SchwiP „Spring Awake“

Schwul-lesbische Partys gibt es viele, doch in Ostwestfahlen nur wenige, die noch von Tradition sprechen können. Da wären die legendäre Schlagernacht in der Hechelei, die Nacht des Grauens am ersten Weihnachtsfeiertag oder aber die SchwiP in Paderborn.

Und genau diese steigt am kommenden Samstag mal wieder. Unter dem Motto: „Spring Awake“ könnt ihr Euch ab 22 Uhr auf heiße Musik mit DjCK, fruchtige Cocktails und knackige Boys mit süßen Überraschungen freuen ;-)

Tickets können online bestellt werden.

Der, die, das SchwiP steht für Schwule in Paderborn und wurde bereits 1978 gegründet. Anfangs unter dem Namen „Paderborner Aktion Homosexualität“ engagiert man sich seither für schwule Kultur in OWL. Mitte der achtziger Jahre erfolgte dann die Umbenennung in SchwiP. Aus ihr sind die AIDS-Hilfe Paderborn hervorgegangen und auch der erste und bisher einzige CSD im katholisch geprägten Städtchen.
Zahlreiche schwul-lesbische Projekte folgten bis heute. So auch die traditionellen SchwiP-Partys.

AIDS-Hilfe NRW stellt erste Ehrenmitglieder vor

Der ehemalige Landesvorsitzende, Michael Jähme, und der langjährige Geschäftsführer des Verbands, Dirk Meyer, sind die ersten Ehrenmitglieder der AIDS-Hilfe  NRW. Klaus-Peter Schäfer überreichte gestern in Köln die Urkunden und stellte dabei die großen Verdienste der beiden Geehrten heraus. „Mit Michael Jähme und Dirk Meyer ehren wir zwei Kollegen, ohne die unser Verband nicht das geworden wäre was er ist. Das trifft auch weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu, aber für beide trifft es auf besondere Weise zu und dafür gilt ihnen unser Dank“, sagte Schäfer.

Jähme war 1998 bis 2004 Mitglied des Landesvorstands, davon vier Jahre als Vorsitzender. In seiner Vorstandstätigkeit fielen die Leitbildentwicklung und die transkulturelle Öffnung des Verbands. Auch die Weiterentwicklung der JES-Selbsthilfe  zum eigenen Landesverband hat er maßgeblich unterstützt. Auch nach Ausscheiden aus dem Vorstand hat er sich stets in aktuelle Debatten eingemischt, mit seinem Internetblog „Termabox“ gehört er inzwischen zu den wichtigsten Stimmen der Positivenselbsthilfe.

Meyer lenkte bis 2011 mehr als 18 Jahre als Landesgeschäftsführer die Geschicke des  Verbands, zuvor war er fünf Jahre Mitglied des Vorstands. Ihm gelang in dieser Zeit die strukturelle Verankerung der Themen Frauen und Junkie-Selbsthilfe in der Landesgeschäftsstelle sowie die Verstärkung des Kampagnenmanagements von Herzenslust, die Etablierung der Kampagne POSITHIVHANDELN zur Stärkung der Positiven-Selbsthilfe und die Positionierung von XXelle als Qualitätsmarke der landesweiten Frauenarbeit. Als stellvertretender Vorsitzender der Landeskommission Aids und Sprecher des Wittener Kreises für Gesundheitsselbsthilfe  wirkte er weit über die Aidshilfe hinaus.

Beide freuten sich über die Ehrung, die ihnen die Mitgliederversammlung der AIDS-Hilfe  NRW am 29. Oktober 2011 in Dortmund angetragen hatte. Michael Jähme versprach, weiterhin unbequeme Positionen in die Verbandsdiskussion einzubringen und sich für ein entspanntes und vorurteilsfreies Zusammenleben mit Menschen mit HIV einzusetzen.

Dirk Meyer, der inzwischen als HIV-Referent für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wirkt, betonte, dass ihm auch in seiner neuen Aufgabe ein realistischer Blick auf die HIV-Positiven in Deutschland und die Anliegen der Aidshilfe am Herzen lägen. (Foto: Arne Kayser (Vorstandsmitglied), Klaus-Peter Schäfer (Landesvorsitzender), Dirk Meyer und Michael Jähme (beide Ehrenmitglieder), Olaf Lonczewski (Vorstandsmitglied) und Patrik Maas (Landesgeschäftsführer/AIDS-HILFE NRW).

HIV-Infektionen sinken wieder – Zielgruppenprävention wirkt!

