Ein Ziel: Gleichstellung – Doch an der Umsetzung scheitert es oft!

Am vergangenen Wochenende sind wieder Tausende in ganz Deutschland auf die Straßen gegangen, um für ihre Rechte zu Kämpfen. Das gemeinsame Ziel: nach Anerkennung und Gleichstellung zu greifen. Auf den Christopher Street Days in Bielefeld, Konstanz, Rostock und Weimar konnte dies am Wochenende erfolgreich demonstriert werden – auch wenn mit ganz unterschiedlichen Mitteln.

Die Hauptstadt Ostwestfalens ist unter dem Motto „GEOUTET“ beflaggt gewesen, denn sowohl am Wahrzeichen der Stadt – der Sparrenburg – als auch am Rathaus wehte die Regenbogenflagge. Zuvor war diese – nach einer kleinen politischen Diskussion – von den Bielefeldern und ihrem schwulen Oberbürgermeister erfolgreich verteidigt worden (GAYS.DE berichtete). Erstmals traten OB Pit Clausen und Lebensgefährte Thomas Sopp gemeinsam auf, um die Regenbogenflagge im Beisein von knapp 800 Gästen zu hissen. Anschließend zog sich eine Gruppe von mehr als 1.000 Personen (laut Polizeiangaben) und insgesamt 13 bunten Gruppen durch die Bielefelder Innenstadt hin zum Straßenfest. Für Bielefeld eine mehr als erfolgreiche Veranstaltung bei strahlendem Sonnenschein.

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In Rostock wurde der Christopher Street Day ebenfalls erfolgreich begangen. Unter dem Motto: „Gleiche Liebe – gleiche Rechte!?“ zog eine Parade mit fünf Wagen und jeder Menge Mitstreiter durch die Hansestadt und endete mit einem großen Straßenfest. Und auch in Konstanz wurde gefeiert und demonstriert. Beim einzigen Grenzübergreifenden CSD wurden nicht nur verschiedene sexuelle Identitäten angesprochen, sondern auch noch verschiedene Nationalitäten. Gemeinsam wurde gefeiert und der politische Gedanke an die Menschen am Straßenrand getragen. Denn Offenheit, das kennen Schwule und Lesben bereits – allen anderen wird es eben auf solchen Veranstaltungen näher gebracht.

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In Weimar dagegen haben die Veranstalter schon mit einer Pleite gerechnet bevor es eigentlich los ging. Zwei Tage vor dem Parade- und Straßenfestwochenende hat die Stadt einen Ordnungskatalog verfasst, der es in sich hat. So durften die Weimarer keine Musik auf dem eigenen Paradewagen spielen, lediglich politische Botschaften und Parolen waren behördlich gestattet. Auch durfte auf dem Straßenfest kein Alkohol verkauft werden. Eine weitere Auflage der Stadt, die von den Besuchern aber erfolgreich ignoriert wurde. Nahegelegenen Verkaufsstände und Kioske haben somit Ihren Nutzen vom Verbot gehabt. „Mensch sein“ konnten die Jungs und Mädels in Weimar zwar – aber als gleichwertig wurden sie von der Stadt wohl nicht angenommen, obwohl zuvor zum Empfang geladen und die Regenbogenflagge gehisst war.

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Anbaden zum CSD Bielefeld 2011

„Wir sind alle nackt“ lautet der erste Satz auf der Homepage zum neuen Programm von Vanessa Maurischat und Holger Edmaier. Zum Baden gehen hat es gestern Abend in Bielefeld zwar nicht gereicht, aber mit ihrem Programm „Anbaden“ boten die beiden Künstler einen Querschnitt ihres Repertoires, der durchaus auch bei einem erholsamen und wohltuendem Schaumbad genossen werden kann. Nur leider fehlte uns das Quietscheentchen.

