Vermont: Vierter US-Staat für die Homo-Ehe!

Dass der Kampf leicht werden würde, hat niemand erwartet. Doch es ist geschafft! Mit einer Zweidrittelmehrheit, stimmte gestern das Parlament von Vermont gegen den Widerstand von Gouverneur Jim Douglas. Vermont ist somit der erste Staat der USA, indem das Recht der Homo-Ehe durch eine Kongressabstimmung gefestigt und verankert wurde. In den Bundesstaaten Connecticut, Iowa und Massachusetts, mussten die zuständigen Gerichte die endgültige Entscheidung treffen.

Bereits im Vorfeld hatte der Gouverneur angekündigt, sein Veto gegen den neuen Gesetzesentwurf einzulegen. Seine Beweggründe sind nach eigener Aussage allerdings alles andere als homophob. Jim Douglas befürchtet vielmehr, dass der neue Gesetzentwurf die bestehende Ungleichbehandlung von hetero- und homosexuellen Paaren nicht beseitigt. „Vorteile auf Bundesebene werden gleichgeschlechtlichen Paaren in Vermont nach wie vor verweigert.”, so Douglas in einem Zeitungsinterview.

Für die Schwulen und Lesben des Bundesstaates ist der Beschluss der Homo-Ehe ein großer Schritt, obwohl auch weiterhin ein Unterschied zwischen dem konventionellen Ehemodell und der gleichgeschlechtlichen Ehe bestehen wird. Durch das neue Ehegesetz haben homosexuelle Paare zukünftig die gleichen Ansprüche bei der Sozialversicherung, wie heterosexuelle. Auch im Fall medizinischer Entscheidungen, haben die eingetragen Partner zukünftig Mitspracherecht.

Wagner und seine Heilung!

Noch vor ein paar Tagen sah alles so aus, als wenn der neue Linzer Weihbischof zukünftig in Person von Gerhard Maria Wagner verkörpert wird. Doch seit gestern sieht alles anders aus. Wie der Katholische Pressedienst aus Österreich bekannt gegen hat, wird Wagner nicht zum Weihbischof ernannt werden.
Wagner selbst hat den Vatikan angehalten, seine Nominierung zurück zuziehen. In Rücksprache mit dem Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz wurde eine schriftliche Stellungnahme verfasst und an die Medien weitergeleitet. „Angesichts der heftigen Kritik bin ich im Gebet und nach Rücksprache mit dem Diözesanbischof zu dem Entschluss gekommen, den Heiligen Vater um Rücknahme meiner Ernennung zum Weihbischof von Linz zu bitten.”, so Wagner. Der Vatikan hat dem Gesuch Wagners entsprochen und seine Ernennung zurückgezogen.

Wagner ist in den letzten Wochen, besonders durch seine homophobe Haltung, immer wieder in die Kritik der Medien geraten. Der Geistliche hatte sich in einem Interview darüber geäußert, dass Homosexualität nicht zu tolerieren sei und man nach Wegen der Heilung suchen solle. (GAYS.DE berichtete) Wagner steht innerhalb der katholischen Kirche nicht allein mit dieser Meinung da, Medienberichte zu homophoben Äußerungen von kirchlichen Würdenträgern, lassen sich beinahe täglich finden.

Europaweite Gleichstellung von Homosexuellen

„Was lange währt, wird (endlich) gut”, heißt es in einer Redewendung − vier Jahre hat das Europäische Parlament (EP) benötigt, um festzustellen, dass die Grundrechte innerhalb der Europäischen Union auf vielen Ebenen verbesserungswürdig sind. Handlungsbedarf  besteht unter anderem in der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Giusto Catania, Mitglied des EP (Italien), ist verantwortlich für den Bericht über „Die Lage der Grundrechte in der Europäischen Union 2004 – 2008″. Eben dieser wurde in den vergangenen Tagen in einer Plenarsitzung vorgestellt.

Wichtiger Aspekt des Antrages ist die gegenseitige Anerkennung der bestehenden Rechtsvorschriften einzelner Mitgliedsstaaten in Bezug auf gleichgeschlechtliche Paare. Catania legt zudem einen Schwerpunkt auf die Verurteilung diskriminierender Äußerungen. Homophobe Bemerkungen − insbesondere die von religiösen Würdenträgern sowie von Persönlichkeiten des sozialen Lebens und der Politik − sollen zukünftig nicht weiter geduldet werden. Um die Akzeptanz und Toleranz gegenüber Homosexuellen weiter zu unterstützen, fordert das EP die verantwortlichen Gremien der Mitgliedsstaaten dazu auf, Vergehen weitreichend zu ahnden. Zudem sprach sich das Parlament für die französische Initiative zur weltweiten Entkriminalisierung der Homosexualität aus. Derzeit gelten homosexuelle Handlungen in 91 Ländern nach wie vor als Straftat, in einigen Fällen werden diese sogar als Kapitalverbrechen eingestuft.

In dem von Catania vorgetragenen Bericht, wurden unter anderem die Immigration und Integration sowie die Diskriminierung von Minderheiten aufgenommen. Der Antrag wurde von 401 Abgeordneten angenommen.

Obama schlägt Brücke zwischen den Ufern

Barack Obama

Barack Obama

Es sind noch sechs Tage bis zur Vereidigung des  neuen US-Präsidenten Barack Obama − im Mittelpunkt der US-Politik und der internationalen Medien steht er bereits jetzt.
Nach der heftigen Kritik über den homophoben Rick Warren, Sprecher des Gebets zur Amtseinführung, schlägt Barack Obama eine Brücke über den „Fluss der Empörung”. Er verbindet beide „Ufer” und verpflichtet  den schwulen Prediger Gene Robinson für die öffentliche Vereidigungsfeier.

Der offen schwul lebende Bischof ist überrascht über die Anfrage des neuen Präsidenten, sieht sich der Aufgabe aber gewachsen. Sein Gebet möchte er an die ganze Nation richten, jedoch nicht zu christlich und mit Bedacht. Er selbst lebt seit 2008 in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und setzt sich aktiv für die Rechte von Schwulen und Lesben ein.

Obama selbst möchte eine Feier, die „alle gesellschaftlichen Gruppen einbezieht”, wie er durch sein Veranstaltungskomitee verlauten ließ. Wir können also gespannt darauf sein, welche Aktionen sich konservative US-Patrioten einfallen lassen und wie der neue Hoffnungsträger der USA diesbezüglich reagieren wird.