Zum Welt-Aids-Tag wirbt nicht nur die AIDS-Hilfe NRW für Akzeptanz und Normalisierung. Weltweit werden Aktionen und Kampagnen gestartet, Informationsstände und Infoveranstaltungen mit Leben gefüllt und zahlreiche kulturelle und interessante Veranstaltungen durchgeführt.
Wie die AIDS-Hilfe Nordrhein-Westfalen in einer aktuellen Presseinformation mitteilt, ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in  NRW weiter rückläufig. Nachdem  sie  von 2001 bis 2007 angestiegen war, nimmt sie nun weiterhin ab.

Bis Ende des Jahres 2011 werden sich in NRW voraussichtlich 650 Menschen mit HIV infiziert  haben. Dies teilte das Berliner Robert Koch Institut (RKI) im Vorfeld des Welt-Aids-Tags mit. „Wir freuen uns, dass die statistischen Erhebungen unsere Einschätzung belegt, dass die Präventionsanstrengungen der Aidshilfen und ihrer Partner auf einem guten Weg sind“, sagte Patrik Maas, Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW. „Der Anstieg in den letzten Jahren ging einher mit dem Ausbau unserer Beratungs- und Testangebote, die gerade von schwulen Männern in Anspruch genommen wurden“, erklärte Maas.

Fast Dreiviertel der Neuinfektionen in NRW (72 %) fallen auf die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben. „Daher wird die AIDS-Hilfe NRW vor allem ihre HerzenslustKampagne fortsetzen, um weiterhin  schwule Männer  zu  befähigen, eigenverantwortlich mit ihrer Sexualität umzugehen“, erläuterte Maas weiter.

Daneben gilt es aber auch, Menschen mit HIV noch besser als bisher zu erreichen. Insgesamt lebten noch nie so viele Menschen mit HIV in Nordrhein-Westfalen wie heute, laut RKI sind es etwa 17.500. Dank neuer Therapien hat sich das Leben von Betroffenen bis heute stark verändert. Doch Stigmatisierung und Diskriminierung sind nach wie vor allgegenwärtig. Darauf macht die aktuelle Welt-AidsTags-Kampagne aufmerksam. HIV-infizierte Menschen tragen als Botschafterinnen und Botschafter auf Plakaten und Flyern das Thema Aids in die Öffentlichkeit und berichten über ihr Leben mit dem Virus.

Die steigende Zahl an Menschen mit HIV (keine Neuinfektionen!) veranlasst die AIDS-Hilfen, zukünftig mehr in die Arbeit mit Positiven und für sie zu investieren. Denn immer mehr Menschen mit HIV benötigen immer mehr Unterstützung und Beratung.

Anlässlich des WAT2011 werden wir jeden Tag ein neues Bild mit der entsprechenden Information posten. Dabei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die HIV-Übertragung oftmals unterschätz – aber ebenso sehr überschätzt wird.

Rückgang der HIV-Neuinfektionen: “Deutsche Aidsprävention ist vorbildlich”

Zu den rückläufigen HIV-Neuinfektionszahlen erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: “Die sinkende Zahl der HIV-Neuinfektionen zeigt eindrücklich: Kontinuierliche Präventionsarbeit zahlt sich aus! Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt seit fast 25 Jahren die nationale Präventionskampagne “GIB AIDS KEINE CHANCE” durch. Wichtigstes Ziel unserer Aufklärungs- und Informationsarbeit war und ist es bis heute, möglichst viele HIV-Neuinfektionen zu verhindern. Seit Beginn unserer Präventionsarbeit Ende der 80er Jahre sanken die Neuinfektionen kontinuierlich. Nach einem Anstieg der Infektionszahlen zwischen 2001 und 2006 gehen sie seither wieder zurück und liegen nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in diesem Jahr bei 2.700 Fällen.

Das Verhütungsverhalten der Bevölkerung in Deutschland hat sich seit Beginn der Aidsaufklärung stetig verbessert und erreicht heute Bestwerte. Wie aus der aktuellen Repräsentativerhebung der BZgA ‚Aids im öffentlichen Bewusstsein’ hervorgeht, benutzen 87 Prozent der 16- bis 44-Jährigen zu Beginn neuer Partnerschaften Kondome. Mitte der 90er Jahre waren es noch 65 Prozent. Noch nie zuvor haben so viele Menschen in Deutschland ‚Safer Sex’ praktiziert wie heute.

