Evangelische Kirche möchte Homosexuelle akzeptieren

Hundertausende Menschen strömten am vergangenen Wochenende nach Bremen, um an dem Kirchen-Event des Jahres teilzunehmen − dem Kirchentag. Genau diesen Anlass nutzte Präsens Alfred Buß, Chef der evangelischen Kirche von Westfalen, um sich für eine bessere Akzeptanz gegenüber Homosexuellen auszusprechen. In seiner Rede sprach er davon, dass Homosexualität aus christlicher Sicht akzeptiert werden könne. Unterstützt hat Buß seine Meinung mit der „Liebe Gottes”, die allen Menschen zustehe und nicht durch eine bestimmte sexuelle Orientierung gemindert wird.

Buß setzte mit seiner Meinung ein Signal für die Anerkennung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender. Gleichgeschlechtliche Paare sollten zukünftig als selbstverständlich betrachtet werden und den Gemeinden eingebunden werden. Zur Thematik Homo-Ehe gab Buß aber zu verstehen, dass eine eheliche Verbindung auch zukünftig nur zwischen Mann und Frau eingegangen werden solle.

Einen etwas anderen Vergleich führte Buß an, um die Anerkennung von gleichgeschlechtlicher Liebe zu verdeutlichen. Er verglich mit Linkshändern. Diese galten vor einigen Jahren noch als „heilbar” und wurden vielerorts entgegen ihrer Veranlagung umerzogen. Heute weiß man, dass dies falsch war, so Buße weiter. Ebenso müsse man die Gruppe der Homosexuellen begreifen − daher gilt: Akzeptanz vorantreiben und Diskriminierung abbauen.

Volksbegehren zur Homo-Ehe in Maine?

Erst vergangene Woche wurde Maine zur Nummer fünf im Bunde der US-Bundesstaaten, in denen die Homo-Ehe anerkannt ist. Der Senat verabschiedete ein entsprechendes Gesetz, dass gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung ermöglicht. Gouverneur John Baldacci unterschrieb das neue Gesetz binnen einer Stunde und begrüßte die Entscheidung des Senats.

Medienberichten zufolge scheint die unkomplizierte Phase der Gesetzeinführung allerdings vorbei. Gegner der Eheschließung schwuler und lesbischer Paare haben es sich zur Aufgabe gemacht, ein Volksbegehren ins Leben zu rufen. Eine entsprechende Petition wurde bereits in den letzten Tagen veröffentlicht. Das Ziel der Homo-Gegner ist es, in den kommenden 90 Tagen mindestens 55.000 Unterschriften zu generieren. Damit wäre das Gesetz vorläufig gestoppt und müsste in einer Volksabstimmung neu entschieden werden.
Ähnlich erging es dem Gesetzesentwurf zur Einführung gleichgeschlechtlicher Ehen in Kalifornien. Eine Petition sorgt für zahlreiche Demonstrationen und Protestaktionen.

Keine eingetragenen Partnerschaften in Australien

Gleichgeschlechtliche Paare haben es in Australien weiterhin schwer. Obwohl nach diversen Meinungsumfragen die australische Bevölkerung nicht gegen eine Gleichstellung von homosexuellen Paaren ist, lehnt die amtierende Regierung diese strikt ab. In einer Erklärung gab ein Sprecher bekannt, dass die getroffene Entscheidung die öffentliche Meinung widerspiegelt. Demnach ist eine Ehe nur zwischen Mann und Frau eine tolerierbare Verbindung. Ein Widerspruch?!

Verbände und Organisationen der Schwulen- und Lesbenbewegung kritisierten die Entscheidung. Entgegen eigener Umfragen, habe die Regierung vollkommen andere Ergebnisse. „Das kann nicht sein, wenn man die gleiche Zielgruppe – HETEROS – befragt.”, so ein Sprecher der Australian Marriage Equality (AME).
Einen kleinen Hoffnungsschimmer können gleichgeschlechtliche Paare in Australien dennoch haben: Die sozialdemokratische Regierung versprach, trotz der Ablehnung der „Homo-Ehe”, dass die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren weiter angeglichen werden sollen. Einzelheiten zur Umsetzung und erste Ergebnisse sollen in den kommenden Wochen präsentiert werden.

