede sei, sollte es nicht gerade der Trainer sein, der diesen Ruf noch verstärkt, forderte die Sportwissenschaftlerin. (PM/hib/HAU/jbi)

 

„Oliver Bierhoff hat der Homophobie im Fußball sein Gesicht gegeben“

Im Streit um die Äußerungen von Oliver Bierhoff zur ARD-Fernsehserie Tatort, die sich dem Thema schwule Nationalspieler im Fußball angenommen hatte, meldet sich nun das Netzwerk der schwul-lesbischen Fußballfanclubs „Queerfootballfanclubs“ zu Wort. In einem offenen Brief an den DFB schreibt das Netzwerk: “Oliver Bierhoff hat der Homophobie im Fußball sein Gesicht gegeben.“ „Queerfootballfanclubs“ bezieht sich dabei auf Äußerungen Bierhoffs gegenüber der „Bild“-Zeitung, das Thema sei ein „Angriff auf meine Familie – die Familie der Nationalmannschaft“.

Mit einer Antwort auf ein erstes Schreiben von  „Queerfootballfanclubs“ zeigt sich das Netzwerk unzufrieden und teilt dem DFB in dem offenen Brief mit “dass es uns beschäftigt, wenn jemand entrüstet zurückweist, homosexuell zu sein. Es ist weder ein Verdienst noch ein Manko schwul oder lesbisch zu sein“. Erst vor wenigen Tagen hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger zum “Tatort” gesagt: “Ich begrüße es, wenn wichtige TV-Sendungen vor einem Millionenpublikum Tabuthemen aus allen Bereichen der Gesellschaft darstellen. Denn solche Tabus sind immer Feinde von Freiheit und Menschenwürde.” (Quelle: PRIDE1.de/kt; Foto: dpa)

Beiträge zum Thema Fußball

Coming Out bei Hannover 96

Das ist neu, das gab es in Deutschland noch nicht. Ein Profispieler der ersten Fußballbundesliga ist homosexuell. Doch das Tabuthema macht ein vorurteilfreies Leben fast unmöglich.
Zumindest wenn man das Drehbuch des neuen Hannover Tatorts gelesen hat.

Im 18. Kriminalfall von Kommissarin Lindholm, gespielt von Maria Furtwängler, wird ganz bewusst mit einem Tabuthema des deutschen Fußballs jongliert: Homosexualität.
Nach einem Pokalspiel wird Spieler Kevin Faber ermordet in der Nähe des Stadions gefunden. Warum und weshalb, klärt Charlotte Lindholm während ihren Ermittlungen in „Mord in der ersten Liga“ am kommenden Sonntag. Ob das mysteriöse Doppelleben des Profis, versteckte Neider oder gar eine Abrechnung gewaltbereiter Hooligans der Grund für sein Ableben war, möchten wir an dieser Stelle nicht verraten.

Gedreht wurde der Hannover Tatort mit dem brisanten Thema bereits im November des letzten Jahres. Bei einem Spiel zwischen 96 und dem HSV wurden zwei Filmszenen in der AWD-Arena abgedreht und die Fans  sowie die Atmosphäre des Spiels als eindrucksvolle Kulisse genutzt.

Mit dem Hintergrund – Homosexualität im Sport – insbesondere in der Machodomäne Fußball, brechen die Tatort-Macher ein Tabu.  Maria Furtwängler ermittelt als Kommissarin Charlotte Lindholm in einem Mordfall an einem homosexuellen Fußballprofi und greift damit das Thema “Homophobie im Fußball” auf. Ein Thema, das selbst der DFB und die Bundesligavereine selbst noch nicht ganzheitlich in ihre Öffentlichkeitsarbeit haben einfließen lassen.

Immer noch werden Schwule und Lesben nicht als Vollwertig angesehen. Gerade im Fußball überwiegen Klischees  und Unwissen. Ignoranz und Intoleranz tragen ihren Teil dazu bei – einen Schritt dem entgegen zu treten sind u.a. Fernsehfilme mit denen ein breites Publikum erreicht werden kann. Am kommenden Sonntag, 20. März, ist es nun endlich so weit: Der Hannover Tatort  wird ab 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt!

Fußball ist übrigens alles – Auch schwul! Hier findet Ihr weitere Beiträge zum Thema.

„Ich bin schwul und spiele Fußball!“

Eine Meldung, die es so bisher noch nicht gab: „Ich bin ein Fußballer. Und schwul!“. Lange schon wird über ein Outing eines Profifußballers diskutiert, gestritten und spekuliert. Doch bisher gab es kein en aktiven Spieler, der sich zu seiner sexuellen Orientierung bekannt hat. Das es Schwule Spieler geben muss, darüber sind sich Spieler, Funktionäre und Fans einig – Und dennoch gibt es bisher keinen Spieler, der seine sexuelle Orientierung offenbart hat. Bis heute.

