“mach’s mit”-Clip aus dem Verkehr gezogen

Junge Wilde andersrumNachdem die Szene ihre Geschütze aufgefahren hatte und gegen das neue Video der „mach’s mit“-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gewettert hat, wird dieses nun (im wahrsten Sinne des Wortes) aus dem Verkehr gezogen.

Auf der Facebook-Seite der Kampagne heißt es seit Dienstagnachmittag: „Die umfangreiche Kritik zum Onlineclip „Ich will’s andersrum“ haben wir wahrgenommen und nehmen sie sehr ernst. Wir haben uns nach intensiver Diskussion dazu entschieden, diesen Clip jetzt aus der Kampagne zurück zu ziehen.“

In die Kritik geraten ist das Video, da es von vielen Schwulen als zu klischeehaft empfunden wurde. Der LSVD rechtfertigte sich in einem öffentlichen Brief zu seiner Meinung: „Mit Klischees zu arbeiten, kann ein Ansatz zur Antidiskriminierungsarbeit im Bereich Homophobie sein. Es verlangt allerdings Fingerspitzengefühl, damit Klischees wirklich bearbeitet und nicht nur bedient werden.“

Erst in der vergangenen Woche waren die neuen „mach’s mit“-Motive zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen vorgestellt worden. (GAYS.DE berichtete)

mach’s mit – Kampagne informiert über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat heute in Berlin eine neue Kampagne zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertrag-baren Infektionen (sexually transmitted infections, STI) vorgestellt. Mit der Aufforderung “mach’s mit – Wissen & Kondom” will die neue Präventionskampagne weiterhin motivieren, sich mit Kondomen vor einer HIV-Infektion zu schützen und sich zugleich noch stärker als bislang über Ansteckungswege und Symptome anderer STI zu informieren. Denn die Forschung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass STI, wie beispielsweise Syphilis, Tripper und Chlamydien, das Risiko einer HIV-Infektion erhöhen.

“Die nationale AIDS-Aufklärungskampagne “Gib AIDS keine Chance” hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland seit 2007 zurückgeht”, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr anlässlich der Auftaktveranstaltung. “Doch auf diesen Erfolgen dürfen wir uns nicht ausruhen, denn HIV ist noch immer nicht heilbar. Die Prävention ist und bleibt deshalb ein zentrales Thema.

“Sexuell übertragbare Infektionen sind ein bedeutendes Thema für die AIDS-Prävention. STI steigern das Risiko einer HIV-Infektion um das zwei- bis zehnfache, erhöhen die Infektiosität von Menschen mit HIV und können unbehandelt gravierende gesundheitliche Spätfolgen für die Betroffenen nach sich ziehen”, erklärte BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott. “Kondome schützen vor HIV, bei einigen STI aber bieten sie keinen ausreichenden Schutz.
Zu Safer Sex gehört daher neben dem Kondom auch das Wissen über STI, über Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten.

Die neue Kampagne spricht neben der Allgemeinbevölkerung auch spezifische Zielgruppen an. Hierzu gehören etwa Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), da in dieser Gruppe die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland am höchsten ist.

Ebenso werden Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen und beispielsweise für die in dieser Gruppe häufig vorkommenden Chlamydieninfektionen sensibilisiert.
Zum ersten Mal zeigt “mach’s mit” bei der neuen Kampagne Menschen mit ihren individuellen Vorstellungen von Sexualität. Mit selbstbewussten Statements wie “Ich will’s romantisch” oder “Ich will’s spontan” zeigt die Kampagne verschiedene Charaktere. Von Jung bis Alt repräsentieren sie Personen aus dem Alltag. Das Spannungsverhältnis von Text und Bild, das alle Motive prägt, macht neugierig und lenkt die Aufmerksamkeit unmittelbar auf das Thema HIV/STI-Prävention. Die Vielfalt der Motive und die offene, selbstbewusste Haltung der Charaktere wirken dabei einer Tabuisierung von HIV und STI und einer Stigmatisierung von Betroffenen entgegen.

Die mach’s mit-Kampagne wird unter dem Dach von GIB AIDS KEINE CHANCE von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung umgesetzt. Sie ist das bekannteste Element der nationalen Strategie gegen die Ausbreitung von HIV. Über 90 Prozent der Bundesbürger kennen Logo und Motive der Kampagne.

