Outing: Duncan James bisexuell

Der smarte Brite Duncan James (30), Mitglied der Band „Blue”, konnte in einem Interview nicht länger schweigen. Gegenüber der britischen Zeitung „News Of The World” sprach er erstmals in der Öffentlichkeit über seine eigene Bisexualität.

In einem von Emotionen getragenen Interview, verriet der Sänger ein Geheimnis, dass schon länger in Medien kursiert. „Nun ist es endlich raus [...].”, sagte der streng katholisch erzogene Duncan Matthew James Inglis gegenüber dem Reporter. Während eines Urlaubs in Los Angeles, setze sich Duncan mit seinen Gefühlen auseinander und gestand sich ein, dass es so ist, wie es ist.

„Bin ich homo-, hetero- oder doch bisexuell?”
Mit dieser Frage rang Duncan eine ganze Weile. Vergeblich suchte er jemanden, dem er sich anvertrauen konnte. Bis zum Entschluss, sich seiner Mutter und Bandkollegen anzuvertrauen. „Ich bin jetzt Anfand 30 und weiß wer ich bin − und ich bin stolz darauf. Ich möchte mich nicht mehr verstecken.”, so Duncan im Interview.

Entgegen seinen Befürchtungen, gab es im Familien- und Freundeskreis jedoch keine „bösen Stimmen”. Ganz im Gegenteil: „Alle sicherten mir vollste Unterstützung zu. Meine Mutter dachte zu erst an eine unheilbare Krankheit. Als ich ihr sagte, dass ich bisexuell bin, gab sie mir zu verstehen, dass sie mich liebe − alles andere sei egal!”, so James weiter.

Bereits 2001 hatte Duncan eine erste Beziehung mit einem Mann − natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das soll sich nun ändern. Duncan betonte aber: „[...] auch wenn ich auf Männer stehen, stehe ich auch immer noch auf Frauen!”. Drücken wir dem süßen Musiker die Daumen, dass er − egal ob Mann oder Frau − das passende Gegenstück noch finden wird.

US-Präsident auf Versöhnungskurs

In den vergangenen Wochen hat sich US-Präsident Barack Obama immer wieder der Kritik von Homosexuellenverbänden und -organisationen stellen müssen. Von ihm geleistete Wahlversprechen wurden nicht umgesetzt oder gar „unter den Tisch gekehrt”.

Bestes Beispiel: Die Abschaffung der sogenannten „Don´t ask, don´t tell”-Regelung innerhalb der US-Armee. Diese besagt, dass es Armeeangehörigen bisher untersagt ist, über ihre sexuelle Orientierung  frei zu sprechen. Bisher wurden jedoch keinerlei Maßnahmen unternommen, gegen eben diese Regelung vorzugehen.

Weiterer Kritikpunkt schwul-lesbischer Organisationen: Die Haltung Obamas zum Schutz der Ehe. Obama hält weiterhin an dem gültigen Gesetz zum Schutz der Ehe fest, damit stellt er sich gegen gleichgeschlechtliche Eheschließungen in den USA.

Ein erster Schritt der Annäherung

Berichten des US-Fernsehriesen „CNN” zufolge, hatte Barack Obama bereits am gestrigen Montag zu einem „Homo”-Empfang geladen. Im Rahmen des aktuellen „Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender Pride Month” nutzte Obama die Gunst der Stunde und zeigte sich aufgeschlossen und wohlgesinnt gegenüber den geladenen Gästen. Ob alles nun eine reine PR-Aktion war oder der US-Präsident Taten folgen lässt, bleibt offen. Gegenüber seinen Gästen sicherte er bereits Maßnahmen zu, die die Gleichberechtigung der LGBT-Community vorantreiben sollen.

Eine weitere Meldung konnte gestern von der „Office of Management and Budget”-Behörde vernommen werden. Diese bestätigte, dass zukünftig das Einreise- und Aufenthaltsverbot für HIV-positive aufgehoben werden soll. Eine detaillierte Regelung über die neuen Einreisebestimmungen, die voraussichtlich Ende des Jahres in Kraft treten werden, steht allerdings noch nicht fest.

Bisher war es HIV-positiven USA-Besuchern nur möglich einzureisen, wenn sie eine Sondererlaubnis des Heimatschutzministeriums erteilt bekommen hatten. Das Gesetz von 1987 soll nun komplett überarbeitet werden.

„Brüno“ provoziert –Und das ist gewollt!

Schon jetzt hat Sacha Baron Cohen erreicht, was er eigentlich bezwecken wollte: Sein aktueller Film „Brüno“, der ab neunten Juli in unsere Kinos kommt, provoziert und das bewusst.

