Berlinwahl: Schwuler Kanzler und Hemmschwellen überwinden!

Berlin hat gewählt. Mit einer knappen Mehrheit von nicht einmal fünf Prozent vor der CDU darf die SPD weiterhin den regierenden Bürgermeister von Berlin stellen. Auch wenn sich Klaus Wowereit für die nächsten fünf Jahre einen neuen Koalitionspartner suchen muss – Berlin bleibt weiterhin unter schwuler Führung!

Die Berliner vertrauen auf ihre „Mutti vom Kiez“ alias Klaus Wowereit – Regierender Bürgermeister von Berlin. Und das das dritte Mal in Folge. Bundesweit steigen Wowereits Sympathiepunkte weiter – Und das nicht nur weil er sich als volksnah und Bürgerfreund gibt – auch weil Wowereit gelernt hat sich zu positionieren. Auf seiner Facebookseite buhlt er um Stimmen. Prominente „Freunde“ unterstützen ihn dabei ebenso, wie Bilder von „Wahl-“Veranstaltungen und Co. Wowereit weiß sich zu vermarkten – Und das obwohl er sich offen zu seiner sexuellen Orientierung bekennt. Er hat es geschafft Grenzen zu überwinden und Hemmungen in seiner Stadt abzubauen. Wowereit zählt als Person, alles andere scheint seinen Berlinern als nicht-entscheidungs-bildend. Auf was es ankommt: Er schafft es Berlin nach vorn zu bringen!

Der Erfolg des SPD´lers könnte in den kommenden Jahren aber noch weiter anhalten. Heimlich und unter vorgehaltener Hand gilt Klaus Wowereit schon als neuer Kanzlerkandidat. Für ihn sicherlich eine neue Herausforderung – für die queere Community in Deutschland ein ganz großer Schritt. Ein offen schwuler Kanzler wird garantiert nicht nur innenpolitisch einige Hemmschwellen überwinden können.

Ebenfalls erfolgreich konnte Carsten Schatz den Wahlkampf in Berlin für sich entscheiden. Der Berliner zieht somit als erster offen HIV-Positiver in ein Landesparlament ein. Als Geschäftsführer der LINKEN (LV Berlin) und Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe engagiert sich der gebürtige Altenburger für sozial Benachteiligte und kämpft dafür Hindernisse zu überwinden. Schatz selbst lebt seit Jahren in einer schwulen Partnerschaft. Mehr über den neuen Sympathieträger der LINKEN in Berlin auch bei ondamaris.

Update: 21. September 2011:

Carsten Schatz muss sein Mandat aufgrund einer Wahlpanne wieder abgeben. Nicht wie die ersten Ergebnisse am Sonntagabend verlauten ließen, die SPD habe in Berlin Lichtenberg gewonnen, sondern die Linke konnte den Wahlkampf für sich entscheiden. Der Landeswahlleiter gab bekannt, dass die Ergebnisse korrigiert werden müssen. Ein entgültiges Ergebnis wird für den sechsten Oktober erwartet. Mittlerweile wurden Medienberichte bestätigt, dass Wahlzettel der Berline im Müll gefunden worden sind. Eine neue Auszählung wird die Folge sein.

Mediziner: Sexuell übertragbare Krankheiten besser untersuchen

Der Bochumer HIV-Forscher Norbert Brockmeyer hat eine Ausweitung der Untersuchung sexuell übertragbarer Krankheiten gefordert. Gegenüber dem Ärzteblatt sagte er, dass die alleinige Fokussierung auf HIV und Syphilis zu einseitig sei.

