„Sado-Maso“, „Orgasmus“ oder „Darkroom“ – Grundschulkinder wissen Bescheid

Zumindest ab dem neuen Schuljahr können die Grundschüler in Berlin mitreden (GAYS.DE berichtete). Denn ab da bereichert ein neuer Bücher- und Spielkoffer den Lernalltag der Kinder. In den ersten vier Schuljahren soll den Jungs und Mädchen dabei aber lediglich die Vielfalt des Sexuallebens näher gebracht werden. Begriffe wie „Sado-Maso“, „Organsmus“ oder „Darkroom“ sollen frühestens in der Sekundarstufe I, also ab der fünften Klasse eine Rolle spielen.

Die Berliner „BZ“ hetzte in den letzten Tagen immer wieder damit, dass ein neues Unterrichtsfach namens „Schwul“ geschaffen würde, vergaß dabei aber in jeder Berichterstattung die eigentlich Absicht des Kultusministeriums. Diese ist in etwa die gleiche wie die des Berliner Abgeordnetenhauses, welches in einer Abstimmung vom April 2009, einstimmig dafür stimmte dieses Vorhaben in die Praxis umzusetzen. „Selbstbestimmung und Akzeptanz  sexueller Vielfalt“ – unter diesem Namen wird die neue Initiative geführt und vorangetrieben. Dabei ist es allen Unterstützern wichtig, den Grundschülern neben einem neuen, vielfältigeren Bild der Familie vor allem Toleranz zu vermitteln. Die immer noch anhaltende Diskriminierung und Gewalt gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender soll mit dem neuen Lernmittel deutlich reduziert werden.

„Es war einmal…“ – so fangen viele Märchen an, doch in kindlicher Sprache erklärt eines der Bücher auf diesem Weg den Wandel vom traditionellen Familienbild hin zu dem heutigen. Und eben da gehören neben Alleinerziehenden auch gleichgeschlechtlich liebende Eltern dazu. In der Geschichte  vom König, der keine Prinzessin fand und letztendlich mit einem weiteren König das Land regiert werden die Kinder auf homosexuelle Paare aufmerksam gemacht und ihnen wird erklärt, das auch das zu unserer Gesellschaft gehört. Das diese Lernform auch fortgesetzt werden kann zeigen Beispiele die bereits seit 2006 in Berlin zum Einsatz kommen. In Sek I und II können Lehrer ebenso wie die Jugendlichen selbst Infomaterial im Internet sammeln und verschiedenen Unterrichtsmaterialen nutzen. So lernen Jugendlich ihre Hemmungen bei Begriffe wie „Orgasmus“ und „Darkroom“ abzubauen indem sie diese pantomimisch darstellen und erklären. Ein anderes Beispiel sind verschiedene vorbereitete Rollenspiele. In ihnen sollen sich die Kinder und Jugendlichen in die Rolle der Lesbe/des Schwulen versetzen und ihr Coming Out durchspielen. Erfahrungen und Situationen, die nicht nur den Blickwinkel sondern vielmehr die grundsätzliche Denkweise erweitern.

Leider scheint eben dieser Ansatz nicht bei allen anzukommen. Eine breite Diskussion über die neuen Lernmittel und deren Einsatz ist bereits entfacht – hier ein kleiner Einblick.

Scheidungsrate bei gleichgeschlechtlichen Paaren niedriger als bei Heterosexuellen

Auch zehn Jahre nach Einführung der Lebenspartnerschaft für Schwule und Lesben (GAYS.DE berichtete) ist die Scheidungsrate in Hamburg deutlich niedriger als bei heterosexuellen Eheleuten. Das geht aus einer Antwort des Hamburger Senats auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor.

Demnach wurden nur 10 Prozent der Lebenspartnerschaften wieder geschieden, bei der Ehe beträgt die Scheidungsrate 50 Prozent. Seit 1. August 2001 haben 2401 Hamburger Paare ihre Partnerschaft beim Standesamt eintragen lassen.

Farid Müller, Sprecher für Schwule und Lesben der GAL-Fraktion, sagt zum Ergebnis seiner Anfrage: „„Fast 2.500 schwul-lesbische Paare haben sich in Hamburg in den letzten Jahren das Jawort gegeben. Es freut mich, dass dieses für Schwule und Lesben so wichtige Gesetz auch angenommen wird. Es ist aber längst nicht überall selbstverständlich, diese Partnerschaften auch offen zu leben.

Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung nun endlich auch für gleiche Rechte sorgt. Wenn Menschen sich mit einer Partnerschaft dazu entscheiden, für einander Verantwortung zu übernehmen, muss das vom Staat auch unterstützt werden.”

