Der Multikulti-Traum zerbricht

Die bunte Multikulti-Welt im Szenequartier St.Georg hat Risse bekommen. Schwule fühlen sich von Muslimen bedroht. Es finden Angriffe und Pöbeleien von Muslimen gegen Schwule statt. Ahmet Yazici: „Homosexualität ist Sünde im Islam"

Schwule und Muslime sind sich nicht mehr grün. Zuletzt gab es immer wieder Berichte über Angriffe und Pöbeleien von Muslimen gegen Schwule. Ahmet Yazici, stellvertretender Vorsitzender der islamischen Gemeinden in Norddeutschland, wehrt sich gegen die pauschale Verurteilung der Muslime in dem Viertel. „Homosexualität ist eine Sünde im Islam, aber das wäre niemals ein legitimer Grund, Gewalt anzuwenden“, sagt der 42-Jährige. In dem Viertel hinter dem Hauptbahnhof gibt es 13 Moscheen und Gebetsräume. Zugleich ist es das Zentrum der Hamburger Homo-Szene.
Früher hätte man sich szenetypisch gekleidet, sagt ein schwuler Gastronom, der anonym bleiben will. „Heute zieht man eine Jogginghose drüber.“ Und wenn einem händchenhaltenden Homo-Paar nachts mehrere Jugendliche begegnen, wechselt man besser die Straßenseite. „Die goldenen Zeiten sind für Schwule mit dem starken Zuzug von Migranten vorbei“, sagt der 49-Jährige. In ehemals schwulen Läden seien heute anatolische Teestuben, türkische Bäckereien oder Moscheen. In Anspielung auf das angespannte Verhältnis fragt ein Schwuler im Szenemagazin „Hinnerk“: „Wäre St.Georg schöner ohne Döner?“

Der GAL-Politiker Farid Müller beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Vor einiger Zeit haben sich bei dem bekennenden Schwulen sechs Männer unabhängig voneinander gemeldet, die überfallen worden seien. Zur Polizei hätten sie sich nicht getraut. Die Gründe: Hemmungen, das Schwulsein vor den Polizisten zuzugeben, und Angst vor Racheaktionen.

Der seit 1978 im Viertel lebende Gastronom bestätigt diese Angst, Überfälle anzuzeigen. Es gebe viele Pöbeleien und Einschüchterungen. Bei Autos mit dem Regenbogenaufkleber – dem Symbol der Schwulen und Lesben – seien Scheiben eingeschlagen oder Antennen abgebrochen worden. Im Dezember 2006 wurde das Schild einer Beratungsstelle für Homosexuelle mit dem Spruch „Tod den Schwulen“ übermalt.
Ahmet Yazici von der Centrums Moschee sind dagegen keine Übergriffe bekannt. „Dass es ein paar Halbstarke gibt, die dummes Zeug reden und sich aufspielen, das gibt es überall“, meint Yazici. Toleranz werde von den Muslimen aktiv gelebt. „Wir stellen uns dem Thema Homosexualität, obwohl es in den meisten Gemeinden ein Tabu ist.“

LSU nimmt Abstand von CDU-Abgeordneten

Nach den Reden der Bundestagsabgeordneten Daniela Raab und Georg Fahrenschon zum Thema der Gleichstellung von Lebenspartnerschaften, distanziert sich die LSU ganz klar von den Abgeordneten.

"Mit ihrer Ankündigung, eine weitere rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften werde es mit der Union nicht geben, stellt sich Frau Raab selbst ins Abseits", erklärt der Bundesvorsitzende Arnd Lange, "denn die Mehrheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion tritt für weitere Schritte ein, um die rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften zu gewährleisten", so Lange nachdrücklich.

Es sind Schicksale von Menschen, die den beiden Politikern scheinbar egal sind, denn es gibt einige Ungereimtheiten zum Thema Recht, die teilweise zu echten Tragödien werden können. Das altbekannte Thema der Erbschaftssteuer ist dafür ein Paradebeispiel. Es ist nicht allein die Tatsache, dass ein geliebter Mensch verstirbt, sondern dass man nach dem Tod um die eigene Existenz kämpfen muss. Nach der heutigen Rechtslage wird das gemeinsam erwirtschaftete Vermögen durch besonders hohe Steuern und niedrige Freibeträge zu Nichte gemacht, was unter Umständen dazu führen kann, dass man sein Eigenheim oder das Geschäft verkaufen muss. Menschen, die im Sinne des Volkes handeln, sollten sich mit der Reform der Erbschaftssteuer auseinander gesetzt haben, um sie zu diskutieren und nicht nu alte Vorurteile wieder aufgreifen.

