Aidshilfe bedauert Urteil gegen Nadja Benaissa

Die No Angels Sängerin Nadja Benaissa wurde am Donnerstag vom Amtsgericht in Darmstadt zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt, weil sie trotz ihrer HIV-Infektion ungeschützten Geschlechtsverkehr mit zwei Männern hatte. (GAYS.DE berichtete)

Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) bedauert das Urteil gegen die Sängerin Nadja Benaissa. Von dem Urteil gehen die falschen Botschaften aus, die der HIV-Prävention und der Emanzipation von chronisch Kranken in Deutschland Schaden zufügen werden.
„Ich halte dieses Urteil für falsch: Es wird der HIV-Prävention dramatischen Schaden zufügen. Wir sehen die Politik nun in der Pflicht, das Strafrecht der Lebensrealität anzupassen!“, so Carsten Schatz, Mitglied im Bundesvorstand der DAH. “Wir alle tragen Verantwortung dafür, wie mit dem Thema HIV und Aids umgegangen wird: Daher muss jeder Einzelne dazu beitragen, dass alle Menschen über HIV sprechen und Safer Sex praktizieren können. Nur dann kann HIV-Prävention wirklich gelingen.“, ergänzt Silke Klumb, Bundesgeschäftsführerin der DAH. (Quelle: PRIDE1.de/ml)

Positive Begegnungen in Bielefeld

Ab Donnerstag, 26. August 2010 beginnt in Bielefeld eine Konferenz zum Leben mit HIV/Aids – Die Positiven Begegnungen 2010 (PoBe 2010): Europas größte Selbsthilfekonferenz für HIV-Positive, Selbsthilfe-Einrichtungen und Netzwerke sowie An- und Zugehörige von Menschen mit HIV und Aids. Erwartet werden mehr als 500 Teilnehmer, die in Workshops, Vorträgen, Diskussionsrunden und im offenen Dialog den „Rahmen sprengen“ wollen und ein realistisches und differenzierteres Bild von HIV und Aids aufzeigen möchten. Allem voran, dem derzeitigen gesellschaftlichen Klima gegenüber Menschen mit HIV/Aids soll entgegen getreten werden.

Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich HIV/Aids zunehmend zu einer Krankheit entwickelt, die Menschen aller möglichen Lebensbereiche betreffen kann. Prominentestes Beispiel der letzten Tage ist der Fall von No Angels Sängerin Nadja Benaissa. Nicht mehr nur Männer, die Sex mit Männern haben und Konsumenten von intravenös verabreichten Drogen sind mit dem HI-Virus infiziert – der Respekt vor einer Ansteckung mit dem Virus bei einer Vielzahl der Jungen und Mädchen ist stark zurückgegangen. Aktuelle Umfragen unter Jugendlichen belegen, dass der geschützte Sexualverkehr zunehmend in „Vergessenheit rückt“. „Mir passiert so etwas nicht“ – Aussagen von Jugendlichen, vor allem aus sozial schlechter gestellten Teilen unserer Gesellschaft.

„Wir sprengen den Rahmen!“

Die PoBe 2010 möchte aber nicht nur öffentlichkeitswirksam im Hinblick auf Prävention ein Zeichen setzen. Hauptanliegen der Konferenz ist es: „[…], die Selbsthilfe der Menschen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz zu stärken. Dies gelingt, wenn wir gemeinsam immer wieder das Bewährte weiterentwickeln und zusätzlich neue Wege gehen. […] Wir werden mit den Positiven Begegnungen 2010 die Selbsthilfe nicht neu erfinden. Aber sicher können wir sie gemeinsam ein Stück nach vorne bringen[..].“, so das Grußwort der Vorbereitungsgruppe der PoBe 2010.