Bisher werden gleichgeschlechtliche Paare vor allem bei der Einkommensteuer benachteiligt. Sie werden hier immer noch wie Singles behandelt. Auch dürfen homosexuelle Paare in Deutschland nicht gemeinsam ein Kind adoptieren. (Quelle: PRIDE1/td)

Papstbesuch: Was wird passieren?

Dass wenn der Papst Deutschland besucht, auch die schwul-lesbische Szene bei einigen öffentlichen Auftritten vertreten sein wird, darüber haben wir Euch bereits informiert. Mit insgesamt 30 Mitstreitern wird das Bündnis Der Papst kommt! im September dieses Jahres aktiv werden und mit verschieden Aktionen auf die intolerante Haltung der katholischen Kirche aufmerksam machen.

Gemeinsam möchten wir – die Bündnismitglieder sowie unserer Unterstützer – erreichen, dass die katholische Kirche ihre Haltung gegenüber der gleichgeschlechtlichen Liebe überdenkt. Dass dies gerade beim Deutschlandbesuch von Benedikt XVI. ein fast unausweichlicher Fakt sein wird, ist jetzt bereits klar. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird sich in Berlin im Goldenen Buch der Stadt verewigen, dass ihm von keinem anderen als dem offen schwulen Bürgermeister Klaus Wowereit überreicht werden wird. Beim Besuch im Canisius-Kolleg, welches die Diskussion über sexuellen Missbrauch durch Geistliche entfacht hatte, wäre eine weitere Möglichkeit offen auf die Thematik zuzugehen und Toleranz zu zeigen. Kontakt zur Homosexualität wird der Papst also auch bei den amtlichen Besuchen haben.

Das Bündnis Der Papst kommt! wird zudem zahlreiche weitere Aktionen planen und koordinieren. Die Planungen und Organisation hierzu laufen bereits auf Hochtour. Schon heute ist in Berlin das nächste Netzwerktreffen angesetzt, bei dem weitere Schritte beschlossen werden sollen. Die beim Treffen am 07. April 2011 verabschiedete Resolution ist nun auch online von allen erreichbar. Den Anfang der Unterschriftenliste machte Jörg Steinert, Geschäftsführer des LSVD Berlin Brandenburg. Unterstützt auch Ihr unsere Arbeit mit Eurer Unterschrift und zeigt, dass auch Ihr nicht mit der menschenfeindlichen Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes einverstanden seid. Hier geht es zur Unterschriften Seite! (Karikatur: Ralf König)

UPDATE 22.06.2011: Unterstütze das Bündnis und erzähle von der Demo, den Aktionen und allem drum herum. Dein Klick bei der Facebook Veranstaltung.

Bauer sucht Mann

Philipp sucht Frau ähhhm Mann

Seit 2005 begeistert die RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“ Millionen. Wenn Inka Bause zum Scheunenfest lädt stellen sich je zwei Frauen einem Kandidaten persönlich vor. Die unzähligen Zuschriften im Vorfeld, wurden bis dato argwöhnisch von den (Jung-)Bauern gesichtet und die jeweilige Staffel kann starten.

In Auflage sieben, der wohl beliebtesten Kuppelshow der Deutschen, zeigt RTL nun, dass auch die gleichgeschlechtliche Liebe ins Sendeformat passt. In der kommenden Staffel (Start 13. Juni 2011) wird allem Anschein nach ein junger homosexueller Mann namens Philipp seine neue Liebe suchen. Wie sein Traumtyp allerdings aussehen wird, das verrät Inka Bause erst zum Scheunenfest im Sommer. Lediglich Philipp weiß jetzt schon, was bzw. wen er sich wünscht.

Der 27-jährige sucht einen Partner, der mit beiden Beinen im Leben steht und weiß was er will. Tierliebe und bestimmt keine Dramaqueen deuten wir, denn Philip liebt seinen Job und seine Dogge mindestens genauso wie seinen zukünftigen Traum-Bauern.