Life Ball – Europas größtes HIV/Aids Charity Event

„Fight The Flame Of Ignorance“ – Das Element Feuer verkörpert in diesem Jahr das Motto zum Life Ball in Wien. Europas größtes und wohl auch schrillstes Charity-Event im Kampf gegen HIV/Aids findet, am 19. Mai 2012 in und um das Rathaus der österreichischen Hauptstadt statt.
Tickets können ab sofort online reserviert werden.

Alle Jahre wieder schafft es Gery Keszler mit dem Life Ball die Wichtigkeit des Themas HIV/Aids ins Rechte Licht zu rücken. Denn wegschauen geht nicht, wenn am 19. Mai Stars und Sternchen mit ausgefallenen Kostümierungen über den roten Teppich vorm Wiener Rathaus laufen.
Und alle vereint ein Ziel – Aufmerksamkeit schaffen und Ignoranz und Ausgrenzung gegenüber HIV-Positiven entgegen treten.

Wer ein Ticket zum angesagtesten Charity-Event Europas haben möchte, der sollte sich beeilen. Registrieren könnt ihr Euch online, per Zufall werden die Tickets dann ab 22. März verteilt. Bis zu 80.000 Anfragen aus aller Welt treffen jährlich für die nur 3.700 Karten ein.

Der Life Ball findet seit 1993 in Wien statt. Mehr als 40.000 Besucher bestaunen jedes Jahr die zweieinhalb Stündige, kostenlose Eröffnungsshow vor dem Wiener Rathaus. Der eigentliche Ball findet anschließend im inneren des Rathauses statt.

Initiative „AUFGEKLÄRT?“ startet durch

Mit 30.000 Flyern und 20.000 Faltblättern wendet sich die Initiative „AUFGEKLÄRT“ ab sofort an Jugendliche, Lehrkräfte und andere Multiplikatoren. Ziel dieser Initiative ist die Vernetzung von sexualpädagogischen Angeboten in Berlin aufzuzeigen.

Die Angebote der Mitglieder des BÜNDNISSES AUFGEKLÄRT umfassen u. a. Präventionsangebote zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, Aufklärungs- und Sensibilisierungsworkshops zum Thema Liebe, Homosexualität und Respekt sowie Beratung zu den Themen Coming-Out, Sexualität und Schwangerschaft. Dies beinhaltet zudem die Ausbildung zum Peer-Educator, die Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen sowie Freizeitgruppen.

Die Flyer und Faltblätter des BÜNDNISSES AUFGEKLÄRT können ab sofort von Berliner Bildungs- und Jugendeinrichtungen kostenfrei bestellt werden: berlin@lsvd.de oder Tel. 030/22 50 22 15.

Internetseiten der Mitglieder des BÜNDNISSES AUFGEKLÄRT:

www.profamilia.de/berlin
www.jungschwuppen.de
www.lambda-bb.de
www.berlin-aidshilfe.de
www.berlin.lsvd.de

AIDS-Hilfe NRW stellt erste Ehrenmitglieder vor

Der ehemalige Landesvorsitzende, Michael Jähme, und der langjährige Geschäftsführer des Verbands, Dirk Meyer, sind die ersten Ehrenmitglieder der AIDS-Hilfe  NRW. Klaus-Peter Schäfer überreichte gestern in Köln die Urkunden und stellte dabei die großen Verdienste der beiden Geehrten heraus. „Mit Michael Jähme und Dirk Meyer ehren wir zwei Kollegen, ohne die unser Verband nicht das geworden wäre was er ist. Das trifft auch weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu, aber für beide trifft es auf besondere Weise zu und dafür gilt ihnen unser Dank“, sagte Schäfer.

Jähme war 1998 bis 2004 Mitglied des Landesvorstands, davon vier Jahre als Vorsitzender. In seiner Vorstandstätigkeit fielen die Leitbildentwicklung und die transkulturelle Öffnung des Verbands. Auch die Weiterentwicklung der JES-Selbsthilfe  zum eigenen Landesverband hat er maßgeblich unterstützt. Auch nach Ausscheiden aus dem Vorstand hat er sich stets in aktuelle Debatten eingemischt, mit seinem Internetblog „Termabox“ gehört er inzwischen zu den wichtigsten Stimmen der Positivenselbsthilfe.