Wie unserer Freunde von GGG.at berichten hat das schwedische Nachwuchstalent Anton Hysén jetzt eindeutige Worte gefunden und klar Stellung bezogen. Im Interview mit „Offside“ machte der bei Zweiligist Utsiktens BK aktive Spieler deutlich, dass es ihm egal sei, was andere Denken. Seine spielerische Leistung habe nichts mit seiner sexuellen Orientierung zu tun und zählt auf dem Platz rein gar nicht. Hysén ist sich bewusst, dass sein Coming Out seine Karriere massiv beeinträchtigen könnte. Er selbst finde es jedoch viel tragischer sich selbst zu belügen. Unterstützung erhält Hysén von seiner Familie.

Homosexualität im Fußball beschäftigt neben Spielern und Fans vor allem aber die Vereine selbst. Das Phänomen Fußball gilt immer noch als Männerdomäne, in der Schwäche und Weichlichkeit nicht gern gesehen sind. „Schwuchtel“, „Schwule Sau“ und Co sind häufig verbreitete Schimpfworte und die zahlreichen Klischees machen es scheinbar schwer zur eigenen Person zu stehen. Der DFB verspricht sich für eventuelle schwule Spieler ein zu setzten und diese zu unterstützen. Doch aktive Spieler haben bisher nicht den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt. Dass es sie gibt, dürfte aber unbestritten bleiben…

Weitere Artikel zum Thema:
Das „Versteckspiel“ geht weiter…
Homosexuelle Mitspieler – Für Nationalkeeper Neuer kein Problem
Sollen sich Profis outen oder nicht?
FIFA-Chef Blatter entschuldigt sich…
Banner gegen Homophobie im Profifußball

(Foto: Anton Hysén/FB)

Das „Versteckspiel“ geht weiter…

Erst letze Wochen haben wir das Thema wieder in unseren News aufgenommen. Auslöser war Nationaltorhüter Manuel Neuer. In einem Interview mit „Bunte“ äußerte sich der 24-Jährige zum Thema Schwulsein und gab deutlich zu verstehen, dass ein Outing eines homosexuellen Profi-Fußballers kein Grund zur Panikmache sei. Immerhin stehe die spielerische Leistung im Mittelpunkt und nicht die sexuelle Orientierung der Person.

Das dies leider noch nicht in allen Köpfen angekommen ist, dass wissen nicht nur die Schwulen selbst. Allein das breite Bild der Öffentlichkeit ist stark von Klischees behaftet, die es vorerst abzulegen gilt. Fest verankert sind diese aber nicht nur in den Köpfen der Fußballer in Form von  Berührungsängsten auf Platz und in der Kabine. Vor Allem bei den Fans gelten homosexuelle als „Weicheier“. In der harten Welt des Fußballs muss man eben ein richtiger Mann sein – Ein Vorteil, dass in vielen Köpfen vorherrscht. Schwule Männer gelten als verletzlich, weich, sanft und weibisch – zumindest in den Klischeevorstellungen der rauen Fußball-Fan-Welt.

Oder warum sonst hat sich noch kein aktiver Spieler zu seiner sexuellen Orientierung bekannt? Immerhin müssten statistisch gesehen in jeder Mannschaft mindestens zwei Schwule Spieler vertreten sein, denn 10 Prozent der Deutschen haben eine homo- oder mindestens bisexuelle Neigung, wie Studien belegen. Ein Outing gab es während der Profizeit jedoch noch keins.

Einzig Marcus Urban hat den Schritt gewagt und  eingestanden, dass auch im deutschen Fußball schwule Spieler unterwegs sind. Nach beendeter Karriere gesteht er seine sexuelle Orientierung und verarbeitet seine Erfahrungen im Buch „Versteckspieler“.

Mittlerweile hat auch der DFB begriffen, dass es an der Zeit ist zu handeln. Eine Kampagne zum Abbau von Homophobie in den Stadien wurde ins Leben gerufen – Leider mit bisher mäßigem Erfolg. Ex-Fußballerin und Kampagnen-Unterstützerin Tanja Walther-Ahrens, setzt sich seit Jahren schon ehrenamtlich in Sachen „Homosexualität im Fußball“ ein. Ihre Erfahrungen von Abneigung über diverse Klischeevorstellungen bis hin zu Unverständlichkeit und Toleranz hat Walther-Ahrens in einem Buch niedergeschrieben. „Seitenwechsel“ wird morgen Abend um 19:00 persönlich von ihr im GOAL in Berlin vorgestellt.

Homosexuelle Mitspieler – Für Nationalkeeper Neuer kein Problem

Ob es ein erster Schritt zum eigenen Coming Out ist, darüber könnten wir nur spekulieren. Ein steht auf jeden Fall fest – Nationaltorwart Manuel Neuer hat kein Problem mit eventuell homosexuellen Kollegen.

