Steigende Gewalt gegen Homosexuelle im Irak

Im Irak nimmt die Gewalt gegen Homosexuelle wieder zu. Allein in den letzten sechs Wochen wurden 58 Iraker durch organisierte Banden und Milzen getötet, die als homosexuell galten. Damit ist die Zahl so hoch wie zuletzt im Jahr 2009, als die Hass-Verbrechen gegen Schwule ihn bisherigen Höhepunkt hatten.

Die Sicherheitskräfte des Landes stehen den Gewaltverbrechen machtlos gegenüber. Augenzeugen berichten davon, dass den Opfern der Schädel mit schweren Betonblöcken zertrümmert wurde. In Bagdads Schiiten-Viertel Sadr City wurde außerdem eine Art Todesliste veröffentlicht, die 33 weitere Menschen und deren Adressen enthält. Alle bis auf eine der Personen sind Männer.

Die Liste enthält eine Warnung: Sollten sie diese  Personen ihre schmutzigen Handlungen nicht innerhalb von vier Tagen einstellen, dann treffe sie die Strafe Gottes und der Mudschahedin. Auf dem Schreiben sind der Koran und zwei Handfeuerwaffen abgebildet.

Der Koran verbietet Homosexualität ausdrücklich, Morde an Homosexuellen gelten bei islamischen Milizen im Irak als Ehrenmorde.  Seit den ersten Vorfällen sind immer mehr Stimmen weltweit laut geworden, die gegen die Situation im Irak und weiteren islamistischen Ländern wettern.

Erst vergangene Woche wurde im UN-Menschenrechtsrat über die homophobe Haltung einiger Staaten debattiert. Die Vorfälle im Irak werden wohl neue Gespräche entfachen.
(Quelle: PRIDE1.de/kt/GAYS.DE)

Weniger Gewalttaten gegen Schwule in Berlin!

Bei einem Treffen des Bündnisses gegen Homophobie am vergangenen Donnerstag stellte der Direktor des Landeskriminalamtes, Christoph Steiof, auch die aktuellen Zahlen der Berliner Kriminalitätsstatistik vor. Danach ist die Anzahl der Fälle von Hasskriminalität gegenüber Schwulen und Lesben in Berlin laut Kriminalitätsstatistik rückläufig.

2011 liegen die Zahlen der ersten drei Quartale unter dem Vorjahresniveau, es wurden bislang 67 Fälle bei der Polizei gezählt – im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 98. Ein noch deutlicherer Rückgang ist bei Gewaltdelikten feststellbar. Sie fielen von 41 auf 22 Fälle im Vergleichszeitraum.

„Das ist eine gute Nachricht, aber noch kein Grund zur Euphorie“, so Steiof während der Bündnistagung. Der Direktor des Landeskriminalamtes betonte, dass „bei homophoben und transphoben Straftaten von einem hohen Dunkelfeld auszugehen“ ist. Diese Form der Kriminalität enthalte „Botschaftscharakter“, die den Betroffenen signalisiere, nicht erwünscht zu sein und jederzeit mit Repressalien rechnen zu müssen.

Auch der anwesende Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der zugleich Schirmherr des Bündnisses gegen Homophobie  ist, sprach in diesem Zusammenhang von „teils üblen Beschimpfungen“, die ihn wegen seines offenen Umgangs mit Homosexualität kontinuierlich erreichen. Alle Anwesenden betonten die Notwendigkeit weiterer Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft, wie sie vom Bündnis gegen Homophobie praktiziert wird.

Dem Bündnis gegen Homophobie gehören derzeit 39 Mitglieder aus der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft an, die sich aktiv für Respekt und Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen einsetzen. (Quelle: PRIDE1/td)

Cruising: Augen auf in Münchens Parks

Cruising birgt Gefahren – Schon mehrfach haben Wir Euch darüber informiert, dass in Parks, Wäldchen und auf Parkplätzen nicht immer alle Euer „bestes“ wollen. Beim cruisen solltet Ihr stets die Augen offen halten und wachsam sein.

