Gedenken an Queen-Frontmann Freddie Mercury

Er war einer der größten Entertainer der Musikgeschichte und einer, der „seiner Krankheit zum Opfer gefallen ist.“ Freddie Mercury verstarb am 24. November 1991 an seiner HI-Infektion. Das AIDS-Virus hatte die Macht über seine Person erringen können – sein Vermächtnis lebt jedoch weiter.
Zu Ehren des Queen-Sängers hat Google einen animierten Doodle zum 65. Geburtstag von Freddie Mercury online und überall auf der Welt werden Freddie-Fans ihren persönlichen „Freddie For A Day“ leben. Gemeinsam wollen sie Geld für Aids-Hilfe des Mercury Phoenix Trust sammeln.

Mercury wurde am 5. September 1946 in Sansibar geboren. Als Farrokh Bulsara besuchte er die Schule und wurde schnell als „Freddie“ bekannt. Seinen Spitznamen behielt er auch nach der Bandgründung von Queen und setze sein „Mercury“ dahinter. Zu seiner Homosexualität bekannte sich Mercury bereits in den 70ér Jahren. Nach seiner Infektion mit dem HI-Virus 1987, folgten noch zwei weitere Queen-Albem, bis die Bandmitglieder 1991 die traurige Nachricht verkünden mussten.

Kompassnadel für Hannelore Kraft

Im Rahmen des ColognePride ist es mittlerweile eine feste Tradition am Samstagnachmittag zusammen zukommen, wenn das Schwule Netzwerk NRW und die AIDS-Hilfe NRW zum CSD Empfang ins Gürzenich laden. Gleich zu Beginn des Empfangs gratulierte Klaus-Peter Schäfer, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW, dem Partnerverband Schwules Netzwerk NRW zum 20-jährigen Bestehen und lobte dessen Professionalität und Basisverbundenheit in der aktiven Minderheiten- und Akzeptanzpolitik zugunsten schwuler und schwul-lesbischer Projekte. „Die AIDS-Hilfe NRW ist stolz, mit einem solch lebendigen und kompetenten Partner in der HIV- und Aidsprävention zusammenarbeiten zu können.“ Angeregt vom Motto des ColognePride 2011 „Liebe ist …!“ sprach er sich auch für einen offenen Dialog mit tabubesetzten Modellen mann-männlicher und käuflicher Liebe aus. „Weder ein Kondomzwang noch andere ordnungspolitischen Maßnahmen sind wirksame Mittel der Prävention. Nur Lebensstilakzeptanz und eigenverantwortliches Handeln führen zum Erfolg“, so Schäfer.

Das Schwules Netzwerk NRW zeichnet Ministerpräsident Hannelore Kraft für ihr besonderes prominentes Engagement bei der Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen und lesbischen Minderheit, mit der Kompassnadel 2011 aus. In ihrer Regierungserklärung ging Hannelore Kraft selbstverständlich auf die Belange der schwulen und lesbischen Minderheit ein. Als Ministerpräsidentin einer rot-grünen Landesregierung verankerte sie schwul-lesbische Themen als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen politischen Handelns. Der gerade entstehende Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Ministerien sowie den Schwulen-, Lesben- und Transsexuellenorganisationen an einen Tisch, um notwendige Maßnahmen für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt auf den Weg zu bringen.

Eine zweite Kompassnadel 2011 für besonderes, langjähriges ehrenamtliches Engagement in schwulen Zusammenhängen ging an Ansgar Cziba, Vorstandsmitglied der Schwulen Initiative Siegen (SIS). Maßgeblich hat er zur Sichtbarkeit von Lesben und Schwulen in Siegen und Umgebung beigetragen, indem er dort ein Begegnungszentrum für Lesben und Schwule, eine hauptamtlich geführte Beratungsstelle und ein jährliches Straßenfest zum CSD mit auf den Weg gebracht hat. (PI)

Bilder: ©GAYS.DE: (1) Tatjana Taft und Volker Beck; (2) Blick in den Saal nach dem Empfang; (3) Anna Luca, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Tatjana Taft (vlnr)

Münster gründet Netzwerk gegen Homophobie

Gerade im Jugendalter ist es schwer zu sich, seiner Sexualität oder aber zu dem besten Freund zu stehen, der grad sein Outing durchlebt. Viele Jugendliche kennen es, wenn sich niemand mit ihnen in eine Umkleide teilen möchte. Oftmals gelten sie als Außenseiter und werden von ihren Mitschülern beschimpft und gehänselt.

