Berlinale: 26. TEDDY AWARD im Flughafen Tempelhof

 

Datei:Teddy Award Logo.gifAm 17. Februar wird im Zentralflughafen Tempelhof zum 26. Mal der wichtigste queere Filmpreis, der TEDDY AWARD, im Rahmen der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin vergeben. Mit dem TEDDY AWARD werden Filme in den Kategorien bester Spielfilm, bester Dokumentar/Essayfilm und bester Kurzfilm ausgezeichnet.

2012 kommen gleich zwei Special TEDDY AWARDs auf die große Bühne: Für ihr Lebenswerk geehrt werden die große deutsche Regisseurin und wahre Avantgardistin Ulrike Ottinger, sowie der Trans-Superstar der ersten Stunde, quasi der Pate aller Superstars und deren blueprint, Mario Montez, beide Meister im Spiel der Identitäten und emanzipatorisch inspirierende Ikonen der Filmwelt.

Das queere und abwechslungsreiche Programm der TEDDY AWARD Verleihung verspricht einen funkelnden Abend: Moderiert wird die festliche Gala von Jochen Schropp, Schauspieler und Moderator, bekannt aus der erfolgreichen Fernsehsendung „X-Factor“. 2010 und 2011 war Jochen Schropp für den Deutschen Fernsehpreis als bester Entertainer nominiert, 2007 für den Grimme-Preis.

Welchen Song die äußerst vielfältige Künstlerin Marianne Rosenberg an diesem Abend singen wird, bleibt eine Überraschung, gerade tourte sie sehr erfolgreich mit ihrer neuen CD „Regenrhythmus“. Mit ihrem „Elektropop anticonformiste“ wird das französische Duo Stereo Total Underground-Chic und Glamour bei Gala und Late Night-Konzert in der Flughafenhalle entfalten. Die kanadische Elektroclashikone Peaches agiert konfrontativ, explizit und direkt. Die Künstlerin mit dem starken Image und der angriffslustigen Bühnenpersönlichkeit übertritt in ihren körperbetonten Auftritten bewusst die Grenzen der Konvention und ist immer Garant für explosive Performances.

Der gesamte Abend wird vom Sender arte aufgezeichnet und am 18. Februar ausgestrahlt. Am 19. Februar zeigt auch der rbb die Verleihung der TEDDY AWARDs.

 

Ausstellungseröffnung im Schwulen Museum

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Eine Münchner Lokalgröße im Schwulen Museum? Harry Raymon hat auch Berliner Wurzeln: 1957 spielte er neben Horst Buchholz in Georg Tresslers Endstation Liebe einen jungen Arbeiter, in den frühen 1960er Jahren gehörte er zu den Mitbegründern des Forum Theaters am Kurfürstendamm, wo er inszenierte und als Schauspieler auftrat. Seine Schauspielausbildung absolvierte Harry Raymon nach dem Dienst in der US Army in Erwin Piscators Dramatic Workshop in New York. Seine ersten Auftritte wagte er dort und im Sommertheater, wo er mit Tony Curtis auf der Bühne stand.

 

Geboren wurde er als  Harry Heymann in Kirchberg im Hunsrück. Sein Vater besaß dort ein Textilgeschäft. Als 1933 die Repressalien gegen jüdische Bürger begannen, drängte Harrys Mutter auf Auswanderung. Die Familie emigrierte 1936 in die USA. Harry besuchte die Schule in New York und träumte von einer Kariere als Filmstar. Aber seine Eltern kauften eine Hühnerfarm in New Jersey. Nach dem High School Abschluss wurde er 1944
einberufen. Seine Aufgabe in der Army war die Befragung von Kriegsgefangenen. Nebenher besuchte er Kurse für Schauspiel, eine Fortbildungsmaßnahme der amerikanischen Armee in Frankreich für ihre Soldaten. Gastdozentin war Marlene Dietrich.

