Welt-Aids-Tag 2011: Kondome schützen!

Jeder kennt es – zumindest hat jeder schon davon gehört: Das Kondom. Doch leider wird es gerade in der schwulen Szene oftmals (bewusst) weggelassen. Auch wenn Männern die mit Männern Sex haben stets bewusst ist, dass sie sich infizieren können, bareback Sex wird von vielen noch immer bevorzugt.

Und das obwohl es gegen Aids weder eine Impfung noch ein erwiesenes Heilmittel gibt. Das einzige, was gegen eine Neuinfektion schützt, ist zu wissen wie man sich in welchem Moment zu schützen hat.
Eine Ansteckung mit dem HI-Virus ist möglich, wenn Blut oder Samen- (bei Frauen dementsprechend Scheiden-) Flüssigkeit in das eigene Blutsystem gelangt. Möglich ist eine Infektion also durch aus beim ungeschützten Sex oder aber beim Benutzen von gemeinsamen Spritzutensilien.

Beim Sex schützen Kondome also vor Ansteckung. Daher gilt bei jedem „Akt“ und jedem neuen Partner ein neues Präservativ zu verwenden. Aber Achtung: Jedes Kondom sollte die CE-Kennzeichnung tragen und das Haltbarkeitsdatum sollte nicht überschritten sein.
Bei Latex-Kondomen ist zu beachten, dass nur fettfreie Gleitmittel verwendet werden dürfen.
Dann kann`s auch schon (fast) losgehen…

Anlässlich des WAT2011 werden wir jeden Tag ein neues Bild mit der entsprechenden Information posten. Dabei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die HIV-Übertragung oftmals unterschätz – aber ebenso sehr überschätzt wird.

Rückgang der HIV-Neuinfektionen: “Deutsche Aidsprävention ist vorbildlich”

Zu den rückläufigen HIV-Neuinfektionszahlen erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: “Die sinkende Zahl der HIV-Neuinfektionen zeigt eindrücklich: Kontinuierliche Präventionsarbeit zahlt sich aus! Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt seit fast 25 Jahren die nationale Präventionskampagne “GIB AIDS KEINE CHANCE” durch. Wichtigstes Ziel unserer Aufklärungs- und Informationsarbeit war und ist es bis heute, möglichst viele HIV-Neuinfektionen zu verhindern. Seit Beginn unserer Präventionsarbeit Ende der 80er Jahre sanken die Neuinfektionen kontinuierlich. Nach einem Anstieg der Infektionszahlen zwischen 2001 und 2006 gehen sie seither wieder zurück und liegen nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in diesem Jahr bei 2.700 Fällen.

Das Verhütungsverhalten der Bevölkerung in Deutschland hat sich seit Beginn der Aidsaufklärung stetig verbessert und erreicht heute Bestwerte. Wie aus der aktuellen Repräsentativerhebung der BZgA ‚Aids im öffentlichen Bewusstsein’ hervorgeht, benutzen 87 Prozent der 16- bis 44-Jährigen zu Beginn neuer Partnerschaften Kondome. Mitte der 90er Jahre waren es noch 65 Prozent. Noch nie zuvor haben so viele Menschen in Deutschland ‚Safer Sex’ praktiziert wie heute.

Diese Zahlen zeigen, dass die langjährige nationale Präventionsstrategie zur Bekämpfung von HIV/Aids in Deutschland vorbildlich ist und nachhaltig wirkt. Wichtigen Anteil daran hat die enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, auf Bundesebene zwischen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen AIDS-Hilfe. Von Anfang an bestand die Strategie darin, die Bevölkerung über Infektions- und Schutzmöglichkeiten aufzuklären und zur Nutzung von Kondomen zu motivieren. Zugleich war es von Beginn an ein wichtiges Ziel, HIV/Aids in unserer Gesellschaft zu enttabuisieren und Diskriminierung HIV-positiver Menschen in Deutschland abzubauen.

Den Trend der sinkenden HIV-Neuinfektionszahlen und des immer weiter verbesserten Verhütungsverhaltens müssen wir auch zukünftig durch kontinuierliche Präventionsarbeit stärken. Denn HIV ist noch immer nicht heilbar und muss lebenslang behandelt werden. Deshalb bleibt Prävention das wichtigste Mittel im Kampf gegen Aids – in Deutschland und weltweit.”.