In München warnt aktuell das SUB – Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München e.V. – vor unachtsamen cruisen.  „Vorsicht walten lassen, im Notfall die Polizei rufen.“, so Christopher Knoll, Leiter des Anti-Gewalt-Projektes für schwule Männer im Sub.

In den letzten Tagen kam es vermehrt zu Übergriffen und Raubtaten in der Nähe von Münchens Cruising-Plätzen. Besonders am Sendlinger Tor und Innsbrucker Ring wurden Männer angegriffen und nicht selten beraubt, wie die Münchner Polizei mitteilte. Auch gewaltsame Übergriffe waren in den letzten sommerlichen Nächten keine Seltenheit.

Das SUB bewertet die Vorfälle als geplante Übergriffe mit einem schwulenfeindlichen Hintergrund. „Pöbeleien und Körperverletzungen richteten sich fast ausschließlich gegen schwule Männer. Im Park am Sendlinger Tor und den benachbarten Straßen kam es darüber hinaus vermehrt zu Raubüberfallen.“, so Knoll weiter. Das Aktionsbündnis für Solidarität gegen Schwulen-, Lesben- und Transfeindlichkeit warnt: „Wir fordern schwule Männer auf, die Augen offen und verdächtige Personen im Auge zu behalten. Gegebenenfalls sollten sie die Polizei über die 110 verständigen und andere schwule Männer, falls anwesend, um Unterstützung bitten“.

Bedauerlicherweise gibt es aber auch immer wieder Konfrontationen mit der Polizei. So ist es verboten, Spielplätze zu betreten, die ja häufig Bestandteil öffentlicher Parkanlagen sind. Die Polizei nimmt dies leider zum Anlass für nächtliche Kontrollen. Insbesondere drei Stellen sind hier in München kritisch: der Spielplatz auf der Theresienwiese und insbesondere die Spielplätze am Sendlinger Tor Park (wo nachts der gesamte Park als Spielplatz gewertet wird) sowie im Englischen Garten. Hier gab es in der Vergangenheit immer wieder Situationen, die die Polizei als Hausfriedensbruch gewertet hat – auch wenn das Areal nicht durch einen Zaun gesichert ist – so zum Beispiel am Sendlinger Tor.

 

„Uncertain“ – Ungewiss

Ungewissheit über das was im Moment passiert, was kommen mag, wie es weiter gehen soll. „Uncertain“ ist ein neuer schwuler Kurzfilm, der sich mit eben diesen Fragen auseinander setzt: Im Mittelpunkt steh ein Junge, der in der Schule gemobbt, gequält und verachtet wird. Grund dafür ist seine Homosexualität. Und wie so oft steht am Ende die Verzweiflung – doch mit schweren Folgen.: Ein Selbstmordversuch.

Das Gewalt gegenüber Homosexuellen noch immer existiert belegen aktuelle Studien sowie tagesaktuelle Medienberichte. Noch immer gelten „Schwuchtel“ und „schwule Sau“ als beliebte Schimpfwörter gerade auf Schulhöfen. Leider. Die Diskriminierung an Schulen und im Freizeitbereich von Jugendlichen nimmt weiter zu. Auch wenn die Aufklärungs- und Präventionsarbeit von Verbänden und zahlreichen Institutionen in vielen Bereichen Wirkung zeigt – auf den Schulhöfen muss noch viel getan werden.

Der Protagonist im Film – Anson – versucht sich das Leben zu nehmen. Diskriminierung, Androhung von Gewalt und andauernde Beschimpfungen verunsichern ihn. Er stellt sich selbst in Frage und sieht nur einen Ausweg – dem Ganzen ein Ende setzen.
Nach seinen Selbstmordversuch ist seine Wahrnehmung verzerrt. Seine Umgebung ist anders als er, seine Ungewissheit überholt ihn und führt ihn letztlich durch die Hilfe andere wieder zurück. Aber seht selbst:

Tolerant durch SchLAu

SchLau in der Schule; ©SchLAu NRW

„Schwule verhalten sich wie Mädchen“ und „Lesben hassen Männer“ – Vorurteile, die in den Köpfen der Menschen fest sitzen. Aber nicht nur das: Auch zahlreiche Klischees existieren und führen dazu, dass Berührungsängste, Intoleranz und sogar Abneigung gegenüber Homosexuellen noch immer vorrangig sind. Für die Meisten tragen Schwule gerne Frauenkleider und haben grundsätzlich Analverkehr. Lesben dagegen treten maskulin auf, binden ihre Brust ab und wollen eigentlich ein Mann sein. Dass dies eben nicht so ist, dafür kämpfen die Jungen und Mädchen von SchLAu.