Das eigene Handeln bestärken, Hilfestellungen erarbeiten und Situationen des Alltags meistern – den Rahmen sprengen. „Es kann nur im Sinne von allen sein, wenn Menschen mit HIV und Aids endlich frei von Vorurteilen und Diskriminierung leben können.“, so Pit Clausen. Zu seiner vorurteilsfreien Meinung gibt er zu verstehen: „Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich mich als offen schwuler Oberbürgermeister dieser Stadt mit dieser Thematik ein wenig eher und ein wenig mehr beschäftige […].“. Als Schirmherr der PoBe 2010, heißt er neben der Deutschen AIDS-Hilfe und dem gesamten Vorbereitungsteam alle Teilnehmer und Interessierten herzlich Willkommen und freut sich auf „viele positiven Begegnungen“.

„HIV ist mir nicht egal!“ – UNS auch nicht!

Ein Thema, das uns alle betrifft – egal ob hetero- oder homosexuell, dass Human Immunodeficiency Virus – kurz HIV – unterschiedet nicht. In den Medien werden immer wieder neue Methoden präsentiert, die Immunschwächekrankheit zu besiegen. Die Infektionszahlen werden fast wöchentlich von den unterschiedlichsten Stellen neu definiert und in zahlreichen Blogs und Foreneinträgen werden Halbwissen und zumeist falsche Aussagen verbreitet.

Dass es auch anders geht, zeigen die gut konzipierten Kampagnen der Deutschen AIDS-Hilfe ( DAH). Die bundesweite Kampagne „Ich weiß was ich tu“ (IWWIT) ist mittlerweile nicht nur in der schwul-lesbischen Szene bekannt und auch die Aktionen zum Welt-Aids-Tag sind keineswegs nur an Betroffenen gerichtet, sondern rufen zum Nachdenken und Handeln auf.

„HIV ist mir nicht egal!“

Mit dem neuen Auftritt im Netz, präsentiert sich die Deutsch AIDS-Hilfe seit einer Woche im neuen Glanz. „Gut zu wissen“ lautet das Leitmotiv der neuen Seite, auf der sich Interessierte und Hilfesuchende informieren können und sich an ein geschultes Beraterteam wenden können. (GAYS.DE berichtete)
Mit dem aktuellen Onlineaufruf möchte die DAH ein bestehendes  Vorurteil aus der Welt schaffen: „HIV interessiert niemanden mehr? Das glauben wir nicht!“, so Jörg Litwinschuh, Pressesprecher DAH e.V.  Das Gegenteil soll bewiesen werden, indem die Besucher der Seite auf den roten Buzzer klicken und somit ihr Statement abgeben, dass HIV eben nicht uninteressant ist.
„In einem Monat wollen wir eine Million Klicks zählen. Und das ist zu schaffen. Denn HIV ist immer noch ein wichtiges Thema, eben nicht nur in der homosexuellen Kultur. Zur Einstimmung auf unsere Aktion haben wir Menschen auf der Straße nach ihrem Umgang mit HIV gefragt – und spannende Auskünfte erhalten“, so Litwinschuh weiter.

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann dies auf der Seite der DAH. Auch Freunde, Verwandte, Bekannte, Nachbarn, und der Kioskinhaber von neben an sollen davon erfahren – also: WEITERSAGEN!

Blogs zum Thema:
ondamaris – positiv schwul – Ulrich Würdemann
HIV.Blog 2.0 – Marcel Dams
Mein Leben mit HIV/AIDS – Uwe Goerke

Gesund und munter durch die VIII. Gay Games Cologne 2010

Die Veranstalter der VIII. Gay Games Cologne 2010 stellen den 10.000 Teilnehmer/innen und unzähligen Besucher/innen der schwul-lesbischen Wettbewerbe ein umfassendes Angebot zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zur Verfügung. „Unsere Gäste sollen keine unerwünschten Andenken aus Köln mitnehmen!“, betont Michael Lohaus, Co-Präsident der VIII. Gay Games Cologne 2010. Dazu haben die Gay Games-Organisatoren einen eigenen HIV-Beauftragten eingesetzt, der die Konzepte und Projekte der einzelnen Träger-Organisationen koordiniert und steuert.