Welt-Aids-Tag 2011 – GAYS.DE trägt die rote Schleife

Positiv zusammen Leben. Aber sicher! – Das Motto zum Welt-Aids-Tag 2011. (GAYS.DE berichtete) Und dennoch ist es für viele mit dem HI-Virus infizierten ein schwerer Schritt offen mit der eigenen Infektion umzugehen. Sich zu outen.

Die Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2011 soll den Menschen begreiflich machen, wie schnell wir ver- und vorurteilen, wie schnell durch unser Verhalten Ausgrenzung ausgeübt wird. Und damit genau dem entgegen gewirkt wird, möchten auch wir ein Zeichen setzen und Schleife zeigen!

Zudem werden wir ab sofort täglich im Blog und auf Facebook zum Thema HIV/Aids informieren. Von Hintergrundwissen bis hin zu aktuellen Zahlen und Fakten, aber auch kleine Tipps und Ratschläge für den „Moment“.

Wer schon jetzt selbst ein Zeichen setzen möchte, der kann unseren GAYS.DE Button in sein Profil laden oder auf der Anwendungsseite direkt an sein Profilbild bei Facebook anheften.
Wir freuen uns auf zahlreiche Unterstützer!

 

Anlässlich des WAT2011 werden wir jeden Tag ein neues Bild mit der entsprechenden Information posten. Dabei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die HIV-Übertragung oftmals unterschätz – aber ebenso sehr überschätzt wird.

HIV: Wie weit geht die Meinungsfreiheit?

Bild: © Dr. Wolfgang Stute

Bild: © Dr. Wolfgang Stute

Die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe hat Klage gegen eines ihrer Mitglieder eingereicht und ist gescheitert. Ein Verstoß gegen die Berufsordnung lege nicht vor, so das Berufsgericht für Heilberufe vom Verwaltungsgericht Münster. In seiner Aussage bezieht sich der Mediziner lediglich auf eine persönliche Beurteilung, ganzgleich ob eine inhaltliche Falschaussage mitgeliefert wurde, so die Richter.

Hintergrund war eine Äußerung von Zahnarzt Dr. Wolfgang Stute aus Bielefeld. In einem Zeitungsbeitrag und via Leserbrief stufte er die AIDS-Infektion von Nadja Benaissa (GAYS.DE berichtete über das ehemalige No Angels Mitglied) als Milieu-Erkrankung ein, die nicht zwangsläufig von einen HI-Virus ausgelöst wurde.

Die Zahnärztekammer sah darin einen groben Einschnitt in die medizinische Sorgfaltspflicht. Nach Ansicht der Kammer habe Stute nicht mit dem ihm entgegneten Vertrauen hinsichtlich seines Berufs gesprochen. Zudem sei die Existenz des HI-Virus bestritten und im gleichen Atemzug als eine Stoffwechselkrankheit bezeichnet worden und somit die von HIV ausgehenden Gefahren verharmlost.

Die Entscheidung des Berufsgerichts für Heilberufe sorgt im Netz für die ein oder andere Grundsatzdiskussion. Wurde hier eindeutig gegen die Berufsordnung verstoßen oder lediglich die freie Meinungsäußerung vor die Aussage eines Mediziners gestellt? Nach Auffassung der Richter geht es um eine allgemeine Auseinandersetzung mit dem „Mainstream der Schulmedizin.“. In keinster Weise habe Stute gegen die Verharmlosung des HI-Virus oder zum sorglosen Umgang animiert. Er spreche sich lediglich gegen die durch die Schulmedizin vertretene Medikamentenbehandlung aus.

Ulrich Würdemann schreibt in seinem Blog, dass es immer wieder Probleme zwischen dem Thema HIV oder gar  HIV-Positiven und Zahnärzten gibt. Diskriminierung und Intoleranz – gar von Abneigung und Ausgrenzung spricht Würdemann auf ondamaris.de. Was sagt Ihr dazu? Wie denkt Ihr über den Vorfall?

Positiv zusammen leben. Aber sicher!