Schwul Lesbische Aufklärung – kurz SchLAu – darunter versteht sich ein Netzwerk von lokalen Projekten, die bundesweit schwul-lesbische Aufklärungsarbeit – nicht nur für Jugendliche – leisten. Allein in Nordrhein-Westfalen sind derzeit 15 Gruppen unterwegs, die bei Veranstaltungen in Schulen und im Freizeitbereich effektiv zur Gewaltprävention und Antidiskriminierung beitragen. Durch die überwiegend selbst homosexuellen SchLAu-en, haben die Teilnehmer der einzelnen Veranstaltungen die Möglichkeit mit Schwulen, Lesben, Bisexuellen in Kontakt zu treten du sich selbst ein authentisches Bild zu machen. In den persönlichen Begegnungen werden dann durch verschiedene Methoden Diskriminierung thematisiert und Vorurteile hinterfragt.

Gerade an Schulen ist die Aufklärungsarbeit wichtig, so der Arbeitsansatz von SchLAu. Immer wieder treten Beleidigungen wie „schwule Sau“ auf Schulhöfen auf, für die Coming-Out-Phase junger Homosexueller ist das eine mehr als schmerzliche Erfahrung und sie haben meist Angst vor Ausgrenzung und Gewalt. Letzteres ist unter Jugendlich leider immer noch keine Seltenheit. Immer wieder kommt es zu Anfeindungen und gewalttätigen Übergriffen – im Schulalltag. Die bundesweiten Aufklärungsgruppen arbeiten ehrenamtlich um eben diesen Respekt gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen zu fördern und Homophobie im Schulalltag abzubauen.

Mehr Informationen zur Schwul Lesbischen Aufklärung  gibt’s auf der Seite von SchLAu NRW. Hier finden sich alle Regionalgruppen und weiterführende Links. Eine bundesweite Vernetzung wird derzeit aufgebaut.

“Schwule wollen doch gar keine Beziehung! Sie wollen nur Sex!”

Wie in Berlin die erste Beziehungspraxis für Männer, die Männer lieben eröffnete und warum dies, in dieser Stadt notwendig ist.

Die Stadt hat einen schwulen “Chef”, eine der größten CSD Paraden Deutschland und gilt als die Hochburg für Schwule und Lesben in ganz Europa, Berlin. Hier geht es offen, tolerant und freizügig zu, also warum soll es eine Beratungspraxis nur für Schwule geben? “Die können doch überall hin! Und sind es.”: hörte sich der junge Berliner Conny Warmuth nicht nur einmal an. Er hat in Berlin eine Praxis für Beziehungsberatung für Männer eröffnet, die Männer lieben. Die erste ihrer Art in Deutschland.

Hier werden gebrochene Herzen geheilt, Beziehungen zusammengehalten, aber auch gelöst oder ergänzt. “Berlin ist recht tolerant, dennoch gibt es leider trotz aller Fortschritte Ablehnung und Diskriminierung. Angefangen in der Schule, über Arbeit aber auch die breite Masse und sogar unter Therapeuten, Coaches oder Ärzte” sagt der Beziehungscoach nachdenklich. “Als ich den Spruch “Schwule wollen doch gar keine Beziehung, die wollen doch nur Sex!” eines Therapeuten hörte, wurde auch mir, der sich schon seit Jahren in der Szene aufhielt, klar, dass es nicht unbedingt leichter geworden ist wenn man Unterstützung mit seinem Partner sucht. Und da ich schon eine breite Masse an Klienten hatte die Schwul oder Bisexuell waren, haben ich mich auf diese konzentriert.”