Über 100 ehrenamtliche Mitarbeiter des „fairplay“-Projekts von Herzenslust (AIDS-Hilfe NRW e.V. und Check UP/AIDS-Hilfe Köln e.v.) und der  „ICH WEISS, WAS ICH TU“-Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. kümmern sich um die Gäste aus aller Welt. In dem Anlass entsprechenden Schiedsrichteroutfits sind sie während der Wettbewerbe, der Eröffnungsfeier und am Abend auf den Partys und in den Kölner Kneipen unterwegs.
„Wir verteilen natürlich auch Kondome, aber das ist nicht alles“, betont der Projektleiter des Fairplay-Teams Felix Laue. ‘ICH WEISS, WAS ICH TU‘ und ‚fairplay‘ stehen für einen verantwortungsbewussten und lustvollen Umgang miteinander.“ Damit der Spaß am Sex möglichst ohne unangenehme Folgen bleibt, leisten die Teams Hilfestellung dabei, das eigene Risikoverhalten besser einzuschätzen. Mit sich und seinen Sexpartnern fair umgehen, lautet die Botschaft.

Die Deutsche AIDS-Hilfe unterstützt die Aktion zudem mit 50.000 Cruisingspacks, produziert Infoflyer und Präventionsspots für die Kölner Gay Games. Die AIDS-Hilfe NRW e.V. steuert Manpower und weitere Medien für die Aktionen bei. Beteiligt sind Herzenslustgruppen aus ganz NRW sowie bundesweite Präventionsteams.
Ein wichtiger Bestandteil ist die bundesweite Beratungshotline unter 0049 (0) 180 33 19411, an der geschulte Mitarbeiter/innen die wichtigsten Fragen zu HIV und AIDS beantworten. Ebenso wird hier Hilfe vermittelt, wenn die Gefahr einer akuten Infektion mit HIV bestanden hat und eine Soforttherapie (PEP) notwendig sein könnte oder wenn HIV-Positive Besucher ihre HIV-Medikamente verloren haben. „Wir können natürlich kein rundum-sorglos-Paket anbieten, aber wir haben es mit unseren Partnern geschafft, für alle wesentlichen Bereiche Informations- und Hilfsangebote auf die Beine zu stellen“, so Lohaus.

Den Veranstaltern der Gay Games sind Integration und solidarischer Umgang auf allen Ebenen wichtig. „Be part of it bedeutet auch, dass wir ein Zeichen setzen müssen hinsichtlich der Rechte und der Benachteiligung von Menschen mit HIV in vielen Ländern der Welt.“ Mit einem Memorial Moment während der Eröffnungszeremonie wird der bisherigen Opfer von Aids gedacht. Im Rainbow Run und mit einer Gedenk-Aktion in der Antoniter-Kirche erinnert die Aids-Hilfe Köln daran, dass von Aids betroffene Menschen nach wie vor Solidarität sowie gesellschaftliche und individuelle Unterstützung brauchen.

Lesung HIV-Blog 2.0 zum CSD Bielefeld 2010

Selbstbewusstsein ist das beste Accessoir – so lautet der Leitspruch des jungen Mannes, der heute Abend im Rahmen der Kulturwoche zum CSD Bielefeld 2010 ins Ratscafé einlädt.

Der diesjährige CSD Bielefeld wird dem Motto, die Masken fallen zu lassen und sich zu ZEIGEN, mit einer Lesung zeitgemäß und digital entgegenkommen: Der 20 jährige Marcel Dams aus Essen ist seit einem Jahr HIV-positiv und führt seitdem ein digitales Tagebuch. Er erklärt, wie er das Web 2.0 generell sieht & warum er es als Medium gewählt hat, sich mit seiner HIV-Infektion öffentlich auseinander zusetzen.

„Ich bin mir sicher, durch ein offenes Leben mit HIV, kann man Diskriminierung abbauen. Nur durch Offenheit stellen die Leute Fragen und Fragen sind gut – denn sie klären auf und bauen gleichzeitig Vorurteile und Ängste ab, die zur Diskriminierung führen! Deshalb habe ich mich entschlossen diesen offenen Weg zu gehen um, zumindest in meinem Wirkungskreis, für Aufklärung zu sorgen!“, so Marcel Dams über seine Motivation zum HIV-Blog 2.0.