Anbaden“ ist aber eigentlich nur ein Vorgeschmack auf das was kommt, denn baden gehen wir in der Regel nackt. Vollkommen ohne, meist allein, manchmal zu zweit und oftmals viel zu lange. Wir öffnen uns, lassen uns gehen… So auch im realen Leben. Fern ab von Badezimmer, den eigenen vier Wänden und dem Schutz des Alleinseins. „Gläserne Menschen schieben sich durch Nacktscanner, bezahlen online mit ihren payback-Punkten und posten das Ganze dann bei Facebook, um ihr Leben im Vorratsspeicher der Leaks und Tweets zu verbringen. FKK war gestern – heute ist NACKTBADEN!“, so Holger Edmaier zum neuen Programm der beiden. Vanessa will aber mehr. Zumindest hat sie es gestern Abend gemeinsam mit dem Bielefelder Publikum versucht – Ein Antrag mitten im laufenden Bühnenprogramm: „So zum Steuern sparen und so. Wär doch praktisch oder? Wo auch noch rein zufällig ein Pfarrer unter den Gästen ist.“ – Holger war sich unsicher, aber wer weiß was kommt…

Mit „Nacktbaden“ gehen Vanessa und Holger ab Herbst auf Tour. Start ist der 1. Oktober in Braunschweig, weitere Termine und ein möglicher Gastauftritt in Bielefeld folgen.

Zu den Bildern  von Anbaden – Kabarett und mehr mit Vanessa Maurichat und Holger Edmaier

Wer mehr zum Programm des CSD Bielefeld 2011 erfahren möchte, kann sich auf der Homepage zum Motto „GEOUTET“ und allen Veranstaltungen informieren. Bilder und Co bietet die CSD Facebookgruppe.

 

 

Sommer, Sonne, nackte Haut – von wegen!

Derzeit spielt der Sommer verrückt. Statt Sonne und Temperaturen, die es ermöglichen halbnackt auf der Wiese im Park zu chillen, umgeben uns dunkle Wolken und schön fast herbstliche Kälte.

Für das GAYS.DE Bild der Woche Grund genug um mal keine typisch schwule Szene zu liefern. Wir haben uns für „FUCK“ von maizucker.de entschieden. Aber nicht um Euch zu diskriminieren oder zu beleideigen – wir drücken damit nur unsere Meinung zum derzeitigen Shit-Wetter aus.

Aber was macht man eigentlich bei dem Wetter? Am Wochenende stehen wieder zahlreiche CSDs an, die drohen ins Wasser zu fallen. Wo trifft man Euch, wenn Ihr nicht unterwegs seid?

CSD Bielefeld – Geoutet!

Unter dem Motto Geoutet feiern Lesben, Schule, Transgender und Queers am 16. Juli 2011 den CSD in Bielefeld. Immer mehr Lesben und Schwule entscheiden sich – nach einem auch heute noch oftmals schwierigen Coming-Out – geoutet offen und selbstbewusst lesbisch und schwul zu leben.

Geoutet steht aber auch für die Bedrohung als lesbisch oder schwul geoutet zu leben und deshalb verspottet, gemobbt oder gar misshandelt zu werden. Geoutet verweist darauf, dass trotz aller Erfolge bei der Gleichstellung Heterosexualität nach wie vor die Norm ist und Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Oueers von dieser Norm abweichen.

Der Bielefelder CSD fordert, dass Lesben, Schwule, Heterosexuelle, Bisexuelle, Transgender und Oueers ihre sexuellen und sozialen Identitäten gleichberechtigt, offen und selbstverständlich leben können. Coming-Out oder Outing sind dann überflüssig!

Zum Gelingen des Christopher Street Days in Bielefeld hat auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ein paar Worte finden können. In ihrem persönlichen Grußwort zum CSD 2011 zeigt sich die Kompassnadelträgerin optimistisch und appelliert an diejenigen, die noch nicht in einem offenen und toleranten Miteinander angekommen sind.