“Viele Themen und Fragen sind die gleichen wie in der klassischen Beratung von Paaren auch. Sie sind nur anders eingefärbt und es gibt Besonderheiten die ohne Abwertung angesprochen werden können. Treue, Lust, Ängste, Krankheiten, Mobbing und der normale Wahnsinn des Alltags. Ich führe dieses Leben selbst und habe somit einen anderen Blick auf die Probleme die ein schwuler Mann haben kann. Egal ob nun mit oder ohne Beziehung. Viele finden bei mir das erste Mal den Raum sich Gefühle, Probleme aber auch Wünsche und Vorteile einzugestehen, da es mir eben nicht egal ist oder es gar als krank ansehe wenn Menschen fühlen und Leben.”

Eine Anlaufstelle bei Missbrauch oder homophober Gewalt ist das Projekt MANEO, welches seit über 20 Jahren in Berlin Hilfe und Unterstützung anbietet aber auch Vor-Ort und Aufklärungsarbeit leistet. MANEO ist auch die Anlaufstellen wenn es um Übergriffe und Hasstaten auf schwule und bisexuelle Männer geht. Und die Zahlen fallen leider nicht, von Jahr zu Jahr werden mehr Taten gemeldet und bearbeitet. “Die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher liegen”: so der Projektleiter Bastian Finke.

Bei Problemen in schwulen Beziehungen kann man nicht immer auf die Unterstützung von Familie und Kollegen hoffen. Eher noch auf die von Freunden, aber da diese meist nicht neutral sind, ist guter Rat oft teuer und eine Beziehung wird schneller beendet als vielleicht notwendig. Und dann geht die Suche von neuem los. “Schwule haben es nicht gelernt eine Beziehung zu andern Männern aufzubauen. Wir werden heterosexuell erzogen, die Gesellschaft und Medien leben uns klassische Formen der Beziehung vor, wir werden mit dem Gedanken groß das es nicht normal ist als Mann, Männer zu lieben. Es fehlen Beziehungsriten und Objekte wie Ehe, Kinder und Akzeptanz der Liebe, dies macht es so schwer offen zuzugeben das man gerade ein Problem hat. Als Mann hat man einfach kein Problem mit der Liebe oder sich selbst. So werden wir nicht erzogen und dies lässt einen auch nach Jahren immer wieder leiden. Unabhängig von Ängsten wie wir dastehen wir uns Outen, Beschimpfungen und Vorwürfen.”: meint er energisch.

Conny Warmuth hat einen geschützten Raum geschaffen wo man sich professionell helfen lassen kann wenn man nicht weiter weiß. Als Mann, als Schwuler, als Mensch. In einer Stadt die alles versucht nach außen noch offener und vielfältiger zu erscheinen und vergisst das in all der Vielfältigkeit der Einzelne nicht untergehen darf.

Starke Bilder zum Tag gegen Homophobie am 17.5.

©Deutsche AIDS-Hilfe 2011

„MIR REICHT’S! – Meine Würde ist unantastbar!“ Das ist die Botschaft einer Aktionskampagne der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) zum morgigen Internationalen Tag gegen Homophobie.

Zehn schwule Männer zeigen sich auf Fotos zugleich schwer verletzt und selbstbewusst fordernd. Denn Gewalt und Diskriminierung gehören noch immer zum Alltag. Diese Aktion macht sie mit starken Bildern sichtbar – und erteilt der Homophobie eine klare Absage.

Mit dabei: Alexander Freier, 24, der mit 15 einmal zusammengeschlagen wurde, weil er schwul ist. Für ihn ein Grund, erst recht selbstbewusst und offen aufzutreten. „Menschen kennen oft keine Schwulen und haben verschrobene Bilder im Kopf. Ein einziger echter Schwuler
bringt manchmal jahrelang gepflegte Vorurteile zum Einsturz“, erläutert er seine Motivation, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Motive von „MIR REICHT’S“ sind als Plakate, Postkarten und Anzeigenmotive verfügbar. Als unübersehbares Zeichen für  Selbstvertrauen und Selbstbestimmung sollen sie sich auch über die sozialen Netzwerke wie Facebook verbreiten. Die Aktion ist eingebunden in die DAH-Präventionskampagne ICH WEISS WAS ICH TU die sich an Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, richtet.