Diese Zahlen zeigen, dass die langjährige nationale Präventionsstrategie zur Bekämpfung von HIV/Aids in Deutschland vorbildlich ist und nachhaltig wirkt. Wichtigen Anteil daran hat die enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, auf Bundesebene zwischen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen AIDS-Hilfe. Von Anfang an bestand die Strategie darin, die Bevölkerung über Infektions- und Schutzmöglichkeiten aufzuklären und zur Nutzung von Kondomen zu motivieren. Zugleich war es von Beginn an ein wichtiges Ziel, HIV/Aids in unserer Gesellschaft zu enttabuisieren und Diskriminierung HIV-positiver Menschen in Deutschland abzubauen.

Den Trend der sinkenden HIV-Neuinfektionszahlen und des immer weiter verbesserten Verhütungsverhaltens müssen wir auch zukünftig durch kontinuierliche Präventionsarbeit stärken. Denn HIV ist noch immer nicht heilbar und muss lebenslang behandelt werden. Deshalb bleibt Prävention das wichtigste Mittel im Kampf gegen Aids – in Deutschland und weltweit.”.

Die fünf der AIDS-Hilfe NRW

Neue Gesichter sind es eigentlich nicht, denn vielen dürften Peter Struck (AIDS-Hilfe Bielefeld) und Martin Wickert bereits kennen. Seit mehreren Jahren engagieren sich beide im Landesverband der AIDS-Hilfe NRW. Seit dem Wochenende zählen beide zu den insgesamt fünf Vorstandsmitgliedern in Nordrhein-Westfahlen.

Im November 2010 wurde der Vorstand erst für zwei Jahre gewählt, doch nach dem Ausscheiden von Lena Arndt und Klaus-Peter Hackbarth auf der Mitgliederversammlung am 29. Oktober 2011, galt es zwei Positionen neu zu besetzen. Peter Struck und Martin Wickert wurden einstimmig ins Amt berufen und stellen sich fortan den neuen Aufgaben.

Der Vorstand der  AIDS-Hilfe NRW ist das Leitungsgremium des Landesverbandes und regelt alle Angelegenheiten, die nicht an andere Vereinsorgane zugewiesen sind. Zu den Aufgaben des Vorstandes zählen, in Absprache mit dem Landesgeschäftsführer, u. a. die Steuerung der verbandlichen Arbeit, die Vertretung der  AIDS-Hilfe NRW in der Öffentlichkeit und Politik, die Festlegung der Arbeitsschwerpunkte der Landesgeschäftsstelle, die Kontaktpflege zu den Mitgliedsorganisationen sowie die Aufnahme und der Ausschluss von Mitgliedern. Neben Struck und Wickert ist auch Arne Kayser (AIDS-Hilfe Bochum) Mitglied. Sie werden ergänzt durch den Landesvorsitzenden Klaus-Peter Schäfer und seinen Stellvertreter Olaf Lonczewski. Zur Führung der laufenden Geschäfte hat der Vorstand satzungsgemäß den Landesgeschäftsführer Patrik Maas und den stellvertretenden Geschäftsführer Reinhard Klenke berufen.

Mehr über die AIDS-Hilfe NRW lesen.

(Bild: Martin Wickert, Peter Struck, Olaf Lonczewski, Arne Kayser, Klaus-Peter Schäfer (vlnr); ©AIDS-Hilfe NRW)

Positiv zusammen leben. Aber sicher!

Marcel Dams ist einer der Botschafter zum WAT 2011

Marcel Dams ist einer der Botschafter zum WAT 2011

Die heute in Berlin vorgestellte Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2011, wirbt für mehr Toleranz und Respekt gegenüber HIV-positiven Menschen. Im Mittelpunkt stehen HIV-positive Menschen, die offen über ihre Erfahrungen mit der HIV-Infektion berichten. Mit Fragen wie “HIV-positiv und Mutter sein?” oder “HIV-positiv und Arbeiten?” stellen sie sich auf Plakaten sowie in einem Kino- und TV-Spot mutig der Öffentlichkeit. Ziel dieser europaweit einzigartigen nationalen Kampagne ist es, Stigmatisierung und Diskriminierung abzubauen und HIV/AIDS innerhalb unserer Gesellschaft zum Thema zu machen. Es ist eine gemeinsame Kampagne des Bundesministeriums für Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung.

“Eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Aidsprävention war und ist ein offener und diskriminierungsfreier Umgang mit HIV-infizierten und an AIDS erkrankten Menschen. Auch deshalb hat Deutschland eine der niedrigsten Neuinfektionsraten Europas. Sie wird auf rund 3.000 Neuinfektionen geschätzt “, erklärte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr anlässlich des Kampagnenstarts. “Mit der Kampagne wollen wir noch immer vorhandene Ängste abbauen. Wichtig ist, dass wir die Menschen weiterhin gut über die Infektion, Übertragungswege und Schutzmöglichkeiten informieren. Denn wer gut informiert ist, kann Gefahren realistisch einschätzen und neigt nicht dazu, Menschen wegen irrationaler Ängste auszugrenzen. Jeder und jede von uns kann etwas tun, um Diskriminierungen abzubauen und Solidarität zu zeigen. Zum Beispiel, indem man als Botschafter für diese Kampagne wirbt, die rote Schleife trägt oder sich ehrenamtlich engagiert. Nicht nur am 1. Dezember, sondern an jedem Tag im Jahr.”

“Der Umgang mit Betroffenen ist in Deutschland auch heute noch längst nicht immer ‚normal’. Zwar hat sich seit Beginn der Aidsaufklärung ein gesellschaftliches Klima gegen Stigmatisierung und Diskriminierung etabliert. Aber immer noch erfahren von HIV betroffene Menschen in ihrem Alltag Diskriminierung und sprechen aus Angst davor nicht über ihre Infektion”, betonte
Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. “Mit unserer Kampagne wollen wir Offenheit und Solidarität in der Gesellschaft fördern und Betroffenen Mut machen, ihre Infektion zu thematisieren. Ganz herzlich danke ich daher unseren Botschafterinnen und Botschaftern, die eindrucksvoll von ihren alltäglichen Erfahrungen berichten und so dazu beitragen, dass die Menschen in Deutschland verantwortungsvoll mit dem Thema HIV/AIDS umgehen.”

Derzeit leben in Deutschland nach Schätzungen des RKI rund 70.000 Menschen mit HIV und AIDS. Carsten Schatz, Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe erläuterte: “Experten schätzen, dass zwei Drittel der HIV-Infizierten in Deutschland arbeiten. Aber auch heute noch trauen sich viele von ihnen nicht, sich zu outen. Am Arbeitsplatz ist die Angst Betroffener vor Mobbing oder dem Karriereknick besonders groß. Unternehmensleitlinien für den Umgang mit HIV-Positiven wären ein Schlüssel zum respektvollen Umgang miteinander und ein Beitrag zur wirksamen Prävention von Diskriminierung und Stigmatisierung.”

Die Kampagne “Positiv zusammen leben. Aber sicher!” berichtet auf 25.000 Plakaten, in Flyern und auf Postkarten über die Erfahrungen der 12 Botschafterinnen und Botschafter im Familien- und Freundeskreis sowie im Arbeitsleben, über HIV und die Behandlung, über Ausgrenzung, aber auch über Solidarität und Unterstützung. Alle Interessierten sind eingeladen, auf dem Kampagnenportal ihre Meinung zu sagen, mitzudiskutieren und sich über HIV/AIDS zu informieren.

Mehr über das Marcel und sein Leben erfahren.

Red Night – Die Hamburger AIDS-Gala

Ein Abend ganz im Sinne des Engagements – Ein Abend an dem für den guten Zweck gesammelt wird. Die Hamburger AIDS-Gala, die Red Night, findet in diesem Jahr am 4.Dezember 2011 in den Fliegenden Bauten in Hamburg statt.

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts infizieren sich jährlich immer noch bis zu 3.000 Menschen mit dem Hi-Virus. Allein im Jahr 2010 sind laut Zahlen des Instituts mehr als 500 Menschen an den Folgen einer Infektion verstorben. Für neue Präventionskampagnen der AIDS-Hilfe Hamburg verantstalten Hamburg Pride Marketing, ds Management Wulf Mey gemeinsam mit den Fliegenden Bauten die Red Bight.

Mit einem Programm aus Musik, Comedy und Artistik wird die Red Night in den Fliegenden Bauten ihre Premiere feiern. Künstler wie Die Geschwister Pfister, Alexander Klaws, Wolfgang Trepper, Love Newkirk, Käthe Lachmann und der Tenor Markus Richter werden zugunsten der AIDS-Hilfe Hamburg e.V. auftreten. Dabei verzichten alle Künstler wie auch Moderator Reinold Beckmann auf ihre Gagen. Ein Sektempfang, leckeres Fingerfood und eine Tombola mit tollen Preisen tragen dazu bei, die Red Night zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen. Seid dabei!