Wer sich selbst von Philipp ein Bild machen möchte, der sollte Pfingstmontag „Bauer sucht Frau – Die neuen Bauern“ anschauen. Anschließend könnt Ihr Euch dann bei Philipp oder einem anderen Lieblingsbauern „bewerben“. Mit ein bisschen Glück seid ihr dann einer von zwei Auserwählten für das Scheunenfest im Sommer und vielleicht auch zum Probewohnen auf Philipps Hof eingeladen…

„Neben der Vorstellung der neuen Bauern gibt es an Pfingstmontag auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Vor knapp zwei Jahren lernten sich Milchbauer Josef (50) und Narumol (46) bei der fünften Staffel von „Bauer sucht Frau“ kennen und lieben. Nach der romantischen Bauernhochzeit im Sommer 2010 ist die Liebe der beiden nun perfekt: Das Paar erwartet sein erstes gemeinsames Baby, Narumol ist im siebten Monat schwanger.“, wie RTL mitteilte. (Bild: ©RTL, Bauer sucht Frau 2011)

Steuerrecht: Kommt jetzt die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften?

Die Chancen für eingetragene Lebenspartner, beim Finanzamt wie Eheleute behandelt zu werden, sind gestiegen: Der Finanzausschuss des Bundesrats hat jetzt den Vorstoß von NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans ohne Gegenstimmen verabschiedet. „Damit sind wir unserem Ziel einen wichtigen Schritt näher gekommen, eingetragene Lebenspartnerschaften steuerrechtlich mit Ehen gleichzustellen“, sagte Walter-Borjans. „Wir sehen keinen Grund, hier einen Unterschied zu machen.“

Bislang werden die eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften von der Finanzverwaltung wie Ledige behandelt und der ungünstigeren Steuerklasse zugeordnet. Das sorgt dafür, dass gleichgeschlechtliche Familien mit Kindern erhebliche Benachteiligungen hinnehmen müssen.

Die Gleichstellung soll den eingetragenen Lebenspartnerschaften insbesondere die Möglichkeit eröffnen, nach dem Splittingverfahren besteuert zu werden. Gleichzeitig würde ihnen dann auch die Steuerklasse III gewährt.

Im Finanzausschuss hatten die neun SPD-geführten Bundesländer für den NRW-Vorschlag gestimmt. Die sieben CDU-geführten Länder hatten sich enthalten. Damit hat der Finanzausschuss eine Empfehlung an den Bundesrat ausgesprochen. Dort haben die SPD-geführten Länder jedoch allein keine Mehrheit und Enthaltungen wirken wie Ablehnungen. Walter-Borjans dazu: „Die Länder, in denen die CDU mitregiert, müssen sich bewegen: Sie sollten sich einer Gleichbehandlung der eingetragenen Lebenspartnerschaften nicht verweigern.“ (Quelle: PRIDE1/td/pm)

Nun steht das Thema bei der nächsten Sitzung des Bundesrats am 17. Juni 2011 zur Abstimmung. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Deutschland macht Heterosexuellen-Inventur

Nach 24 Jahren der Ungewissheit ist es endlich mal wieder an der  Zeit für eine Volkszählung. 1987 gab es die letzte: Aber nachdem die Europäische Union 2008 beschlossen hat, dass Mitgliedsstaaten aller zehn Jahre eine solche Erhebung durchführen müssen, ist Deutschland unter Zugzwang.

Befragt werden insgesamt rund 8 Millionen Einwohner und zusätzlich17,5 Millionen Eigentümer und Bewohner sowie Bewohnerinnen von Pflegeheimen und Gemeinschaftsunterkünften. Sinn und Zweck ist, dass ein Querschnitt der Deutschen erfasst werden soll. Wie wohnen wir, wie arbeiten wir und natürlich wie leben wir.

Und genau bei dem WIR geht es weiter. Befragt werden wir – ob wir wollen oder nicht – und zur Auskunft sind wir gesetzlich verpflichtet. Bis zu 250 EUR Strafe können fällig werden, wenn man seine Teilnahme verweigert. Aber zurück zum WIR: Wir beinhalten alle. Alle Bundesbürger, also auch alle gesellschaftlichen Schichten. Unabhängig von Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung. Und schon wird aus dem WIR ein „die anderen“. Denn die Staatsangehörigkeit muss deutsch sein.  Religion und sexuelle Identität interessieren nicht. Die Angabe zur Konfession ist freiwillig. Alle weiteren Fragen in den Bögen der mehr als 20.000 Interviewer sind für den „typischen Deutschen“ angelegt. Und der ist nach Meinung UNSERER Ämter und Behörden heterosexuell, verheiratet und hat 1,2 Kinder. Bei den derzeit aktuellen rechtlichen Regelungen für gleichgeschlechtliche Paare im Steuer- und Adoptionsrecht alles andere als „typisch deutsch“. (Ro)

Partner gefunden – im ORF tanzt Man(n) zusammen

Die Suche hat ein Ende. Die Macher von „Dancing Stars“ haben heute die Paarungen für die kommende Staffel bekannt gegeben. Alfons Haider wird der erste schwule Teilnehmer sein, der in einer gleichgeschlechtlichen Paarung antritt.

