GAY.DE Serie zum WAT 2012: Zwei Wochen im Zeichen der Roten Schleife

Jährlich am 1. Dezember erinnern Organisationen weltweit an das Thema AIDS und rufen zur Unterstützung auf. In zahlreichen Aktionen soll Solidarität gegenüber HIV-Infizierten, an AIDS-Erkrankten sowie deren Freunde und Familien gezeigt werden. Der Welt-AIDS-Tag ist aber auch eine Warnung zugleich – Eine Warnung dahingehend, dass die Pandemie weiter besteht.

HIV und AIDS geht uns alle an

Bis heute erfahren Menschen mit HIV und AIDS Diskriminierung. Dies wird vor allem auch im Arbeitsalltag deutlich. Auch die Angst vor Ansteckung ist weit verbreitet – obwohl man sich beim alltäglichen Umgang nicht infizieren kann. Dies führt immer wieder zu Ausgrenzungen oder Mobbing von Menschen mit HIV. Dagegen helfen nur Information, Aufklärung und Solidarität. Die Welt-AIDS-Tags-Kampagne mit ihren vielen Botschaftern und Partnern setzt sich dafür tatkräftig ein, dass ein positives Zusammenleben möglich wird.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) und die Deutsche AIDS-Stiftung (DAS) gehen auch in diesem Jahr mit einer gemeinsamen Kampagne an die Öffentlichkeit und rufen dazu auf „AKZEPTANZ. RESPEKT. RÜCKHALT.“ zu zeigen.

GAY.DE unterstützt die diesjährige Kampagne zum Welt-AIDS-Tag mit der SafetyBag Aktion und appelliert an alle User zu einem verantwortungsvollen und sichern Umgang beim Geschlechtsverkehr.

In einer eigens eingerichteten Rubrik im community-eigenen Blog wird in den kommenden zwei Wochen über das Thema HIV und Aids berichtet. Mit Interviews, informativen Beiträgen zum Leben mit dem Virus und vielen weiteren Aktionen steht die Rubrik auch nach dem Welt-AIDS-Tag 2012 weiterhin zur Verfügung.

 

Zur GAY.DE SafetyBag Aktion 2012

Starke Bilder zum Tag gegen Homophobie am 17.5.

©Deutsche AIDS-Hilfe 2011

„MIR REICHT’S! – Meine Würde ist unantastbar!“ Das ist die Botschaft einer Aktionskampagne der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) zum morgigen Internationalen Tag gegen Homophobie.

Zehn schwule Männer zeigen sich auf Fotos zugleich schwer verletzt und selbstbewusst fordernd. Denn Gewalt und Diskriminierung gehören noch immer zum Alltag. Diese Aktion macht sie mit starken Bildern sichtbar – und erteilt der Homophobie eine klare Absage.

Mit dabei: Alexander Freier, 24, der mit 15 einmal zusammengeschlagen wurde, weil er schwul ist. Für ihn ein Grund, erst recht selbstbewusst und offen aufzutreten. „Menschen kennen oft keine Schwulen und haben verschrobene Bilder im Kopf. Ein einziger echter Schwuler
bringt manchmal jahrelang gepflegte Vorurteile zum Einsturz“, erläutert er seine Motivation, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Motive von „MIR REICHT’S“ sind als Plakate, Postkarten und Anzeigenmotive verfügbar. Als unübersehbares Zeichen für  Selbstvertrauen und Selbstbestimmung sollen sie sich auch über die sozialen Netzwerke wie Facebook verbreiten. Die Aktion ist eingebunden in die DAH-Präventionskampagne ICH WEISS WAS ICH TU die sich an Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, richtet.