Ein Leben ohne Diskriminierung und Bedrohung durch Gewalt ist ein Menschenrecht. Zugleich hat das Statement gegen Schwulenfeindlichkeit eine wichtige Bedeutung in der HIV-Prävention. Dazu Dr. Dirk Sander, DAH-Referent für Männer, die Sex mit Männern haben: „Nur wer selbstbewusst und selbstbestimmt mit der eigenen Sexualität umgeht, kann sich auch wirksam vor HIV schützen. Diskriminierung und Angst vor Gewalt beschädigen das Selbstwertgefühl und oft auch die Fähigkeit, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern. Wer sich aus Angst verstecken muss, wird außerdem durch Prävention nicht erreicht. Es ist wissenschaftlich erwiesen: Gesellschaften, die sich erfolgreich mit Homophobie auseinandersetzen, haben größere Präventionserfolge.“ (PI)

 

Zu unbequem? – Hacker legen PRIDE1 Homepage lahm

Am Samstag waren viele überrascht, als sie die PRIDE1-Homepage aufrufen wollten und statt aktuellen Nachrichten aus dem LGBT-Bereich eine Fehlerseite angezeigt bekamen. Hacker haben die PRIDE1-Server massiv attackiert und waren zunächst erfolgreich.

Seit 2006 informiert PRIDE1, Deutschlands erfolgreichster Radiosender im Netz mit einem regelmäßigen Live-Programm über Themen aus dem LGBT-Bereich und darüber hinaus. Die neutrale Berichterstattung über eine immer noch existierende Diskriminierungen gegen Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen oder Themen wie Homophobie oder Gewalt gegen die LGBT-Szene scheinen dabei nicht überall gerne gesehen und gehört zu werden.

„Angriffsversuche auf unsere Server haben wir nahezu täglich“, berichtet Kai Tillmann, PRIDE1-Moderator und Sendeleiter. „Aufgrund der permanenten Hacker-Angriffe haben wir ohnehin schon sehr hohe Sicherheitsstandards – Im aktuellen Fall war jedoch eine derartige hohe und „professionelle“ kriminelle Energie am Werk, dass die Angreifer erfolgreich waren“, so Kai Tillmann weiter.
Das gesamte Online-Angebot von PRIDE1 wurde am Samstag von den Hackern gelöscht. Für mehrere Stunden war die Homepage nicht erreichbar – das Radioprogramm war von den Hacker-Angriffen glücklicherweise nicht betroffen.

„Unserer Technik ist es nach wenigen Stunden gelungen, die Homepage wieder in Großteilen online zu stellen. Allerdings ist das Angebot derzeit sehr eingeschränkt. Wir arbeiten gerade mit Hochdruck daran, unser Nachrichtenarchiv und andere Bereiche der Homepage wieder herzustellen. Dies kann allerdings noch einige Wochen dauern“, so Kai Tillmann.

Hinzu kommt, dass PRIDE1 zukünftig in noch höhere Sicherheitssysteme finanzieren wird, um noch besser geschützt zu sein. „Es ist traurig, dass Menschen immer wieder gewalttätig werden, wenn Argumente nicht weiterhelfen“, bedauert Markus Leizbach, Moderator und Sendeleiter von PRIDE1. „Unsere Berichterstattung ist vielleicht nicht immer bequem, dafür aber immer neutral und wertfrei. Davon werden wir auch in Zukunft nicht abrücken“, so Markus Leizbach weiter. (PM)

Auch GAYS.DE war im vergangenen Jahr Opfer solcher Angriffe. Seither haben wir unserer Sicherheitsstandarts noch weiter ausgebaut. Regelmäßig eingespielte Updates und der Server-Umzug im letzten Jahr sind ebenfalls Maßnahmen, um die Erreichbarkeit von GAYS.DE uneingeschränkt gewährleisten zu können. Alle angemeldeten User können sich also sicher fühlen – Eure Community hat alle im Profil hinterlegten Daten so  abgesichert, dass ein Zugriff von außen nicht möglich ist.