"Wir werden es als LSU nicht zulassen, dass einzelne Abgeordnete, die fern jeder Realität sind, unsere mühsam erarbeitete Stellung untergraben“, so der Bundesvorsitzende abschließend.

Unverändert unterstützt die LSU die Kampagne des LSVD "Keine halben Sachen – Gleiche Liebe, gleiches Recht! Steuerrechtliche Benachteiligung von Lebenspartnerschaften beenden!".

LesBiSchwulen Jugendzentrum in Muenchen eroeffnet

„I have a dream”: So hätte es klingen können als sich vor sieben Jahren eine Hand voll Jugendlicher zusammen getan haben, mit dem Traum ein LesBiSchwules Jugendzentrum für München zu schaffen. Um das ganze realisieren zu können, haben sich fast alle Angebote für Lesbischwule Jugendliche bei diversity, dem Dachverband der Jugendgruppen Münchens, zusammen getan.

Der Jugendtreff ist in Münchens Blumenstr. 11 im ersten Stock, sehr zentral und für jeden gut erreichbar, gelegen. Gleichaltrige haben nun die Möglichkeit erhalten sich in den geschützten vier Wänden in Ruhe ihre Freizeit zu verbringen, sich auszutauschen oder Aktivitäten zu planen. Dieses Jugendzentrum ist ein Durchbruch in Bayern, da es das erste ist. Zu dem wurde alles eigens von den Jugendlichen geplant, konzipiert und realisiert. Die Inter-essen können dadurch, dass es auch von ihnen in ehrenamtlicher Arbeit geleitet wird, sehr gut vertreten werden.

Franzose erhaelt Toleranzpreis

Georges Du Fresne war zehn, als er mit der Rolle des Ludovic 1997 sein großartiges Leinwanddebüt gab. Er spielte mit einer vor allem für sein Alter außergewöhnlichen Natürlichkeit und mit großem Einfühlungsvermögen für seine Figur des ‘Mädchenjungen’ im Film von Alain Berliner, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Europäischen Filmpreis und dem Golden Globe.

Es verschmelzen hier auf geheimnisvolle Weise Realität und eine rosa-rote Barbiewelt. Die Eltern folgen Ludovic in seine Traumwelt und beginnen endlich ihren Sohn zu verstehen. Der Film endet mit dem Aussage des Vaters, Ludovic soll so sein wie er sein möchte, Hauptsache er ist glücklich. Fokus. Ein schöner Film über Toleranz.

Der französische Schauspieler war nach Deutschland gekommen, um eine Veranstaltung des KulturForum Europa e.V. (www.kfe.de) zum Thema ethnischer und sexueller Minderheiten in der ländlichen Region an Hand einer Fotoausstellung des Deutsch-Türken Deniz Yücel mit Bildern zum Thema "Schwul in der Provinz, …" zu eröffnen. Bundessozialminister und Vizekanzler Franz Müntefering hatte dazu ein persönliches Grußwort zugesandt.

Das KulturForum Europa zeigte auf, wie türkisch-deutsche Bürger sich mit Courage im neuen Heimatland öffnen, entgegen der verhärteten, tradierten Herkunft und damit anderen hier lebenden Minderheiten ebenfalls Mut zur eigenen Akzeptanz machen. Der Geleittext zur Ausstellung wurde von Dr. Mike Dahm beigesteuert, einem Bonner Arzt, der sich aus dem beruflichen Blickwinkel als Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit der Thematik ‘Schwul in der Provinz’ auseinander gesetzt hat.

Georges du Fresne ausgezeichnet mit dem KFE-Toleranzpreis 2007 für seine Darstellung der Hauptfigur im Film ‘Mein Leben in Rosarot ‘. Im Anschluss überreichte der Berliner Journalist Clauspeter Koscielny, Verleger von Orpheus Oper International, Neue Gesellschaft für Musikinformation, in Köln dem Schauspieler den Europäischen ToleranzPreis des KulturForum Europa (KFE): ‘Sie erhalten den ToleranzPreis, der jeweils im Rahmen des Kulturpreis Europa durch das KFE vergeben wird, als 21jähriger Mediator zwischen Frankreich, Belgien und Europa für Ihre bravouröse Darstellung im wunderbaren Alain Berliner Film MA VIE EN ROSE mit einer klaren Aussagen und positiven Stellungnahme zu Toleranz und Akzeptanz von sexuellen und ethnischen Minderheiten, die Sie auch persönlich vertreten und leben’, so Koscielny bei der Verleihungszeremonie.