Tickets sind ab sofort unter www.fliegende-bauten.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Alle Infos zur Red Night oder bei Facebook.

 

Wild Germany: Bugchasing

Er sucht nach Opfern ritueller Gewalt, die seit ihrer Kindheit in satanistischen Zirkeln gequält werden. Er Spricht mit islamistischen Rappern, die in ihren Texten ihren Hass verdeutlichen. Und er sucht nach Männern, die sich willentlich mit dem HI-Virus infizieren wollen…

Manuel Möglich ist ZDFneo-Reporter und zeigt in sechs Folgen, was in Deutschland so alles passiert aber bisher selten Beachtung fand. Manuel ist mitten im Geschehen, immer live dabei. Er geht schrägen Gerüchten auf die Spur und deckt so einige (bisher unbekannte) Phänomene auf.
Aufgefallen sind uns seine Reportagen beim Deutschen Fernsehpreis 2011. Als Nominierter in der Kategorie „Beste Reportage“ ist sein Beitrag zum Thema Bugchasing aufgefallen, den wir Euch nicht vorenthalten möchten.

Dabei möchten wir darauf verweisen, dass wir mit diesem Beitrag weder Personengruppen diskriminieren noch vorführen wollen. Wir möchten lediglich objektiv berichten und deutlich machen, dass das HI-Virus allgegenwärtig ist. Wer sich allerdings wie den Gefahren aussetzt – dahingehend können wir nur an Euer eigenen Gewissen appellieren.

Auf der Suche nach Bugchasern, also Männer die sich wissentlich mit dem HI-Virus infizieren wollen, zieht es Manuel zu Recherchezwecken zum Robert-Koch-Institut. Er trifft sich mit HIV-Positiven und spricht das Thema Bugchasing offen an. Bei Claude, einem Infizierten, erfährt er, dass regelmäßige Sexpartys veranstaltet werden – Verhütung spielt dabei allerdings keine Rolle. Auch bei Tobias und René aus Leipzig ist der Umgang mit dem Virus anders. Beide sind positiv, beide haben ungeschützten Verkehr, beide haben schon andere mit deren Einverständnis infiziert. Bugchasing – eine Art Russisch Roulette. Zumindest für den der noch nicht infiziert ist.

AIDS gehört zu einen der weltweit verbreitetesten Krankheiten.  Sie ist gefährlich und wir möchten die Arbeit der AIDS-Hilfen und Institutionen auch weiterhin unterstützen. Aufklärung und Prävention können dazu beitragen, dass Neuinfektionen vermieden werden. Allein daher möchten wir Euch die Folge zu „Bugchasing“ nicht vorenthalten:

Laut UNAIDS haben sich innerhalb der letzten 30 Jahre der Pandemie rund 60 Millionen Menschen weltweit mit dem HI-Virus infiziert, 25 Millionen sind bereits an der Immunschwächekrankheit gestorben. Nach aktuellen Informationen des Robert-Koch-Instituts sind derzeit rund 70.000 Menschen in Deutschland infiziert. Allein im Jahr 2010 sollen mehr als 3000 Deutsche neu mit dem HI-Virus infiziert haben.

Dr. Ulrich Marcus (RKI) antwortet:
Infiziertenzahl – Infektionsgefahr – Behandlung – Bugchasing
Zu den anderen fünf Reportagen von Manuel Möglich.

Syphilis – Neue Volkskrankheit in der Schweiz?

Die Syphilis ist eine durch Infektion hervorgerufenen Geschlechtskrankheit. Die von einem Bakterium (Treponema pallidum) ausgelöste übertragbare Infektion wird besonders bei engem Körperkontakt, am häufigsten jedoch beim Geschlechtsverkehr weitergegeben. In Deutschland ist die meldepflichtige Erkrankung seit 1997 – vor allem im homosexuellen Milieu – wieder zunehmend verbreitet.

Auch in der Schweiz steigen die Infektionszahlen wieder. Besonders bei Männern, die Sex mit Männern haben sind die Symptome am häufigsten vertreten. Wie Ullrich Würdemann von ondamaris berichtet, startet die AIDS-Hilfe Schweiz nun mit gratis Testaktionen im Oktober.

„Die Syphilis ist wieder auf dem Vormarsch. 975 neue Infektionen wurden dem Bundesamt für Gesundheit letztes Jahr gemeldet. Die Hälfte davon wurde bei Männern, die Sex mit Männern haben, diagnostiziert. Eine Syphilis ist heute mit Antibiotika zwar leicht behandelbar. Doch harmlos ist sie nicht. So erhöht eine Infektion mit Syphilis das Risiko einer HIV-Infektion um das fünf- bis zehnfache. Deshalb führt die Aids-Hilfe Schweiz in größeren Schweizer Städten im Oktober Testwochen für schwule Männer durch.“, so Würdemann in seinem Blog.