Heute, am Mittwoch, 14. Juli 2010 liest Marcel Dams im Bielefelder Kaffeekunst Ratscafé, Niederwall 12 um 19.00 Uhr aus seinem Blog und berichtet über seine Erfahrungen mit den digitalen Plattformen Facebook, Twitter, Youtube, etc..

Aber auch außerhalb seines online Tagebuchs ist Marcel ein viel gefragter Mann. Durch seine offene Art und sein selbstbewusstes Auftreten ist der junge Essener in kurzer Zeit ein wichtiger Bestandteil der Präventionsarbeit in Deutschland herangewachsen. Er unterstützt die DAH bei zahlreichen Aktionen und auf vielen CSDs als aktiver Unterstützer dabei. Schon am Freitag ist Marcel in München unterwegs und unterstützt das Team von IWWIT.

UPDATE: 16.07.2010

Hier der Blogbeitrag von Marcel in seinem HIV Blog 2.0

Deutsche AIDS-Hilfe startet neues Internetportal „Gut zu wissen“

Mit dem Slogan „Gut zu wissen“ startete die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) das neue Portal aidshilfe.de: Das Angebot soll die erste Adresse zum Leben mit HIV und eines der führenden Informations- und Dialogportale zu allen Fragen rund um HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen werden.

Das Portal nutzt die ganze Klaviatur des Web 2.0. Im eigenen Blog liefert das DAH-Redaktionsteam z.B. Hintergründe zu aktuellen Themen und lädt zum Diskutieren ein. In einem passwortgeschützten Bereich kann sich der Nutzer die Seite nach eigenen Bedürfnissen gestalten – mit den persönlich favorisierten Rubriken auf der
Startseite.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) förderte den Relaunch der neuen Website. Der Start der neuen aidshilfe.de wird begleitet von der Aktion „HIV ist mir nicht egal!“. Unter diesem Motto ruft die DAH auf, ab sofort auf aidshilfe.de ein Zeichen für die HIV-Prävention und zur Solidarisierung mit Menschen mit HIV und Aids zu setzen. Ziel ist es, in vier Wochen mehr als eine Million Unterstützer zu zählen. Zahlreiche soziale Netzwerke, Medien und DAH-Kooperationspartner unterstützen den Aufruf. In Kooperation mit RTL 2 ist ein TV-Spot „Gut zu wissen – aidshilfe.de“ entstanden, den der Sender kostenlos ausstrahlt – er wird auch über das Internet verbreitet. (PRIDE1.de/ml/pm)

ColognePride: Unser „Stolz“ hat uns „bewegt“!

Der ColognePride 2010 liegt hinter uns, ein Ende der schwullesbischen Feierlichkeiten ist in Köln aber noch lange nicht in Sicht. Nachdem am Wochenende wieder Hunderttausende die Kölner Straßen erobert haben, blickt die Rheinmetropole schon dem nächsten Großevent entgegen. Die VIII. Gay Games stehen an und locken mehr als 10.000 Teilnehmer zu 35 verschiedenen Sportarten und zahlreichen kulturellen Höhepunkten in die Domstadt.

Ein Fest fürs Auge – und für den guten Zweck

Jahr für Jahr folgen weit über 1500 Gäste der Einladung der Kölner AIDS-Hilfe und kommen am Freitagabend im Maritim zusammen. Gemeinsam unterstützt man das Engagement der Organisation und feiert mit Prominenz aus Politik und Fernsehen die legendäre AIDS-Gala im Rahmen des ColognePride. 25 Jahre AIDS-Hilfe Köln – waren in diesem Jahr nur ein Anlass für die Stars der Szene den roten Teppich im Foyer des Maritims zu betreten. Die Moderatoren Ralph Morgenstern und Ross Antony zogen das Publikum in ihren Bann und sorgten mit viel Witz und noch mehr Charme dafür, dass auch die letzten Reihen von ihren Sitzen gerissen worden. Musikalisch sorgten unter anderem Corinna May, basta und DSDS-Finalist Manuel Hoffmann für gute Unterhaltung. Das Duett von Ross und seinem Lebenspartner Paul Reeves sorgte für eine einmalige Spannung im Saal – Gänsehautfeeling all over -  und Comedian „Knacki“ Deuser sorgte mit politischem und fußballerischen Einlagen für ordentliche Lacher. Ein gelungener Abend für alle und Standing Ovations für das engagierte Team der AIDS-Hilfe Köln für 25 Jahre Engagement und Tatendrang.

