Kein Bambi für Bushido

Bereits gestern haben wir darüber berichtet, dass der Burda-Verlag bei der heutigen Verleihung der Bambis 2011 den Rapper Bushido in der Kategorie „Integration“ auszeichnen möchte. Seit dem Bekanntwerden formiert sich der Protest gegen die Auszeichnung im Netz. Der Burda-Verlag hält indes weiter an seiner Entscheidung fest und verteidigt diese damit, dass der Sänger ein gelungenes Beispiel dafür sei, wie das Verständnis zwischen Menschen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft verbessert werden könne.
Bushido hat sich in den letzten Jahren vielseitig in Kampagnen engagiert und dennoch ist sein Verhalten gegenüber Frauen und Homosexuellen nicht gesellschaftsfähig.

Dass er in seinen Texten offen über Schwule und andere Minderheiten herzieht, ist für viele nicht mit einer Würdigung durch einen der bedeutendsten deutschen Medienpreise vereinbar. Sowohl der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD), als auch viele kleine Organisationen sprechen sich öffentlich gegen die bevorstehende Ehrung aus.

Der Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KluST) hat einen Brief verfasst, der sich über die Nominierung empört. Vorstandsmitglied Sabine Arnolds ist fassungslos und kann nicht nachvollziehen, wie gewaltverherrlichender und diskriminierender Rap als homophobes Stilmittel gewertet werden kann.
Auch die gestern gestartete Facebook-Initiative „Kein Bambi für Bushido“ hält der Wahl der Jury entgegen. Auf der FB-Seite werden aktuelle Meinungen, Interviews und weiteres Material bereitgestellt, die Bushido zeigen wie er ist. Diskriminierung und Gewalt – für den Rapper weit mehr als ein Stilmittel, vielmehr eine Philosophie.
Bisweilen konnte die Seite mehr als 6.800 Gleichgesinnte gewinnen und minütlich werden es mehr. (Stand: 14:45 Uhr)

Nahezu jeder vierte Facebook Kommentar in der GAYS.DE Timeline beschäftigt sich mit der Bambi-Verleihung heute in Wiesbaden. Der Tenor dabei ist eindeutig: Kein Bambi für Bushido! Um den Protest zum Ausdruck zu bringen wird zu Boykottaktionen aufgerufen und um Unterstützung heute Abend am roten Teppich gebeten.
Was denkt Ihr, ist die Auszeichnung gerechtfertigt oder nicht? Kann man sich als Medien-Verlag so täuschen oder ist die Begründung der Jury verständlich und vor allem gerechtfertigt?
Kommentiert und beantwortet unsere Frage auf Facebook – wir freuen uns auf eine neue Diskussion mit Euch.

Hier noch ein Video des Rappers: Welch gute Umgangsformer er doch pflegt….

Plus fort que moi – „Es“ ist stärker als ich

Homosexualität in Marokko ist so allgegenwärtig wie überall auf der Welt. Einen „kleinen“ gewaltigen Unterschied zu unserer Gesellschaft gibt es dennoch. Katrin Krämer, Dokumentarfotografin aus Bielefeld zeigt eben diesen mit ihren Bildern auf. Denn obwohl Homosexualität im Land selbst verboten ist, so wollen viele zwischen den „eigenen Grenzen“ leben und die eigenwillige gesellschaftliche Regelung – nennen wir sie Doppelmoral – weiterhin (aus-)leben.

Für eine Semesterarbeit hat die Bielefelderin ein mehr als umfangreiches Thema gewählt. Nicht nur, dass sie sich während der Recherchen selbst auf „dünnem Eis“ bewegt hat, auch das Aufspüren von jungen schwulen Marokkanern war nicht immer einfach.
Homosexualität gilt in dem nordafrikanischen Land als verboten. Zumindest sobald man(n) sich erwischen lässt. Intoleranz und Ignoranz dominieren das gesellschaftliche Miteinander und bestimmen den Alltag. Man trifft sich heimlich – hinter verschlossenen Türen. Denn wer sich nicht öffentlich outet, der kann sich ohne Gefahr im schwulen Freundeskreis bewegen. Dank Internet sogar 24 Stunden rund um die Uhr.