„Mit Ausnahme von HIV und Syphilis erlaubt die derzeitige Datenlage zu sexuell übertragbaren Infektionen keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Infektionsrate“, sagte Brockmeyer, der als Mediziner an der Ruhr-Universität Bochum tätig ist. Die Bereitschaft, sich auf weitere sexuell übertragbare Krankheiten (STI) untersuchen zu lassen, sei immer noch mit einer hohen Hemmschwelle verbunden.
“Wir dürfen uns nicht nur auf HIV/AIDS fokussieren, sondern sollten alle STI und die Förderung der sexuellen Gesundheit insgesamt in den Blick nehmen“, so Brockmeyer weiter. (Quelle: PRIDE1/nb)

Gedenken an Queen-Frontmann Freddie Mercury

Er war einer der größten Entertainer der Musikgeschichte und einer, der „seiner Krankheit zum Opfer gefallen ist.“ Freddie Mercury verstarb am 24. November 1991 an seiner HI-Infektion. Das AIDS-Virus hatte die Macht über seine Person erringen können – sein Vermächtnis lebt jedoch weiter.
Zu Ehren des Queen-Sängers hat Google einen animierten Doodle zum 65. Geburtstag von Freddie Mercury online und überall auf der Welt werden Freddie-Fans ihren persönlichen „Freddie For A Day“ leben. Gemeinsam wollen sie Geld für Aids-Hilfe des Mercury Phoenix Trust sammeln.

Mercury wurde am 5. September 1946 in Sansibar geboren. Als Farrokh Bulsara besuchte er die Schule und wurde schnell als „Freddie“ bekannt. Seinen Spitznamen behielt er auch nach der Bandgründung von Queen und setze sein „Mercury“ dahinter. Zu seiner Homosexualität bekannte sich Mercury bereits in den 70ér Jahren. Nach seiner Infektion mit dem HI-Virus 1987, folgten noch zwei weitere Queen-Albem, bis die Bandmitglieder 1991 die traurige Nachricht verkünden mussten.

Schwule Männer nutzen Kondome!

EMIS Umfrage 2010

EMIS Umfrage 2010

Im zweiten Teil des Community Reports  der Europäischen Internetbefragung schwuler und bisexueller Männer (EMIS) – GAYS.DE berichtete – wird bestätigt, dass das Safer-Sex-Verhalten der homo- und bisexuellen Männer in Deutschland stabil ist. Verhütung wird also doch ernst genommen.

Eines der wichtigsten Ergebnisse des zweiten Community-Reports: Mehr als drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie in den letzten zwölf Monaten hinsichtlich einer HIV-Infektion keinerlei Risiko eingegangen seien.  Ein Viertel gab an sich offen dem Übertragungsrisiko – also ungeschütztem Sexualverkehr mit einem Partner, dessen Testergebnis nicht bekannt oder von dem eigenen abwich – ausgesetzt zu haben. Im Vergleich zu Befragungen der vergangenen Jahre ist das eine enorme Steigerung des Bewusstseins. Lediglich 20 Prozent gaben bisher an gelegentlich, 10 Prozent immerhin häufige Risikokontakte wahrgenommen zu haben.

Weniger erfreulich sind die Ergebnisse hinsichtlich anderer sexuell übertragbaren Krankheiten. Laut der EMIS-Umfrage lassen sich die Deutschen Männer zu selten untersuchen. Zudem beklagen diejenigen, die sich von ihrem Arzt durchchecken lassen, dass die Untersuchungen oftmals unzureichend sind. 28 % der Befragten gaben an, dass sie innerhalb der letzten 12 Monate einen sogenannten STI-Check haben machen lassen. Jeder fünfte von ihnen wurde dabei auch an Penis und Anus untersucht. Ein simpler Bluttest war meist die einzige medizinische Untersuchungsmethode.  Somit ist eine Syphilis zwar diagnostizierbar, Feigwarzen, analer Tripper und Chlamydien sind allerdings nicht nachweisbar.

Den 2. Community-Report zum nachlesen.

20 Jahre Aids-Gala Köln

20 Jahre Aids-Gala Köln; Claus Vincon, Tatjana Taft und Jonathan Briefs (vlnr)

20 Jahre Aids-Gala Köln; Claus Vincon, Tatjana Taft und Jonathan Briefs (vlnr)

Am vergangenen Freitag hob sich zum bereits 20. Mal der Vorhang zur großen Aids-Gala im Maritim Hotel Köln. Viele Stars der bunten Medienwelt sowie Politgrößen gaben sich die Klinke in die Hand und flanierten gemeinsamt mit GAYS.DE Glamour-Queen Tatjana Taft über den roten Teppich. Begleitet von einer herzlichen Begrüßung durch Jonathan Briefs und Claus Vincon füllte sich der Saal mit mehr als 1500 Gästen.