Der Blick nach vorn – Die Kompassnadel 2010

Engagement zeigten auch die beiden diesjährigen Preisträger der Kompassnadel. Bereits zum zehnten Mal haben das Schwule Netzwerk NRW und die AIDS-Hilfe NRW den Preis an Personen, die sich für die Rechte der queeren Community einsetzen und stark machen verliehen. IN diesem Jahr durfte sich neben dem offen schwulen Comic-Star Ralf König, auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger über die Trophäe freuen. „ Die Justizministerin hat zu Recht die bedeutendste Auszeichnung der homosexuellen Community in Deutschland erhalten. Unter Ihrer Federführung wurde der § 175 endgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Sie hat erreicht, dass auch in Bayern die Standesämter für Lesben und Schwule geöffnet wurden. Und sie setzt […] weitere Verbesserungen für die Bürgerrechte Homosexueller durch.“. so Michael Kauf, MdB FDP.

Stolz bewegt die Besucher des Kölner CSD-Wochenendes

Die Wetterfrösche hatten es wieder einmal gut gemeint und so war man schon ein wenig erschrocken, das gesamte Wochenende bei über 35 Grad zu feiern. Aber die Veranstalter des ColognePride haben es eben auch wieder einmal geschafft, eine gelungenen und eindrucksvolle Großveranstaltung zu organisieren. Da konnte auch der „kleine Wetterumschwung“^^ am Samstag nichts dran ändern. Drei Tage volles Programm auf drei großen Bühnen – tausende Menschen auf der Straße und eine Parade, die bundesweit ihre Einzigartigkeit abermals bestätigen konnte. Mehr als 100 Gruppen haben in diesem Jahr an der CSD Parade teilgenommen – mehr als eine halbe Million Besucher haben sie „bewundert“ und die politische Demonstration begleitet. Danke an das gesamte Team vom ColognePride für ein eindrucksvolles, buntes und wichtiges Wochenende für die quuere Community!

Danke möchten WIR an dieser Stelle auch den GAYS.DE Reportern sagen, die für uns in Köln unterwegs waren. Sie waren für Euch auf den zahlreichen Partys, dem Straßenfest, kulturellen Veranstaltungen und natürlich der großen Parade unterwegs und haben die schönsten Momente festgehalten.DANKE!

FÜR Euch unterwegs waren:  crazy-life, Dodo-Hamburg, FreeFlight, Freshmaker, Littlebullet, Phil, Roney und Tatjana_Taft sowie unsere Helfer: Anika, Thorsten, Stephan und Daggi&Diana von maizucker.

Die Kompassnadel 2010

Kompassnadeln dienten früher, manchmal auch noch heute im Allgemeinen der Wegfindung. So zeigen sie doch mit steter Regelmäßigkeit in Richtung Norden.  Heute wird dieser Job meist von Navi, iPhone oder beispielsweise Google Maps professionell übernommen. Damit finden wir unsere Wege zielsicher und direkt. Gleichzeitig jedoch gibt es auch einige Wege, die nicht immer so einfach durch eintippen der Zieladresse zu erreichen sind. Einer dieser Wege ist der von Schwulen und Lesben durch den gesellschaftlichen Alltag.