 

ES WIRD BESSER

Hinter diesen Worten verbirgt sich eine neue Online-Aktion gegen Homophobie. Initiiert hat die bundesweite Kampagne Marco Splettstößer nachdem er von den zahlreichen homophoben Vorfällen in den USA gehört hat.  Nach dem Vorbild von „It gets better“ – der aktuellen US-Kampagne zum Thema, hat Marco eine Homepage gebastelt und geht seitdem auf „Stimmenfang“ in der Welt des WorldWideWeb.

In den USA haben sich in den letzten Monaten mehrere Jugendliche das Leben genommen (GAYS.DE berichtete), da sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung gemobbt, diskriminiert und schikaniert wurden. Auch in Deutschland sind junge Homosexuelle noch immer nicht vollständig in der Gesellschaft akzeptiert. Wir alle kennen Schimpfworte wie „Schwuchtel“ und „Schwule Sau“ und einige von uns sind gar schon gewaltsamen Übergriffen zum Opfer gefallen. Immer wieder berichten die Medien von homophoben Gewalttaten.

„So etwas darf und sollte nicht auf dieser Welt passieren – deshalb haben wir das Projekt “eswirdbesser.org” gestartet. Wir möchten auf der Webseite Stimmen gegen Homophobie sammeln. Egal ob man nun schwul ist, oder lesbisch, bi, transgender oder einfach nur dem allgemeinen Bild eines heterosexuellen Menschen nicht entspricht: Immer wieder ist man mit Anfeindungen konfrontiert von Mitmenschen denen nicht klar ist, dass Diversität Teil der Natur ist und alles andere als ‚abnormal‘.“, so Marco auf der Kampagnen Seite.

Mittlerweile existiert auch eine eigene Facebook-Seite zum Projekt. Auf dem regelmäßig aktualisierten YouTube Kanal stellt das Projekt „eswirdbesser.org“ alle gesammelten Stimmen gegen Homophobie vor und ruft zum Mitmachen auf.

Wir sagen Daumen hoch und bitten Euch um Unterstützung. Eure Videos könnt ihr an GAYS.DE schicken – anschließend werden wir diese Marco uns seinem Team übergeben und ein „Best of“ auf GAYS.DE präsentieren.

Danke für Eure Unterstützung!

DRK wird 30. Mitglied im Bündnis gegen Homophobie

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Berlin tritt dem Bündnis gegen Homophobie bei. Das zivilgesellschaftliche Bündnis gegen Homosexuellenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt steht unter der Schirmherrschaft von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit.

„Das Berliner Rote Kreuz ist Teil der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, entstanden aus dem Willen, den Verwundeten der Schlachtfelder unterschiedslos Hilfe zu leisten, und bemüht sich in ihrer internationalen und nationalen Tätigkeit, menschliches Leiden überall und jederzeit zu verhüten und zu lindern. Wir sind bestrebt, Leben und Gesundheit zu schützen und der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen. Wir fördern gegenseitiges Verständnis, Freundschaft, Zusammenarbeit und einen dauerhaften Frieden unter allen Völkern.” so Andreas Bode, Landesgeschäftsführer des DRK in Berlin.

“Dies bedeutet für uns auch, dem Bündnis gegen Homophobie beizutreten und nach besten Kräften in seiner Arbeit zu unterstützen, denn die sexuelle Orientierung ist Privatangelegenheit und darf weder offen noch verdeckt zu physischen oder psychischen Angriffen führen, die häufig aus Angst erfolgen. Angst ist dabei ein anerkanntes Erklärungsmodell für das aggressive-ablehnende Verhalten nicht nur Jugendlicher, sondern auch Erwachsener gegenüber Homosexuellen, und zwar nicht Angst vor diesen Personen, sondern eine tief sitzende, oft unbewusste Angst vor etwas Unbekanntem. Dass das manchmal Unbekannte völlig normal ist, dabei wird das Bündnis sicher eine große Hilfe sein.“, so Bode weiter.

Das Bündnis gegen Homophobie wurde im Herbst 2009 vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg initiiert. Es wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales  der Landesantidiskriminierungsstelle – im Rahmen der Initiative “Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt” vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg koordiniert. (Quelle: PRIDE1/ml/pm)