Katrin Krämer hat das soziale Phänomen portraitiert und zeigt in einer Fotoausstellung die Wirklichkeit. Begleitet von Interviews werden die Situationen der Jungs und Männer vertieft und bildhaft.
Eröffnet wird die Ausstellung heute am 2. November um 20:00 Uhr in der Fachhochschule Bielefeld mit einem begleitenden Künstlerinnengespräch.

Plus fort que moi – Portraits schwuler Männer in Marokko: 2. bis 30. November; Fachhochschule Bielefeld, Lampingstraße 3.

„Uncertain“ – Ungewiss

Ungewissheit über das was im Moment passiert, was kommen mag, wie es weiter gehen soll. „Uncertain“ ist ein neuer schwuler Kurzfilm, der sich mit eben diesen Fragen auseinander setzt: Im Mittelpunkt steh ein Junge, der in der Schule gemobbt, gequält und verachtet wird. Grund dafür ist seine Homosexualität. Und wie so oft steht am Ende die Verzweiflung – doch mit schweren Folgen.: Ein Selbstmordversuch.

Das Gewalt gegenüber Homosexuellen noch immer existiert belegen aktuelle Studien sowie tagesaktuelle Medienberichte. Noch immer gelten „Schwuchtel“ und „schwule Sau“ als beliebte Schimpfwörter gerade auf Schulhöfen. Leider. Die Diskriminierung an Schulen und im Freizeitbereich von Jugendlichen nimmt weiter zu. Auch wenn die Aufklärungs- und Präventionsarbeit von Verbänden und zahlreichen Institutionen in vielen Bereichen Wirkung zeigt – auf den Schulhöfen muss noch viel getan werden.

Der Protagonist im Film – Anson – versucht sich das Leben zu nehmen. Diskriminierung, Androhung von Gewalt und andauernde Beschimpfungen verunsichern ihn. Er stellt sich selbst in Frage und sieht nur einen Ausweg – dem Ganzen ein Ende setzen.
Nach seinen Selbstmordversuch ist seine Wahrnehmung verzerrt. Seine Umgebung ist anders als er, seine Ungewissheit überholt ihn und führt ihn letztlich durch die Hilfe andere wieder zurück. Aber seht selbst:

Tolerant durch SchLAu

SchLau in der Schule; ©SchLAu NRW

„Schwule verhalten sich wie Mädchen“ und „Lesben hassen Männer“ – Vorurteile, die in den Köpfen der Menschen fest sitzen. Aber nicht nur das: Auch zahlreiche Klischees existieren und führen dazu, dass Berührungsängste, Intoleranz und sogar Abneigung gegenüber Homosexuellen noch immer vorrangig sind. Für die Meisten tragen Schwule gerne Frauenkleider und haben grundsätzlich Analverkehr. Lesben dagegen treten maskulin auf, binden ihre Brust ab und wollen eigentlich ein Mann sein. Dass dies eben nicht so ist, dafür kämpfen die Jungen und Mädchen von SchLAu.

Schwul Lesbische Aufklärung – kurz SchLAu – darunter versteht sich ein Netzwerk von lokalen Projekten, die bundesweit schwul-lesbische Aufklärungsarbeit – nicht nur für Jugendliche – leisten. Allein in Nordrhein-Westfalen sind derzeit 15 Gruppen unterwegs, die bei Veranstaltungen in Schulen und im Freizeitbereich effektiv zur Gewaltprävention und Antidiskriminierung beitragen. Durch die überwiegend selbst homosexuellen SchLAu-en, haben die Teilnehmer der einzelnen Veranstaltungen die Möglichkeit mit Schwulen, Lesben, Bisexuellen in Kontakt zu treten du sich selbst ein authentisches Bild zu machen. In den persönlichen Begegnungen werden dann durch verschiedene Methoden Diskriminierung thematisiert und Vorurteile hinterfragt.