Cohen, bekannt aus „Ali G.” und „Borat“, spielt einen schwulen Modejournalisten aus Österreich, der seine ‚unwissenden‘ Opfer mit einer teilweise aggressiven Auslebung seiner sexuellen Orientierung zur Weißglut bringt.

In den USA hat es Cohen mit seinem Streifen bereits geschafft, selbst Homo-Verbände und Organisationen gegen sich aufzubringen. Durch seine unverblümte Darstellung diverser Situationen homophoben Charakters, sind einige nicht mehr von der Satire begeistert. Als teilweise problematisch und die queere Community beleidigend wird der Streifen gar mittlerweile empfunden. Die Gegenseite sieht dies ganz anders. Sie finden die Anspielungen und provakanten Szenen mehr als gelungen.

Cohen zeigt mit seinem neuen Leinwandspektakel, wie einfach es ist, Menschen zu beeinflussen. Wie schnell sich ein Meinungsbild ändern kann. Denn „Brüno” beweist eben auch, wie sich Personen verhalten, wenn sie bemerken, dass ihr Gegenüber anders ist – und nicht einer gesellschaftlichen Norm entspricht. Aber überzeugt euch selbst:

EuroPride 09 – nicht nur ein Fest unter Gleichgesinnten

Am kommenden Wochenende ist es soweit, die EuroPride 09 celebriert die größte Demonstration für Menschenrechte in Europa. Am Samstag, 6. Juni 2009 laden die Veranstalter aber nicht nur Homosexuelle nach Zürich, alle sind herzlich Willkommen!

Den Veranstaltern in Zürich ist es besonders wichtig, dass der Mega-Event nicht als reiner Gay-Anlass verstanden wird. Gemeinsam sollen Heteros und Homos beim großen Straßenfest miteinander feiern und für bessere Menschenrechte in einer „der buntesten europäischen Parade” demonstrieren. Damit die Freunde der queeren Community auch zahlreich kommen, haben die Veranstalter ein kleinen Köder ausgelegt: Insgesamt 250.000 Dosen Bier und ausreichend Prosecco sind schon kalt gestellt. „Unter sich sein möchte hier keiner − Ganz im Gegenteil. Vielmehr möchten wir vermitteln und noch bestehende Berührungsängste gegenüber Homosexuellen abbauen.”, so EuroPride-Sprecher Michael Rüegg.

Die EuroPride 09 präsentiert sich bereits seit 2. Mai in Zürich. Mit mehr als 200 Veranstaltungen im Bereich Kultur, Politik und Party ein mehr als umfangreiches Angebot für die noch nicht szene-etablierte Stadt des Alpenstaates. Im Vergleich zu schwulen Reisezielen wie London, Berlin und Barcelona liegt Zürich noch nicht im Trend der GAY-Community − aber lange lässt eben dieser sicher nicht auf sich warten. Der Mega-Event am kommenden Wochenende wird seinen Teil sichtlich dazu beitragen.
Informationen zur Parade und Anreise findet ihr hier. Weitere CSDs und Events findet ihr in der GAYS.DE Infothek unter Pride & Events.

Brüno – Schwuler Modejournalist landet bei MTV Movie Awards auf Eminem

Gekonnt inszeniert − Mitten im Gesicht von Eminem landete „Brüno” am Sonntagabend bei der Verleihung der MTV Movie Awards. Als Engel schwebte Brüno-Darsteller Sacha Cohen von der Decke der Veranstaltungshalle über das Publikum herein. Alles erinnert an eine perfekte Show − bis „Brüno” an einen Scheinwerfer hängen bleibt und ‚abstürzt‘.

Mit dem Kopf zwischen den Beinen von Skandalrepper Eminem, den nackten Hintern mitten in dessen Gesicht platziert. Zudem die Beine fest um den Hals des Musikers geschlungen. Auch die witzigen Kommentare von „Brüno” schienen den sonst so provozierenden Rapper nicht zu gefallen. Nachdem seine Bodygards ihn aus den Fängen des schwulen Modejournalisten befreien konnten, verließ Eminem sichtlich verärgert den Saal.

Eine gelungene PR-Aktion für „Brüno − der Film”, indem Cohen als schwuler Modejournalist und Model auftritt. Provokativ und überdreht extrovertiert tritt Brüno auf und lässt in jeder Situation den Sarkasmus als Stilelement glänzen. Selbstironie vom Feinsten mit einem kleinen Hang zur Übertreibung! (Ab 9. Juli könnt ihr euch selbst davon im Kino überzeigen.)