Das die Ostwestfalen einiges zu bieten haben, beweisen sie mit ihrer umfangreichen und vielfältigen Kulturwoche im Vorfeld der Parade und des Straßenfestes. So gab es bereits eine Warm Up Party, einen Kinoabend und einen Crash Tanzabend. Heute findet eine Fachtagung zum Thema  “Bi? – Homo? – Hetero? –oder was?” Sexuelle Identitätsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen”  statt und am Abend laden die Veranstalter zu Kabarett und mehr  mit Vanessa Maurischat und Holger Edmaier. Die beiden Künstler präsentieren Sahneschnittchen aus ihren Soloprogrammen sowie einige Ausblicke auf ihr neues Programm „Nacktbaden“.

Am Samstag geht es dann weiter mit dem Hissend er Regenbogenflagge am Rathaus. Oberbürgermeister Pit Clausen wird die Parade anschließend feierlich eröffnen. Weiter geht’s dann auf dem bekannten „Siggi“ bevor es zur Abschlussparty ins Forum geht.

Alle Termine im Überblick gibt’s hier.

 

GAYS.DE – Nur noch ein Klick von der weiten Welt entfernt!

Einige von Euch haben es sicherlich schon bemerkt – alle anderen werden wir jetzt drauf aufmerksam machen – Denn seit der vergangenen Nacht hat sich in Eurer Community einiges verändert. Was? Das könnt Ihr hier nachlesen:

Neu ist ab sofort, dass Ihr den CSD & Pride Guide nicht mehr in Eurer linken Sidebar finden könnt. Da die Funktion derzeit komplett neu gestaltet wird, haben wir sie bis zur endgültigen Fertigstellung erst einmal deaktiviert. Als Ersatz dafür bieten wir Euch aber ab sofort die exklusive GAYS.DE Galerie mit allen Eventbildern der letzten Jahre und natürlich den CSD Terminen aus Deutschland und Europa.

In der GAYS.DE Galerie findet Ihr die Veranstaltungsbilder der aktuellen CSD Saison sowie Bilder ausgewählter Events, bei denen das GAYS.DE Reporter Team anwesend war. Aber damit nicht genug! Damit Ihr die Bilder mit Euren Freunden teilen könnt, ist es ab sofort möglich, die Bilder mit Euren Facebook-Profilen zu verknüpfen. Einfach den „gefällt mir“-Button klicken und schon erscheint Euer Lieblingsbild auf Eurer Facebook-Pinnwand. Zudem könnt Ihr alle Bilder ab sofort mit Euren Kommentaren versehen und Euch innerhalb von GAYS.DE über die „Momentaufnahme“ austauschen.

Damit aber auch die kostenlose Variante Deutschlands größter Online-Community für schwule und bisexuelle Männer nicht leer ausgeht, haben wir uns dazu entschlossen eine neue Grundfunktion frei zu geben: Die Notizfunktion. Nun kann jeder in dem Profil seines Traumprinzen eine persönliche Notiz hinterlassen. Optimal für spätere Chats oder bereits verratenen Details, bietet der virtuelle Notizblock die kleine Gedankenstütze, die bisher fehlte.

Auch neu ist der „Hilfe“-Link in der oberen Navigationsleiste. Neben den bekannten Reitern zu „Mein Profil“, „Nachrichten“, „Mitgliedschaft“ und der User-„Suche“, könnt Ihr nun auch gleich das Supportteam erreichen, sollten Unklarheiten, Fragen oder Störungen auftreten.

Wir wünschen Euch viel Spaß mit den neuen Funktionen und freuen uns über zahlreiche Kommentare in der neuen GAYS.DE Galerie.

Eure Bürolies^^

Hamburg erwartet 300.000 Besucher zum 31. CSD!

Unter dem Motto „Trau Dich! Zeig Dich! Out ist in.“ feiern Homo-, Bi- und Transsexuelle vom 30. Juli bis 7. August 2011 den 31. Christopher Street Day (CSD) in Hamburg. Höhepunkte sind das CSD-Straßenfest an der Alster sowie die große CSD-Parade, die am Samstag, den 6. August ab 12 Uhr durch die Hamburger Innenstadt zieht. Eine festliche Eröffnungsgala, zahlreiche Infoveranstaltungen und verschiedene Partys runden das Programm ab. Schirmherr des CSD ist in diesem Jahr Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz.