Doch immer häufiger tauchen auch hier Kompassnadeln auf, Menschen die sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzen, die Ihnen helfen den Weg zu finden. Diese Wegweiser in unserer Gesellschaft werden bereits seit 10 Jahren mit der Verleihung eines Ehrenpreises ausgezeichnet, so erhalten jährlich jeweils eine ehrenamtlich tätige, sowie ein Person des öffentlichen Lebens die Kompassnadel. Regelmäßig zum CSD in Köln findet die feierliche Verleihung mit ca. 800 geladenen Gästen im Gürzenich zu Köln statt.

In diesem Jahr wird anlässlich des CSD Empfangs vom Schwulen Netzwerk NRW e.V. und der AIDS-Hilfe NRW am 3. Juli 2010 von 12 Uhr bis 15 Uhr die Verleihung des begehrten Preises durchgeführt. Ehrenpreisträger sind dieses Mal die Bundesministerin der Justiz Sabine Lautheusser-Schnarrenberger sowie der Comic-Zeicher Ralf König.

Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger war bereits 1994 Justizministerin, als die Abschaffung des § 175, welcher homosexuelle Handlungen bedingt unter Strafe stellte, durchgesetzt wurde. Als Landesparteivorsitzende der FDP in Bayern setzte sie durch, das seit dem 1. September 2009 auch in Bayern die Standesamtliche Beurkundung von Homosexuellen lebenspartnerschaften möglich ist.
Weiter bemühte sich die Ministerin um die Verankerung von dringend notwendigen Änderungen zur Verbesserung der Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

Ralf König ist seit 30 Jahren bekannt für seine satirisch, selbstironischen Zeichnungen zu Themen des Homosexuellen Lebens.  Auf humoristische Art und Weise greift er dabei die verschiedensten Themen auf und nimmt sich selbst gern auf die „Schüppe“.  Das underground Magazin Zomix als auch die Schwulenzeitschrift Rosa Flieder profitierten von seinen Comics ebenso wie Ende der 1990er Jahre das Schwule Netzwerk NRW mit seiner Bildkampagne zu „Lesbische und Schwule Familien“. Seit 2007 ist er im wissenschaftlichen Beirat der Giordano Bruno Stiftung tätig, dies ging einher mit der Veröffentlichung des religionskritischen Comics „Der neue Bund“ zur Unterstützung des Kampfes gegen Homophobie. 2009 erhielt er den Gache Wurzn Preis für Zivilcourage des Bundes für Geistesfreiheit. (mdn)

Morgenstern und Antony bei Kölner Aids-Gala

Am 2. Juli findet in diesem Jahr die traditionelle Kölner-Aids-Gala statt. Zum inzwischen 19. Mal öffnet sich dann der Vorhang für Stars, Sternchen, jung, alt, homo und hetero. Für einen unterhaltsamen, entspannten und abwechslungsreichen Galaabend sorgen viele Künstlerinnen und Künstler, die für die gute Sache allesamt auf ihre Gage verzichten. Mit dabei sind unter anderem die a capella Gruppe Basta, Comedian Klaus-Jürgen “Knacki” Deuser, das Trommelevent Drum Cafe, die Gesangsgruppe Les Humphries Singers, Corinna May, eine der schönsten Stimmen unserer Zeit, Susanne Pätzold mit dem Improtheater “3 Kölsch ein Schuß”, Opernsänger Paul Reeves, Multitalent Marcos Schlüter alias René Gligée und Sängerin Ireen Sheer. Durch das facettenreiche Programm führen in diesem Aidshilfejubiläumsjahr Ralph Morgenstern und Ross Antony.

Neben all dem Feiern sollte aber eines nicht vergessen werden: Nach wie vor infizieren sich viele Menschen mit dem HI-Virus – alleine in Köln wurde im vergangenen Jahr durchschnittlich jeden zweiten Tag ein Mensch positiv auf HIV getestet. Auch wenn sich die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren deutlich verbessert haben, so ist Aids immer noch nicht heilbar und ein positives Testergebnis ist und bleibt ein einschneidendes Ereignis im Leben eines Menschen, welches das bisherige Leben grundlegend verändert.