Das Publikum hatte die witzige Show-Einlage schnell verstanden, anders als der oft als homofeindlich dargestellte Eminem. Hier ein Videomittschnitt der Laudatio, in der eigentlich Teenistar Zec Efron geehrt werden sollte:

Update, 16.06.09: Auch wenn die meisten Videos von YouTube bereits entfernt sind – angeblich stellt die Verbreitung eine Verletzung der Nutzungsbedingungen dar – hier mal wieder ein funktionierendes.

Neues vom „KEIN-Homo-Heiler-Kongress“

Der Konflikt um den umstrittenen Kongress in Marburg spitzt sich weiter zu. Der von der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge veranstaltete 6. Internationale Kongress (GAYS.DE berichtete) hat nun auch die Behörden aufmerksam werden lassen. Nachdem in den vergangenen Tagen mehr als 40 Häuser im Stadtgebiet von Marburg mit Parolen wie „Stoppt den Kongress” und „Fight Homophobie” beschmiert wurden, rechnet die Marburger Polizei mit weiteren Ausschreitungen. Die Vorbereitungen auf einen Großeinsatz laufen bereits. Bisher unbekannte Täter hatten nach Polizeiinformationen nicht nur evangelikale Einrichtungen verunstaltet. Auch private Häuser sind in das Visier der Kongressgegner geraten.
Auch die Veranstalter zeigen sich erschrocken über die Reaktionen und Auswirkungen. Nach Aussage der Organisatoren, rechnet man gar mit der Bedrohung und Belästigung gegenüber Kongressteilnehmern.

Bereits seit einigen Wochen ist der Kongress in die Kritik der Öffentlichkeit geraten. Besonders schwul-lesbische Organisationen und Verbände haben sich gegen die Veranstaltung ausgesprochen. Bisher verlief der „Protest” jedoch friedlich und lediglich in schriftlicher Form. Dass der Kongress für soviel Aufsehen sorgt, hatte die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge nicht erwartet, so ein Sprecher der Akademie. Von Seiten eben dieser heißt es, dass das Thema Homosexualität überhaupt nicht debattiert wird. Und dennoch berufen sich die Gegner der Veranstaltung immer wieder auf drei der teilnehmenden Referenten. Diese sind unter anderem bekannt dafür, dass sie mit ihrer homophoben Haltung überzeugen und Homosexuelle therapieren wollen. Der Streit um den 6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge breitet sich mittlerweile sogar auf die kommunalpolitische Ebene aus.

Auch wenn Kritik an der Veranstaltung, an den Referenten oder was auch immer geübt wird. Eines sollten sich alle „Andersdenkenden” bewusst sein: Protest kann auch ohne Gewaltanwendung, Zerstörung und Beleidigung zum Ausdruck gebracht werden.
Wir dürfen also gespannt darauf sein, wie sich die Fronten weiter verhärten − oder vielleicht doch noch entspannen…

Übrigens: Den oben abgebildeten Button gibt es auch für Lesben, Bisexuelle und hetero Freunde. Zu bestellen bei den Grünen Andersrum aus Wien.

TiMM: 25 Mitarbeiter entlassen

Medienberichten zufolge hat der Sender TIMM 25 seiner Mitarbeiter entlassen. Betroffen sind vor allem freie Mitarbeiter, die für das von Montag bis Freitag ausgestrahlte Magazin „TIMM Today” beschäftigt waren. Weiter wird berichtet, dass das bisher 20-minütige Magazin nicht mehr in der gewohnten Form ausgestrahlt werden soll. Unter gleichem Namen werden zukünftig sogenannte “Homo”-Newsflashes ausgestrahlt. Geplant sei dies unter anderem bis zu fünf Mal im Abendprogramm.

Auch weitere Eigenproduktionen sollen eingespart und vorerst nicht weiter produziert werden. Einzig beim hauseigenen Reisemagazin „Upgrade” sowie der Berliner Talkrunde „Timmousine” sind weitere Ausgaben geplant.
Von Seiten des ersten schwulen Fernsehsenders Deutschlands gab es bisher noch keine Stellungnahme zu den Berichten.

USERFRAGE: WIE FINDET IHR DEN ERSTEN SCHWULEN FERNSEHSENDER?

Das Web 2.0 macht Gays mobil!