Ab sofort darf in Schweden geheiratet werden!

Einen Grund zum Feiern haben unsere Freunde aus Schweden. Ab heute ist es offiziell: Schwule und lesbische Paare dürfen vor den Standesbeamten treten und sich trauen lassen. Was in Spanien und einigen Bundesstaaten der USA bereits funktioniert, ist nun auch im Norden Europas möglich.

Die Neuregelung der Homo-Ehe tritt heute am 1. Mai in Kraft, nachdem das schwedische Parlament einem Gesetzesentwurf zugestimmt hat. Mit einer eindeutigen Mehrheit von 261 zu 22 Stimmen wurde die Aufhebung der bisher unterschiedlichen Regelung gegenüber hetero- und homosexuellen Paaren verfügt. Gegen die Änderung war lediglich die im Parlament sitzende Christdemokratische Partei Schwedens.

Gleichgeschlechtliche Paare können bereits seit 1987 ihre Partnerschaft amtlich registrieren lassen. Das Recht auf eine Standesamtliche Eheschließung war ihnen jedoch bisher verwehrt. Nun können sie selbst entscheiden, ob sie sich nachträglich trauen lassen wollen. Eine Umwandlung der registrierten Partnerschaft in eine Ehe wäre die Folge. Übrigens: Seit 2003 sind homosexuelle Paare in Schweden auch beim Adoptionsrecht heterosexuellen gleichgestellt.

Gleichgeschlechtliche Ehen nun auch in New York?

Medienberichten zufolge hat Gouverneur David A. Paterson am gestrigen Donnerstag einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der gleichgeschlechtliche Ehen befürwortet.
Sein Anliegen: „Der Entwurf muss unbedingt durch den Bundessenat gehen, dafür werde ich sorgen.”, so Paterson gegenüber den Medien. Weiterhin berichtet der New Yorker Gouverneur, dass die Rechte von Homosexuellen viel zu lange schon vernachlässigt worden sind.
„[...] gleichgeschlechtliche Ehen müssen legalisiert werden. Andere Bundesstaaten haben gezeigt, dass es funktioniert.”, so Paterson in einem Interview.

Der Demokrat muss aber weiterhin Überzeugungsarbeit in den eigenen Reihen leisten. Umfragen zufolge stimmen derzeit nur 25 der 32 Abgeordneten für den Gesetzesentwurf. Um die benötigten 32 Stimmen zu erzielen, muss Paterson auf die republikanischen Befürworter hoffen. Mit ihrer Hilfe hatte er bereits 2002 die Diskriminierung von Homosexuellen gesetzlich verbieten lassen.
Erst vor einem Monat wurden in den US-Bundesstaaten Iowa und Vermont gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt. In Massachusetts und Connecticut sind diese bereits seit längerem legal. Vielleicht ist New York bald die Nummer „5″ im Bunde der toleranten US-Bundesstaaten.

Ex-Premier wettert gegen Vatikan

In einem bekannten britischen Monatsmagazin für Schwule, äußerte sich der ehemalige Premierminister des Vereinigten Königreiches, kritisch gegenüber den Ansichten der katholischen Kirche. In seinem Gastbeitrag für eine Jubiläumsausgabe des Blattes, ließ Tony Blair zudem verlauten, dass der Vatikan dringend seine Position gegenüber dem Thema Homosexualität überdenken muss. Blair, der nach seiner Amtszeit als Regierungschef selbst zum Katholizismus konvertiert ist, betont in seiner Aussage, dass es einen großen Unterschied zwischen den Generationen gibt und sich somit Ansichten und Einstellungen geändert haben. „Die starre Einstellung des Vatikans ist einfach nicht mehr zeitgemäß.”, so Blair.