Meyer lenkte bis 2011 mehr als 18 Jahre als Landesgeschäftsführer die Geschicke des  Verbands, zuvor war er fünf Jahre Mitglied des Vorstands. Ihm gelang in dieser Zeit die strukturelle Verankerung der Themen Frauen und Junkie-Selbsthilfe in der Landesgeschäftsstelle sowie die Verstärkung des Kampagnenmanagements von Herzenslust, die Etablierung der Kampagne POSITHIVHANDELN zur Stärkung der Positiven-Selbsthilfe und die Positionierung von XXelle als Qualitätsmarke der landesweiten Frauenarbeit. Als stellvertretender Vorsitzender der Landeskommission Aids und Sprecher des Wittener Kreises für Gesundheitsselbsthilfe  wirkte er weit über die Aidshilfe hinaus.

Beide freuten sich über die Ehrung, die ihnen die Mitgliederversammlung der AIDS-Hilfe  NRW am 29. Oktober 2011 in Dortmund angetragen hatte. Michael Jähme versprach, weiterhin unbequeme Positionen in die Verbandsdiskussion einzubringen und sich für ein entspanntes und vorurteilsfreies Zusammenleben mit Menschen mit HIV einzusetzen.

Dirk Meyer, der inzwischen als HIV-Referent für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wirkt, betonte, dass ihm auch in seiner neuen Aufgabe ein realistischer Blick auf die HIV-Positiven in Deutschland und die Anliegen der Aidshilfe am Herzen lägen. (Foto: Arne Kayser (Vorstandsmitglied), Klaus-Peter Schäfer (Landesvorsitzender), Dirk Meyer und Michael Jähme (beide Ehrenmitglieder), Olaf Lonczewski (Vorstandsmitglied) und Patrik Maas (Landesgeschäftsführer/AIDS-HILFE NRW).

„Cover me“ – Dirk Bach hatte die Idee

Alles fand seinen Anfang in der kleinen Vulkanhalle mit knapp 600 Gästen. Auch damals coverten Prominente ihre Lieblingssongs – Unter diesem Motto initiierte Dirk Bach vor zehn Jahren die Benefizveranstaltung „Cover me“. Heute gilt sie als eine der beliebtesten und größten Veranstaltungen ihrer Art in Nordrhein-Westfalen.

Der Kreis engagierter Personen ist von Jahr zu Jahr größer geworden und auch die Zuschauerzahlen steigen stetig. Das Besondere: Alle Künstler verzichten auf ihre Gage und spenden ihren Anteil an das Lebenshaus, ein Projekt zur Unterstützung HIV-Infizierter der AIDS-Hilfe Köln.  Was sie sonst noch verbindet: Ihre Liebe zur Musik und der Einsatz im Kampf gegen Aids – selber aktiv werden, dass zählt.

Zehn Jahre „Cover me“ – Zehn Jahre voller Erfolge. Im Jubiläumsjahr wird der Immunschwächekrankheit Aids abermals die Stirn geboten und sich gemeinsam für die gute Sache engagiert. Alleine in Köln leben laut aktuellen Angaben mehr als 3.000 Menschen mit dem Hi-Virus.  Auch die Zahl der Neuinfektionen ist immer noch alarmierend. Und entgegen der allgemeinen Vorstellungen: Aids ist auch heute noch nicht heilbar.

Der WDR zeigt heute ab 22:30 Uhr einen Zusammenschnitt der Veranstaltung vom 10. Dezember 2011 und blickt auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Wiederholt wird der Beitrag am 19. Dezember um 10:50 Uhr.

TV- und Kino-Spots der BZgA mit Filmpreisen ausgezeichnet

Zwei aktuelle Aufklärungsspots der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben beim diesjährigen Meisterwettbewerb Corporate Media hohe Auszeichnungen gewonnen. Die Spots „Hausparty“ (zur Alkoholprävention) und „Fischen“ (zur Aidsprävention) sind mit den Prädikaten „Award of Master“ beziehungsweise „Master of Excellence“ ausgezeichnet worden. „Fischen“ erhielt zusätzlich den „Award of Master“ für die beste Public-Information-Lösung. Die Preisverleihung fand bereits am 2. Dezember in Stuttgart statt.