Ein „garantiert stimmungsgeladenes und abwechslungsreiches“ Show-Programm war von der Aidshilfe Köln im Vorfeld angekündigt. Bestseller-Autorin Charlotte Roche und Comedy-Queen Carolin Kebekus hatten folglich große Erwartungen zu bestätigen, aber dies ließ beide unberührt und sie meisterten ihre Moderation mit einer Mischung aus Witz, Arroganz und Charme, der kleinere Pannen vergessen ließ.

Auch die von den Kölnern gewonnen Künstler, welche ohne Gage auf der Bühne standen, haben wiedermal zu einer unvergesslichen Veranstaltung beitragen können. So standen neben der Beatles Revival Band und den Triviatas auch die „Gala-Mutti“ Kim Fischer und „Hausherr“ Marcos Schlüter wieder mit im Programmheft. Fischer brach ihre Tradition und konnte mit Hits von ABBA den Saal zu Standing Ovations motivieren. Schlüter dagegen, begeisterte das Publikum mit seinen kurzen, schnippischen Videobeiträgen zum Thema HIV/Aids. Die Auftritte von KLEE und den Dresdner Jungs Polarkreis 18 brachten den Saal dann vollends zum Kochen. Eine regelrechte Konzertatmosphäre war im ganzen Galapublikum angekommen. Alles in allem – ein Abend, der mal wieder seines Gleichen sucht!

Neben all dem feiern und der einmaligen Stimmung wurde selbstverständlich auch der Sinn und Zweck der Veranstaltung außer Acht gelassen. Als „Prostituierte von Amtswegen“ schlich Moderatorin Charlotte durchs Publikum und konnte Geld gegen Kuss verbuchen. Durch diese und weitere Einlagen konnte am Abend eine Summe von mehr als 110.000 Euro gesammelt werden, die verschiedenen Präventionsprojekten in Köln zu Gute kommen werden.

Dass die Arbeit der Aidshilfen in Deutschland wichtig ist, zeigen aktuelle Zahlen. Allein in Köln wird jeden zweiten Tag eine Neuinfektion diagnostiziert, bundesweit sind es täglich ca. acht Personen, die sich mit dem HI-Virus infizieren. Allein im Jahr 2010 konnte das Robert-Koch-Institut mehr als 90.000 HIV-Positive Frauen und Männer registrieren, 550 von ihnen sind an den Folgen der Infektion verstorben.

Alle Bilder der Aids-Gala Köln 2011 auf einen Blick.

ColognePride: „Für deinen Mut“ – Dirk Bach erhält die Kölner Lesben- und Schwulentrophäe

Am 2. Juli 2011 verleiht der CSD Köln zum zweiten Mal die „Kölner Lesben- und Schwulentrophäe“ (KLuST). In diesem Jahr geht die Auszeichnung an Dirk Bach. Gegen 19 Uhr nimmt der Comedian und Schauspieler auf der Hauptbühne am Heumarkt die KLuST persönlich entgegen. Die Laudatio hält seine Freundin und Weggefährtin Hella von Sinnen, die vor zwei Jahren als erste die KLuST erhielt.

Schlagfertig und witzig – so kennt das Publikum Dirk Bach. Doch der Comedian hat auch eine ernste Seite. Und die zeigt er nicht nur auf der Bühne. Seit vielen Jahren setzt Dirk Bach sich für politische und soziale Belange ein, unter anderem für die gesellschaftliche Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*. In seinem Engagement drängt er sich nicht nach vorn, sondern unterstützt oft von der Öffentlichkeit fast unbemerkt. Unermüdlich setzt er sich für Menschen ein, die von HIV und Aids betroffen sind, wirbt für Prävention und sammelt Geld für die wichtige Arbeit unter anderem von Projekten der Aidshilfe Köln. 2002 hatte er die Idee für ein ganz besonderes Benefizkonzert. „Cover me“ – Prominente covern ihre Lieblingssongs. Das Charity-Event hat inzwischen Kultcharakter in Köln.