Bereits während seiner zehnjährigen Amtszeit als Premierminister für Großbritannien und Nordirland (1997 bis 2007), setzte sich der Labour-Politiker für die Rechte von Schwulen und Lesben ein. Ihm ist die „Civil Partnership” zu verdanken, die – entgegen dem Willen vieler Konservativer – 2005 eingeführt wurde. Im Gegensatz zu eingetragenen Lebenspartnerschaften in Deutschland, genießen in Großbritannien geschlossene Homo-Ehen alle gleichen Rechte und Pflichten wie Hetero-Ehen. Auch umfassende Antidiskriminierungsgesetze sind auf die Regierungszeit Blairs zurück zu führen.

Vermont: Vierter US-Staat für die Homo-Ehe!

Dass der Kampf leicht werden würde, hat niemand erwartet. Doch es ist geschafft! Mit einer Zweidrittelmehrheit, stimmte gestern das Parlament von Vermont gegen den Widerstand von Gouverneur Jim Douglas. Vermont ist somit der erste Staat der USA, indem das Recht der Homo-Ehe durch eine Kongressabstimmung gefestigt und verankert wurde. In den Bundesstaaten Connecticut, Iowa und Massachusetts, mussten die zuständigen Gerichte die endgültige Entscheidung treffen.

Bereits im Vorfeld hatte der Gouverneur angekündigt, sein Veto gegen den neuen Gesetzesentwurf einzulegen. Seine Beweggründe sind nach eigener Aussage allerdings alles andere als homophob. Jim Douglas befürchtet vielmehr, dass der neue Gesetzentwurf die bestehende Ungleichbehandlung von hetero- und homosexuellen Paaren nicht beseitigt. „Vorteile auf Bundesebene werden gleichgeschlechtlichen Paaren in Vermont nach wie vor verweigert.”, so Douglas in einem Zeitungsinterview.

Für die Schwulen und Lesben des Bundesstaates ist der Beschluss der Homo-Ehe ein großer Schritt, obwohl auch weiterhin ein Unterschied zwischen dem konventionellen Ehemodell und der gleichgeschlechtlichen Ehe bestehen wird. Durch das neue Ehegesetz haben homosexuelle Paare zukünftig die gleichen Ansprüche bei der Sozialversicherung, wie heterosexuelle. Auch im Fall medizinischer Entscheidungen, haben die eingetragen Partner zukünftig Mitspracherecht.

Rosa Torte zum Geburtstag − GAYS.DE gratuliert der SIEGESSÄULE

Nach einem viertel Jahrhundert und dreihundert Ausgaben − Berlins Szene-Magazin für Schwule und Lesben feiert gemeinsam mit der „queeren” Community.
Unter dem Titel „SIEGESSÄULE − Feste feiern!“, erschien in diesen Tagen die Geburtstagsausgabe zum 25-Jährigen Jubiläum der Printausgabe.
Eine Mischung aus aktuellen Reportagen, Interviews, Veranstaltungen und natürlich einem Rückblick von den „Kinderschuhen” bis hin zum „großen Bruder/der großen Schwester”.
Die kommenden drei Monate serviert das Magazin schräge Aktionen, anspruchsvolle Konzerte, engagierte Gesprächsrunden und jede Menge Spaß-Termine − 25 Jahre bedeuten für die Berliner-Szene-Medienmacher eben auch 25 unvergessliche Events.

