GAY-Filmtipp: Shelter

Zu Hause ist, wo du die Liebe findest! – so lautet der Untertitel des neuen Werks von Jonah Markowitz. In den USA bereits angelaufen, ist die Coming-out-Romanze in Deutschland zur Gay-Filmnacht ab 17.April zu sehen.

Sonne, Strand und braungebrannte Typen − das kalifornische San Pedro ist der ideale Ort zum surfen. Neben seinem Job in einer Imbissbude, engagiert sich der junge Zach als Ziehvater für seinen fünfjährigen Neffen. Keine Zeit also für die durchtrainierten Männerkörper, die am Strand umherlaufen. Auch das geplante Kunststudium ist für den Graffiti-Künstler vorerst in weite Ferne gerückt. Als er jedoch den attraktiven Surfer Shaun kennen lernt, ändert sich einiges im Leben des Youngstars. Eine leidenschaftliche Affäre zwischen den beiden Männern beginnt. Zach fühlt sich das erste Mal verstanden. Ein Gefühl, welches er bisher nicht kannte, entflammt in ihm − er ist verliebt! Ausgerechnet seine Schwester Jeannie macht ihm das Leben schwer und verunsichert ihn immer wieder. Der Weg der Identitätsfindung, das eigene Coming-out, der Gefühlskonflikt zwischen Liebe und Karriere sind die zentralen Themen des Films.
Fazit: Sehenswerter Streifen mit einem wahrscheinlich bezaubernden Happyend!

Von verschwitzten Männerkörpern und wenn das Ding drin ist …

Schwuler Fußball?

Homosexualität und Fußball?!

Das Interesse scheint die Überschrift bereits geweckt zu haben, aber lassen wir die (mit Sicherheit) ausgelösten Wünsche und Sehnsüchte einmal offen. Sicher, es geht um Fußball − genauer noch um Homosexualität im deutschen Fußball − aber lest selbst:

Immer noch ein Tabu-Thema, immer noch scheinen die Spieler und Funktionäre
nicht darüber reden, geschweige denn nachdenken zu wollen.
Homosexualität im Fußball − weltweit schweigt man bei diesem Thema.
Es möchte sich keiner outen, die Angst vor der öffentlichen Meinung scheint zu groß. Angst vor Diskriminierung und Abgrenzung. Erinnerungen an Marcus Urban werden wach.
Der ehemalige Mittelfeldspieler hatte das Versteckspiel satt, aber sein Coming-out war alles andere als karrierefördernd.

Wann wird sich der erste Bundesliga-Profi outen? Mit Sicherheit gibt es einen, wenn nicht sogar zwei, drei oder viele… Der DFB steht in jedem Fall hinter seinen Sportlern und sichert Unterstützung und „Rückendeckung” zu. Aktionen zu Länderspielen der Nationalelf sind bereits in Planung. Auch bei der Frauenfußball-WM 2011 sollen zahlreiche Aktionen stattfinden, die die derzeitig existierende Homophobie abbauen sollen. Ein Outing im deutschen Fußball − vielleicht die Geburtsstunde einer neuen Kultfigur für Homosexuelle. Ein schwuler Fußballer, der Star für die homosexuelle Fangemeinde. In jedem Fall würden sich die Medien und Werbeträger um diese Person reißen.

Die DSF-Dokumentation „Das große Tabu − Homosexualität im Fußball” ist die bisher umfangreichste Produktion zum Thema. Der Ex-DDR-Fußballer Marcus Urban ist die Leitfigur der Dokumentation. Entgegen seiner Trainer und mit Ausblick auf eine erfolgreiche Karriere, entschied sich der damals 20-Jährige gegen diese und stand zu sich und seiner Homosexualität. Ein beeindruckendes Werk von Aljoscha Pause, der dafür vom Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) den Felix-Rexhausen-Preis 2008 erhielt.

Veranstaltungstipp:
„Das große Tabu – Homosexualität im Fußball”
Zusehen ist die DSF-Doku am 17. Februar in der Uni Mainz. Ab 20:00 Uhr kann im Hörsaal N3 ein spannendes Filmwerk bestaunt werden. Im Anschluss daran findet eine Diskussionsrunde mit Vertreten des deutschen Prof-Fußballs statt. Unter anderem werden DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Christoph Daum (Köln) anwesend sein.

Foto: Jutta Rotter/PIXELIO

CSD-Saison kann starten – Mardi Gras in Sydney/Australien

Foto: Morgan Carpenter

Mardi Gras; Foto: Morgan Carpenter

Das erste große ‚Happening‘ für Schwule und Lesben aus aller Welt steht an:
Sydneys Gay & Lesbian Mardi Gras!
Vom 15. Februar bis 7. März heißt es in diesem Jahr: „Nationen Vereinigt”.
Die Veranstalter versprechen viel − über 80 Veranstaltungen, bunt gemischt von Party bis Comedy, von Lesung bis Konzert − für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Es ist bereits das 31. Festival, das Interessierte dazu aufruft, das eigene Land zu vertreten. Egal ob mit der Landesflagge in der Hand oder im landestypischen Outfit, eingeladen sind alle, die sich für Toleranz und Anerkennung im Kampf gegen die Diskriminierung Homosexueller engagieren wollen.

Höhepunkt des Festivals ist die Mardi Gras Parade am 7. März. „Wir marschieren lokal, denken aber immer global”, so die Veranstalter. Gemeinsam möchte man ein Zeichen, für die Menschenrechte Homosexueller weltweit, setzen.

Matthew Mitcham, Turmspringer und bekennender GAY, ist die Hauptfigur der diesjährigen Parade. Mitcham gilt als Symbol der Überwindung des ‘nervenden Kampfs’ − um Anerkennung − nach dem Coming-out. Der schwule Sportler ist einer von vielen namhaften Personen, die sich in diesem Jahr für das Festival engagieren.