Rechts geht vor Recht!

Traurig aber wahr! – Die für Sonntag angekündigte Gay Pride in Belgrad (Serbien) – GAYS.DE berichtete – ist kurzfristig abgesagt worden. Die Begründung: Die serbische Gesellschaft ist noch nicht reif für eine solche Veranstaltung.

Nicht das der Staat an sich was gegen die angemeldete Demonstration gehabt hätte – die Diskussionen um ein Stattgeben oder ein direktes Verbot liefen dennoch über Wochen im Vorfeld. Letztendlich hatten die Veranstalter doch einen Erfolg zu verbuchen – die Genehmigung der Gay Pride in Belgrad. In letzter Minute wurde die von Schwulen, Lesben, Bisexuellen  und Transgendern so erwartete Demo-Veranstaltung aber doch abgesagt.

Innenminister Ivica Dacic begründete die Entscheidung mit dem Schutz der Teilnehmer, insbesondere der gesamten Bevölkerung. Eine Gruppe Rechtsextremer hätte mit einem konkret ausgearbeiteten Schlachtplan gegen die Parade für „Stimmung“ in Belgrad gesorgt. Dier Menschenrechte der eigenen Landsleute interessierten da weit weniger – „Es gibt eben wichtigeres als die Rechte von Schwulen und Lesben“, so Dacic. Die Rechtsradikalen hatten unter anderem gedroht, mehrere Brände in der Hauptstadt Serbiens zu legen und die Behörden, die für den Schutz der Demonstranten gedacht waren, zu sabotieren. Für die homosexuellen Teilnehmer der Demo waren selbstgebastelte Bomben angedacht.

Laut Behörden wurde mit der kurzfristigen Absage ein „Gemetzel und Chaos“ verhindert. Die für den Einsatz gedachten Polizeieinheiten hätten den Anforderungen nicht Herr werden können, wenn  die Rechten wirklich alle ihre Ankündigungen wahr gemacht hätten. Schade nur, dass bereits im Vorfeld sowohl Polizei als auch Regierung nicht immer hinter den Schwulen und Lesben des Landes standen. Schnell entsteht so der Eindruck, dass die Parade von vornherein nicht unter einem guten Stern Stand und die „rechtsextreme Gewaltfront“ nun als guter Vorwand genutzt werden kann.
Ebenfalls deutlich wird, dass der Staat in den letzten Jahren der Pride nichts dazu gelernt hat. Denn hätte er die Erfahrungen der Übergriffe der letzten Jahre genutzt, so hätte ein Sicherheitskonzept erarbeitet werden können, welches die Rechten weitläufig fernhält. Serbien ist eben noch nicht bereit für eine solche Veranstaltung. Welche Sanktionen nun aus Brüssel auf Serbien eintreffen bleibt offen.

Polizei muss CSD in Belgrad-Pride schützen

Am 2. Oktober 2011 soll in Serbien zum zweiten Mal eine Parade für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender stattfinden. (GAYS.DE berichtete) Da es in Belgrad bereits im Vorjahr zu gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der Kundgebung kam und für diesen Tag mehrere nationalistische Organisationen Gegenveranstaltungen angekündigt haben, ist der Schutz der Veranstaltung für mehr Gleichstellung durch die Polizei umso notwendiger.

Im Vorfeld hatten einige radikale Polizeivertreter dafür geworben, den Dienst zu boykottieren. Die Kollegen sollen sich krankmelden und die „Parade der Schwuchteln“ nicht unterstützen.
Die Aufklärungs- und Präventionsarbeit zum Schutz von Minderheiten in Serbien steht erst am Anfang. Umso erfreulicher ist es, dass sowohl die serbische Regierung als auch die EU-Delegation und zahlreiche Botschaften der EU-Mitgliedstaaten sich hinter die Organisatoren stellen und an der Parade teilnehmen wollen.