Alexander Daum kennt das. Immer wieder erzählen ihm Jugendlich von eben diesen Erlebnissen. Das die Jungs und Mädels homosexuell sind oder sich gerade Gedanken darüber machen, dass sie eben doch anders sind als ihre Mitschüler, das weiß auch Alexander. Im Auftrag von verschiedenen Projekten ist er im Münsterland unterwegs und beschäftigt sich mit eben diesen Vorurteilen, die die Jugendlichen beschäftigen. „Gerade gegenüber homosexuellen Kids ist es schwer. Die meisten Mitschüler bilden sich keine eigene Meinung. Sie hören auf das, was die Mehrheit sagt.“, so Daum.

Und eben aus diesem Grund haben sich eine Reihe von Vereinen und Einrichtungen zusammengetan und das neue Netzwerk „Queere Jugendarbeit in Münster“ gegründet. Erstes gemeinsames Vorhaben ist es am Dienstag, 17. Mai – dem internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie – in Schulen über eben diese und die sexuelle Vielfalt aufzuklären. Vom einfachen Infostand bis hin zu Unterrichtsbegleitung und Diskussionsrunden sind zahlreiche Aktionen geplant.  Weiterführend geplant ist zudem ein Jugendtreff in der Alten Dechanei zu etablieren. Unter dem Namen „Track“ können sich dann ab Ende Mai die Jugendlichen immer dienstags ab 17 Uhr treffen und unter fachkundiger Begleitung Gleichgesinnte kenne lernen.

Zu „Queere Jugendarbeit in Münster“ gehören: Die Aids-Hilfe Münster, die Arbeiterwohlfahrt Münsterland-Recklinghausen, der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe, das Kommunikations Centrum Münsterland (KCM), der Lesben-Verein LiVas, Pro Familia Münster und der Sozialdienst katholischer Frauen Münster.

AIDS-Hilfe NRW begrüßt neuen Landesgeschäftsführer

Patrik Maas, AIDS-Hilfe NRW

Patrik Maas wird ab 1. Juli neuer Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW. Maas tritt somit die direkte Nachfolge von Dirk Meyer an, der nach 18 Jahren Einsatz und Engagement zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wechselt. (GAYS.DE informierte)

„Der Landesvorstand freut sich sehr, mit Patrik Maas einen erfahrenen und profilierten Nachfolger von Dirk Meyer gefunden zu haben, der mit den Strukturen der AIDS-Hilfe NRW und denen von Politik und Verwaltung bestens vertraut ist“, erklärte Landesvorsitzender Klaus-Peter Schäfer heute in Köln.

Maas war bis 1999 vier Jahre Geschäftsführer des Schwulen Netzwerks NRW. Nach einer Tätigkeit als Finanzvorstand der Queer AG wechselte er 2003 zur Deutschen AIDS-Stiftung, wo er bis heute die Leitung der Finanzen und Verwaltung innehat. 1999 bis 2007 war er Mitglied im Landesvorstand des Paritätischen NRW, aktuell ist er Vorstandsmitglied des Schwulen Netzwerks NRW und des Sozialwerks für Lesben und Schwule in Köln.

Patrik Maas erklärte am Wochenende, dass er sich auf eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW, dem Landesvorstand, den Kolleginnen und Kollegen der Landesgeschäftsstelle und den vielen Kooperationspartnerinnen und -partnern sehr freut. „Die Erfahrungen aus 25 Jahren erfolgreicher und selbsthilfeorientierter Verbandsarbeit sowie die Weiterentwicklung der Aidshilfearbeit in Nordrhein-Westfalen werden Leitlinien meiner Tätigkeit als Landesgeschäftsführer sein“, sagte Maas.

Der GAYS.DE-Nikolaus kommt auch zur Hamburger AIDS-Hilfe

Jedes Jahr am sechsten Dezember ist es soweit, der Nikolaus kommt und erfreut uns mit Kleinigkeiten in der Adventszeit. Auch wir möchten anderen eine Freude machen und sammeln auf dem Hamburger WinterPride Spenden für die ortsansässige AIDS-Hilfe. Unser Nikolausgeschenk für  eine Organisation, die sich für die die Belange anderer einsetzt und die Präventionsarbeit in einem immer noch sehr wichtigen Themengebiet aufrecht erhält.