Gerade an Schulen ist die Aufklärungsarbeit wichtig, so der Arbeitsansatz von SchLAu. Immer wieder treten Beleidigungen wie „schwule Sau“ auf Schulhöfen auf, für die Coming-Out-Phase junger Homosexueller ist das eine mehr als schmerzliche Erfahrung und sie haben meist Angst vor Ausgrenzung und Gewalt. Letzteres ist unter Jugendlich leider immer noch keine Seltenheit. Immer wieder kommt es zu Anfeindungen und gewalttätigen Übergriffen – im Schulalltag. Die bundesweiten Aufklärungsgruppen arbeiten ehrenamtlich um eben diesen Respekt gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen zu fördern und Homophobie im Schulalltag abzubauen.

Mehr Informationen zur Schwul Lesbischen Aufklärung  gibt’s auf der Seite von SchLAu NRW. Hier finden sich alle Regionalgruppen und weiterführende Links. Eine bundesweite Vernetzung wird derzeit aufgebaut.

„Sado-Maso“, „Orgasmus“ oder „Darkroom“ – Grundschulkinder wissen Bescheid

Zumindest ab dem neuen Schuljahr können die Grundschüler in Berlin mitreden (GAYS.DE berichtete). Denn ab da bereichert ein neuer Bücher- und Spielkoffer den Lernalltag der Kinder. In den ersten vier Schuljahren soll den Jungs und Mädchen dabei aber lediglich die Vielfalt des Sexuallebens näher gebracht werden. Begriffe wie „Sado-Maso“, „Organsmus“ oder „Darkroom“ sollen frühestens in der Sekundarstufe I, also ab der fünften Klasse eine Rolle spielen.

Die Berliner „BZ“ hetzte in den letzten Tagen immer wieder damit, dass ein neues Unterrichtsfach namens „Schwul“ geschaffen würde, vergaß dabei aber in jeder Berichterstattung die eigentlich Absicht des Kultusministeriums. Diese ist in etwa die gleiche wie die des Berliner Abgeordnetenhauses, welches in einer Abstimmung vom April 2009, einstimmig dafür stimmte dieses Vorhaben in die Praxis umzusetzen. „Selbstbestimmung und Akzeptanz  sexueller Vielfalt“ – unter diesem Namen wird die neue Initiative geführt und vorangetrieben. Dabei ist es allen Unterstützern wichtig, den Grundschülern neben einem neuen, vielfältigeren Bild der Familie vor allem Toleranz zu vermitteln. Die immer noch anhaltende Diskriminierung und Gewalt gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender soll mit dem neuen Lernmittel deutlich reduziert werden.

„Es war einmal…“ – so fangen viele Märchen an, doch in kindlicher Sprache erklärt eines der Bücher auf diesem Weg den Wandel vom traditionellen Familienbild hin zu dem heutigen. Und eben da gehören neben Alleinerziehenden auch gleichgeschlechtlich liebende Eltern dazu. In der Geschichte  vom König, der keine Prinzessin fand und letztendlich mit einem weiteren König das Land regiert werden die Kinder auf homosexuelle Paare aufmerksam gemacht und ihnen wird erklärt, das auch das zu unserer Gesellschaft gehört. Das diese Lernform auch fortgesetzt werden kann zeigen Beispiele die bereits seit 2006 in Berlin zum Einsatz kommen. In Sek I und II können Lehrer ebenso wie die Jugendlichen selbst Infomaterial im Internet sammeln und verschiedenen Unterrichtsmaterialen nutzen. So lernen Jugendlich ihre Hemmungen bei Begriffe wie „Orgasmus“ und „Darkroom“ abzubauen indem sie diese pantomimisch darstellen und erklären. Ein anderes Beispiel sind verschiedene vorbereitete Rollenspiele. In ihnen sollen sich die Kinder und Jugendlichen in die Rolle der Lesbe/des Schwulen versetzen und ihr Coming Out durchspielen. Erfahrungen und Situationen, die nicht nur den Blickwinkel sondern vielmehr die grundsätzliche Denkweise erweitern.