Der Hamburger CSD steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Coming-outs. Mit dem Motto „Trau Dich! Zeig Dich! Out ist in.“ sollen sowohl jüngere als auch ältere Besucher angesprochen und dazu motiviert werden, sich zu ihrer sexuellen Identität zu bekennen. „Viele haben Angst davor, sich in der Öffentlichkeit zu outen“, sagt Lars Peters, Erster Vorsitzender des organisierenden Vereins Hamburg Pride. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den Betroffenen Mut zu machen, sie zu stärken und ihnen zu zeigen, dass sie mit ihren Ängsten und Problemen nicht alleine sind.“

Im Gegensatz zu einigen europäischen Ländern werden Homo-, Bi- und Transsexuelle in Deutschland noch immer in verschiedenen Bereichen benachteiligt. Der 31. CSD fordert deshalb die volle rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, eine Öffnung des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare sowie die Ergänzung des Grundgesetzartikels 3 um das Merkmal „Sexuelle Identität“. Auch eine Reform des Transsexuellengesetzes sowie eine Entschädigung aller nach 1945 wegen homosexueller Handlungen verurteilter Menschen gehören zum Forderungskatalog.

Mit zahlreichen Fußgruppen, PKWs und Trucks zieht am Samstag, den 6. August die CSD-Parade durch die Hamburger Innenstadt. Um 12 Uhr startet die Demonstration in der Langen Reihe und zieht in die Mönckebergstraße, wo gegen 13:45 Uhr eine politische Kundgebung stattfindet. Anschließend geht es über die Lombardsbrücke zum Jungfernstieg, wo die Parade gegen 15:30 Uhr endet.  Bereits am Freitag, den 5. August öffnet das CSD-Straßenfest auf dem Jungfernstieg und dem Ballindamm seine Tore. Bis einschließlich Sonntag sorgen zahlreiche Infostände, Gastronomiebetriebe und Musikinseln für ein buntes Treiben. Bands, Künstler, Politiker und führende Szenevertreter werden auf der Talk- und Musikbühne gegenüber der Europa-Passage erwartet. Das CSD-Straßenfest ist an allen Veranstaltungstagen bis 22/24 Uhr geöffnet.

Offiziell eröffnet wird der Hamburger CSD bereits am 30. Juli mit der PRIDE NIGHT, der festlichen Gala in den „Fliegenden Bauten“. Stars des Abends sind unter anderem Travestieikone Elke Winter und TV-Moderatorin Kim Fisher. Beginn ist um 19:30 Uhr. Im Anschluss steigt in den „Fliegenden Bauten“ ab 23 Uhr die offizielle CSD-Opening-Party, die erstmals in Kooperation mit der größten Hamburger Szenepartyreihe Pink INC stattfindet. Bis zum 7. August stehen mehr als  100 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter Lesungen, Diskussionen, Partys und ein Open-Air-Kinoabend im Schanzenpark. Zentraler Veranstaltungsort der Pride Week ist das CVJM-Haus an der Alster, das vom 31. Juli bis 4. August als „Pride House“ täglich ab 17 Uhr geöffnet hat.

Der erste Hamburger ELECTRO PRIDE startet am Freitag, den 5. August um 23 Uhr im Uebel&Gefährlich. Headliner ist das international gefeierte DJ-Duo M.A.N.D.Y. (Get Physical Music, Berlin). Aber auch nach der Parade darf noch einmal bis in die Morgenstunden gefeiert werden. Im Edelfettwerk beginnt am Samstag, den 6. August um 22 Uhr der PRIDE DANCE, die größte CSD-Abschlussparty der Stadt. Auf drei Floors, zwei Chillout-Lounges und einer Outdoor-Area sorgen insgesamt acht DJs für eine lange Nacht. Unter anderem dabei: Ben Manson (Walkgroup/La Demence, Brüssel), Frau Hoppe (Wunderbar) und DJ Berry E. (Pop The Floor).