Ein Leben ohne Diskriminierung und Bedrohung durch Gewalt ist ein Menschenrecht. Zugleich hat das Statement gegen Schwulenfeindlichkeit eine wichtige Bedeutung in der HIV-Prävention. Dazu Dr. Dirk Sander, DAH-Referent für Männer, die Sex mit Männern haben: „Nur wer selbstbewusst und selbstbestimmt mit der eigenen Sexualität umgeht, kann sich auch wirksam vor HIV schützen. Diskriminierung und Angst vor Gewalt beschädigen das Selbstwertgefühl und oft auch die Fähigkeit, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern. Wer sich aus Angst verstecken muss, wird außerdem durch Prävention nicht erreicht. Es ist wissenschaftlich erwiesen: Gesellschaften, die sich erfolgreich mit Homophobie auseinandersetzen, haben größere Präventionserfolge.“ (PI)

 

Aidshilfe bedauert Urteil gegen Nadja Benaissa

Die No Angels Sängerin Nadja Benaissa wurde am Donnerstag vom Amtsgericht in Darmstadt zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt, weil sie trotz ihrer HIV-Infektion ungeschützten Geschlechtsverkehr mit zwei Männern hatte. (GAYS.DE berichtete)

Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) bedauert das Urteil gegen die Sängerin Nadja Benaissa. Von dem Urteil gehen die falschen Botschaften aus, die der HIV-Prävention und der Emanzipation von chronisch Kranken in Deutschland Schaden zufügen werden.
„Ich halte dieses Urteil für falsch: Es wird der HIV-Prävention dramatischen Schaden zufügen. Wir sehen die Politik nun in der Pflicht, das Strafrecht der Lebensrealität anzupassen!“, so Carsten Schatz, Mitglied im Bundesvorstand der DAH. “Wir alle tragen Verantwortung dafür, wie mit dem Thema HIV und Aids umgegangen wird: Daher muss jeder Einzelne dazu beitragen, dass alle Menschen über HIV sprechen und Safer Sex praktizieren können. Nur dann kann HIV-Prävention wirklich gelingen.“, ergänzt Silke Klumb, Bundesgeschäftsführerin der DAH. (Quelle: PRIDE1.de/ml)

„HIV ist mir nicht egal!“ – UNS auch nicht!

Ein Thema, das uns alle betrifft – egal ob hetero- oder homosexuell, dass Human Immunodeficiency Virus – kurz HIV – unterschiedet nicht. In den Medien werden immer wieder neue Methoden präsentiert, die Immunschwächekrankheit zu besiegen. Die Infektionszahlen werden fast wöchentlich von den unterschiedlichsten Stellen neu definiert und in zahlreichen Blogs und Foreneinträgen werden Halbwissen und zumeist falsche Aussagen verbreitet.

Dass es auch anders geht, zeigen die gut konzipierten Kampagnen der Deutschen AIDS-Hilfe ( DAH). Die bundesweite Kampagne „Ich weiß was ich tu“ (IWWIT) ist mittlerweile nicht nur in der schwul-lesbischen Szene bekannt und auch die Aktionen zum Welt-Aids-Tag sind keineswegs nur an Betroffenen gerichtet, sondern rufen zum Nachdenken und Handeln auf.

„HIV ist mir nicht egal!“

Mit dem neuen Auftritt im Netz, präsentiert sich die Deutsch AIDS-Hilfe seit einer Woche im neuen Glanz. „Gut zu wissen“ lautet das Leitmotiv der neuen Seite, auf der sich Interessierte und Hilfesuchende informieren können und sich an ein geschultes Beraterteam wenden können. (GAYS.DE berichtete)
Mit dem aktuellen Onlineaufruf möchte die DAH ein bestehendes  Vorurteil aus der Welt schaffen: „HIV interessiert niemanden mehr? Das glauben wir nicht!“, so Jörg Litwinschuh, Pressesprecher DAH e.V.  Das Gegenteil soll bewiesen werden, indem die Besucher der Seite auf den roten Buzzer klicken und somit ihr Statement abgeben, dass HIV eben nicht uninteressant ist.
„In einem Monat wollen wir eine Million Klicks zählen. Und das ist zu schaffen. Denn HIV ist immer noch ein wichtiges Thema, eben nicht nur in der homosexuellen Kultur. Zur Einstimmung auf unsere Aktion haben wir Menschen auf der Straße nach ihrem Umgang mit HIV gefragt – und spannende Auskünfte erhalten“, so Litwinschuh weiter.

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann dies auf der Seite der DAH. Auch Freunde, Verwandte, Bekannte, Nachbarn, und der Kioskinhaber von neben an sollen davon erfahren – also: WEITERSAGEN!