Leider scheint eben dieser Ansatz nicht bei allen anzukommen. Eine breite Diskussion über die neuen Lernmittel und deren Einsatz ist bereits entfacht – hier ein kleiner Einblick.

EU zwingt Homophobie in die Knie

Ermahnungen und fortwährender Protest einiger Menschenrechts- und LGBT-Institutionen und nicht zuletzt die Aufforderung des EU-Parlaments haben dazu geführt, dass in Litauen die Diskriminierung von Homosexuellen vorerst gestoppt – zumindest aber eingedämpft ist. Die Regierung des Landes konnte sich darauf verständigen, dass „Werbung für Homosexuelle“ nicht mehr unter Strafe gestellt wird. Dies galt bis dato als Straftat, da Jugendliche „ans andere Ufer“ geleitet würden. (GAYS.DE berichtete)

Das litauische Parlament hat aber nicht nur dieses Gesetz gekippt, sondern auch eine bedeutende Erweiterung beschließen können. So gilt ab sofort, dass Diskriminierung generell verboten ist. Im Detail heißt dass, dass Werbung in Funk und Fernsehen nicht mehr die menschliche Würde antasten darf und diskriminierende Äußerungen und/oder Andeutungen komplett untersagt sind. Das neue Mediengesetz Litauens beinhaltet zudem den ausdrücklichen Passus, dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung einer Person untersagt ist.

Im Ursprünglichen Gesetz vom November 2010 hieß es noch, dass öffentliche Werbung für Homosexuelle unter eine Mindestgeldstrafe von 2.900 € zu stellen ist. Als Argumentationsgrundlage diente der Schutz der Kinder und Jugend, die von eben solcher Werbung „verleitet“ werden könnten.
Litauen zählt zu den homofeindlichsten Staaten in Europa. Verbote von Christopher Street Days, Demonstrationen zu Menschenrecht- und Persönlichkeitsrecht oder die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren – in Litauen gelten Homosexuell als „böse Bürger“.

Beiträge zur Lage in Litauen in den GAYS.DE News

Bielefeld zeigt Flagge – Jetzt erst recht!

Bereits gestern haben wir via Facebook darüber berichtet, was in Bielefeld grad politisch los ist. Die BfB – Bürger für Bielefeld unter Fraktionsvorsitzendem Ralf Schulze – möchte in einem Antrag im Haupt- und Beteiligungssauschuss der Stadt bewirken, dass die Regenbogenflagge zum Christopher Street Day in Bielefeld nicht am Rathaus gehisst werden darf.

Wörtlich heißt es in dem von der BfB am 20.06.2011 gestellten Antrag: „Plant der Oberbürgermeister wie im letzten Jahr anlässlich des CSD auf der Sparrenburg und vor dem Rathaus wieder die Regenbogenflagge hissen zu lassen?“ Dabei beziehen sich Fraktionsvorsitzender Ralf Schulze und Fraktionsgeschäftsführerin Tanja Hüttermann in ihrer ersten Zusatzfrag auf die Landesflaggenverordnung. Im zweiten Teil erkennt die Partei Bürger für Bielefeld (BfB) aber keinen Unterschied zwischen Engagement eines Kaninchen- oder Hühnerzuchtvereins und dem politischen und sozialen Engagement lesbischer und schwuler Gruppen gegen Homophobie und will offenbar das Hissen der Regenbogenflagge verhindern.

Dabei gilt das Hissen der Regenbogenflagge als ein Zeichen gegen Diskriminierung von Lesben und Schwulen und steht für Solidarität. Pit Clausen, der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld hat im vergangenen Jahr zum 1. Mal offiziell die Regenbogenflagge zur Eröffnung des CSD am Rathaus und auf der Sparrenburg gehisst. Ein Jahr zuvor mussten Lesben und Schwule – nur durch die Unterstützung der Grünen – zur Selbsthilfe greifen und zur Parade Eröffnung das Rathaus mit eigenen Regenbogenfahnen schmücken.