Gemeinsam mit Queer Guide Hamburg sammelt GAYS.DE die gesamten vier Wochen des winterlichen Treibens Spenden für die Hamburger AIDS-Hilfe in Mitten der Langen Reihe. Alle Einnahmen, die am Stand von Queer Guide Hamburg erwirtschaftet werden, kommen dem Verein zu Gute und werden am Ende des WinterPride feierlich übergeben.  Also kommt vorbei und schaut, was wir an kleinen Geschenken für Euch parat haben und lasst eine kleine Spende für einen guten Zweck in der Spendendose zurück. Wir freuen uns über euren Besuch.

Für alle GAYS.DE User haben wir natürlich auch einen kleinen Leckerbissen zum Nikolaus. Unser Model Steven hat sich für Euch – selbstverständlich weihnachtlich – raus geputzt und ein paar ansehnliche Fotos online gestellt. Seht selbst:

HIV- und Aidsprävention weiterhin unverzichtbar

Anlässlich des gestrigen Welt-Aids-Tags wurde die AIDS-Hilfe NRW als Gast in den nordrhein-westfälischen Landtag bestellt. Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens begrüßte die  Abordnung und lobte die Verdienste der Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen.

„Mit ihrem Engagement seit 25 Jahren hat die Aidshilfe in den Köpfen der Menschen viel bewegt und erreicht – besonders für die Akzeptanz und die Solidarität mit den von HIV und Aids besonders Betroffenen“, erklärte Steffens heute Morgen im Düsseldorfer Landtag.
Die Ministerin und Abgeordnete aller Fraktionen sprachen sich für eine konsequente und engagierte HIV-Prävention und Aidshilfearbeit in NRW aus.
Auf Einladung von Parlamentspräsident Eckhard Uhlenberg präsentierte sich die AIDS-Hilfe NRW auch in diesem Jahr zum Welt-Aids-Tag im Landtag und nutze am Rande der Plenumssitzung die Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern.

Ministerin Steffens wies auf die Bedeutung der Präventionsarbeit in den verschiedenen Zielgruppen hin. „Ich sehe die Aidshilfe als eine Art Frühwarnsystem. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Zielgruppen sehr genau und wissen auch, wie dort effektive Prävention realisiert werden kann“, sagte Steffens. „Obwohl die Zahl der Neuinfektionen gegenüber den Vorjahren leicht gesunken ist, ist eine HIV-Prävention, die sich gezielt an die am meisten gefährdeten Menschen wendet, weiterhin unverzichtbar”, erklärte die Ministerin. „Die AIDS-Hilfe NRW ist dabei eine verlässliche Partnerin und gewährleistet, dass Prävention dort stattfindet, wo sie erforderlich ist.“

Angesichts der niedrigen Zahl an HIV-Neudiagnosen bei Drogen gebrauchenden Menschen in Nordrhein-Westfalen (2010 sind es anteilig 6 %, 1989 waren es noch über 20 %) plädiert der Landesverband für die konsequente Weiterentwicklung des landesweiten Spritzenautomatenprojekts. Klaus-Peter Schäfer, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW, nutzte die Gelegenheit, die Abgeordneten zu motivieren, sich in ihren Wahlkreisen für weitere Standorte der Spritzenautomaten einzusetzen. Einer der neu vom Land NRW finanzierten Automaten stand heute auch im Landtag.

Das Spritzenautomatenprojekt, das nicht nur ein effektiver Baustein der Gesundheitsvorsorge ist, sondern auch für mehr Akzeptanz für Drogen gebrauchende Menschen wirbt, ist ein gutes Beispiel, wie die Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen in 25 Jahren zielgruppenspezifische Prävention und gesellschaftliche Diskussion miteinander verbinden: „Mitten im Leben!“, wie auch das Jubiläumsmotto 2010 lautet.

Zurzeit leben in Nordrhein-Westfalen etwa 14 000 Menschen mit HIV, 2010 haben sich etwa 610 Männer und 80 Frauen in NRW neu infiziert. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen gegenüber dem vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Männer, die Sex mit Männern haben, stellen nach wie vor die größte Gruppe dar, 2010 waren es 490 (72 %). 150 Menschen (22 %) haben sich über heterosexuelle Kontakte infiziert und etwa 40 Drogen gebrauchende Menschen (6 %). (PM/AH-NRW)

Positiv zusammen leben – aber sicher!