 

1948 kam Harry Raymon über Paris nach Stuttgart, wo er in der Musikhochschule Gesang studierte. Seine Eltern waren wenig begeistert, dass er ins Land der Täter zurückkehrte. Hier gründete er das Pantomimische Theater Die Gaukler. Die Gruppe hatte Erfolg: Gastspiele in ganz Europa sollten bis 1955 folgen. Mit seinem Freund Wolfgang Parr versuchte er sich als Stückeschreiber. 1963 erschien das erste Stück im Fischer-Verlag. 1982 wurde im Forum des jungen Films Harry Raymons erste Regiearbeit Regentropfen vorgestellt. Hier setzte er erstmals die Erfahr

 

Schwules Leben zeigt sein Dokumentarfilm Im Glockenbachviertel von München, der 2007 entstand. Zwischendurch schreibt Harry Raymon Romane und Erzählungen. 2005 erscheint der autobiographische Roman Einmal Exil und zurück, der der Ausstellung den Titel gab. Zu sehen sind Fotos undungen der Auswanderung seiner Familie künstlerisch um. Weitere Arbeiten als Schauspieler und Synchronsprecher folgten. Harry musste erleben, dass er in der Bundesrepublik vorwiegend als Ausländer, besonders oft als Araber besetzt wurde. Die Schauspielkarriere kam ins Stocken. Der Job als Reiseleiter blieb vorübergehend, neue Engagements in Fernsehen, Theater und Werbung folgten.
Dokumente aus dem Besitz von Harry Raymon, angereichert durch Material aus dem Stadtmuseum Berlin, dem jüdischen Museum München, der Deutschen Kinemathek und Leihgaben aus Privatbesitz. [

 

Am Mittwoch, den 1. Februar 2012 um 19 Uhr findet in der Ausstellung eine Lesung mit Harry Raymon statt.
Eröffnet wird die Ausstellung bereits am Donnerstag, 26. Januar 2012, 19.00 Uhr im Schwulen Museum Berlin, Mehringdamm 61 und läuft bis zum 1. Mai 2012.

 

 

 

 

 

 


 

Die Welt zu Gast im Berliner Regenbogenkiez

Zum ersten Mal tagt vom 30. November bis 03. Dezember 2011 ein internationaler Kongress der Regenbogenkieze in Berlin. Zur ‘International MANEO Conference’ (IMC)  kommen Gäste zahlreiche Erdteilen nach Berlin um gemeinsam zu erörtern, was urbanes Zuhause und tolerantes Miteinander in einer zunehmend globalisierten und ökonomisierten Welt bedeuten, die nicht frei von Diskriminierung und Vorurteilen ist.

Unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, diskutiert das internationale Fachpublikum drei Tage lang das Potential der Vielfalt, von global bis lokal. Aus Deutschland werden neben Berlin die Städte Hamburg, Köln und München vertreten sein.

Als Keynote Speakers sprechen Klaus Wowereit, Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin aus Köln, Dagmar Roth-Behrendt, Vizepräsidentin des europäischen Parlaments, Victorio Taccetti, der Botschafter Argentiniens, Andrée Christine van Es, stellvertretende Bürgermeisterin aus Amsterdam, Bevan Dufty, ehem. Bezirksbürgermeister aus San Francisco, Yaniv Weizmann, Stadtratsabgeordneter von Tel Aviv und Kieran Rose, Stadtentwicklungsexperte aus Dublin. Zu den etwa 150 erwarteten Gästen zählen weitere namhafte Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Polizei und NGOs. (Quelle: PRIDE1/td; MANEO)

Weniger Gewalttaten gegen Schwule in Berlin!

Bei einem Treffen des Bündnisses gegen Homophobie am vergangenen Donnerstag stellte der Direktor des Landeskriminalamtes, Christoph Steiof, auch die aktuellen Zahlen der Berliner Kriminalitätsstatistik vor. Danach ist die Anzahl der Fälle von Hasskriminalität gegenüber Schwulen und Lesben in Berlin laut Kriminalitätsstatistik rückläufig.