Für das Land Serbien an sich wäre eine friedliche CSD Parade ein großer Erfolg. Denn nur wenige Tage nach der Parade soll der neue Fortschrittsbericht der EU-Kommission erscheinen. Serbien hofft, dass die Kommission darin dem Europäischen Rat im Dezember empfehlen wird, Serbien den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu geben. Die Analyse, ob es Fortschritte bei der Umsetzung der Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender gegeben hat, ist Teil des Fortschrittsberichtes und Basis für die Entscheidung der Kommission. Das friedliche Abhalten der Regenbogenparade ist somit ein mehr als wichtiger Punkt in dieser Analyse.

Große Charity-Auktion für Hamburg Pride e.V.

Das Internetauktionshaus Lauritz.com startet am 19. Oktober eine Wohltätigkeitsauktion zugunsten von Hamburg Pride e.V. Zwei Wochen lang gibt es dann rund um die Uhr viele wertvolle Gegenstände zu ersteigern, die von Spendern für die Auktion zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Erlös unterstützt Hamburg Pride das Projekt „Kings and Queens and In betweens – Vielfalt leben und denken“ des JungLesbenZentrums /Intervention e.V. und des Jugendbereichs vom mhc. Objekte für die Auktion können ab sofort bis zum 15. Oktober im Lauritz.com Showroom (Große Elbstraße 268) abgegeben und gespendet werden.

„Von der Idee, eine Online-Auktion zugunsten der schwullesbischen Community in Hamburg durchzuführen, waren wir von Anfang an begeistert“, sagt Lars Peters, Erster Vorsitzender von Hamburg Pride e.V. „Viele Menschen haben Sachen im Keller oder auf dem Dachboden stehen, die zwar nach wie vor intakt sind, aber schlichtweg nicht mehr gebraucht werden. Gemeinsam mit Lauritz.com wollen wir die Leute nun dazu animieren, diese Dinge für einen guten Zweck zur Verfügung zu stellen. Das schafft nicht nur Luft im Keller, sondern hilft auch, wichtige soziale Szeneprojekte zu fördern.“

Entrümpeln für den guten Zweck: So befreiend kann Helfen sein

Noch bis zum 15. Oktober nimmt der Lauritz.com Showroom in Altona (Große Elbstraße 268) Objekte für die Versteigerung entgegen. Egal ob Möbel, extravagante Gemälde oder Retro-Technik: Jedes Stück ist für die Auktion zugelassen – vorausgesetzt, es hat einen Wert von mindestens 100 Euro. Wie hoch der Wert tatsächlich ist, bestimmen die Experten von Lauritz.com. Vor Ort im Showroom wird jedes abgegebene Auktionsstück bereits im Vorfeld begutachtet und schließlich auf einen Schätzpreis taxiert. So wird gewährleistet, dass ausschließlich hochwertige Artikel in gutem Zustand zur Versteigerung kommen. Wer sich nicht sicher ist, ob der Gegenstand noch so viel Wert ist, kann auch die Online-Taxierung auf www.lauritz.com nutzen: Einfach Foto hochladen und als Betreff „Donate & Dance“ angeben.

Die eigentliche Auktion startet am 19. Oktober online auf Lauritz.com und läuft bis einschließlich 1. November. Teilnehmen kann jeder, der sich zuvor auf www.lauritz.com als Kunde registriert. Sämtliche Erlöse und Provisionen gehen zu 100 Prozent an Hamburg Pride e.V. – doch da bleiben sie nicht: „Wir haben uns dazu entschlossen, mit den Erlösen ein gemeinsames Jugendprojekt vom JungLesbenZentrum/Intervention e.V. und vom Jugendbereich des mhc zu unterstützen“, sagt Lars Peters. „Kings and Queens and In betweens – Vielfalt leben und denken“ heißt das gemeinsame Kunst- und Kulturprojekt.