Die Rote SchleifeDie neue Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Welt-Aids-Tag, die gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit, der Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung durchgeführt wird, ist erfolgreich angelaufen. Sie wurde von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler am 1. November gestartet.(GAYS.DE berichtete)

Unter dem Motto “Positiv zusammen leben – aber sicher!” stellt die Kampagne HIV-positive Menschen und deren Bezugspersonen vor, die authentisch Einblick in ihr Leben geben. Auf der Kampagnenplattform berichten sie als Botschafterinnen und Botschafter in Online-Clips aus ihrem Leben und stehen für Fragen zur Verfügung. Auf 25.000 Plakaten, in Anzeigen und Flyern, auf Postkarten sowie auf Veranstaltungen werben die Botschafterinnen und Botschafter im Rahmen des Welt-Aids-Tags für aktive Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids.

“Die Kampagne hat bereits etwas in Bewegung gesetzt”, berichtet Kampagnenbotschafter Kay, der sich öffentlich engagiert, von seinen Erfahrungen. “Solidarität breitet sich aus und schon jetzt trauen sich mehr Menschen mit HIV, auch öffentlich von ihrer Infektion zu berichten. Ich werde in Gesprächen auf mein Engagement angesprochen und zu Veranstaltungen und Aktionen aus Anlass des Welt-Aids-Tages eingeladen.”

Markus freut sich, dass er als Botschafter der Kampagne einen wichtigen Beitrag leistet, um Stigmatisierung und Diskriminierung abzubauen: “Auch wir Positiven müssen uns verändern. Wir sind aufgefordert, uns zu zeigen und an die Öffentlichkeit zu gehen”, davon ist Markus überzeugt. Kampagnenbotschafter Dirk setzt sich besonders für das Thema “HIV am Arbeitsplatz” ein. Er weiß von vielen Fällen, in denen Menschen ihren Job aus vorgeschobenen Gründen verloren haben. Er selbst ist am Arbeitsplatz immer offen mit seiner Infektion umgegangen und hat dort in den letzten Wochen große Anerkennung erfahren. “Meine Vorgesetzten haben mir zu meinem Engagement gratuliert. Ich hoffe, dass auch die Verantwortlichen in anderen Unternehmen für chronisch kranke Menschen ein Klima der Offenheit herstellen, in der Kranke nicht ausgegrenzt werden.” Botschafter Matthias unterstützt diese Aussage: “Es gibt keine ‚richtigen’ und keine ‚falschen’ Krankheiten, es gibt nur richtigen oder falschen Umgang damit.”

Das interaktive Kampagnenportal lädt zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember und darüber hinaus zu aktiver Beteiligung und zu Diskussionen ein und stellt die Plattform für eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung über HIV und AIDS zur Verfügung. Die Resonanz der bereits über 12.700 Botschafterinnen und Botschafter, die sich inzwischen für die Kampagne im Internet registriert haben, ist durchweg positiv. Sie nutzen das Portal, um mit HIV-positiven Menschen in Kontakt zu treten, indem sie Kommentare schreiben und Fragen stellen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die eigenen Statements inhaltlich zu vertiefen und eigene Erfahrungen mit HIV und Aids in Form eines selbstgedrehten Handyvideos zu veröffentlichen.

Der Welt-Aids-Tag wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen und wird seit 1988 weltweit jedes Jahr am 1. Dezember begangen. Die neue Kampagne “Positiv zusammen leben – aber sicher!” wird vom Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) und dem Fachverband Außenwerbung (FAW) unterstützt. Sie ist auf mehrere Jahre angelegt. (PM/BZgA)

„Mit HIV muss ich leben…

…aber meine Freunde unterstützen mich, wenn es mir einmal schlecht geht!“ – So der Titel eines Plakates der neuen Aids-Kampagne anlässlich des Welt-Aids-Tag 2010.

Unter dem Motto: „Positiv zusammen leben – aber sicher!“ wurde die aktuelle Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gestern in Berlin von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler der Öffentlichkeit vorgestellt und eröffnet.