Immer mehr Menschen bewegen sich im Internet. Plattformen wir facebook, twitter und Co. werden mehr und mehr genutzt und gehören mittlerweile bei vielen zum alltäglichen Leben. Egal ob beruflich oder privat − nützliche Informationen über Geschäftspartner, Freunde und Bekannte können quasi ich Echtzeit verfolgt und eingeholt werden. Zudem kann das eigene „Freundschafts-Netz” weitergesponnen werden.

„Geknutscht wird bis der Wirt kommt!”

Aktuell wird auf facebook zum knutschen aufgerufen. Nach einem Vorfall am vergangen Wochenende, starten Berliner Homo-Aktivisten am 9. Mai die Aktion: „Dolce Fredo – Jetzt wird geknutscht”. Hintergrund ist die homophobe Haltung eines Wirtes im Berliner Nollendorfkiez. Der Inhaber der Eisdiele hatte ein lesbisches Paar verbal attackiert und des Platzes verwiesen. Verteidigt hat der Geschäftsmann sein Verhalten mit dem Schutz von Kindern und Migranten.
Die Initiatoren laden daher alle Interessierten am Samstag, 9. Mai 2009 ab 14:00 Uhr ein an der Aktion teilzuhaben.

In eigener Sache:

Auch GAYS.DE ist in den Weiten des Web 2.0 zu finden. Was in der queeren Welt passiert, könnt ihr beim Microbloging-Dienst twitter live verfolgen. Auch facebook, YouTube und flickr bieten ausreichend Informationen zu und über GAYS.DE. Wer zudem noch „geschützten” Kontakt mit seinem Traumtypen aus der GAYS.DE Community im Büro oder unterwegs haben möchte, ist in den Gruppen „Orange statt Blau – Gay Dating auf GAYS.DE” (meinVZ) und „GAYS.DE – Die Community” (W-K-W) gut aufgehoben. Viel Spaß beim finden und gefunden werden!

(Bilddatei: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de)

Protect every kiss 2009 – Berlin küsst mit!

Berlin küsst für mehr Toleranz! Wann? Am 17. Mai 2009 lädt MANEO zum mittlerweile 3. Kuss-Marathon am Homomahnmal in den Berliner Tiergarten ein. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie kann ab 12:00 Uhr an der Aktion teilgenommen werden.

Eingeladen sind sowohl homo- als auch heterosexuelle Paare, die ein Zeichen gegen Diskriminierung und homophobe Gewalttaten setzen wollen. Ganz bewusst haben die Veranstalter auch in diesem Jahr einen Ort ausgewählt, an dem es für schwule und lesbische Paare nicht selten zu gewaltsamen Anfeindungen gekommen ist. „Nach den wiederholten Anschlägen auf das Homomahnmal im Berliner Tiergarten, wollen wir an diesem Ort ein sichtbares Zeichen gegen anhaltende Ausgrenzung und Hassgewalt gegen Homosexuelle setzen.”, so MANEO-Projektleiter Bastian Finke.

Eine weitere Aktion am 17. Mai ist die IDAHO Challenge. (GAYS.DE berichtete) Auch hier sind alle Interessierten dazu aufgerufen, ein Zeichen zu setzen und der anhaltenden Homophobie entgegen zu treten. (Bilddatei: Aktuelles Kampagnen-Plakat von MANEO Berlin)

Ab sofort darf in Schweden geheiratet werden!

Einen Grund zum Feiern haben unsere Freunde aus Schweden. Ab heute ist es offiziell: Schwule und lesbische Paare dürfen vor den Standesbeamten treten und sich trauen lassen. Was in Spanien und einigen Bundesstaaten der USA bereits funktioniert, ist nun auch im Norden Europas möglich.

Die Neuregelung der Homo-Ehe tritt heute am 1. Mai in Kraft, nachdem das schwedische Parlament einem Gesetzesentwurf zugestimmt hat. Mit einer eindeutigen Mehrheit von 261 zu 22 Stimmen wurde die Aufhebung der bisher unterschiedlichen Regelung gegenüber hetero- und homosexuellen Paaren verfügt. Gegen die Änderung war lediglich die im Parlament sitzende Christdemokratische Partei Schwedens.

Gleichgeschlechtliche Paare können bereits seit 1987 ihre Partnerschaft amtlich registrieren lassen. Das Recht auf eine Standesamtliche Eheschließung war ihnen jedoch bisher verwehrt. Nun können sie selbst entscheiden, ob sie sich nachträglich trauen lassen wollen. Eine Umwandlung der registrierten Partnerschaft in eine Ehe wäre die Folge. Übrigens: Seit 2003 sind homosexuelle Paare in Schweden auch beim Adoptionsrecht heterosexuellen gleichgestellt.