Blogs zum Thema:
ondamaris – positiv schwul – Ulrich Würdemann
HIV.Blog 2.0 – Marcel Dams
Mein Leben mit HIV/AIDS – Uwe Goerke

Lesung HIV-Blog 2.0 zum CSD Bielefeld 2010

Selbstbewusstsein ist das beste Accessoir – so lautet der Leitspruch des jungen Mannes, der heute Abend im Rahmen der Kulturwoche zum CSD Bielefeld 2010 ins Ratscafé einlädt.

Der diesjährige CSD Bielefeld wird dem Motto, die Masken fallen zu lassen und sich zu ZEIGEN, mit einer Lesung zeitgemäß und digital entgegenkommen: Der 20 jährige Marcel Dams aus Essen ist seit einem Jahr HIV-positiv und führt seitdem ein digitales Tagebuch. Er erklärt, wie er das Web 2.0 generell sieht & warum er es als Medium gewählt hat, sich mit seiner HIV-Infektion öffentlich auseinander zusetzen.

„Ich bin mir sicher, durch ein offenes Leben mit HIV, kann man Diskriminierung abbauen. Nur durch Offenheit stellen die Leute Fragen und Fragen sind gut – denn sie klären auf und bauen gleichzeitig Vorurteile und Ängste ab, die zur Diskriminierung führen! Deshalb habe ich mich entschlossen diesen offenen Weg zu gehen um, zumindest in meinem Wirkungskreis, für Aufklärung zu sorgen!“, so Marcel Dams über seine Motivation zum HIV-Blog 2.0.

Heute, am Mittwoch, 14. Juli 2010 liest Marcel Dams im Bielefelder Kaffeekunst Ratscafé, Niederwall 12 um 19.00 Uhr aus seinem Blog und berichtet über seine Erfahrungen mit den digitalen Plattformen Facebook, Twitter, Youtube, etc..

Aber auch außerhalb seines online Tagebuchs ist Marcel ein viel gefragter Mann. Durch seine offene Art und sein selbstbewusstes Auftreten ist der junge Essener in kurzer Zeit ein wichtiger Bestandteil der Präventionsarbeit in Deutschland herangewachsen. Er unterstützt die DAH bei zahlreichen Aktionen und auf vielen CSDs als aktiver Unterstützer dabei. Schon am Freitag ist Marcel in München unterwegs und unterstützt das Team von IWWIT.

UPDATE: 16.07.2010

Hier der Blogbeitrag von Marcel in seinem HIV Blog 2.0

Deutsche AIDS-Hilfe startet neues Internetportal „Gut zu wissen“

Mit dem Slogan „Gut zu wissen“ startete die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) das neue Portal aidshilfe.de: Das Angebot soll die erste Adresse zum Leben mit HIV und eines der führenden Informations- und Dialogportale zu allen Fragen rund um HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen werden.

Das Portal nutzt die ganze Klaviatur des Web 2.0. Im eigenen Blog liefert das DAH-Redaktionsteam z.B. Hintergründe zu aktuellen Themen und lädt zum Diskutieren ein. In einem passwortgeschützten Bereich kann sich der Nutzer die Seite nach eigenen Bedürfnissen gestalten – mit den persönlich favorisierten Rubriken auf der
Startseite.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) förderte den Relaunch der neuen Website. Der Start der neuen aidshilfe.de wird begleitet von der Aktion „HIV ist mir nicht egal!“. Unter diesem Motto ruft die DAH auf, ab sofort auf aidshilfe.de ein Zeichen für die HIV-Prävention und zur Solidarisierung mit Menschen mit HIV und Aids zu setzen. Ziel ist es, in vier Wochen mehr als eine Million Unterstützer zu zählen. Zahlreiche soziale Netzwerke, Medien und DAH-Kooperationspartner unterstützen den Aufruf. In Kooperation mit RTL 2 ist ein TV-Spot „Gut zu wissen – aidshilfe.de“ entstanden, den der Sender kostenlos ausstrahlt – er wird auch über das Internet verbreitet. (PRIDE1.de/ml/pm)