In der diesjährigen Kampagne stehen keine Prominenten im Mittelpunkt, sondern HIV-positive Menschen, die einen Einblick in Ihr Leben geben und authentisch von ihren alltäglichen Erfahrungen berichten. Dabei sollen besonders die Stigmatisierung und Diskriminierung gegenüber mit dem HI-Virus Infizierten abgebaut werden.

Desweiteren möchte man mit den mehr als 25.000 Plakaten, Flyern  und Postkarten eine breite Auseinandersetzung mit dem HIV und Aids in der Gesellschaft erreichen. Unterschiedliche Motive verdeutlichen dabei, dass Diskriminierung und Vorbehalte nicht in die heutige Zeit passen. Die Botschafterinnen und Botschafter der neuen Kampagne posieren zu den Themenschwerpunkten „HIV und Arbeit“, „HIV und Freundschaft“ und „Einschränkungen mit HIV“ und verdeutlichen, dass ein respektvoller Umgang mit HIV-Infizierten zu einem „gesunden“ Miteinander gehören.

Auf der offiziellen Seite zum Welt-Aids-Tag finden Interessierte Clips von Menschen mit und ohne HIV, die aus ihrem Leben berichten. Die Botschafterinnen und Botschafter geben Beispiele für solidarisches Verhalten regen zur Diskussion an. Interaktiv und am Nabel der Zeit präsentiert sich die aktuelle Kampagne, informiert über die Themenschwerpunkte und bietet weiterführende Hintergrundinformationen.

Auch Bundesgesundheitsminister Rösler spricht sich für den respektvollen Umgang mit „Betroffenen“ aus. Gerade nach der medialen Präsenz des Fall Benaissa (GAYS.DE berichtete) ist die Präventionsarbeit in Deutschland wichtig. Besonderes Lob sprach Rösler der bisher geleisteten Arbeit zu: „Die differenzierte und nachhaltige Präventionsstrategie in Deutschland hat dazu geführt, dass wir mit jährlich etwa 3.000 HIV-Neuinfektionen eine der niedrigsten Neuinfektionsraten in Europa haben.“ – weiter so.

Die zum Welt-Aids-Tag 2010 initiierte Kampagne wurde neben der BZgA vom Bundesministerium für Gesundheit, der Deutschen AIDS-Hilfe sowie der Deutschen AIDS-Stiftung ins Leben gerufen und ist über mehrere Jahre angelegt. Bis zum 1. Dezember – dem Tag an dem weltweit die rote Schleife getragen wird – werden die Plakate und Materialien im gesamten Bundesgebiet zu sehen sein. Zahlreiche Aktionen im Web, bei Veranstaltungen und auf den Straßen begleiten die Aktion bis zum Welt-Aids-Tag. Darüber hinaus werden die Printmaterialen auf weiteren Veranstaltungen verbreitet.

(Bildmaterial: Screens der Webseite zum Welt-Aids-Tag)

HIV Kontrovers – Fachveranstaltung tagte in Essen

Mehr als 200 Expertinnen und Experten diskutierten am vergangenen Wochenende über das Leben und den Umgang mit HIV und Aids. Auf Einladung der AIDS-Hilfe NRW und der Deutschen AIDS Gesellschaft, trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Aidshilfe, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, Medizin, öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie Menschen mit HIV und Aids aus ganz Nordrhein-Westfalen im Essener Haus der Technik.

Angesichts medizinischer Fortschritte sowie sich ständig verändernder gesellschaftlicher und psychosozialer Aspekte sei das Leben mit HIV komplexer geworden, erklärte Klaus-Peter Hackbarth, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW. „Dem trägt HIV-KONTROVERS Rechnung. Hier diskutieren Menschen mit HIV, behandelnde und forschende Ärztinnen und Ärzte sowie anderer Akteure im Aidsbereich miteinander auf Augenhöhe über Therapiemöglichkeiten, Präventionsstrategien und rechtliche Fragen“, sagte Hackbarth.

Dr. Stefan Esser, Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS Gesellschaft, verdeutlichte die Aktualität von HIV-KONTROVERS. „Strittige Themen werden von zwei Seiten bewusst kontrovers vorgestellt, so dass in der Diskussion ein Konsens gefunden oder zumindest ein Meinungsbild erstellt werden kann“, sagte Esser. Angesichts neuester Entwicklungen in Forschung und Behandlung seien zukunftsweisende Konzepte erforderlich, die von allen Beteiligten ausgehandelt werden müssten.