Alle CSD Termine aus Deutschland und Europa findet Ihr auch im GAYS.DE CSD & Pride Guide. Zudem alle Bilder der GAYS.DE Reporter sowie von ausgewählten Veranstaltungen.

Bild der Woche kommt vom ColognePride 2011

Wie die Jungs und Mädels vom KLuST e.V. bereits auf der Homepage zum ColognePride sagen: „Liebe ist… Danke zu sagen!“. Auch wir möchten uns für ein Wochenende voller neuer Eindrücke, neuer Freunde und vielen Bildern bei allen bedanken, die dabei waren.

Auch wenn das CSD Wochenende in Köln immer wieder anstrengend ist und die Nächte eigentlich jedes Jahrs aufs neue zu kurz sind, kommen wir von GAYS.DE immer wieder gern in die Domstadt um die einzigartige Stimmung zu genießen. Allein am Sonntag waren mehr als 20.000 Teilnehmer bei der Parade dabei. Für die mehr als 900.000 Menschen auf den Kölner Straßen bot sich ein impulsives  Bild. 143 Gruppen und viele, viele  Fußläufer waren es, die die Parade zum Christopher Street Day zu dem gemacht hat, was sie ist – eine bunte Demonstration für Jedermann/-frau.

Unser Bild der Woche – selbstverständlich wieder geschossen von unserer Daggi von maizucker.de – widmen wir demnach auch den Kölnern. Danke an Euch für einen schönen und wie immer bezaubernden CSD Köln 2011.

Bis zum nächsten Jahr!

Alle Bilder aus Köln im Überblick

P.S: Das große CSD Wochenende im Rahmen des ColognePride könnt Ihr Euch jetzt schon vormerken: CSD-Straßenfest 2012: 6. bis 8. Juli; CSD-Parade 2012: 8. Juli, 12 Uhr

Kompassnadel für Hannelore Kraft

Im Rahmen des ColognePride ist es mittlerweile eine feste Tradition am Samstagnachmittag zusammen zukommen, wenn das Schwule Netzwerk NRW und die AIDS-Hilfe NRW zum CSD Empfang ins Gürzenich laden. Gleich zu Beginn des Empfangs gratulierte Klaus-Peter Schäfer, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW, dem Partnerverband Schwules Netzwerk NRW zum 20-jährigen Bestehen und lobte dessen Professionalität und Basisverbundenheit in der aktiven Minderheiten- und Akzeptanzpolitik zugunsten schwuler und schwul-lesbischer Projekte. „Die AIDS-Hilfe NRW ist stolz, mit einem solch lebendigen und kompetenten Partner in der HIV- und Aidsprävention zusammenarbeiten zu können.“ Angeregt vom Motto des ColognePride 2011 „Liebe ist …!“ sprach er sich auch für einen offenen Dialog mit tabubesetzten Modellen mann-männlicher und käuflicher Liebe aus. „Weder ein Kondomzwang noch andere ordnungspolitischen Maßnahmen sind wirksame Mittel der Prävention. Nur Lebensstilakzeptanz und eigenverantwortliches Handeln führen zum Erfolg“, so Schäfer.

Das Schwules Netzwerk NRW zeichnet Ministerpräsident Hannelore Kraft für ihr besonderes prominentes Engagement bei der Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen und lesbischen Minderheit, mit der Kompassnadel 2011 aus. In ihrer Regierungserklärung ging Hannelore Kraft selbstverständlich auf die Belange der schwulen und lesbischen Minderheit ein. Als Ministerpräsidentin einer rot-grünen Landesregierung verankerte sie schwul-lesbische Themen als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen politischen Handelns. Der gerade entstehende Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Ministerien sowie den Schwulen-, Lesben- und Transsexuellenorganisationen an einen Tisch, um notwendige Maßnahmen für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt auf den Weg zu bringen.