„Der Kampf gegen Diskriminierung und für Gleichstellung von Lesben und Schwulen ist kein Hobby, sondern gelebte Demokratie. Dafür lohnt es sich, die Regenbogenfahne zu hissen.“, so Peter Struck vom Netzwerk lesbischer und schwuler Gruppen in Bielefeld e.V.

„Aus diesem Grund laden wir alle ein, morgen ab 15:00 Uhr mit uns vor dem Rathaus unseren Protest zum Ausdruck zu bringen.“, so Struck weiter. Für die „Veranstaltung“ wird seit gestern auch via Facebook eingeladen. Innerhalb von nur 20 Minuten, konnten bereits mehr als 50 Unterstützer registriert werden.

Der CSD Bielefeld unter dem Motto: „GEOUTET“ findet übrigens am 16. Juli 2011 statt. Informationen zum PrideDay und der Kulturwoche im Vorfeld gibt’s auf der Homepage zum CSD  Bielefeld 2011.

 

17. Mai: Internationaler Tag gegen Homophobie

Respektlosigkeit, Intoleranz, Gewalt – nur drei Begriffe, die die immer noch anhaltende Diskriminierung von Homosexuellen und Transgendern ausdrücken. Auch wenn der Begriff „Homophobie“ wissenschaftlich vielleicht nicht korrekt gewählt ist, so drückt dieser den Hass gegenüber Nichtheterosexuellen aus, bündelt gleichzeitig aber auch die „Berührungs-“Ängste gegenüber Menschen mit der eben anderen sexuellen Orientierung.

Nicht immer kann Homophobie gleichbedeutend mit einer erhöhten Gewaltbereitschaft verstanden werden. Viele Menschen kennen einfach keine Homosexuellen und haben somit keinerlei Bezug zur Person als solche. Die andere Lebensweise wird zum „Bösen“ und somit machen sich Vorurteile, Abneigung und Intoleranz breit. Aufklärung und Informationen fehlen, teilweise ist dies einfach mit mangelndem Interesse zu begründen. Eben aus diesem Grund gibt es zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHO) zahlreiche Aktionen weltweit, die dies beenden wollen.

Begangen wird der IDAHO seit 2005 immer am 17. Mai. Bereits 15 Jahre zuvor beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität aus der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. In Deutschland erinnert der 17.05. zusätzlich noch an den ehemaligen §175 des Strafgesetzbuchs. Dieser stellte zwischen 1872 bis zu seiner endgültigen Abschaffung 1994 verschiedene sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. In den zwanziger Jahren bezeichnete man Homosexuelle zum Beispiel damit, dass sie am 17.05. geboren seien.

GAYS.DE meets IDAHO

Auch Eure Community beteiligt sich in diesem Jahr am Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie. Mit unserem neuen Button, können alle, die wollen, ein Zeichen setzen und Ihr Profilbild mit dem IDAHO-Ausrufezeichen aufrüsten.


Deutschlandweit finden zahlreiche Aktionen zum IDAHO statt. In fast jeder großen Stadt finden sogenannte RainbowFlashs statt, bei denen Luftballons mit Euren Wünschen für mehr Akzeptanz und Toleranz in den Himmel entlassen werden. Für den Fall, dass in Eurer Nähe keine Aktion stattfindet, schnappt Euch einen Luftballon, schreibt Euren Wunsch drauf und macht ein Foto – Wir präsentieren dieses dann exklusiv auf GAYS.DE.

Zur Aktionseite IDAHO.

Starke Bilder zum Tag gegen Homophobie am 17.5.

©Deutsche AIDS-Hilfe 2011

„MIR REICHT’S! – Meine Würde ist unantastbar!“ Das ist die Botschaft einer Aktionskampagne der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) zum morgigen Internationalen Tag gegen Homophobie.

Zehn schwule Männer zeigen sich auf Fotos zugleich schwer verletzt und selbstbewusst fordernd. Denn Gewalt und Diskriminierung gehören noch immer zum Alltag. Diese Aktion macht sie mit starken Bildern sichtbar – und erteilt der Homophobie eine klare Absage.