Bürgermeister Franz-Josef Britz überbrachte Grüße der Stadt Essen. „Ich freue mich, dass HIV-KONTROVERS erstmalig in Essen stattfindet“, sagte Britz. „Die besseren Behandlungsmöglichkeiten bei HIV bedeuten nach wie vor keine Heilung. Daher ist der offene Dialog auf einer Tagung wie HIV-KONTROVERS wichtig, um den ständigen Veränderungsprozessen gerecht werden zu können.“ Der Bürgermeister dankte allen, die sich täglich für die Belange von Menschen mit HIV und Aids einsetzen, und gratulierte in diesem Zusammenhang der AIDS-Hilfe NRW zu ihrem 25-jährigen Bestehen.

Das Themenspektrum von HIV-KONTROVERS erstreckte sich von dem Für und Wider routinemäßig durchgeführter HIV-Tests mit oder ohne Zustimmung der Untersuchten, der zukünftigen Ausrichtung der Aidshilfearbeit über Prophylaxemaßnahmen bei Schwangerschaften HIV-positiver Frauen, die Verantwortung bei ungeschützten Sexkontakten bis hin zur Gestaltung erfolgversprechender Präventionskampagnen.

Aidshilfe NRW erreichte über 7 Millionen Menschen

Zum 25-jährigen Bestehen, zieht die AIDS-Hilfe NRW eine positive Bilanz: Mit primärpräventiven Aktionen sowie in der Beratung und Begleitung konnten mehr als 7 Millionen Menschen erreicht werden. Dies teilte der Landesvorsitzende, Klaus-Peter Hackbarth, auf der Jahrespressekonferenz des Verbands in dieser Woche mit.

Die 43 Mitgliedsorganisationen, gestartet war man 1985 mit 13 Vereinen, bieten ein sich über nahezu ganz Nordrhein-Westfalen erstreckendes Netz von Serviceeinrichtungen und Beratungsstellen.

Von der neuen Landesregierung fordert die Aidshilfe, die Kommunalisierung der Fördermittel für die regionale Aidsarbeit in NRW rückgängig zu machen. „Hiermit hat die alte Landesregierung unsere Arbeit wesentlich erschwert“, sagte Landesgeschäftsführer Dirk Meyer.

Auch die Kürzungen der vergangenen Jahre müssten zurückgenommen werden, um die zielgruppenspezifische Prävention ausbauen zu können. Nur so könnten die Rahmenbedingungen für die Prävention mit Drogen gebrauchenden Menschen und Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) verbessert werden.

„Seit 1996 konnte die AIDS-Hilfe NRW innovative, personalkommunikative landesweite und regionale Präventionsprojekte mit einem Volumen von 8,8 Millionen Euro umsetzen“, sagte Hackbarth. „Dennoch müssen wie auf der Bundesebene auch in NRW mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden.“ Die Schwerpunkte der Prävention lägen weiterhin bei schwulen Männern und MSM, Drogen gebrauchenden Menschen, Migrantinnen und Migranten sowie Frauen mit HIV und Aids.

Die AIDS-Hilfe NRW nutzt ihr Know-how nicht nur zur kontinuierlichen Weiterentwicklung ihrer Arbeit, sondern bringt es darüber hinaus auf Bundesebene und in internationalen Kooperationen ein. Beispielsweise erstellte sie ein Fortbildungskonzept zur Präventionsberatung in der ärztlichen Praxis und unterstützt den Aufbau eines Selbshilfeprojekts zu HIV und Aids für Schwule und MSM im polnischen Krakau.Die Zahlen im Überblick und bundesweiten Vergleich

Die Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW hatten im Jahr 2009 insgesamt rund 317 000 primärpräventive Kontakte, davon mehr als die Hälfte mit Jugendlichen unter 21 Jahren, knapp ein Viertel hatten einen Migrationshintergrund. Insgesamt erreichten sie mit ihren Angeboten der Prävention, Beratung und Betreuung etwa 330 000 Menschen.

In Nordrhein-Westfalen leben zurzeit etwa 15 000 HIV-positive Menschen, bundesweit sind es etwa 67 000. In 2009 wurden in NRW 760 neue HIV-Diagnosen gemeldet, der Anteil der MSM liegt hier bei 70%. Etwa 2 700 Menschen in NRW sind an Aids erkrankt, 140 Menschen mit HIV und Aids sind 2009 gestorben.