„Prävention kann nur erfolgreich sein, wenn sie auch bei den Menschen ankommt. Die Auszeichnungen sind ein Beleg für die Qualität unserer Filmarbeit. Sie zeigen, dass unsere Präventionsspots höchsten fachlichen Standards entsprechen und ihre Botschaften in der Bevölkerung sehr gut angenommen werden. Deshalb sind sie unverzichtbarer Bestandteil unserer Aufklärungskampagnen“, erklärt BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. unterstützt die Kampagnen zur Alkohol- und Aidsprävention der BZgA seit mehreren Jahren. „Filme können Menschen wichtige emotionale Impulse geben, um sich mit Gesundheitsthemen auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund sind sie für erfolgreiche Präventionsarbeit unverzichtbar. Die Auszeichnungen der BZgA-Spots freut uns deshalb ganz besonders“, ergänzt PKV-Verbandsdirektor Dr. Volker Leienbach.

Der Spot  „Hausparty“ ist  Bestandteil der Kampagne zur Alkoholprävention „Alkohol? Kenn dein Limit.“. Sie richtet sich schwerpunktmäßig an die Zielgruppe der 16- bis 20-Jährigen und damit an eine Altersgruppe, die einen auffällig hohen Alkoholkonsum aufweist. Im Spot wird das Geschehen rückwärts erzählt. Mit eindringlichen Bildern und Texten verdeutlicht „Hausparty“, welche Folgen zu hoher Alkoholkonsum haben kann.

Der Spot „Fischen“ ist Teil der Aidspräventionskampagne „mach´s mit“. Im Mittelpunkt steht die Botschaft: Kondome schützen! Auf humorvolle Art und Weise erzählt der Spot eine Geschichte, bei der neben einem verliebten jungen Paar auch ein Fisch eine tragende Rolle spielt. Beide Spots sind seit September im Kino zu sehen und werden darüber hinaus im Fernsehen gezeigt.

Der Corporate Media Wettbewerb ist für Unternehmens- und Institutionen-Filme ein hochrangiger Branchenwettbewerb und fand bereits zum 23. Mal statt. Eine unabhängige Fachjury beurteilt alle eingereichten Beiträge nicht nur nach ihrer kreativen und technischen Leistung, sondern auch danach, wie treffend sie ihre Zielgruppen ansprechen.

 

 

Welt-Aids-Tag 2011: Safer Sex

In den letzten beiden Beiträgen unserer neuen Kategorie: Welt-Aids-Tag haben wir bereits darüber berichtet, dass Ihr keine Angst beim Küssen zu haben braucht und auch über das Verhütungsmittel Nummer eins – das Kondom – haben wir einen Beitrag in unserem Newsblog gepostet.

Heute zum Welt-Aids-Tag (immer am 1. Dezember), möchten wir Euch nochmal über Safer Sex informieren. Nicht dass wir Euch die Lust „an der schönsten Sache der Welt“ verderben möchten, wir möchten nur sicher gehen, dass Ihr einen gewissenhaften Umgang mit Euren Sexualpartnern pflegt.

Bei unsafem Sex setzt Ihr immer Eure Gesundheit aufs Spiel. Nicht nur dass die Ansteckungsgefahr bei ungeschütztem Analverkehr sehr hoch ist, auch das Vertrauen zum Partner wird in diesem Moment oftmals unterschätzt. Oder kennt Ihr genau in diesem Moment den ehrlichen HIV-Status Eures Auserwählten?
Und Unwissenheit schützt nicht vor einer Ansteckung.

Wusstet Ihr eigentlich, dass selbst ohne einen Samenerguss ein hohes Infektionsrisiko besteht? Egal ob beim Anal- oder Oralverkehr, durch die Aufnahme von HIV-haltigem Sperma ist eine Infektion lediglich um ein Vielfaches höher.
Also Jungs – egal wann, egal wo und vor allem egal mit wem – ein Kondom ist das mindeste, was ihr tragen solltet, wenn Ihr in „Gefechtsstellung“ seid.

Anlässlich des WAT2011 werden wir jeden Tag ein neues Bild mit der entsprechenden Information posten. Dabei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die HIV-Übertragung oftmals unterschätz – aber ebenso sehr überschätzt wird.

HIV-Infektionen sinken wieder – Zielgruppenprävention wirkt!