Die Kampagne, die am 1. Oktober mit Flyern, Plakaten sowie mit dem Verteilen für Gutscheine für die Test-Aktion startet, richtet sich besonders an die Gruppe der schwulen und bisexuellen Männer, die auf die Gefahren einer Infektion aufmerksam gemacht werden sollen. Ziel ist es, die wechselnden sexuellen Kontakte ins Bewusstsein zu rufen und zu regelmäßigen Tests zu motivieren. Auf einer Homepage sind alle teilnehmenden Test-Stellen verzeichnet.

Ein Leben mit HIV hat Zukunft, wenn es die Gesellschaft zulässt!

Die AIDS-Hilfe NRW forderte heute anlässlich ihrer Jahrespressekonferenz, Menschen mit HIV am Arbeitsplatz ohne Vorurteile zu begegnen und sie als gleichwertige Kolleginnen und Kollegen zu akzeptieren. „HIV-positive Menschen erbringen die gleiche Leistung wie andere chronisch Erkrankte auch“, erklärte Vorstandsmitglied Olaf Lonczewski. “Wir fordern keinen Sonderstatus, sondern eine Gleichstellung mit allen anderen Beschäftigten.“ Daher sei es unerlässlich, dass Firmen sich über den aktuellen Wissensstand zu HIV informieren und die Vermittlung dieses Wissens an die Belegschaf fördern.

„Menschen mit HIV sind leistungsfähige Angestellte, sofern sie ohne Angst vor Diskriminierung und Stigmatisierung ihrer Arbeit nachgehen können“, sagte Lonczewski. Ein Arbeitsverhältnis bedeute in jedem Fall die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und trage zur positiven Beeinflussung des Infektionsverlaufs bei. „Allerdings verstößt jeder Zwang zur Offenlegung und jeder von Arbeitgeberseite angeordnete HIV-Test gegen die informationelle Selbstbestimmung“, stellte Lonczewski klar. Die Entscheidung, ihre HIV-Infektion öffentlich zu machen oder für sich zu behalten, müsse allein bei den Angestellten liegen.

Das Thema Arbeit sei inzwischen zu einem Kernpunkt für ein „normales Leben“ mit HIV geworden. Tagesstruktur, soziale Kontakte und nicht zuletzt die finanzielle Ausstattung hätten unmittelbare Auswirkungen darauf. Allerdings seien nicht wenige Menschen mit HIV aufgrund ihrer unterbrochenen Berufsbiografie von den arbeitsmarktpolitischen Reformen der Bundesregierung betroffen. „Ministerin von der Leyen muss die Kürzungen im Bereich der Beschäftigungsprojekte zurücknehmen, damit diese integrativen Maßnahmen nicht abgeschafft werden“, forderte Olaf Lonczewski.

Patrik Maas, neuer Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW, äußerte sich zwar zufrieden über die Wahrnehmung der Aidshilfearbeit durch die Landespolitik, allerdings seien über ein Leben mit HIV noch Mythen und Unwahrheiten im Umlauf, die jeder Grundlage entbehren. „Die Notwendigkeit einer effektiven Prävention steht außer Frage. Doch der nach wie vor gültige Umschlusserlass, nach dem Inhaftierte mit HIV bei Zusammenlegung mit anderen Gefangenen ihre Infektion offenlegen müssen, zeigt, wie viel Aufklärung auch in der Politik noch zu leisten ist“, sagte Maas.

Die Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW hatten im Jahr 2010 insgesamt rund 345 000 primärpräventive Kontakte, nach wie vor mehr als die Hälfte davon zu Jugendlichen unter 21 Jahren und knapp ein Viertel zu Menschen mit Migrationshintergrund. Insgesamt erreichten sie mit ihren Angeboten der Prävention, Beratung und Betreuung etwa 374 000 Menschen.

In Nordrhein-Westfalen leben zurzeit etwa 14 000 HIV-positive Menschen, bundesweit sind es etwa 70 000. 2010 wurden in NRW 680 neue HIV-Diagnosen gemeldet, der Anteil der Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), liegt hier bei 72%. Etwa 160 Menschen mit HIV und Aids in NRW sind 2010 infolge ihrer Infektion gestorben.