Marcel Dams ist einer der Botschafter zum WAT 2011

Marcel Dams ist einer der Botschafter zum WAT 2011

Die heute in Berlin vorgestellte Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2011, wirbt für mehr Toleranz und Respekt gegenüber HIV-positiven Menschen. Im Mittelpunkt stehen HIV-positive Menschen, die offen über ihre Erfahrungen mit der HIV-Infektion berichten. Mit Fragen wie “HIV-positiv und Mutter sein?” oder “HIV-positiv und Arbeiten?” stellen sie sich auf Plakaten sowie in einem Kino- und TV-Spot mutig der Öffentlichkeit. Ziel dieser europaweit einzigartigen nationalen Kampagne ist es, Stigmatisierung und Diskriminierung abzubauen und HIV/AIDS innerhalb unserer Gesellschaft zum Thema zu machen. Es ist eine gemeinsame Kampagne des Bundesministeriums für Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung.

“Eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Aidsprävention war und ist ein offener und diskriminierungsfreier Umgang mit HIV-infizierten und an AIDS erkrankten Menschen. Auch deshalb hat Deutschland eine der niedrigsten Neuinfektionsraten Europas. Sie wird auf rund 3.000 Neuinfektionen geschätzt “, erklärte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr anlässlich des Kampagnenstarts. “Mit der Kampagne wollen wir noch immer vorhandene Ängste abbauen. Wichtig ist, dass wir die Menschen weiterhin gut über die Infektion, Übertragungswege und Schutzmöglichkeiten informieren. Denn wer gut informiert ist, kann Gefahren realistisch einschätzen und neigt nicht dazu, Menschen wegen irrationaler Ängste auszugrenzen. Jeder und jede von uns kann etwas tun, um Diskriminierungen abzubauen und Solidarität zu zeigen. Zum Beispiel, indem man als Botschafter für diese Kampagne wirbt, die rote Schleife trägt oder sich ehrenamtlich engagiert. Nicht nur am 1. Dezember, sondern an jedem Tag im Jahr.”

“Der Umgang mit Betroffenen ist in Deutschland auch heute noch längst nicht immer ‚normal’. Zwar hat sich seit Beginn der Aidsaufklärung ein gesellschaftliches Klima gegen Stigmatisierung und Diskriminierung etabliert. Aber immer noch erfahren von HIV betroffene Menschen in ihrem Alltag Diskriminierung und sprechen aus Angst davor nicht über ihre Infektion”, betonte
Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. “Mit unserer Kampagne wollen wir Offenheit und Solidarität in der Gesellschaft fördern und Betroffenen Mut machen, ihre Infektion zu thematisieren. Ganz herzlich danke ich daher unseren Botschafterinnen und Botschaftern, die eindrucksvoll von ihren alltäglichen Erfahrungen berichten und so dazu beitragen, dass die Menschen in Deutschland verantwortungsvoll mit dem Thema HIV/AIDS umgehen.”

Derzeit leben in Deutschland nach Schätzungen des RKI rund 70.000 Menschen mit HIV und AIDS. Carsten Schatz, Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe erläuterte: “Experten schätzen, dass zwei Drittel der HIV-Infizierten in Deutschland arbeiten. Aber auch heute noch trauen sich viele von ihnen nicht, sich zu outen. Am Arbeitsplatz ist die Angst Betroffener vor Mobbing oder dem Karriereknick besonders groß. Unternehmensleitlinien für den Umgang mit HIV-Positiven wären ein Schlüssel zum respektvollen Umgang miteinander und ein Beitrag zur wirksamen Prävention von Diskriminierung und Stigmatisierung.”

Die Kampagne “Positiv zusammen leben. Aber sicher!” berichtet auf 25.000 Plakaten, in Flyern und auf Postkarten über die Erfahrungen der 12 Botschafterinnen und Botschafter im Familien- und Freundeskreis sowie im Arbeitsleben, über HIV und die Behandlung, über Ausgrenzung, aber auch über Solidarität und Unterstützung. Alle Interessierten sind eingeladen, auf dem Kampagnenportal ihre Meinung zu sagen, mitzudiskutieren und sich über HIV/AIDS zu informieren.

Mehr über das Marcel und sein Leben erfahren.

Red Night – Die Hamburger AIDS-Gala

Ein Abend ganz im Sinne des Engagements – Ein Abend an dem für den guten Zweck gesammelt wird. Die Hamburger AIDS-Gala, die Red Night, findet in diesem Jahr am 4.Dezember 2011 in den Fliegenden Bauten in Hamburg statt.