Abgerundet wird die Charity-Auktion von Lauitz.com durch die Szeneparty „Donate & Dance“. Los geht es am Samstag, den 22. Oktober ab 22 Uhr im Lauritz.com Showroom in Altona. Für eine Nacht verwandelt sich das Auktionshaus im alten Fischereihafen in einen extatischen Tempel voller Musik, Licht und Leidenschaft. Klar, dass ein internationales DJ-Lineup nicht fehlen darf. Unter anderem an den Decks: DJ John Eltong aus Kopenhagen. Tickets gibt es für 10 Euro im Vorverkauf im Lagerhaus (Lange Reihe 27) und für 12 Euro an der Abendkasse. Spender, die Gegenstände für die Auktion zur Verfügung stellen, erhalten freien Eintritt.

„Der Papst kommt“ – Eure Unterstützung ist gefragt

Papst Benedikt XVI. besucht in der kommenden Woche die Bundesrepublik Deutschland. Nicht nur Berlin, auch Erfurt und Freiburg sind Stationen seiner Reise. Wie sicherlich alle bereits mitbekommen haben, organisiert das Bündnis der „Papst kommt“ in Berlin eine Großveranstaltung. Mehr zum Thema.

Und jetzt seid Ihr gefragt: Kommt nach Berlin und nehmt an der Demonstration zur menschenfeindlichen Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes teil. Unterstützt uns mit Eurer Anwesenheit und gebt der katholischen Kirche zu verstehen, dass auch wir existieren und nicht diskriminiert werden wollen.

Neben der Demo, die nun vom Potsdamer Platz zum Bebelplatz führen wird, wird es auch eine große Kundgebung mit Rednern aus Politik und den teilnehmenden Bündnispartnern geben.
Und wie es so oft ist, sind die finanziellen Mittel für den ganzen Tag mehr als knapp bemessen. Daher rufen der LSVD und der CSD Berlin e.V. gemeinsam mit den mehr als 60 Bündnispartnern zum Spenden auf. Eure Unterstützung könnt Ihr hier zeigen.

Danke für Eure Stimme. Wir sehen uns am 22. September in Berlin.

Rosa Wochenende

Rosa Tag 2010

Rosa Tag 2010

Ob der Rosa Tag im Heide-Park ins Wasser fällt können wir nicht sagen. Die Wettervorhersage lässt hoffen, dass am Samstag die Sonne die Oberhand gewinnen wird. Ob aber die Veranstaltung dennoch ins Wasser fällt oder nicht, dass liegt an Euch.

Seit mittlerweile sechs Jahren veranstaltet der CSD Nord e.V. das rosa Event im Heide-Park Soltau. In diesem Jahr scheint es keinen eigenen Tag für den schönsten CSD Abschluss im Jahr zu geben. Denn laut Homepage heißt es: „Den ganzen September über kommt Ihr als “flotter Dreier” zum Preis für zwei in den Heide-Park und unterstützt gleichzeitig die CSDs im Norden.“. Den entsprechenden Gutschein kann man(n) auf der Seite gleich mit runter laden. Und dennoch scheint es eine kleine aber feine Fan-Community geben, die sich via Facebook auf ihren Saisonabschluss freut. Denn da ist immerhin das Datum 10. September 2011 für den Rosa Tag zu finden.

CSD-Woche in Halle (Saale):

Am Montagabend wurde in Halle an der Saale die diesjährige CSD-Woche eröffnet. Bis zum großen Fest am Samstag laden die Veranstalter zu Vorträgen, Diskussionen und Lesungen ein. Am Samstag findet dann auf dem Marktplatz von 11 bis 18 Uhr ein buntes Bühnenprogramm statt, umrahmt von vielen Informationsständen. Musik- und Showdarbietungen unterhalten die Besucher ebenso wie eine Talkrunde zum Thema “10 Jahre Eingetragene Lebenspartnerschaft – Reif für die Ehe”.
Ab 21 Uhr wird zur Abschlussparty in die “Bel Etage” im Com-Center geladen, wo bis weit in die Nachtgetanzt und gefeiert werden kann. (Quelle CSD Halle: PRIDE1/nb)

