Apple in der Kritik – homophobe App muss weichen

Vor zwei Tagen haben wir Euch über die neuesten Geschehnisse im App Store von Apple informiert. Seitdem ist einiges geschehen: Mehr als 145.000 Unterzeichner haben sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass Apple die homophobe App aus dem Angebot nimmt. Die Kalifornier haben reagiert: Die App wurde kommentarlos aus dem App Store entfernt.

Eingestellt wurde die Application von einer selbsternannten Homo-Heilergruppe aus den USA. ‚Exodus International‘ waren bereits seit Mitte Februar mit ihrem Angebot im App Store vertreten. Die christliche Gruppe wollte ihren Anhängern einen Mehrwert bieten. Alle auf der Website zur Verfügung stehenden Dienste und Angebote konnten sodann auch auf dem IPhone genutzt werden. Bei genauem Betrachten der App ist jedoch schnell aufgefallen, dass die Gruppe auch damit wirbt, Homosexuelle von „ihrem Leiden zu befreien“. Ein Angebot, das in der Welt auf Gegenstimmen stoß.

Engagement und Hartnäckigkeit der queeren Community haben letztlich gesiegt. Die App wurde von Apple kommentarlos aus dem Angebot entfernt.
Wir finden „richtig so“, denn Angebote von schwulen und lesbischen Anbietern müssen den Auflagen des App Stores auch Folge leisten und werden oftmals gar nicht erst zugelassen. (Foto: Apple.com)

Ärger im App Store : Apple und die „böse“ schwule Welt

Ob ein Nutzer von Geräten mit dem Apfel homo- oder heterosexuell ist, ändert nichts an der Funktionsfähigkeit des Gerätes. Ist ein Nutzer des App Stores jedoch homosexuell, so ändert dies einiges. Als Kunde hat er nicht das Recht wie jeder andere um ihn herum. Wenn wir es ganz genau betrachten, dann hat er noch nicht einmal das gleiche Angebot, wie die heterosexuellen Kunden um ihn herum. Denn genau seine Interessen sind im App Store nicht vertreten. Apps für den homosexuellen Mann von heute, sind von Apple nämlich größtenteils nicht zugelassen…

Zu einem Eklat ganz anderem Ausmaßes wird es in den kommenden Tagen kommen, wenn Apple nicht schnell reagiert. Denn immerhin schon weit mehr als 50.000 Unterstützer hat eine Petition in den ersten vier Stunden für sich gewinnen können, die gegen eine homophobe  App vorgeht.

Seit mittlerweile vier Tagen steht die kostenlose App von „Exo0dus International“ (EI) bereits online und wirft erneut Fragen über die Prüfprozesse im Hause Apple auf. Apps mit eindeutig homosexuellen Inhalten wurden von den Betreibern bisher gänzlich verboten oder nach wenigen Tagen wieder aus dem Sortiment genommen. Anders bei der von „EI“ angebotenen. Mit den Worten: „[…] mit dem Leib Jesu Christi mit Gnade und Wahrheit [wissen wir] das Problem der Homosexualität anzugehen.“ preist die christliche Vereinigung ihr Produkt an und beweist abermals ihre homophobe Haltung.

Apple dürfte in den kommenden Tagen mit starkem Protest aus der weltweiten  Community rechnen. Bisher haben bereits mehr als 95.000 Verfechter der Homo-Rechte unterzeichnet und stündlich werden es mehr. Bereits im letzten Jahr ist der IT-Konzern negativ in Sachen Schwulenfeindlichkeit aufgefallen. Apps mit queerem Backround wurden nicht für den Store zugelassen oder nach nur wenigen Tagen wieder gebannt und auch in Sachen Usernamen, konnten die Kalifornier nicht punkten. Namen mit ‚gay‘ oder nur leichten Andeutungen, wurden nicht zugelassen.

PETITION UNTERZEICHNEN…

Jugendmesse YOU soll keine Bühne für Homophobie erhalten

Vom 1. bis 3. Oktober 2010 lädt Europas größte Jugendmesse YOU in den ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof ein. In den vergangenen Jahren haben christlich-fundamentalistische Gruppen die YOU dafür genutzt, gegen Homosexuelle zu agitieren. Es wurden z.B. Broschüren verteilt, in denen steht, dass Homosexualität heilbar sei. Darüber hinaus wurde von fundamentalistischen Abtreibungsgegnern gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen polemisiert.