2011 liegen die Zahlen der ersten drei Quartale unter dem Vorjahresniveau, es wurden bislang 67 Fälle bei der Polizei gezählt – im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 98. Ein noch deutlicherer Rückgang ist bei Gewaltdelikten feststellbar. Sie fielen von 41 auf 22 Fälle im Vergleichszeitraum.

„Das ist eine gute Nachricht, aber noch kein Grund zur Euphorie“, so Steiof während der Bündnistagung. Der Direktor des Landeskriminalamtes betonte, dass „bei homophoben und transphoben Straftaten von einem hohen Dunkelfeld auszugehen“ ist. Diese Form der Kriminalität enthalte „Botschaftscharakter“, die den Betroffenen signalisiere, nicht erwünscht zu sein und jederzeit mit Repressalien rechnen zu müssen.

Auch der anwesende Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der zugleich Schirmherr des Bündnisses gegen Homophobie  ist, sprach in diesem Zusammenhang von „teils üblen Beschimpfungen“, die ihn wegen seines offenen Umgangs mit Homosexualität kontinuierlich erreichen. Alle Anwesenden betonten die Notwendigkeit weiterer Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft, wie sie vom Bündnis gegen Homophobie praktiziert wird.

Dem Bündnis gegen Homophobie gehören derzeit 39 Mitglieder aus der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft an, die sich aktiv für Respekt und Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen einsetzen. (Quelle: PRIDE1/td)

GAYS.DE Bild der Woche: Wir sind Papstprotest!

Das Bild der Woche KW 38 ist passend zum Besucht von Papst Benedikt XVI. gewählt: Ein Kreuz mit Regenbogenflagge. Denn egal ob gläubig oder nicht – wir alle existieren und haben ein Recht unser Leben so zu gestalten, wie wir es für richtig halten.

Genau diesen Kerngedanken haben gestern auch mehr als 15.000 Menschen in Berlin verfolgt. Bei der Demonstration „Keine Macht den Dogmen“, organisiert vom Bündnis “Der Papst kommt“ , haben unterschiedliche Interessengruppen gemeinsam, friedlich gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes ihren Protest geäußert. Nach einer kurzen Verzögerung durch die Behörden vor Ort, sprachen mehrere Redner/innen zum Thema Frauen, Homosexualität, Kondompolitik sowie Trennung von Kirche und Staat am Potsdamer Platz. Anschließend zogen alle gemeinsam Richtung Bebelplatz.

Der Zug der „Papstgegner“ startete mit ca. 10.000 Teilnehmern. Unter ihnen auch Uta Ranke-Heinemann, Volker Beck und weitere Abgeordnete des Deutschen Bundestages. DJane MARUSHA sorgte nach den letzten eindringlichen Worten der Redner für eine entspannte Partyatmosphäre, bei der der Tag „ruhig“ ausklang.
Hingegen anderslautender Medienberichten blieb die Veranstaltung bis nach der Abschlusskundgebung friedlich, wie die Einsatzkräfte vor Ort bestätigten.

Das Bündnis „Der Papst kommt“ wurde Anfang des Jahres vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg initiiert. Dem Bündnis gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes haben sich inzwischen 70 Organisationen angeschlossen. Die Demonstration, die parallel zur Rede des Papstes im Deutschen Bundestag stattfand, wurde vom Berliner CSD e.V. organisiert.

Das GAYS.DE Bild der Woche wurde von unsere lieben Daggi geschnappschusst. Mehr Bilder und Arbeiten der Jungfotografin auf maizucker.de.

Mehr zum Thema:

Weiterlesen im GAYS.DE Newsblog
Reaktionen auf die Papst-Rede
Protest gegen den Papst: „Keine Macht den Dogmen“
Tausende protestieren in Berlin gegen Papst-Besuch (VIDEO)
“Ratze, go home!”

Papst Benedikt in Berlin

Heute um 10:18 Uhr landete der Papst auf dem Berliner Flughafen Tegel. Roter Teppich und – wie es das Protokoll verlangt – die Begrüßung durch Bundespräsidenten Christian Wulff und der First Lady. Der „Staatsbesuch einen Kirchenoberhauptes“ scheint ohne Zwischenfälle zu laufen – bis jetzt.