Eine zweite Kompassnadel 2011 für besonderes, langjähriges ehrenamtliches Engagement in schwulen Zusammenhängen ging an Ansgar Cziba, Vorstandsmitglied der Schwulen Initiative Siegen (SIS). Maßgeblich hat er zur Sichtbarkeit von Lesben und Schwulen in Siegen und Umgebung beigetragen, indem er dort ein Begegnungszentrum für Lesben und Schwule, eine hauptamtlich geführte Beratungsstelle und ein jährliches Straßenfest zum CSD mit auf den Weg gebracht hat. (PI)

Bilder: ©GAYS.DE: (1) Tatjana Taft und Volker Beck; (2) Blick in den Saal nach dem Empfang; (3) Anna Luca, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Tatjana Taft (vlnr)

„Liebe ist …“ – das war der CSD Köln 2011

Tatjana Taft und Claudia Roth beim Start der CSD Parade 2011. Weitere Bilder ...

Ein Wechselbad der Gefühle bot das CSD-Wochenende in Köln in diesem Jahr – und wie sollte es anders sein, dass Wetter hat mitgespielt. Auch nach 20 Jahren, konnte Petrus seine Tropfen fern halten.

Unter dem Motto „Liebe ist…“ zog gestern die CSD-Parade durch Kölns Innenstadt. Vielfältig und bunt setzten etwa 20.000 Teilnehmer das Motto um. Bei der Parade war Liebe manchmal ernst („…Verantwortung“), manchmal ethisch („…Gott sei dank, keine Schande“) manchmal witzig („…ein Lesben-Pfläumchen“), manchmal politisch („…diskriminierungsfrei“), immer aber kreativ umgesetzt.

Sabine Arnolds vom Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentags (KLuST) freut sich: „Selten sahen wir das ColognePride-Motto so durchgängig und mit unterschiedlichen Botschaften versehen auf der CSD-Parade. Das zeigt, der CSD Köln ist eben immer noch vor allem eine Demonstration für Akzeptanz und Toleranz vielfältiger Lebensstile.“ Genauso viele Zuschauer wie im letzten Jahr sahen das genauso. Nach veröffentlichten Berichten jubelten demzufolge etwa 900.000 Besucher am Paradeweg durch die Kölner Innenstadt.

Zur Abschlusskundgebung auf dem Kölner Heumarkt sprach Polit-Prominenz aus Berlin, Köln und Düsseldorf zum aufmerksam zuhörenden Publikum. Der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Michael Kauch gewann die Kölner mit dem herzhaften Bekenntnis: „Der Kölner CSD ist viel geiler als der Berliner“. Grünen-Chefin Claudia Roth und ihr Partei-Kollege Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher seiner Partei, gingen hart mit der aktuellen Bundesregierung ins Gericht und forderten diese auf, endlich die rechtliche Gleichstellung für Lesben, Schwule und Trans* zu vollenden. Roth sagte vehement: „Unsere Geduld ist zu Ende“.

Neben solchen Politikern, die schon seit langen Jahren den CSD unterstützen, gab sich erstmals auch die Regierungsspitze des Landes Nordrhein-Westfalen die Ehre zur politischen Abschlussveranstaltung: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sprach sich mit deutlichen Worten gegen die Diskriminierung unserer Minderheit aus. Außerdem kündigte sie weitere Initiativen des Landes über den Bundesrat an, dessen Präsidentin sie derzeit auch ist. Realistisch konstatierte Kraft: „Da sind dicke Bretter zu bohren, aber die muss man dann auch bohren.“

Der KLuST machte in seiner politischen Auftaktrede deutlich, dass in Deutschland die rechtliche Gleichstellung weit vorangeschritten sei, aber auch hierzulande und sogar im liberalen Köln Schwule, Lesben und Trans* mit Vorurteilen zu kämpfen hätten. Der Veranstalter kündigte darüber hinaus an, die Initiativen der nordrhein-westfälischen Regierung kritisch zu verfolgen. Dennoch zeigte sich Sprecherin Sabine Arnolds erfreut und stolz über den hohen Besuch: „Die Ministerpräsidentin hat damit ein kraftvolles Zeichen für Toleranz und Akzeptanz gesetzt. Nach 20 Jahren zeigt die Regierungsspitze, dass Liebe – egal welcher Couleur – in Nordrhein-Westfalen willkommen ist. Selbstverständlich laden wir Frau Kraft heute schon ein, im nächsten Jahr wiederzukommen.“