Dies soll in diesen Jahr anders werden: Anlässlich der YOU haben sich die Jugend im Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD fresh) und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg mit der Beratungsstelle pro familia Berlin, der Berliner AIDS-Hilfe sowie dem jugendnetz-berlin zum „Bündnis AUFGEKLÄRT“ zusammengeschlossen.

Unterstützt von der Senatskanzlei, der Senatsverwaltung für Bildung, der Berliner Landesantidiskriminierungsstelle sowie der Messe Berlin setzt sich das „Bündnis AUFGEKLÄRT“ bei der diesjährigen YOU für eine sachgerechte Aufklärung rund um die Themen Sexualität und Homophobie ein. Das „Bündnis AUFGEKLÄRT“ informiert an vier Infopoints über Sexualität, sexuelle Identität, sexuelle Selbstbestimmun und sexuelle Gesundheit. Darüber hinaus finden Workshops in der Lehrer- und Schülerlounge statt. Die Leiterin der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (Landesantidiskriminierungsstelle), Eren Ünsal, spracht bei der Pressekonferenz am gestrigen Mittwoch über die Bedeutung der Aktivitäten des Bündnisses.

„Für junge Lesben, Schwule und Transgender, aber auch für alle Heterosexuellen geht es in der Jugendzeit unter anderem um das Finden und Festigen der sexuellen Identität. Wir werden in der Landesantidiskriminierungsstelle leider immer wieder um Hilfe gebeten, weil es auf der Straße, im Arbeitsleben oder auch im Jugendclub zu homophoben Beleidigungen, Ausgrenzung und Gewalt gekommen ist. Berlin hat sich auf seine Fahnen geschrieben, den Dialog zum Thema „sexuelle Vielfalt“ zu fördern.“, so Eren Ünsal, Leiterin der Berliner Landesantidiskriminierungsstelle. (Quelle: PRIDE1.de/ml)

„The Pansy Project“ – Stiefmütterchen erinnern an homophobe Gewalt

Beleidigungen, Pöbeleien und Gewalt gehören zum Alltag vieler Lesben und Schwuler weltweit. Täglich kommt es zu neuen Zwischenfällen – täglich werden Homosexuelle auf offener Straße Opfer verbaler oder körperlicher Gewalt. Paul Harfleet war selbst einmal das Opfer – an einem Tag wurde er in gleich mehrere Übergriffe verwickelt. Grund genug für ihn, mit seinem Künstlerdasein ein Zeichen zu setzen: „The Pansy Project”.

Erinnerung auf Zeit

Harfleet setzt seit mittlerweile 5 Jahren Zeichen – nicht nur in den Metropolen der Welt sind seine Stiefmütterchen zu Hause. Überall auf der Welt stehen einsame kleine Pflänzchen und erinnern an Übergriffe auf Lesben und Schwule. Einzeln gepflanzt, einzeln fotografiert – so präsentiert Harfleet seine „Mahn-Blümchen” auf seiner Website und in seiner facebook-Gruppe. Das als Kunstprojekt geplante Vorhaben, breitet sich mittlerweile über den gesamten Globus aus. Immer mehr „Mit-Künstler” beteiligen sich an der Aktion, immer mehr Bilder werden online gestellt – immer mehr Schauplätze homophober Gewalt werden sichtbar: Alles vergänglich – wie vielleicht auch bald homophobe Gewalt vergeht.

Erstaunt ist Harrfleet über die Reaktionen von Pasanten. Vor allem Heterosexuelle sind immer wieder erstaunt, wieso Homosexuelle von anderen nicht toleriert werden. Genau der andere Teil ist aber ebenso für die homophoben Übergriffe verantwortlich.

Wer sich an der Aktion von Harfleet beteiligen möchte, ist aufgefordert, ein Stiefmütterchen an einem Ort des Geschehens zu pflanzen, es zu fotografieren und Paul Harfleet zukommen zu lassen.

Tote nach Überfall auf Homosexuellen-Treff in Tel Aviv

In der israelischen Metropole Tel Aviv hat ein maskierter Mann am Samstagabend zwei Menschen getötet – Dreizehn weiter worden verletzt. Unter den Todesopfern ist ein 26-Jähriger Mann sowie ein 16-Jähriges Mädchen, wie die zuständigen Behörden mitteilten.