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts infizieren sich jährlich immer noch bis zu 3.000 Menschen mit dem Hi-Virus. Allein im Jahr 2010 sind laut Zahlen des Instituts mehr als 500 Menschen an den Folgen einer Infektion verstorben. Für neue Präventionskampagnen der AIDS-Hilfe Hamburg verantstalten Hamburg Pride Marketing, ds Management Wulf Mey gemeinsam mit den Fliegenden Bauten die Red Bight.

Mit einem Programm aus Musik, Comedy und Artistik wird die Red Night in den Fliegenden Bauten ihre Premiere feiern. Künstler wie Die Geschwister Pfister, Alexander Klaws, Wolfgang Trepper, Love Newkirk, Käthe Lachmann und der Tenor Markus Richter werden zugunsten der AIDS-Hilfe Hamburg e.V. auftreten. Dabei verzichten alle Künstler wie auch Moderator Reinold Beckmann auf ihre Gagen. Ein Sektempfang, leckeres Fingerfood und eine Tombola mit tollen Preisen tragen dazu bei, die Red Night zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen. Seid dabei!

Tickets sind ab sofort unter www.fliegende-bauten.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Alle Infos zur Red Night oder bei Facebook.

 

Wild Germany: Bugchasing

Er sucht nach Opfern ritueller Gewalt, die seit ihrer Kindheit in satanistischen Zirkeln gequält werden. Er Spricht mit islamistischen Rappern, die in ihren Texten ihren Hass verdeutlichen. Und er sucht nach Männern, die sich willentlich mit dem HI-Virus infizieren wollen…

Manuel Möglich ist ZDFneo-Reporter und zeigt in sechs Folgen, was in Deutschland so alles passiert aber bisher selten Beachtung fand. Manuel ist mitten im Geschehen, immer live dabei. Er geht schrägen Gerüchten auf die Spur und deckt so einige (bisher unbekannte) Phänomene auf.
Aufgefallen sind uns seine Reportagen beim Deutschen Fernsehpreis 2011. Als Nominierter in der Kategorie „Beste Reportage“ ist sein Beitrag zum Thema Bugchasing aufgefallen, den wir Euch nicht vorenthalten möchten.

Dabei möchten wir darauf verweisen, dass wir mit diesem Beitrag weder Personengruppen diskriminieren noch vorführen wollen. Wir möchten lediglich objektiv berichten und deutlich machen, dass das HI-Virus allgegenwärtig ist. Wer sich allerdings wie den Gefahren aussetzt – dahingehend können wir nur an Euer eigenen Gewissen appellieren.

Auf der Suche nach Bugchasern, also Männer die sich wissentlich mit dem HI-Virus infizieren wollen, zieht es Manuel zu Recherchezwecken zum Robert-Koch-Institut. Er trifft sich mit HIV-Positiven und spricht das Thema Bugchasing offen an. Bei Claude, einem Infizierten, erfährt er, dass regelmäßige Sexpartys veranstaltet werden – Verhütung spielt dabei allerdings keine Rolle. Auch bei Tobias und René aus Leipzig ist der Umgang mit dem Virus anders. Beide sind positiv, beide haben ungeschützten Verkehr, beide haben schon andere mit deren Einverständnis infiziert. Bugchasing – eine Art Russisch Roulette. Zumindest für den der noch nicht infiziert ist.

AIDS gehört zu einen der weltweit verbreitetesten Krankheiten.  Sie ist gefährlich und wir möchten die Arbeit der AIDS-Hilfen und Institutionen auch weiterhin unterstützen. Aufklärung und Prävention können dazu beitragen, dass Neuinfektionen vermieden werden. Allein daher möchten wir Euch die Folge zu „Bugchasing“ nicht vorenthalten:

Laut UNAIDS haben sich innerhalb der letzten 30 Jahre der Pandemie rund 60 Millionen Menschen weltweit mit dem HI-Virus infiziert, 25 Millionen sind bereits an der Immunschwächekrankheit gestorben. Nach aktuellen Informationen des Robert-Koch-Instituts sind derzeit rund 70.000 Menschen in Deutschland infiziert. Allein im Jahr 2010 sollen mehr als 3000 Deutsche neu mit dem HI-Virus infiziert haben.

Dr. Ulrich Marcus (RKI) antwortet:
Infiziertenzahl – Infektionsgefahr – Behandlung – Bugchasing
Zu den anderen fünf Reportagen von Manuel Möglich.

Syphilis – Neue Volkskrankheit in der Schweiz?