CSD in Siegen platzt aus allen Nähten

„Flagge zeigen“ – mit diesem Motto forderten die Siegener ihre Besucher auf am Christopher Street Day teilzuhaben. Und die Besucher kamen in Massen. Polizeiangaben zu Folge waren es erneut mehr als im Jahr davor. Für die Siegener ein voller Erfolg, wenn man bedenkt, dass aufgrund wachsender Besucherzahlen in den letzten Jahren bereits mehrmals der Veranstaltungsort umziehen musste. „Und auch im kommenden Jahr werden wir uns der Herausforderung stellen müssen, einen neuen Platz im Stadtgebiet zu nutzen.“, so Ansgar Cziba, Vorstand der Schwulen Initiative Siegen und Träger der Kompassnadel 2011 (GAYS.DE berichtete).

Neben verschiedenen Freizeitangeboten, präsentierten sich die ortsansässigen Vereine und Institutionen und die Besucherinnen und Besucher konnten sich über das Leben und „treiben“ der Community informieren. Die Siegplatte, auf der das Straßenfest nach der Parade stattfand, war bis auf den letzten Quadratzentimeter besetzt, was u.a. an dem herrlichen Wetter gelegen haben wird.

Die Suche nach einem neuen Standort für das Straßenfest, werden die Siegener in den kommenden Wochen angehen. Denn nach dem CSD ist ja auch schon wieder vor dem CSD.
„Gerade in der Provinz ist es wichtig, dass Schwule und Lesben, Bi- und Transsexuelle in die Öffentlichkeit gehen, um auf die Vielfältigkeit der Menschen in der Gesellschaft und deren Lebensformen aufmerksam zu machen“ , heißt es auf der Website zum CSD Siegen 2011. Drücken wir dem Orga-Team also schon mal die Daumen, fürs kommende Jahr.

Alle CSD im Überblick auf GAYS.DE

„Der Papst kommt“ – Nicht allein!!!

Das Bündnis „Der Papst kommt“ engagiert sich seit Anfang des Jahres für einen friedlichen Protest mit verschiedenen Aktionen anlässlich des Besuches des Oberhauptes der katholischen Kirche in Deutschland. Informationsveranstaltungen zur schwul-lesbischen Lebensweise, zum Thema sexuelle Identität und Religion, Kulturveranstaltungen, Kundgebungen und friedliche Demonstrationen am Rande der offiziellen Terminen von Papst Benedikt XVI.

Doch wie sollte es anders sein – Ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Die geplanten Demonstrationen, die sich gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes nicht aber gegen seine Person als Oberhaupt der katholischen Kirche richten sollte, wurde untersagt (GAYS.DE berichtete). Vor dem Brandenburger Tor dürfen Schwule und Lesben nun nicht ihrer Versammlungsfreiheit nachkommen.

„Eine friedliche Demonstration in Hörweite des Bundestages muss möglich sein. Den Papst vor der Hörbarkeit einer Protestkundgebung zu schützen, gehört nicht zu den Aufgaben der Sicherheitsbehörden. Das Brandenburger Tor befindet sich außerhalb der Bannmeile des Deutschen Bundestages. Wir wenden uns entschieden gegen eine Einschränkung unseres Rechtes auf Versammlungsfreiheit. Unser Protest ist friedlich und wird von zahlreichen anerkannten  Organisationen getragen. Wir lassen uns nicht diskreditieren.“, so Jörg Steinert, Geschäftsführer des LSVD Berlin-Brandenburg.

Anlässlich der Rede des Papstes im Deutschen Bundestag hat das Bündnis „Der Papst kommt“ für den 22. September um 16.00 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor und anschließender Demonstration aufgerufen. Nun werden der LSVD BB und der Berliner CSD Verein gemeinsam als Kläger auftreten, um für die Rechte von Homosexuellen Bürgerinnen und Bürgern zu kämpfen.