Augenzeugenberichten nach, hat ein schwarz gekleideter Mann ohne zu zögern in die Menge der im Lesben- und Schwulenclub Anwesenden geschossen. Die Polizei hatte noch in der Nacht zum Sonntag eine groß angelegte Fahndung eingeleitet. Erste Ermittlungen haben ergeben, dass es sich anscheinend nicht um eine durch radikale Palästinenser initiierte Tat handelt. Tel Avivs Bürgermeister, Ron Huldai, bestätigte in einem Interview die bisherigen Ermittlungen und gab bekannt, dass das Tatmotiv weiterhin unklar sei.

Auch der Israelische Ministerpräsident, Benjamin Netanjahu ist zutiefst entsetzt über die Tat. „Israel ist ein sehr tolerantes und demokratisches Land. Hier gelten Regeln und Gesetzte und wir müssen jeden Menschen respektieren.”, so Netanjah gegenüber den Medien. Besonders Tel Aviv gilt als tolerante und westlich orientierte Stadt – Schwule und Lesben haben es dennoch nicht imer leicht im Alltag. In der Szene herrschte am Samstagabend Betroffenheit – Noch imer ist unklar, ob die Tat einen homophoben Hintergrund inne hat. In dem Homosexuellen-Treffpunkt fand zu Tatzeit ein der wöchentliche Treff schwuler und lesbischer Jugendlicher statt.

Homosexuelle erneut bei OutGames attackiert

Bereits zur Eröffnung der zweiten World OutGames ist es in Kopenhagen zu einem homophoben Überfall auf drei junge Teilnehmer gekommen. (GAYS.DE berichtete)
Nun berichtet „Samstag ist ein guter Tag” von erneuten Zwischenfällen. Seinen Informationen zufolge, haben bisher unbekannte Täter den Laufwettbewerb am Montag massiv gestört. Mit mehreren Feuerwerkskörpern sollen die Sportler während des Wettkampfes beworfen worden sein. Ein Läufer wurde leicht an der Hand verletzt – der Wettkampf abgebrochen. Augenzeugenberichten nach sollen die Täter weitere Feuerwerkskörper in die Besuchermenge geworfen haben.

Mittlerweile solle ein Verdächtiger polizeilich erfasst worden sein, nach einem weiteren wird gefahndet. Die Beamten gehen auch in diesem Fall von homophoben Hass als Tatmotiv aus. Gemeinsam mit dem Veranstalter wurden verstärkte Sicherheitsmaßnahmen zugesagt.

Homosexuelle Gewalt in Berlin

Wie die Berline Polizei heute mitteilte, ist es gestern erneut zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung homophoben Hintergrunds gekommen. Demnach wurde ein 37-Jähriger Mann in Berlin Schöneberg leicht verletzt. Laut Angaben des Geschädigten, haben die bisher unbekannten Täter von dessen Homosexualität gewusst und ihn öffentlich beleidigt. Nach einem verbalen Schlagabtausch, ist es anschließend zur körperlichen Gewaltanwendung gekommen.
Die Täter schlugen dem jungen Mann mit mehreren Fausthieben ins Gesicht. Die Verletzungen mussten ambulant in einem Berliner Krankenhaus behandelt werden.
Die weiteren Ermittlungen hat der Polizeiliche Staatsschutz übernommen.

Der Protest-Kongress

Bereits am vergangenen Donnerstag haben mehr als 1.000 Demonstranten für die Rechte von Schwulen und Lesben in Marburg protestiert. Grund dafür war der 6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg. Die Organisatoren der Protestaktion wollten so gegen die Veranstalter wettern, die umstrittene Referenten zum Kongress geladen hatten. Diese sind unter anderem für ihre homophobe Haltung bekannt und zudem der Auffassung, dass Homosexualität noch immer als Krankheit verstanden werden kann – eine Therapierbarkeit demzufolge nicht auszuschließen sei. (GAYS.DE berichtete)

In der Nacht zum Samstag versammelten sich ca. 50 − überwiegend Jugendliche − Kongress-Gegner in der Marburger Innenstadt. Ein Eingreifen der örtlichen Polizei war nötig, um die politischen Parolen zu unterbinden und die teilweise aggressiven Demonstranten zu beruhigen. Zahlreiche Verwarnungen sowie Verhaftungen blieben nicht aus. Die Marburger Polizei war bereits auf kleinere Ausschreitungen vorbereitet und konnte so die Lage schnell unter Kontrolle bringen.
Nach Polizeiangaben war die Versammlung spontanen Ursprungs und nicht genehmigt. Weitere Einsätze aufgrund gewalttätiger Kongress-Gegner konnte die Polizei nicht verzeichnen.

Das Web 2.0 macht Gays mobil!