Die Syphilis ist eine durch Infektion hervorgerufenen Geschlechtskrankheit. Die von einem Bakterium (Treponema pallidum) ausgelöste übertragbare Infektion wird besonders bei engem Körperkontakt, am häufigsten jedoch beim Geschlechtsverkehr weitergegeben. In Deutschland ist die meldepflichtige Erkrankung seit 1997 – vor allem im homosexuellen Milieu – wieder zunehmend verbreitet.

Auch in der Schweiz steigen die Infektionszahlen wieder. Besonders bei Männern, die Sex mit Männern haben sind die Symptome am häufigsten vertreten. Wie Ullrich Würdemann von ondamaris berichtet, startet die AIDS-Hilfe Schweiz nun mit gratis Testaktionen im Oktober.

„Die Syphilis ist wieder auf dem Vormarsch. 975 neue Infektionen wurden dem Bundesamt für Gesundheit letztes Jahr gemeldet. Die Hälfte davon wurde bei Männern, die Sex mit Männern haben, diagnostiziert. Eine Syphilis ist heute mit Antibiotika zwar leicht behandelbar. Doch harmlos ist sie nicht. So erhöht eine Infektion mit Syphilis das Risiko einer HIV-Infektion um das fünf- bis zehnfache. Deshalb führt die Aids-Hilfe Schweiz in größeren Schweizer Städten im Oktober Testwochen für schwule Männer durch.“, so Würdemann in seinem Blog.

Die Kampagne, die am 1. Oktober mit Flyern, Plakaten sowie mit dem Verteilen für Gutscheine für die Test-Aktion startet, richtet sich besonders an die Gruppe der schwulen und bisexuellen Männer, die auf die Gefahren einer Infektion aufmerksam gemacht werden sollen. Ziel ist es, die wechselnden sexuellen Kontakte ins Bewusstsein zu rufen und zu regelmäßigen Tests zu motivieren. Auf einer Homepage sind alle teilnehmenden Test-Stellen verzeichnet.

Das Programm der 22. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg

Das Programm der Lesbisch Schwulen Filmtage 2011 ist fertig! Vom 18.-23. Oktober wird Hamburg wieder aufregender Schauplatz der internationalen queeren Filmszene. Die Leinwände von Metropolis, Passage, B-Movie und des frisch wiedereröffneten Studio-Kinos gehören dann wieder ganz den spannenden Geschichten, die auch 2011 immer noch viel zu selten im Kinoalltag gezeigt werden.

Durch die Eröffnungsgala am 18. Oktober führen die bezaubernde Didine van der Platenvlotbrug und Blessless Mahoney, bevor mit der Deutschlandpremiere der schwedischen Komödie „Fyra År Till – Four More Years“ von Tova Magnusson-Norling die sechs lang erwarteten Filmtage und -nächte eröffnet werden.

Der diesjährige Länderschwerpunkt widmet sich der Türkei, einem Land, in dem Homosexualität immer noch als „psychosexuelle Krankheit“ begriffen wird. Sechs Dokumentarfilme, ein Spielfilm und zahlreiche Gäste geben einen Einblick in die Lebenssituationen von Lesben, Schwulen und Transpersonen in diesem kulturell äußerst vielfältigen Land.

Ein schwieriges Jubiläum steht im Fokus des Themenschwerpunktes 30 Jahre HIV und AIDS: Eine Krankheit, die von Anfang an mehr war als nur eine Krankheit – sondern ein Politikum. Neben einem historischen Rückblick werden die Filmtage vor allem aktuelle und globale Aspekte anhand verschiedener Dokumentar- und Spielfilme aus Nordamerika, Asien und Europa beleuchten.

Acht Langfilme werden während der Filmtage ihre Europapremiere feieren, unter anderem Yaak Rak Gaw Rak Loey – Yes Or No von Saratswadee Wongsomphet, der als erster thailändischer lesbischer Spielfilm bereits in seinem Heimatland begeistern konnte. Unter den 22 Deutschlandpremieren in Hamburg findet sich auch der Dokumentarfilm Hit So Hard über Patty Schemel, offen lesbische Drummerin von Courtney Loves Band Hole. Der Film gewährt einen intimen Einblick in die Grunge-Szene der 90er Jahre gibt. Zudem wird Becoming Chaz zum ersten Mal hierzulande zu sehen sein – ein Dokumentarfilm über die Transition von Sonny & Chers gemeinsamen Kind Chastity zu Chaz.