Das Bündnis wurde Anfang des Jahres vom LSVD Berlin-Brandenburg initiiert, ihm gehören mittlerweile 54 Organisationen an – darunter Gliederungen von SPD, FDP und Grünen sowie der Berliner Landesverband der Partei DIE LINKE. Mehrere tausend Personen haben die Resolution des Bündnisses bereits unterzeichnet. Prominente Personen, wie z.B. Uta Ranke-Heinemann, werden bei der Kundgebung am 22. September eine Ansprache halten.

100.000 bei CSD-Parade in Hamburg

GAYS.DE - Liebe ist VielfaltMehr als 100.000 Menschen haben an der Parade zum 31. Christopher Street Day (CSD) in Hamburg teilgenommen. Nach ein paar technischen Schwierigkeiten, haben auch wir es geschafft, endlich die Bilder der Parade online zu stellen. Bitte entschuldigt das lange Warten.

Neben mindestens 10.000 Teilnehmern begleiteten rund 90.000 Zuschauer den Umzug durch die Hamburger Innenstadt. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und Vertreter der Bürgerschaft hatten die Demonstration bis zum Hauptbahnhof angeführt. Rund 40 Trucks, PKW und Fußgruppen waren vom Stadtteil St. Georg aus durch die Hamburger Innenstadt gezogen. Der über zwei Kilometer lange Paradezug stand in diesem Jahr unter dem Motto „Trau Dich! Zeig Dich! Out ist In“. Damit sollten sowohl jüngere als auch ältere Besucher angesprochen und dazu motiviert werden, sich zu ihrer sexuellen Identität zu bekennen.

„Wir freuen uns, dass erneut so viele Menschen am Hamburger CSD teilgenommen haben, um für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen in Deutschland auf die Straße zu gehen“, sagt Lars Peters, Erster Vorsitzender des organisierenden Vereins Hamburg Pride. „Das ist ein deutliches Signal, gerade auch an die Politik.“
Hamburg Pride e.V. ist ein schwul-lesbischer Verein mit Sitz in Hamburg und wurde 2003 gegründet. Der Verein ist Ausrichter des jährlichen Christopher Street Day (CSD) in Hamburg und verantwortlich für verschiedene weitere Aktionen in der schwul-lesbischen Szene der Hansestadt. Mit über 200 Mitgliedern ist Hamburg Pride der größte CSD-Verein Deutschlands.

Einen Überblick über die Bilder von weiteren Christopher Street Days in Deutschland, haben wir in unserer exklusiven Bildergalerie für Euch zusammen gestellt.

 

Prag hat sein erstes Mal – Saarbrücken begeistert 20.000

Die „Saison“ zum Christopher Street Day ist noch lange nicht beendet – Noch immer finden zahlreiche Veranstaltungen rund um die Rechte von Lesben und Schwulen auf der ganzen Welt statt. So soll es in diesem Jahr auch erstmals in Prag sein – Die tschechische Hauptstadt wird entjungfert. Zum ersten Mal in der Landesgeschichte findet eine Veranstaltung für die Rechte Homosexueller in der geplanten Größenordnung statt. Nicht das Schwule und Lesben in Prag nicht existieren – ihre Rechte und damit auch einen CSD haben sie bisher nur noch nicht öffentlich vertreten und somit feiern können.

Dabei ist Prag bekannt für seine Szene. Knackige Boys (vielen bestimmt auch bekannt aus den diversen Filmproduktionen in den Ü-18 Bereichen der Verleiher), der Club „Valentino“ als zentraler und angesagtester Treffpunkt im Herzen der Stadt und das Kneipenviertel Vinhorady mit seinen überaus günstigen Bierpreisen. Feiern kann man gut, die politische Situation hingegen ist noch etwas verklemmter im Vergleich zu Deutschland.