Zum Welt-Aids-Tag wirbt nicht nur die AIDS-Hilfe NRW für Akzeptanz und Normalisierung. Weltweit werden Aktionen und Kampagnen gestartet, Informationsstände und Infoveranstaltungen mit Leben gefüllt und zahlreiche kulturelle und interessante Veranstaltungen durchgeführt.
Wie die AIDS-Hilfe Nordrhein-Westfalen in einer aktuellen Presseinformation mitteilt, ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in  NRW weiter rückläufig. Nachdem  sie  von 2001 bis 2007 angestiegen war, nimmt sie nun weiterhin ab.

Bis Ende des Jahres 2011 werden sich in NRW voraussichtlich 650 Menschen mit HIV infiziert  haben. Dies teilte das Berliner Robert Koch Institut (RKI) im Vorfeld des Welt-Aids-Tags mit. „Wir freuen uns, dass die statistischen Erhebungen unsere Einschätzung belegt, dass die Präventionsanstrengungen der Aidshilfen und ihrer Partner auf einem guten Weg sind“, sagte Patrik Maas, Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW. „Der Anstieg in den letzten Jahren ging einher mit dem Ausbau unserer Beratungs- und Testangebote, die gerade von schwulen Männern in Anspruch genommen wurden“, erklärte Maas.

Fast Dreiviertel der Neuinfektionen in NRW (72 %) fallen auf die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben. „Daher wird die AIDS-Hilfe NRW vor allem ihre HerzenslustKampagne fortsetzen, um weiterhin  schwule Männer  zu  befähigen, eigenverantwortlich mit ihrer Sexualität umzugehen“, erläuterte Maas weiter.

Daneben gilt es aber auch, Menschen mit HIV noch besser als bisher zu erreichen. Insgesamt lebten noch nie so viele Menschen mit HIV in Nordrhein-Westfalen wie heute, laut RKI sind es etwa 17.500. Dank neuer Therapien hat sich das Leben von Betroffenen bis heute stark verändert. Doch Stigmatisierung und Diskriminierung sind nach wie vor allgegenwärtig. Darauf macht die aktuelle Welt-AidsTags-Kampagne aufmerksam. HIV-infizierte Menschen tragen als Botschafterinnen und Botschafter auf Plakaten und Flyern das Thema Aids in die Öffentlichkeit und berichten über ihr Leben mit dem Virus.

Die steigende Zahl an Menschen mit HIV (keine Neuinfektionen!) veranlasst die AIDS-Hilfen, zukünftig mehr in die Arbeit mit Positiven und für sie zu investieren. Denn immer mehr Menschen mit HIV benötigen immer mehr Unterstützung und Beratung.

Anlässlich des WAT2011 werden wir jeden Tag ein neues Bild mit der entsprechenden Information posten. Dabei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die HIV-Übertragung oftmals unterschätz – aber ebenso sehr überschätzt wird.

Welt-Aids-Tag 2011: Keine Angst beim Küssen!

Ein Küsschen zur Begrüßung – Unter Freunden und Kollegen macht man das eben so. Einen intensiven Zungenkuss gibt man in der Regel nur dem eigenen Partner, aber auch wenn mal bei einem One-Night-Stand die Zunge im Mundraum des anderen verschwindet ist das Ok.

Auch wenn das Risiko eine HIV-Infektion nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, weltweit ist kein Fall bekannt, bei dem ein Kuss als Übertragungsweg ausgemacht werden konnte.

Im Alltag gibt es immer wieder offensichtliche Diskriminierung gegenüber HIV-Positiven.  Im Beruf haben viele Betroffene Angst sich zu „outen“, aber auch im Privatleben existieren viele Vorurteile und Unwissen über die Virusinfektion.
So können sich Infizierte und Nicht-Infizierte unbedacht die Hände zur Begrüßung reichen, denn ein Haut- oder gar Körperkontakt allein reicht nicht aus, um sich zu infizieren.

Auch im (Berufs-)Alltag braucht es keinerlei Befürchtungen geben. Anders als bei einer Grippe, ist eine Übertragung des HI-Virus durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion nicht möglich. Ein Anhusten oder Niesen ist demnach unbedenklich.
Wer also mit einem HIV-Positiven zusammen lebt, arbeitet oder die Freizeit verbringt, der gehört keiner Risikogruppe an – Nur leider wissen dies noch längst nicht alle unserer Mitmenschen.

Anlässlich des WAT2011 werden wir jeden Tag ein neues Bild mit der entsprechenden Information posten. Dabei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die HIV-Übertragung oftmals unterschätz – aber ebenso sehr überschätzt wird.