„Liebe ist…“ lautet das Motto des ColognePride 2011. Dirk Bach hat die Liebe gefunden. 1999 verlobte er sich mit seinem Lebensgefährten. Heiraten will er dennoch erst, wenn verpartnerte Lesben und Schwule neben den gleichen Pflichten auch die gleichen Rechte wie heterosexuelle Ehepaare genießen. Als Mitglied des Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) unterstützte er deshalb die Aktion „Eins zu Eins“, die die rechtliche Gleichstellung zum Ziel hatte. Denn Liebe hat immer den gleichen Wert und sie verdient Respekt.

CSD Köln wir sind dabei!

Auch GAYS.DE widmet seine Teilnahme am Christopher Street Day in Köln dem Motto: „Liebe ist…“ Denn für uns heißt es: „Liebe ist Vielfalt“ – Fern ab von Klischee- und Rasterdenken, möchten wir nicht nur sagen, dass Schwule und Bisexuelle Männer zu GAYS.DE gehören, sondern auch die eigenen persönlichen Interessen, Vorlieben und Wünsche eines Jeden. Und daher ist Liebe eben auch Vielfalt.
Wo Ihr uns treffen und gemeinsam mit uns feiern könnt findet Ihr detailliert in unserem Veranstaltungskalender auf Facebook. Eine kurze Übersicht gibt es schon hier:

Freitag, 01.07.2011:

20:00 Aids-Gala Köln, Maritim Hotel

22:00 Gay Students Nicht & Twinkylicious, VENUE

Samstag, 02.07.2011:

12:00 Straßenfest

22:00 Kerzenlichter gegen das Vergessen, Heumarkt

anschließend Closer2Heaven CSD-Special, Gloria

Sonntag, 03.07.2011:

12:00 CSD Parade, Deutzer Brücke

17:00 Abschlußkundgebung, Heumarkt

22:00 CSDance 2011 Offizielle ColognePride-Closing-Party, VENUE

 

Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung verliehen

Die Deutsche AIDS-Stiftung hat am Mittwoch ihren Medienpreis 2009/2010 für vier journalistische und künstlerische Beiträge sowie ein Schülerprojekt zum Thema HIV/AIDS verliehen. Die Preisträger erhielten im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses in Hannover (GAYS.DE berichtete) ihre Urkunden, die ihnen Welt-AIDS-Tags-Botschafterin Christiane Paul zusammen mit Thomas Fischer für den Sponsor Boehringer Ingelheim und der niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan überreichte. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert, der Sonderpreis für Schülerarbeiten mit 3.000 Euro.

Ausgezeichnet wurden die Fernsehdokumentation „Ich bleibe immer positiv! Starke Frauen mit HIV“ von Annette Heinrich, gesendet in der ZDF-Reihe 37 Grad am 26.10.2010 – den Preis teilen sich die Autorin Annette Heinrich und der Kameramann Philip Flämig, die Reportage „Der alte Mann und das Virus“ von Viola Volland, veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung am 1. Dezember 2009, die Publikation „ARTWORK. Die Umstellungssprechstunde“ von Siegfried Schwarze, die regelmäßig als Beilage zur Publikation „Projekt Information“ erscheint sowie das Straßenbahnprojekt „AIDS braucht positive Gesichter“ der Selbsthilfegruppe der Braunschweiger AIDS-Hilfe, gestartet am 31. Oktober 2009. Erstmals hatte die Stiftung auch den Sonderpreis für Schülerarbeiten „HIV/Aids – Weißt Du Bescheid?“ ausgelobt. Ihn erhalten ein Oberstufenseminar und die Theatergruppe der Mittelstufe am Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim. Sie realisierten im Jahr 2010 gemeinsam Aktionen zum Thema „HIV in Südafrika“ und das Theaterprojekt  „Rainbow Nation – HIV in Südafrika“.

Seit 1987 verleiht die Deutsche AIDS-Stiftung ihren Medienpreis für herausragende Beiträge zum Thema HIV/AIDS. Bisher hat sie mehr als 70  Medienschaffende ausgezeichnet. Die Deutsche AIDS-Stiftung mit Sitz in Bonn hilft bundesweit Frauen, Männern und Kindern mit HIV und AIDS in individuellen finanziellen Notlagen. Sie unterstützt außerdem Projekte für betroffene Menschen in Deutschland und ausgewählte internationale Projekte im südlichen Afrika. (Foto: DÖAK2011; Andreas Keudel)

Deutsch-Österreichischer Aids-Kongress – Schutz ist wichtig!