Hier gehen Schwule und Lesben bereits seit mehreren Jahrzehnten auf die Straße und kämpfen für Ihre Rechte. In den letzten Wochen haben wieder zahlreiche CSDs im gesamten Bundesgebiet stattgefunden. Eine Überraschung dabei. Der Christopher Street Day in Saarbrücken. Klein und verschlafen – das denkt man von der saarländischen Landeshauptstadt, aber alles andere ist der Fall. Bei der Parade am Sonntag, an der gerade mal 20 Wagen teilgenommen haben, waren mehr als 20.000 Besucher als Zuschauen, Demonstranten, Feierwütige und Neugierige dabei. Für den CSD Saarbrücken ein voller Erfolg.

Bilder aus Saarbrücken gibt’s bei Facebook – Mehr Informationen zu den CSDs in Eurer Nähe bei GAYS.DE http://www.gays.de/csd und tagesaktuell im Netz.

Ein Ziel: Gleichstellung – Doch an der Umsetzung scheitert es oft!

Am vergangenen Wochenende sind wieder Tausende in ganz Deutschland auf die Straßen gegangen, um für ihre Rechte zu Kämpfen. Das gemeinsame Ziel: nach Anerkennung und Gleichstellung zu greifen. Auf den Christopher Street Days in Bielefeld, Konstanz, Rostock und Weimar konnte dies am Wochenende erfolgreich demonstriert werden – auch wenn mit ganz unterschiedlichen Mitteln.

Die Hauptstadt Ostwestfalens ist unter dem Motto „GEOUTET“ beflaggt gewesen, denn sowohl am Wahrzeichen der Stadt – der Sparrenburg – als auch am Rathaus wehte die Regenbogenflagge. Zuvor war diese – nach einer kleinen politischen Diskussion – von den Bielefeldern und ihrem schwulen Oberbürgermeister erfolgreich verteidigt worden (GAYS.DE berichtete). Erstmals traten OB Pit Clausen und Lebensgefährte Thomas Sopp gemeinsam auf, um die Regenbogenflagge im Beisein von knapp 800 Gästen zu hissen. Anschließend zog sich eine Gruppe von mehr als 1.000 Personen (laut Polizeiangaben) und insgesamt 13 bunten Gruppen durch die Bielefelder Innenstadt hin zum Straßenfest. Für Bielefeld eine mehr als erfolgreiche Veranstaltung bei strahlendem Sonnenschein.

GAYS.DE Bilder Bilder bei weird Westfalen Blatt Neue Westfälische

In Rostock wurde der Christopher Street Day ebenfalls erfolgreich begangen. Unter dem Motto: „Gleiche Liebe – gleiche Rechte!?“ zog eine Parade mit fünf Wagen und jeder Menge Mitstreiter durch die Hansestadt und endete mit einem großen Straßenfest. Und auch in Konstanz wurde gefeiert und demonstriert. Beim einzigen Grenzübergreifenden CSD wurden nicht nur verschiedene sexuelle Identitäten angesprochen, sondern auch noch verschiedene Nationalitäten. Gemeinsam wurde gefeiert und der politische Gedanke an die Menschen am Straßenrand getragen. Denn Offenheit, das kennen Schwule und Lesben bereits – allen anderen wird es eben auf solchen Veranstaltungen näher gebracht.

Bilder Rostock Bilder Konstanz

In Weimar dagegen haben die Veranstalter schon mit einer Pleite gerechnet bevor es eigentlich los ging. Zwei Tage vor dem Parade- und Straßenfestwochenende hat die Stadt einen Ordnungskatalog verfasst, der es in sich hat. So durften die Weimarer keine Musik auf dem eigenen Paradewagen spielen, lediglich politische Botschaften und Parolen waren behördlich gestattet. Auch durfte auf dem Straßenfest kein Alkohol verkauft werden. Eine weitere Auflage der Stadt, die von den Besuchern aber erfolgreich ignoriert wurde. Nahegelegenen Verkaufsstände und Kioske haben somit Ihren Nutzen vom Verbot gehabt. „Mensch sein“ konnten die Jungs und Mädels in Weimar zwar – aber als gleichwertig wurden sie von der Stadt wohl nicht angenommen, obwohl zuvor zum Empfang geladen und die Regenbogenflagge gehisst war.

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