Immer mehr Menschen bewegen sich im Internet. Plattformen wir facebook, twitter und Co. werden mehr und mehr genutzt und gehören mittlerweile bei vielen zum alltäglichen Leben. Egal ob beruflich oder privat − nützliche Informationen über Geschäftspartner, Freunde und Bekannte können quasi ich Echtzeit verfolgt und eingeholt werden. Zudem kann das eigene „Freundschafts-Netz” weitergesponnen werden.

„Geknutscht wird bis der Wirt kommt!”

Aktuell wird auf facebook zum knutschen aufgerufen. Nach einem Vorfall am vergangen Wochenende, starten Berliner Homo-Aktivisten am 9. Mai die Aktion: „Dolce Fredo – Jetzt wird geknutscht”. Hintergrund ist die homophobe Haltung eines Wirtes im Berliner Nollendorfkiez. Der Inhaber der Eisdiele hatte ein lesbisches Paar verbal attackiert und des Platzes verwiesen. Verteidigt hat der Geschäftsmann sein Verhalten mit dem Schutz von Kindern und Migranten.
Die Initiatoren laden daher alle Interessierten am Samstag, 9. Mai 2009 ab 14:00 Uhr ein an der Aktion teilzuhaben.

In eigener Sache:

Auch GAYS.DE ist in den Weiten des Web 2.0 zu finden. Was in der queeren Welt passiert, könnt ihr beim Microbloging-Dienst twitter live verfolgen. Auch facebook, YouTube und flickr bieten ausreichend Informationen zu und über GAYS.DE. Wer zudem noch „geschützten” Kontakt mit seinem Traumtypen aus der GAYS.DE Community im Büro oder unterwegs haben möchte, ist in den Gruppen „Orange statt Blau – Gay Dating auf GAYS.DE” (meinVZ) und „GAYS.DE – Die Community” (W-K-W) gut aufgehoben. Viel Spaß beim finden und gefunden werden!

(Bilddatei: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de)

Volksentscheid in Berlin gescheitert!

In den letzen Wochen haben die Medien das Thema bereits ordentlich diskutiert. Zahlreiche Vertreter aus Politik und der LSBT-Community haben sich zu Wort gemeldet und ihren Standpunkt zur Pro-Reli-Aktion deutlich gemacht. Am vergangenen Wochenende war es dann soweit − Berlin wurde an die Wahlurnen gebeten.

Ethik bleibt Pflicht-, Religion freiwilliges Zusatzfach

Das Ergebnis: Der Volksentscheid floppte. Mit einer − wenn auch knappen − Mehrheit, stimmten die Berliner gegen das Wahlpflichtfach Religion. Insgesamt setzten 51,3 Prozent der Stimmenberechtigten ihr Kreuz bei „Nein”. 48,5 Prozent der abgegebenen Stimmen, sprachen sich dennoch für die Einführung des Religionsunterrichts aus. Zukünftig bleibt also alles beim Alten − der Ethikunterricht ist weiterhin ein Pflichtfach, Religionsunterricht ein freiwilliges Angebot an den Berliner Schulen. Enttäuschend ist jedoch die schlechte Beteiligung am Volksentscheid, lediglich 29,2 Prozent der Berliner Wähler nahmen den Gang zur Wahlurne auf sich.

Bereits im Vorfeld hatten sich Vertreten von schwul-lesbischen Organisationen gegen die „Pro-Reli-Kampagne” ausgesprochen. Nach einigen verbalen Bekundungen und Erkenntnissen entstand das Motto: „pro Ethik contra Homophobie”, initiiert vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) e.V. Gemeinsam mit dem Bündnis „Pro Ethik” appellierte man für den Erhalt des Ethikunterrichts. Dieser gilt seither als einziges schulisches Element, das Jugendlichen die Möglichkeit bietet sich mit Werten und Normen der Gesellschaft auseinander zu setzen. „Allein die thematische Aufarbeitung des Themas Sexualität ist im Schulalltag ein wichtiger Bestandteil. Bisher hatten die Pädagogen die Möglichkeit, Vorurteilen entgegen zu treten. In gemeinsamen Diskussionen und Projekten wurde zum Beispiel Homosexualität immer wieder thematisiert.”, so ein Sprecher des Bündnis „Pro Ethik”. Mit dem erzielten Ergebnis können zahlreiche Berliner Institutionen der LSBT-Community aufatmen. In Zeiten von immer noch zunehmender homophober Gewalt ein erster Ansatz.