Denn schon im Vorfeld des Papstbesuchs gab es Protest. Bei der Rede im Bundestag werden mehr als 100 Abgeordnete fern bleiben – Ehemalige mussten eingeladen werden. Ein Teil derer, die dann doch anwesend sein werden, werden anschließend zu den Gegendemonstrationen erwartet und sich gegen den Papstbesuch aussprechen.

Vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland e.V. kommt indes die Forderung, in Gesprächen mit Papst Benedikt XVI., dessen menschenverachtende Haltung gegenüber Lesben und Schwulen kritisch zur Sprache zu bringen. „Deutsche Politik muss Klartext reden: Niemand darf sich erheben, seinen vermeintlich rechten Glauben über die Rechte der Menschen zu stellen.“, so Manfred Bruns, Sprecher LSVD.

Der Papst beschimpft die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften als „Legalisierung des Bösen“ und ruft zum Widerstand gegen demokratisch beschlossene Gesetze auf. Bereits die politische Unterstützung für schwule und lesbische Paare gilt ihm als „schwerwiegend
unsittliche Handlung“.
Bei den Vereinten Nationen macht der Vatikan in trauter Eintracht mit Saudi-Arabien oder dem Iran Front gegen die Menschenrechte von Homosexuellen. Er versucht, jegliche Maßnahmen zum Schutz von Lesben und Schwulen vor Verfolgung zu hintertreiben. Bereits 1992 hat der damalige Kardinal Ratzinger die Parole ausgegeben, dass es „kein Recht auf Homosexualität gibt“. Dieser menschenrechtswidrigen Maxime folgt die Politik des Vatikans bis heute. Der Papst trägt persönlich große Schuld daran, dass Homosexuellen in vielen Ländern das Leben zur Hölle gemacht wird, dass sie staatliche Verfolgung, Willkür und Gewalt erfahren.

Darüber dürfen deutsche Politikerinnen und Politiker nicht freundlich hinweg lächeln. Sie sind aufgefordert, auch gegenüber dem Papst für die Werte unseres Grundgesetzes auf freie Entfaltung der Persönlichkeit damit für die Menschenrechte auch von Lesben und Schwulen einzutreten. Es ist empörend, dass Bundesinnenminister Friedrich Kritik an den Positionen des Vatikans gegen Homosexuelle als „Klein-Klein-Diskussion“ abtut. Ausgerechnet der Verfassungsminister Deutschlands zeigt damit ein merkwürdig selektives Grundrechtsverständnis.

Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen demonstriert der LSVD heute ab 16:00 Uhr in Berlin, Potsdamer Platz, gegen die menschenverachtende Politik dieses Papstes.

DemonstrationRouteBerichterstattung

Demo startet 16.00 Uhr mit Kundgebung am Potsdamer Platz

Am morgigen Donnerstag um 16.00 Uhr startet die Demonstration des Bündnisses „Der Papst kommt“ mit einer Kundgebung am Potsdamer Platz unter dem Motto „Keine Macht den Dogmen!“. In dem vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg initiierten Bündnis haben sich 70 Organisationen zusammengeschlossen, aus Protest gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes. Die Demonstration, die parallel zur Rede des Papstes im Deutschen Bundestag stattfindet, wird vom Berliner CSD e.V. organisiert. (GAYS.DE berichtete)