Nach den Spekulationen um die Teilnahme des österreichischen Moderators  (GAYS.DE berichtete) gab es heftige Kritik. Unter anderem hatte Niki Lauda gegen die Teilnahme gewettert, da die „Traditionen des Landes“ gefährdet wären. (Auch darüber berichtete GAYS.DE) Der ORF hatte zwischenzeitlich keine Stellung zu dem weiteren Verlauf der neuen Sendereihe bezogen.

Wie der Sender aber heute bekannt gab, wird Alfons Haider mit dem heterosexuellen Vadim Garbuzov an „Dancing Stars“ teilnehmen. Haider hatte bereits zuvor angekündigt zwar mit einem Mann, nicht aber mit einem homosexuellen Partner das Tanzbein zu schwingen. Haider wolle aber nicht, dass gleich alle Klischees bedient und die Zuschauer überfordern werden.  Garbuzov kann die Aufregung im Vorfeld nicht nachvollziehen. “Ich glaube, man kann es nicht allen recht machen. Unsere Aufgabe wird es sein, eine großartige Show abzuliefern.”, so Garbuzov in einer Meldung des ORF.

Haider ist allerdings nicht der einzig homosexuelle „Star“, der das Parket für sich erobern möchte. Auch der homosexuelle Musicaldarsteller Uwe Kröger nimmt an der neuen Staffel teil. Kröger wird allerdings in einer Formation mit Babsi Koitz den Wettbewerb bestreiten. Zu sehen ist „Dancing Stars“ ab dem 11. März um 20:15 Uhr im ORF. (Bild: © ORF/Herbert Neubauer)

Adoptionsverbot für Schwule und Lesben – BVerfG muss entscheiden

Schwule und Lesben dürfen – auch wenn sie in einer eingetragenen Partnerschaft leben – in Deutschland keine Kinder adoptieren. Lediglich die Stiefkindadoption ist innerhalb einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft rechtens. Das gemeinsame Sorgerecht für nichtleibliche Kinder allerdings, ist in Deutschland nicht gesetzlich geregelt. Lediglich ein sogenanntes Adoptionsverbot für Lesben und Schwule.

Dies könnte sich aber bald ändern. Denn nach einem Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts vom 22.12.2010 wird das Bundesverfassungsgericht über den Fortgang entscheiden. Die Bundesregierung könnte also erneut durch das BVerfG gezwungen werden, die Diskriminierung gegenüber Homosexuellen zu entschärfen. In seinem Blog berichtet Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher B90/Die Grünen, über die aktuelle Situation und fordert Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger zum Handeln auf. Beck fordert ein Gesetzentwurf, der die Diskriminierung von homosexuellen Eltern und ihren Kindern im Adoptionsrecht beendet.

Hintergrund der aktuellen Diskussion ist der Rechtstreit zweier schwuler „Väter“, die ein gemeinsames Sorgerecht erwirken möchten. Einer der beiden Partner hatte bereits 2002 in Rumänien ein Kind adoptiert. Vier Jahre später wurde dies vom Amtsgericht Hamburg für rechtskräftig erklärt. Im Nachhinein wollte auch der Lebenspartner als sorgeberechtigt anerkannt werden. Ein entsprechender Antrag wurde aber vom Hamburger Amtsgericht mit der Begründung, dass eine nachträgliche sukzessive Adoption in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft im BGB nicht vorgesehen ist, abgelehnt. Nun entschied das Hanseatische Oberlandesgericht die aktuelle Klage auszusetzen und an das Bundesverfassungsgericht weiter zu reichen. Laut OLG verstößt die Verwehrung des Sorgerechts gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Somit sieht das Gericht es als gegeben an, dass eine Benachteiligung eines Partners als verfassungswidrig gewertet werden könne. Zudem bemängelte das Gericht die dem Kind verlorengehende Absicherung im Todesfall des Adoptions-Vaters sowie die finanziellen Einbußen im Falle von Unterhaltszahlungen. Wir können also abwarten, ob auch das BVerfG das Kindswohl gefährdet sieht und die Rechte von Schwulen und Lesben weiter gleichgestellt werden.

Österreichs Promi-Heten hetzten gegen homosexuellen Kollegen

Auch das gibt’s: Wenn man selbst nicht mehr gut genug ist, um auf den Titelseiten der Tages- und Klatschpresse zu erscheinen, muss man einfach nur „überlegt“ wettern und schon ist man(n)  wieder Gesprächsstoff und ein Titelbild wert.