Wie alles Begann

16 Seiten für eine D-Mark: So ging die SIEGESSÄULE als „Berlins Monatsblatt für Schwule” 1984 an den Start − seither leistet das Magazin mehr als nur journalistische Pionierarbeit. Im April `84, sorgte die Berichterstattung über Aids für Aufmerksamkeit, die erste Auflage mit 1000 Exemplaren war schnell vergriffen. In den 90ern avancierte das Magazin zum Leitmedium in Sachen Homo-Politik. Berichte über die Streichung des Schwulenparagraphen §175, die damit verbundene Entkriminalisierung der Homosexualität in Deutschland oder aber diverse Statements zur Homo-Ehe und weiteren gesellschaftspolitischen Themen, waren und sind zentrale Ereignisse der Berichterstattung.
Der  amtierende schwule Bürgermeister Klaus Wowereit, ist erfreut über den Erfolg der SIEGESSÄULE: „Man darf sie getrost als publizistisches Flaggschiff der schwul-lesbischen Community Berlins bezeichnen”, so seine Worte anlässlich des 25. Geburtstages. Jeden Monat werden in der Hauptstadt über 50.000 Exemplare gratis verteilt − und das “queere” Magazin hat mittlerweile einen Umfang von bis zu 150 Seiten. Die Erfolgsgeschichte des Magazins hält − trotz Flauten bei der Konkurrenz − weiter an. Die qualitativ hohe Berichterstattung einer unabhängigen Redaktion und eine mehr als professionelle Verlagsarbeit haben es geschafft – die SIEGESSÄULE ist heute das größte Szene-Stadtmagazin Europas.

„Queer Berlin”

Seit 25 Jahren belegt das mittlerweile schwul-lesbische Magazin den Wandel der Berliner Szene − eben diese lebt von und mit den monatlich erscheinenden Ausgaben. Herzstück der SIEGESSÄULE ist seit Beginn die “Goldelse”, der Terminkalender. Wurden in der Premierenausgabe 71 Termine gelistet, so sind es jetzt monatlich über tausend, sortiert nach Rubriken wie Kultur, Party oder Sex − weltweit abrufbar im hauseigenen Szene-Portal.

Das silberne Jubiläum ist für die Medienmacher ein besonderes Ereignis. Alle − egal ob schwul, lesbisch, bisexuell oder transsexuell − Jeder soll mit der aktuellen Ausgabe angesprochen werden. Dies zeigt auch das Cover der Jubiläumsausgabe deutlich: Ein bärtiger Lederkerl und eine blond gelockte Tunte beißen in die rosa Geburtstagstorte − gemeinsam.
GAYS.DE gratuliert herzlichst und wünscht alles Gute für die Zukunft − Macht weiter so!

Ausgabe April 2003

(Bildmaterial: obs/Jackwerth Verlag GmbH & Co. KG)

Europaparlament entscheidet über Diskriminierung Homosexueller Polen

Das Europäische Parlament hat eine Petition einer polnischen Schwulen- und Lesben-Organisation angenommen. Die von der LGBT-Gruppe angeregte Kampagne gegen Homophobie (KPH), richtet sich in erster Linie gegen die polnischen Behörden.

Heiratswilligen Schwulen und Lesben, wird immer noch die Ausstellung der Familienstandsdokumente verweigert. Demnach können unsere polnischen Nachbarn im europäischen Ausland keine Homo-Ehe eingehen. Laut KPH verstößt die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare – von Seiten der polnischen Behörden – grundsätzlich gegen das Prinzip der Freizügigkeit und dem Grundrecht der Familie.

Eine erste Antwort des Europäischen Parlaments lässt allerdings optimistische Schlüsse zu. Die Angelegenheit fällt nach Aussagen der EU-Behörden unter europäisches Recht und somit müsse ein offizielles Verfahren eingeleitet werden.

Ältere Artikel zum Thema Homosexualität in Polen:

Homoehe in Connecticut

Homo-Paare koennen am 10. November mit der offiziellen Einfuehrung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Connecticut rechnen.
Nachdem ein Fall aus dem Jahr 2004 am obersten Gericht des Staates in diesem Jahr entschieden wurde (GAYS.DE berichtete), laeuft nach der Veroeffentlichung im “Connecticut Law Journal” nun die endgueltig letzte Einspruchsfrist von 10 Tagen.
Danach kann der zustaendige Richter am Obersten Gericht des Bundeststaates den Beginn der Schließung von Homoehen verfuegen.
Die Einfuehrung wuerde somit fast zeitgleich zur Abstimmung ueber “Proposition 8″ in Kalifornien stattfinden. Dort versuchen religioese Gruppen die Abschaffung der Homoehe zu erreichen. Connecticut wird wie auch Kalifornien von einem republikanischen Gouverneur regiert.