In einem Interview mit der „Bunten“  ging es unter anderem auch um das viel diskutierte Thema Homosexualität im Fußball.  Dabei bezog der 24-Jährige klar Stellung und bekräftigte, dass er den ganzen Rummel um eventuell schwule Spieler nicht nachvollziehen könne. Er selbst habe keine Probleme mit Homosexuellen. Auch nicht, wenn Mitspieler eben diese sexuelle Orientierung hätten.

„Wer schwul ist, der sollte sich auch outen können. Immerhin fällt da doch eine große Last ab.“, so Neuer gegenüber „Bunte“. Neuer, der seinen Vertrag bei Schalke 04 verlängert hat, ist sich zudem sicher, dass die Fans nicht die sexuelle Orientierung sondern die Leistung der Spieler bewerten.

Bis heute ist das Thema im Profifußball ein Tabu. Kampagnen von den Vereinen oder Fanprojekten zielen zwar darauf ab, Homophobie im Sport zu bekämpfen – ein Outing eines Profis gab es bislang allerdings noch nicht. Der erste schwuler Fußballer dürfte mit einem enormen medialen Druck rechnen – der aber sicherlich nach und nach verhallen wird. Nämlich dann, wenn alle drum herum bemerken – ‚MENSCH, der kann ja auch noch Fußball spielen‘. (Foto: © 2011 FC Schalke 04 )

Sollen sich Profis outen oder nicht?

Immer wieder berichten wir über das Thema Homosexualität im Profisport. Insbesondere im Fußball werden nahezu wöchentlich Spekulationen laut, dass Spieler sogenannte Schein-Ehen arrangieren um ihre eigentliche sexuelle Orientierung geheim zu halten.

Hauptursache dafür dürfte die Meinung der Fans sein. „Schwuchtel“ und „Schwule Sau“ sind immer noch die am meisten genutzten Schimpfworte in den Stadien, die Akzeptanz von Schwulen und Lesben laut aktuellen Studien verschwindend gering. Der öffentliche Druck gerade im Profisport ist demnach zu groß, um die eigene Situation im Licht der Öffentlichkeit problemlos zu leben.

Diese Meinung vertritt auch Nationaltorhüterin Ursula Holl. Selbst in einer offen homosexuellen Beziehung lebend, rät sie ‚Mitstreitern‘ jedoch von einem Outing ab. „Ich würde keinem Fußballer raten, sich zu outen. Je mehr du von deinem Privatleben bekannt gibst, desto verletzlicher bist du. Und der Fan im Stadion kann sehr, sehr grausam sein. Diese öffentlichen Anfeindungen wären nur schwer auszuhalten”, gab die Torfrau vom FCR Duisburg der Bild-Zeitung zu verstehen.

Von Seiten des DFB sind seit den vergangenen Jahren zahlreiche Aktionen zu „Homosexualität und Fußball“ initiiert wurden und auch DFB-Boss Zwanziger steht hinter seinen Jungs. Er sichert Unterstützung und ‚Rückendeckung‘ zu, kann aber auch verstehen, dass Spieler den Schritt nicht gehen möchten um sich selbst zu schützen.
Holl selbst steht zu ihrer Partnerin. Ihr öffentliches Leben ist nicht im Mittelpunkt des medialen Interesses einzig ihre sportlichen Leistungen zählen. Anders sei dies jedoch in der Männerwelt und das wird auch noch eine Weile anhalten, so Holl. In Deutschland hat sich bislang noch kein aktiver Spieler zu seiner Homosexualität bekannt. Einzig Michael Urban steht nach seiner Karriere offen zu seiner sexuellen Orientierung.

FIFA-Chef Blatter entschuldigt sich bei Homosexuellen

Weil er Homosexuelle aufgefordert hatte, während der Fußball-WM 2022 in Katar auf Sex zu verzichten, ist FIFA-Chef Blatter in die Kritik geraten. Jetzt entschuldigt er sich für seine Äußerungen.

„Wenn ich eine bestimmte Gruppe beleidigt haben sollte, bereue ich dies. Es war nicht meine Intention und es wird niemals meine Intention sein, jemanden zu diskriminieren”, sagte Blatter laut „Rheinische Post online“. Das sei genau das, was die Fifa nicht wolle. Wenn er jemanden verletzt habe, entschuldige er sich dafür, heißt es in dem Bericht.

In Katar ist Homosexualität verboten. Daher hatte Blatter schwul-lesbischen Besuchern der WM geraten, in dem Land keinen Sex zu haben. Daraufhin haben Homo-Aktivisten in der ganzen Welt den FIFA-Chef kritisiert und seinen Rücktritt gefordert. (PRIDE1/td)