Ab morgen, vom 15.-18. Juni 2011, findet in Hannover der Deutsch-Österreichische Aids-Kongresses (DÖAK) statt. Auf dem Kongress wird die BZgA ihre langjährige Expertise im Bereich der HIV/Aids-Prävention einbringen. Darüber hinaus sind alle Interessierten eingeladen, sich am Stand über die aktuelle Präventionsarbeit zu informieren.

Seit Beginn der Aidsaufklärung in Deutschland führt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jedes Jahr die Repräsentativerhebung “Aids im öffentlichen Bewusstsein” durch. Die Studie erhebt Daten zu Wissen, Einstellungen und Schutzverhalten der Menschen in Deutschland und erfasst, ob die Botschaften der BZgA-Kampagne GIB AIDS KEINE CHANCE in der Bevölkerung ankommen. Im Vorfeld des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK), veröffentlicht die BZgA die neuesten Ergebnisse.

Danach hat sich die Nutzung von Kondomen immer stärker in der Bevölkerung etabliert. Inzwischen schützen sich 87 Prozent der 16- bis 44-Jährigen zu Beginn neuer Partnerschaften mit einem Kondom. Mitte der 90er Jahre waren es noch 65 Prozent. Auch die Kondomnutzung bei Befragten mit sexuellen Risikokontakten ist weiter gestiegen. 86 Prozent der 16- bis 65-Jährigen mit mehreren Sexualpartnern im vergangenen Jahr geben an, Kondome zu verwenden – ein neuer Höchststand. Dass Aidsprävention wirkt, zeigt sich auch an der deutlich rückläufigen Zahl derer in dieser Gruppe, die keine Kondome benutzen. Ende der 80er Jahre gab dies knapp die Hälfte (46 Prozent) der 16- bis 65-Jährigen mit wechselnden Sexualpartnerinnen oder -partnern an, heute sind es noch 14 Prozent.

“Unsere Studie zeigt, dass es in Deutschland keine wachsende Nachlässigkeit beim Schutz vor HIV/Aids gibt. Immer mehr Jugendliche und Erwachsene schützen sich mit dem Kondom”, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. “Auch 30 Jahre nachdem das Krankheitsbild Aids erstmals beschrieben wurde, ist Prävention das Mittel der Wahl, um einer weiteren Ausbreitung der HIV/Aids-Epidemie vorzubeugen. Um in der Aidsprävention auch zukünftig erfolgreich zu sein, entwickeln wir unsere Kampagne stets weiter. Wie wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen, können sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis oder Tripper das Risiko für eine Ansteckung mit HIV erhöhen. Deshalb spielt dieses Thema auch in unserer Kampagnenarbeit eine immer größere Rolle.”

Wie aus der BZgA-Studie zudem hervorgeht, besteht in der Bevölkerung ein hoher Bedarf an Informationen zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI). 57 Prozent der 16- bis 44-jährigen Alleinlebenden wünschen sich, hierüber besser informiert zu sein. Als wichtigste Informationsquellen werden der Arzt oder die Ärztin (81 Prozent) und das Internet (82 Prozent) genannt sowie Broschüren staatlicher Organisationen (60 Prozent). Im Rahmen ihrer Kampagne zur Aidsprävention greift die BZgA das Thema STI bereits auf und informiert über Ansteckungswege, Symptome und Schutzmöglichkeiten. Dieses Engagement wird sie in den kommenden Jahren weiter ausbauen.