Rosenstolz spendet 100.000 Euro an AIDS-Stiftung

Einen Scheck in Höhe von 100.000 Euro überreichten Anna R. und Peter Plate im Anschluss an das ausverkaufte Benefizkonzert am Montag in der Berliner Columbiahalle an den Geschäftsführenden Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, Dr. Ulrich Heide. Auch der Schirmherr der Veranstaltung, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, und Andreas Reimer vom Tourpartner Köstritzer freuten sich über den Konzerterlös, der von der Stiftung geförderten Hilfsprojekten für Menschen mit HIV/AIDS in Berlin zugute kommt. Die Stiftung verdankt damit dem Duo Rosenstolz die bisher größte künstlerische Einzelspende.

Mehr als 3000 Fans kamen zum Konzert-Highlight der diesjährigen Tournee „Das große Leben… geht weiter“ der beiden Künstler, die sich bereits seit vielen Jahren für Menschen mit HIV und AIDS einsetzen. Auch den Gesamt-Erlös der aktuellen Single „Aus Liebe wollt ich alles“ will das Rosenstolz-Duo an die Stiftung spenden. „Wir bedanken uns besonders herzlich bei Rosenstolz für dieses ganz außergewöhnliche Engagement und die hohe Spendensumme von 100.000 Euro. Durch solche Benefiz-Konzerte werden zum einen das Thema AIDS und die Nöte betroffener Menschen ins öffentliche Bewusstsein gebracht, zum anderen können wir mit den Erlösen ganz konkret Hilfe leisten“, betonte Dr. Ulrich Heide.

Das Geld geht unter anderem an Betreute Wohnprojekte, Gruppenangebote für aidskranke Menschen, Krankenreisen sowie Betreuungsangebote für Migrantinnen und Migranten in Berlin. Ein Teil der Summe soll darüber hinaus für die Fortsetzung des Präventionsprojektes „Pick it up!“ für jugendliche Migrantinnen und Migranten in Köln verwendet werden.

Mann vergewaltigt Mann

Im Dezember 2006 soll ein 26jähriger einen 28jährigen sexuell missbraucht haben, so die Augsburger Staatsanwaltschaft. Beide Männer kommen aus ehemaligen Ostblockstaaten und waren an jenem Abend nach einem Zechgelage stark alkoholisiert. „Sexueller Missbrauch einer widerstandsunfähigen Person“ lautete die Anklage. Zunächst bestritt der Angeklagte, der sich illegal in Deutschland aufhielt, alle Vorwürfe.

Vor dem Schöffengericht räumte er dann aber doch ein, die Tat begangen zu haben, was durch ein DNA-Gutachten auch untermauert wurde. Das als Zeuge geladene Opfer war trotz mehrmaliger Ladung nicht zum Prozess erschienen.

Das Gericht verurteilte den 26jährigen zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Damit sei die ungewöhnliche Sexualstraftat ausreichend gesühnt. Die Untersuchungshaft ging nahtlos in die Abschiebehaft über, so dass der Angeklagte in Kürze in sein Heimatland abgeschoben werden kann.

Neuauflage von Rolfi

Rolfi ist wieder da. Auf vielfachen Wunsch wurde die kleine Comic-Figur neu aufgelegt.

Das Leporello "Rolfi geht auf’s Ganze" gehört zu den Klassikern der Aidsaufklärung. Auf vielfachen Wunsch hin hat die BZgA den kleinen Comic nun erneut aufgelegt. Das Leporello richtet sich an die Gesamtbevölkerung, empfiehlt sich jedoch insbesondere, um Jugendlichen auf humorvolle Weise das Thema Kondomgebrauch nahe zu bringen. Der Protagonist des Comics "Rolfi" zeigt mögliche Tücken bei der Kondomanwendung und klärt über die richtige Handhabung auf. Begleitet werden die Bilder von einem kurzen und fröhlichen Text.

CSD 2007 in Muenchen verschoben!