Mit dabei: Alexander Freier, 24, der mit 15 einmal zusammengeschlagen wurde, weil er schwul ist. Für ihn ein Grund, erst recht selbstbewusst und offen aufzutreten. „Menschen kennen oft keine Schwulen und haben verschrobene Bilder im Kopf. Ein einziger echter Schwuler
bringt manchmal jahrelang gepflegte Vorurteile zum Einsturz“, erläutert er seine Motivation, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Motive von „MIR REICHT’S“ sind als Plakate, Postkarten und Anzeigenmotive verfügbar. Als unübersehbares Zeichen für  Selbstvertrauen und Selbstbestimmung sollen sie sich auch über die sozialen Netzwerke wie Facebook verbreiten. Die Aktion ist eingebunden in die DAH-Präventionskampagne ICH WEISS WAS ICH TU die sich an Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, richtet.

Ein Leben ohne Diskriminierung und Bedrohung durch Gewalt ist ein Menschenrecht. Zugleich hat das Statement gegen Schwulenfeindlichkeit eine wichtige Bedeutung in der HIV-Prävention. Dazu Dr. Dirk Sander, DAH-Referent für Männer, die Sex mit Männern haben: „Nur wer selbstbewusst und selbstbestimmt mit der eigenen Sexualität umgeht, kann sich auch wirksam vor HIV schützen. Diskriminierung und Angst vor Gewalt beschädigen das Selbstwertgefühl und oft auch die Fähigkeit, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern. Wer sich aus Angst verstecken muss, wird außerdem durch Prävention nicht erreicht. Es ist wissenschaftlich erwiesen: Gesellschaften, die sich erfolgreich mit Homophobie auseinandersetzen, haben größere Präventionserfolge.“ (PI)

 

Münster gründet Netzwerk gegen Homophobie

Gerade im Jugendalter ist es schwer zu sich, seiner Sexualität oder aber zu dem besten Freund zu stehen, der grad sein Outing durchlebt. Viele Jugendliche kennen es, wenn sich niemand mit ihnen in eine Umkleide teilen möchte. Oftmals gelten sie als Außenseiter und werden von ihren Mitschülern beschimpft und gehänselt.

Alexander Daum kennt das. Immer wieder erzählen ihm Jugendlich von eben diesen Erlebnissen. Das die Jungs und Mädels homosexuell sind oder sich gerade Gedanken darüber machen, dass sie eben doch anders sind als ihre Mitschüler, das weiß auch Alexander. Im Auftrag von verschiedenen Projekten ist er im Münsterland unterwegs und beschäftigt sich mit eben diesen Vorurteilen, die die Jugendlichen beschäftigen. „Gerade gegenüber homosexuellen Kids ist es schwer. Die meisten Mitschüler bilden sich keine eigene Meinung. Sie hören auf das, was die Mehrheit sagt.“, so Daum.

Und eben aus diesem Grund haben sich eine Reihe von Vereinen und Einrichtungen zusammengetan und das neue Netzwerk „Queere Jugendarbeit in Münster“ gegründet. Erstes gemeinsames Vorhaben ist es am Dienstag, 17. Mai – dem internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie – in Schulen über eben diese und die sexuelle Vielfalt aufzuklären. Vom einfachen Infostand bis hin zu Unterrichtsbegleitung und Diskussionsrunden sind zahlreiche Aktionen geplant.  Weiterführend geplant ist zudem ein Jugendtreff in der Alten Dechanei zu etablieren. Unter dem Namen „Track“ können sich dann ab Ende Mai die Jugendlichen immer dienstags ab 17 Uhr treffen und unter fachkundiger Begleitung Gleichgesinnte kenne lernen.

Zu „Queere Jugendarbeit in Münster“ gehören: Die Aids-Hilfe Münster, die Arbeiterwohlfahrt Münsterland-Recklinghausen, der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe, das Kommunikations Centrum Münsterland (KCM), der Lesben-Verein LiVas, Pro Familia Münster und der Sozialdienst katholischer Frauen Münster.