Das dachten sich wohl auch Ex-Formel-1-Star und Flugunternehmer Niki Lauda. In einem Interview regte er sich sichtlich über Alfons Haider, einen schwulen Moderator auf, der an einer ORF-Sendung teilnehmen wird.  In der Fernsehshow „Dancing Stars“ will Haider nur teilnehmen, wenn er mit einem Partner tanzen darf. (GAYS.DE berichtete) Der ORF sieht darin bisher keine Probleme. Doch nun werden die heterosexuellen Kollegen laut und wehren sich gegen den „öffentlichen Missbrauch“.

Im Interview mit dem Österreicher gab Lauda zu verstehen, dass er empört darüber sei, dass ein Sender mit seinen Gebühren so ein Vorhaben gutheißen könne. „Das ist mein voller Ernst. […] Es gibt so viele Traditionen in unserer Kultur – dazu gehört, dass Männer mit Frauen tanzen. Bald kommt die Zeit, da werden wir uns noch alle öffentlich entschuldigen, dass wir heterosexuell sind.“, so Lauda weiter. Unterstützung erhält Lauda unter anderem von Ex-Fußball-Ikone Toni Polster. Er selbst kann nicht gut heißen, was „Haider da abziehen möchte“ und fühlt sich als Heterosexueller ins Abseits gedrängt. Auch die – über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte – Operettensängerin Dagmar Koller steht hinter Lauda. „Schwule tanzen eh lieber mit einer Frau – Wer soll denn sonst die Frau sein?“, erklärt die selbsternannte Schwulen-Ikone gegenüber den österreichischen Medien. (Anmerkung der Redaktion: Da hat die 71-Jährige wohl etwas nicht ganz verstanden.)

Mit seiner Aussage hat der sonst so sympathische Formel-1-Guru viele  seiner Fans verärgert.  Auch seine Partner wenden sich derzeit von ihm ab. Wie unsere Freunde von GGG.at berichten, sind zahlreiche Beschwerden  bei seiner Fluglinie eingegangen. Stornierungen und enttäuschte Gästebucheinträge sind das Ergebnis. Für Lauda dürfte seine Aussage ein Eigentor in ganzer Linie sein, denn auch seine Partner – Air Berlin und ING-DiBa – distanzieren sich bereits von ihrem Mitstreiter. Übrigens: Auch 83 Prozent der ORF-Zuschauer haben sich für eine Teilnahme eines gleichgeschlechtlichen Tanzpaares bei “Dancing Stars” ausgesprochen.

Wie denkt Ihr darüber – Alles nur reine Panikmache und eine Meinung, die es zu  vertreten gilt? Oder doch eine Aussage, die man in der Position, wie ein Herr Lauda sie hat – nicht hätte treffen sollen?

Bundesregierung lehnt vollständige Gleichstellung Homosexueller ab

Die Regierungskoalition hat in der vergangenen Woche gleich zwei Anträge der Opposition zur Gleichstellung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft abgelehnt.

Die SPD betonte in ihrem Antrag, dass eingetragene Lebensgemeinschaften unterstützenwert seien. Sie forderte die CDU/CSU und FDP auf, sie mit der Ehe vollständig gleichzustellen und bestehende Benachteiligungen abzuschaffen. In ihrem Antrag hatte die SPD darauf hingewiesen, dass eingetragene Lebenspartnerschaften, trotz Ankündigung der Regierung, vor allem beim Ehegattensplitting noch immer gegenüber Heterosexuellen benachteiligt werden.

Während die Koalition die Initiative der SPD ablehnte, stimmten die Grünen ihr zu. Die Linksfraktion enthielt sich.
Die Linke forderte in einem anderen Antrag, die eingetragene Lebenspartnerschaft schrittweise abzuschaffen und die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.
Die Fraktion führte aus, dass es für ein gesondertes Rechtsinstitut der eingetragenen Lebenspartnerschaft keinen überzeugenden Grund gebe. Die Fraktion erklärte im Ausschuss, sie akzeptiere die Bedenken anderer Abgeordneter. Sie teile sie aber nicht. Die Union hatte die Initiative als absurd bezeichnet. Auch dieser Antrag wurde mit den Stimmen der Koalition abgelehnt. Auch die SPD stimmte dagegen. Lediglich eine grüne Abgeordnete stimmte zu.
Damit müssen Schwule und Lesben in Deutschland weiterhin auf eine vollständige Gleichstellung warten. (Quelle: PRIDE1/td)