Bei der von Frauke Oppenberg und Holger Wicht moderierten Auftaktkundgebung am Potsdamer Platz werden kurze Ansprachen zu den Themen Frauen- und Geschlechterpolitik, Homosexualität, sexuelle und reproduktive Rechte, Kondompolitik sowie Trennung von Kirche und Staat gehalten. Zudem werden Uta Ranke-Heinemann, zwei ehemalige Priester sowie mehrere Bundestagsabgeordnete auf der Bühne erwartet. DJane Monique sorgt für die musikalische Begleitung. Die anschließende Demonstration verläuft entlang folgender Strecke: Potsdamer Platz – Ebertstraße – Hannah-Arendt-Straße – Französische Str. – Glinkastraße – Unter den Linden – Bebelplatz.
Der Demonstrationszug wird von einem Papa-Mobil mit zwei Päpstinnen und zwei Päpsten und dem gemeinsamen Banner des Bündnisses mit Ralf König-Karikatur angeführt. Dahinter folgt der Bündnis-Truck, auf dem DJ Alle Farben auflegt, gefolgt von 10 weiteren Wagen. Der Großteil der Organisationen beteiligt sich mit Fußgruppen an der Demonstration.

Bei der Abschlusskundgebung am Bebelplatz vor der St. Hedwigs-Kathedrale ab 19.00 Uhr werden David Berger, Dr. Schmidt Salomon und Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime sprechen. Für Musik wird die Queen of DJane MARUSHA auflegen. Die Drum Connection wird die Abschlussfeier musikalisch begleiten.

Berlinwahl: Schwuler Kanzler und Hemmschwellen überwinden!

Berlin hat gewählt. Mit einer knappen Mehrheit von nicht einmal fünf Prozent vor der CDU darf die SPD weiterhin den regierenden Bürgermeister von Berlin stellen. Auch wenn sich Klaus Wowereit für die nächsten fünf Jahre einen neuen Koalitionspartner suchen muss – Berlin bleibt weiterhin unter schwuler Führung!

Die Berliner vertrauen auf ihre „Mutti vom Kiez“ alias Klaus Wowereit – Regierender Bürgermeister von Berlin. Und das das dritte Mal in Folge. Bundesweit steigen Wowereits Sympathiepunkte weiter – Und das nicht nur weil er sich als volksnah und Bürgerfreund gibt – auch weil Wowereit gelernt hat sich zu positionieren. Auf seiner Facebookseite buhlt er um Stimmen. Prominente „Freunde“ unterstützen ihn dabei ebenso, wie Bilder von „Wahl-“Veranstaltungen und Co. Wowereit weiß sich zu vermarkten – Und das obwohl er sich offen zu seiner sexuellen Orientierung bekennt. Er hat es geschafft Grenzen zu überwinden und Hemmungen in seiner Stadt abzubauen. Wowereit zählt als Person, alles andere scheint seinen Berlinern als nicht-entscheidungs-bildend. Auf was es ankommt: Er schafft es Berlin nach vorn zu bringen!

Der Erfolg des SPD´lers könnte in den kommenden Jahren aber noch weiter anhalten. Heimlich und unter vorgehaltener Hand gilt Klaus Wowereit schon als neuer Kanzlerkandidat. Für ihn sicherlich eine neue Herausforderung – für die queere Community in Deutschland ein ganz großer Schritt. Ein offen schwuler Kanzler wird garantiert nicht nur innenpolitisch einige Hemmschwellen überwinden können.

Ebenfalls erfolgreich konnte Carsten Schatz den Wahlkampf in Berlin für sich entscheiden. Der Berliner zieht somit als erster offen HIV-Positiver in ein Landesparlament ein. Als Geschäftsführer der LINKEN (LV Berlin) und Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe engagiert sich der gebürtige Altenburger für sozial Benachteiligte und kämpft dafür Hindernisse zu überwinden. Schatz selbst lebt seit Jahren in einer schwulen Partnerschaft. Mehr über den neuen Sympathieträger der LINKEN in Berlin auch bei ondamaris.

Update: 21. September 2011:

Carsten Schatz muss sein Mandat aufgrund einer Wahlpanne wieder abgeben. Nicht wie die ersten Ergebnisse am Sonntagabend verlauten ließen, die SPD habe in Berlin Lichtenberg gewonnen, sondern die Linke konnte den Wahlkampf für sich entscheiden. Der Landeswahlleiter gab bekannt, dass die Ergebnisse korrigiert werden müssen. Ein entgültiges Ergebnis wird für den sechsten Oktober erwartet. Mittlerweile wurden Medienberichte bestätigt, dass Wahlzettel der Berline im Müll gefunden worden sind. Eine neue Auszählung wird die Folge sein.