Einfach ist es den Veranstaltern LeTRa, Rosa Liste, Sub und Münchner Aids-Hilfe nicht gefallen, den bereits geplanten und veröffentlichten Termin 14./15. Juli für den Münchner Christopher-Street-Day (CSD) auf den 11./12. August zu verschieben. Aber es gab gute Gründe:

Am geplanten Wochenende finden in Antwerpen die Eurogames 2007 statt, was zu Kritik aus der Szene führte. Und in München veranstaltet die Staatsoper auf dem Max-Joseph-Platz wieder „Oper für alle“, weshalb das Kreisverwaltungsreferat akustische Einschränkungen befürchtet und die CSD-Veranstalter gebeten hat, doch über eine Terminverschiebung nachzudenken. Die angebotene Alternative im Juli wäre das Wochenende 7./8. Juli gewesen, da findet aber der größte europäische CSD in Köln statt, der auch für viele Münchnerinnen und Münchner attraktiv ist. Mit der Entscheidung für den August-Termin wird der CSD auch das Herzstück von zwei Wochen „Gay Pride“ mit Kultur-, Politik- und Partyveranstaltungen, eingerahmt vom Angertor-Straßenfest der Lesbenberatungsstelle LeTRa am 4. August und dem Hans-Sachs-Straßenfest des schwulen Kultur- und Kommunikationszentrum Sub am 18. August.

Dazu Thomas Niederbühl, Rosa-Liste-Stadtrat und Sprecher des Münchner CSD: „Trotz des positiven Aspekts der beiden Wochen „Gay Pride“ im August, darf die Verschiebung nur ein einmaliges Zugeständnis sein. Für die Zukunft sollte allen Beteiligten, auch der Stadtspitze, klar sein, dass der CSD inzwischen eine traditionelle Veranstaltung ist, die immer am zweiten Juli-Wochenende stattfindet. Mit Politparade durch die Innenstadt, mit Rathaus-Clubbing und Straßenfest zwischen Marienplatz und Rindermarkt. Schließlich ist der CSD inzwischen festes Highlight im Münchner Veranstaltungskalender und Aushängeschild eines toleranter und weltoffenen München. Dafür muss die Stadt uns Veranstaltern auch zeitliche und räumliche Planungssicherheit geben.“

3 Millionen feiern Gay Pride in Sao Paolo

Mit über drei Millionen Menschen haben am Wochenende Schwule und Lesben den weltgrößten Gay Pride im brasilianischen Sao Paolo für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung demonstriert. Auf einer bunten Parade durch die Stadt wehrten sie sich auch gegen eine "Welt der Machos und des Rassismus".

Wie in vielen anderen Ländern Südamerikas sind Homosexuelle auch in Brasilien alltäglichen Demütigungen und Verfolgungen ausgesetzt. Der Tag des Umzuges sei der "einzige, an dem wir uns ohne Angst vor Schlägen öffentlich zu erkennen geben können", sagt ein Teilnehmer gegenüber der Schweizer Nachrichtenagentur sda. "Das ist die größte Parade des Planeten", sagte Tourismus-ministerin Marta Suplicy. "Unsere Stadt zeigt einmal mehr ihren Respekt für die Vielfalt." Mit über drei Millionen Besucher sind über 500.000 Menschen mehr zu den Feierlichkeiten erschienen, als noch im vergangenen Jahr und hatte auch mehr Besucher als der Papst im Mai, den weniger als eine Million Gläubige sehen wollten, wie der FOCUS berichtet.

Gewalttaetige Gegner auf CSD in Rumaenien

In der rumänischen Hauptstadt Bukarest kam es auf der Gay-Pride letzte Woche zu schweren, gewalttätigen Ausschreitungen. Gegner der Parade bewarfen die Demonstranten mit Steinen, Müll, Eiern und Tomaten. Die Polizei setzte Tränengas ein und hat mehr als hundert Gewalttäter festgenommen. Die rumänisch-orthodoxe Kirche hat zu einem landesweiten Gottesdienst aufgerufen, da auf der Parade nach ihrer Ansicht Sünde propagiert würde. An dem Gay-Pride unter dem Motto "Marsch der Vielfalt" haben etwa 300 Menschen teilgenommen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom rumänischen Verein „Accept“, der sich für die Rechte von Schwulen und Lesben in Rumänien einsetzt. Auch eine Delegation aus Stuttgart, unterstützt vom CSD Stuttgart, war in Bukarest dabei, um Solidarität mit Homosexuellen in Osteuropa zu demonstrieren. Zwar ist Homosexualität in Rumänien seit 2001 nicht mehr verboten. Allerdings sind Schwule und Lesben noch immer großen Vorurteilen der Gesellschaft ausgesetzt.