Anlässlich des DÖAK veröffentlicht die BZgA die neue Ausgabe ihres Newsletters “Gib Aids keine Chance – aktuell”. Darin informiert sie über die europaweite Initiative zur Qualitätssicherung in der HIV-Prävention IQhiv, über aktuelle Entwicklungen der Aidspräventionskampagne sowie über ihre Aktivitäten auf dem DÖAK. (Quelle: PI BZgA)

30 Jahre HIV – Dennoch ein Erfolg in Deutschland

Die Immunschwächekrankheit Aids hat Geburtstag. Auch wenn der Anlass eigentlich kein erfreulicher ist, so gibt es Grund zur Freude. Seit mittlerweile drei Jahrzehnten hat die Deutsche AIDS-Hilfe erfreuliche Nachrichten zu verkünden: Die Infektionszahlen sind relativ gering, die Präventionsarbeit ist wirksam und die medizinischen Behandlungen können immer neue Fortschritte verbuchen.

Vor 30 Jahren – im Juni 1981 – berichtete ein Arzt erstmals über Aids. Aktuellen Schätzungen zu Folge sind seither rund 25 Millionen Menschen weltweit an dem Hi-Virus  gestorben.  Laut Robert-Koch-Institut haben sich in Deutschland mehr als 90.000 Menschen mit dem Virus infiziert, über 25.000 Verstorbene sind zu vermelden. Heute leben ca. 70.000 HIV-Positive in Deutschland, die meisten von ihnen werden nicht sterben, wie das RKI mitteilte.

Was in den letzten dreißig Jahren alles erreicht wurde, das könnt Ihr im Blog der Deutschen AIDS-Hilfe nachlesen.

Rekorderlös bei Auktion “Artists against AIDS”

Bei ihrer ersten Benefiz-Kunstauktion „Artists against AIDS“ in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland am Montag, 16. Mai, erzielte die Deutsche AIDS-Stiftung einen Rekorderlös von 320.000 Euro.

„Wir freuen uns sehr über dieses hervorragende Ergebnis, das wir allen Unterstützern und Organisatoren, den Künstlerinnen und Künstlern sowie allen Kunstkäufern zu verdanken haben“, sagte Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutsche AIDS-Stiftung. Prof. Henrik Hanstein vom Kölner Kunsthaus Lempertz versteigerte 49 von den Künstlerinnen und Künstlern gespendete Arbeiten – den größten Betrag, 145.000 Euro, erbrachte eine von Bildhauer Tony Cragg für die Auktion eigens geschaffene Bronze-Plastik, gefolgt von einer „in situ“-Arbeit der in Berlin lebenden Künstlerin Katharina Grosse, die 23.500 Euro erzielte, sowie einem Gemälde der Künstlerin Pia Fries, das für 22.000 Euro versteigert wurde. Katharina Grosse wird die Wandmalerei in den Maßen von ca. zwei mal drei Metern an dem vom Käufer vorgegebenen Ort verwirklichen.
Auch alle anderen Kunstwerke – Fotografien, Objekte, Zeichnungen und Aquarelle – fanden reges Interesse bei den Bietern.

Die Schirmherrin der Auktion, Kuratoriumsmitglied Hannelore Elsner, rief in ihrer Rede zu Solidarität mit HIV-infizierten Menschen auf. Sie hoffe auf Freigiebigkeit und offene Herzen, denn die Hilfen der Stiftung bedeuteten für Betroffene oftmals die Rettung aus finanzieller Not. Hausherr Dr. Robert Fleck freute sich, dass das Thema AIDS die Kunstszene regelrecht mobilisieren konnte. Prof. Stephan Berg, Intendant des Kunstmuseums Bonn und Kurator der Auktion, unterstrich noch einmal das besondere Engagement der Künstlerinnen und Künstler, die sich der Brisanz des Themas AIDS bewusst seien. Der Erlös aus der Versteigerung wird HIV-infizierten Männern und Frauen zu Gute kommen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind: von der Krankheit betroffene Menschen, die nicht mehr alleine leben können und in den Wohnprojekten der Deutsche AIDS-Stiftung ein geeignetes und gut betreutes Zuhause finden.

Bereits in der Vergangenheit flossen der Deutsche AIDS-Stiftung durch Kunstauktionen erhebliche Mittel zu. Damit konnte die Stiftung über viele Jahre wichtige Nothilfen für betroffene Frauen, Männer und Kinder sichern. Die Bonner Auktion knüpft an diese Tradition an und soll jährlich mit wechselnden Kuratoren in der Bundeskunsthalle stattfinden. (PM)