„Der Papst kommt“ – Eure Unterstützung ist gefragt

Papst Benedikt XVI. besucht in der kommenden Woche die Bundesrepublik Deutschland. Nicht nur Berlin, auch Erfurt und Freiburg sind Stationen seiner Reise. Wie sicherlich alle bereits mitbekommen haben, organisiert das Bündnis der „Papst kommt“ in Berlin eine Großveranstaltung. Mehr zum Thema.

Und jetzt seid Ihr gefragt: Kommt nach Berlin und nehmt an der Demonstration zur menschenfeindlichen Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes teil. Unterstützt uns mit Eurer Anwesenheit und gebt der katholischen Kirche zu verstehen, dass auch wir existieren und nicht diskriminiert werden wollen.

Neben der Demo, die nun vom Potsdamer Platz zum Bebelplatz führen wird, wird es auch eine große Kundgebung mit Rednern aus Politik und den teilnehmenden Bündnispartnern geben.
Und wie es so oft ist, sind die finanziellen Mittel für den ganzen Tag mehr als knapp bemessen. Daher rufen der LSVD und der CSD Berlin e.V. gemeinsam mit den mehr als 60 Bündnispartnern zum Spenden auf. Eure Unterstützung könnt Ihr hier zeigen.

Danke für Eure Stimme. Wir sehen uns am 22. September in Berlin.

Der Papst kann kommen!

Dass Benedikt der XVI. in der kommenden Woche Deutschland, also genauergesagt Berlin, Erfurt und Freiburg, besuchen wird ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Dass er als erster Religionsführer überhaupt vor dem Deutschen Bundestag sprechen wird, kann auch nicht mehr verhindert werden. Auch wenn stets betont wird, er sei ein geladener Staatsgast, als Regierungsoberhaupt des Vatikans ist dies nun mal der Fall, verschwimmen die Grenzen zwischen Staat und Kirche doch zunehmend.

Papst Benedikt der XVI. wird in Deutschland als Oberhaupt der katholischen Kirche empfangen, so weisen es zumindest die Behörden aus. Denn in den Begründungen für das erteilte Demonstrationsverbot des Bündnis „Der Papst kommt“ am Brandenburger Tor ist immer wieder von der überragenden und enormen Schutzbedürfnissen des Papstes die Rede.  Bei anderen Staatsgästen sind Demonstrationen im Sicherheitsbereich jedoch wohl zulässig.

Wie auch immer, das Bündnis „Der Papst kommt“ lässt sich davon nicht weiterhin abschrecken und ruft zur Teilnahme an der Demonstration gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes auf.
Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts und letzen Behördengesprächen wird die Demo am Donnerstag, 22. September 2011 um 16:00 Uhr am Potsdamer Platz beginnen. Weiter geht’s dann vorbei am Denkmal der im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen bis hin zum  an Unter den Linden gelegenen Bebelplatz, wo die große Abschlusskundgebung stattfinden soll.

Mehr zum Thema.

Dem Bündnis „ Der Papst kommt“ gehören mittlerweile mehr als 60 Organisationen, Vereine und Institutionen an. Auch GAYS.DE ist Mitglied und wir Euch über die Geschehnisse in Berlin weiterhin auf dem Laufenden halten.

Positiv zu den gegen die katholische Kirche gerichteten Protesten äußerte sich Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon. Er selbst könne die Motive der Kirchenkritiker gut nachvollziehen, sagte Salomon in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Seiner Meinung nach ist die Haltung der Kirche zu Zölibat, Gleichstellung von Frauen und Männern und eben gegenüber Lesben und Schwulen nicht mehr zeitnah. Salomon begrüßt das Oberhaupt der katholischen Kirche am 24. Und 25. September in seiner Stadt.