Mehr zum CSD Wochenende in Köln und zum GAYS.DE CommunityCamp könnt Ihr in den kommenden Tagen lesen. Auch mit Bildern und kleinen Anekdoten werden wir Euch auf Facebook und twitter auf dem Laufenden halten. Das Datum für den ColognePride 2012 steht übrigens bereits fest: Der Auftakt wird am 23. Juni sein, das CSD-Wochenende vom 6. bis 8. Juli 2012. (Bild: dpa)

Bielefeld – …und die Flagge wird hängen!

In Bielefeld wurde heute heftig darüber diskutiert, ob das Hissen der Regenbogenflagge zum Christopher Street Day rechtens ist und ob somit nicht andere Vereine, Interessengemeinschaften, etc. das Recht auf Gleichbehandlung erhalten müssten.

In einem, vom Netzwerk lesbischer und schwuler Gruppen in Bielefeld e.V. und GAYS.DE organisierten, stillen Protest, wurde heute pünktlich zur Sitzung des Haupt- und Beteiligungsausschusses, die Meinung der Schwulen und Lesben in Bielefeld erfolgreich vertreten. Mehr als 50 Teilnehmer waren vor dem Bielefelder Rathaus zusammengekommen, um gemeinsam gegen das Vorhaben der BfB (Bürger für Bielefeld) zu protestieren. (GAYS.DE berichtete)

Auf die Anfrage der BfB, ob die Flagge nun zum Christopher Street Day 2011 am Rathaus gehisst werde, hatte Oberbürgermeister Pit Clausen nur eine klare Antwort: „JA! Denn ich finde dies ist eine wunderbare Möglichkeit symbolisch auszudrücken, dass Bielefeld eine moderne Großstadt ist, in der die Menschen einander ohne provinzielle Ressentiments begegnen.“. In seiner weiteren Stellungname vor den teilnehmenden Fraktionen gab er klar zu verstehen, dass der CSD weder Brauchtum noch Party sei. „Im Gegenteil, denn ein Christopher Street Day ist ein Festtag, Gedenktag und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Gefeiert und demonstriert wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.“, so Clausen.

Die Teilnahme von Oberbürgermeistern und anderen Politikern an CSD Veranstaltungen ist durchaus nichts Besonderes. In Köln wird der Christopher Street Day durch OB Jürgen Rothers eröffnet. In Düsseldorf ist OB Dirk Elbers Schirmherr und in Dortmund übernimmt Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das „Amt“. In München lädt das Stadtoberhaupt Christian Ude sogar zum Rathaus Clubbing, einer Riesenparty in den Sitzungssälen und dem Innenhof des Rathauses.

„Als moderner Oberbürgermeister einer modernen Großstadt zeige ich mit der Beflaggung meine Zustimmung zu einer Botschaft. Ich zeige damit, dass in Bielefeld die Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung willkommen sind. In Bielefeld wird die Liebe respektiert – egal ob hetero oder schwul oder lesbisch. Dabei bin ich mir der Zustimmung der Bielefelder und Bielefelderinnen sicher.“, so Clausen in seiner weiteren Ausführung.

Mit diesem Statement steht das Stadtoberhaupt aber nicht alleine da. Auch die Grünen begrüßen die klaren Worte und wünschen Ralf Schulze gar eine gute Genesung. Unterstützung erhielt Clausen auch aus den Reihen von der Linken und FDP.

Bielefeld hat heute gezeigt, wo Lesben und Schwule stehen. Die Diskriminierung die mit den Nationalsozialisten begonnen hat, darf in der heutigen Zeit nicht fortgeführt werden. Allein deshalb ist es nur umso erfreulicher zu verkünden: Die Regenbogenflagge wird auch weiterhin in Bielefeld zum Christopher Street Day gehisst werden!

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