Bereits zum dritten Mal vergeben die Filmtage den mit 5.000 Euro dotierten Jurypreis an einen von elf nominierten Filmen des diesjährigen Programms. Die Auswahl gibt das Festival in die fachkundigen Hände von Wieland Speck, Leiter der Panorama-Sektion der Berlinale und Mitbegründer des Teddy-Awards, Barbara Reumüller, Initiatorin des queeren Filmfestival identities in Wien und der belfische Regisseur Bavo Defurne, der bereits mit zahlreichen Kurzfilmen Gast in Hamburg war und gerade sein Langfilmdebüt fertiggestellt hat.

Ein Leben mit HIV hat Zukunft, wenn es die Gesellschaft zulässt!

Die AIDS-Hilfe NRW forderte heute anlässlich ihrer Jahrespressekonferenz, Menschen mit HIV am Arbeitsplatz ohne Vorurteile zu begegnen und sie als gleichwertige Kolleginnen und Kollegen zu akzeptieren. „HIV-positive Menschen erbringen die gleiche Leistung wie andere chronisch Erkrankte auch“, erklärte Vorstandsmitglied Olaf Lonczewski. “Wir fordern keinen Sonderstatus, sondern eine Gleichstellung mit allen anderen Beschäftigten.“ Daher sei es unerlässlich, dass Firmen sich über den aktuellen Wissensstand zu HIV informieren und die Vermittlung dieses Wissens an die Belegschaf fördern.

„Menschen mit HIV sind leistungsfähige Angestellte, sofern sie ohne Angst vor Diskriminierung und Stigmatisierung ihrer Arbeit nachgehen können“, sagte Lonczewski. Ein Arbeitsverhältnis bedeute in jedem Fall die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und trage zur positiven Beeinflussung des Infektionsverlaufs bei. „Allerdings verstößt jeder Zwang zur Offenlegung und jeder von Arbeitgeberseite angeordnete HIV-Test gegen die informationelle Selbstbestimmung“, stellte Lonczewski klar. Die Entscheidung, ihre HIV-Infektion öffentlich zu machen oder für sich zu behalten, müsse allein bei den Angestellten liegen.

Das Thema Arbeit sei inzwischen zu einem Kernpunkt für ein „normales Leben“ mit HIV geworden. Tagesstruktur, soziale Kontakte und nicht zuletzt die finanzielle Ausstattung hätten unmittelbare Auswirkungen darauf. Allerdings seien nicht wenige Menschen mit HIV aufgrund ihrer unterbrochenen Berufsbiografie von den arbeitsmarktpolitischen Reformen der Bundesregierung betroffen. „Ministerin von der Leyen muss die Kürzungen im Bereich der Beschäftigungsprojekte zurücknehmen, damit diese integrativen Maßnahmen nicht abgeschafft werden“, forderte Olaf Lonczewski.

Patrik Maas, neuer Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW, äußerte sich zwar zufrieden über die Wahrnehmung der Aidshilfearbeit durch die Landespolitik, allerdings seien über ein Leben mit HIV noch Mythen und Unwahrheiten im Umlauf, die jeder Grundlage entbehren. „Die Notwendigkeit einer effektiven Prävention steht außer Frage. Doch der nach wie vor gültige Umschlusserlass, nach dem Inhaftierte mit HIV bei Zusammenlegung mit anderen Gefangenen ihre Infektion offenlegen müssen, zeigt, wie viel Aufklärung auch in der Politik noch zu leisten ist“, sagte Maas.

Die Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW hatten im Jahr 2010 insgesamt rund 345 000 primärpräventive Kontakte, nach wie vor mehr als die Hälfte davon zu Jugendlichen unter 21 Jahren und knapp ein Viertel zu Menschen mit Migrationshintergrund. Insgesamt erreichten sie mit ihren Angeboten der Prävention, Beratung und Betreuung etwa 374 000 Menschen.

In Nordrhein-Westfalen leben zurzeit etwa 14 000 HIV-positive Menschen, bundesweit sind es etwa 70 000. 2010 wurden in NRW 680 neue HIV-Diagnosen gemeldet, der Anteil der Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), liegt hier bei 72%. Etwa 160 Menschen mit HIV und Aids in NRW sind 2010 infolge ihrer Infektion gestorben.