Seit 25 Jahren unterstützt die Aidshilfe Köln Menschen mit HIV und Aids und fördert die Prävention. Dabei steht 25 Jahre Aidshilfe Köln für 25 Jahre Erfahrung, Kompetenz und Vertrauen. Gegründet als kleine Selbsthilfegruppe, ist die Kölner Aidshilfe mit über 300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen eine der größten Aidshilfen in Deutschland.

Mit dem Kauf einer Eintrittskarte trägt jeder dazu bei, dass die Aidshilfe Köln auch in Zukunft Menschen mit HIV und Aids unterstützen und die Prävention vorantreiben kann. Das Galaprogramm wird traditionell von Dolmetscher/innen in Gebärdensprache übersetzt und der Zugang zur Kölner Aids-Gala ist auch für Menschen mit Behinderungen barrierefrei. (Quelle: Pride1/ml/pm; Bild: vvg – AIDS-GALA 09)

Gay Challenge 2010 – Entdecke die schwule Szene deiner Stadt

Gemeinsam mit “Herzenslust”, der Präventionskampagne der  AIDS-Hilfe NRW, startet die AIDS-Hilfe Bielefeld e.V. am 29. Mai 2010 ein neues Pilotprojekt.

Unter dem Motto: “Die schwule Stadtrally mit Herz und Lust” findet in Kooperation mit vor Ort ansässigen Vereinen, Lokalen, Treffpunkten und Beratungsstellen die “Gay Challenge 2010″ statt. Als Medienpartner konnte die deutschsprachige Online-Community GAYS.DE gewonnen werden.

Junge Schwule sind aufgerufen, ihre Stadt neu zu entdecken. Szenetypische Lokale, Begriffe aus der schwulen Welt sowie alltägliche Fragen zum Thema  Homosexualität werden Bestandteil der Stadtrally sein.

Hintergrund der Aktion ist, dass die schwule Welt zunehmend online stattfindet. Immer weniger junge Männer kennen die Beratungs- und Freizeitangebote ihrer Stadt. Egal ob schwuler Jugendtreff oder schwuler Sportverein – der erste Kontakt zur Szene läuft zunehmend in der virtuellen Welt ab. Grund genug für die AIDS-Hilfe Bielefeld e. V. mit einem Pilotprojekt zu starten.

In Zusammenarbeit mit dem „Bielefelder-Herzenslust-Team“ wurde ein Aktionstag erarbeitet, der den Teilnehmern die schwule Szene ihrer Stadt näher bringen soll.
„Gemeinsam mit Gleichgesinnten sollen Aufgaben gelöst und die realen Anlauf- und Treffpunkte für junge Schwule erkundet werden. Die virtuelle Welt soll dabei umfassend mit eingebunden werden.“, so Peter Struck, Geschäftsführer AIDS-Hilfe Bielefeld e.V.

Die erste „Gay Challenge 2010 – die schwule Stadtrally mit Herz und Lust“ dient als Vorlage für ein landesweites Projekt der AIDS-Hilfe Nordrhein-Westfalen. Die Präventionskampagne „Herzenslust“ und die Bielefelder AIDS-Hilfe e.V. treten dabei erstmalig gemeinsam als Organisator und Veranstalter auf und möchten das Gesamtkonzept erfolgreich aufarbeiten und sodann ihren Partnereinrichtungen präsentieren. Für die Verknüpfung der realen mit der virtuellen Welt, haben die Veranstalter die schwule Online Community GAYS.DE sowie die Internetseiten der Szene-Lokale und teilnehmenden Institutionen aktiv in die Stadtrally eingebunden.

Die „Gay Challenge 2010 – Die schwule Stadtrally mit Herz und Lust“ startet am 29. Mai 2010 um 15:00 Uhr in der AIDS-Hilfe Bielefeld e.V., Ehlentruper Weg 45a |33604 Bielefeld; Tel: 0521-133 388. Die Teilnahme ist kostenlos.

Am Ende der Stadtrally findet für alle Teilnehmer ein gemütlicher Grillabend im Garten der AIDS-Hilfe statt.