Homosexualität im Fußball – Das Schweigen der Männer

In Politik und Showbusiness ist die sexuelle Orientierung schon längst nicht mehr ausschlaggebend für die Erfüllung der übertragenen Aufgaben oder des Moments. Anders ist dies im Profifußball. Schwulsein, Homosexualität – die scheinbar schwulenfreie Szene verpönt Homosexuelle. Unbeeindruckt von Fangesängen, in denen „schwul“ als  Synonym für die gegnerische Mannschaft steht oder den Trainern, die von ihren Spielern fortwährend „Eier in der Hose“ fordern. Homophobie im Profifußball ist allgegenwärtig, ein Outing potentieller homosexueller Spieler undenkbar.

Die Autoren Dirk Leibfried und Andreas Erb wagten sich an das wohl brisanteste Thema im deutschen Sport heran und legen die schwulenfreie Fußballwelt in „Das Schweigen der Männer“ offen. Bei ihren Recherchen sprachen sie mit schwulen Amateurkickern, Psychologen und Funktionären.
„Ihr Buch wirft einen kritischen Blick auf die Homophobie, die in weiten Teilen der Fußballszene nach wie vor herrscht, und beschäftigt sich mit den großen Problemen, denen sich schwule Profifußballer ausgesetzt sehen.“, titelt die Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.
Theo Zwanziger, Präsident des DFB weiß von homosexuellen Spielern und deren „hetero-Vermarktung“. Er selbst engagiert sich für einen offeneren Umgang mit dem Thema Homosexualität, bestätigt aber immer wieder, dass dies ein schwerer Schritt ist, der noch andauern wird.

 

Tolerant durch SchLAu

SchLau in der Schule; ©SchLAu NRW

„Schwule verhalten sich wie Mädchen“ und „Lesben hassen Männer“ – Vorurteile, die in den Köpfen der Menschen fest sitzen. Aber nicht nur das: Auch zahlreiche Klischees existieren und führen dazu, dass Berührungsängste, Intoleranz und sogar Abneigung gegenüber Homosexuellen noch immer vorrangig sind. Für die Meisten tragen Schwule gerne Frauenkleider und haben grundsätzlich Analverkehr. Lesben dagegen treten maskulin auf, binden ihre Brust ab und wollen eigentlich ein Mann sein. Dass dies eben nicht so ist, dafür kämpfen die Jungen und Mädchen von SchLAu.

Schwul Lesbische Aufklärung – kurz SchLAu – darunter versteht sich ein Netzwerk von lokalen Projekten, die bundesweit schwul-lesbische Aufklärungsarbeit – nicht nur für Jugendliche – leisten. Allein in Nordrhein-Westfalen sind derzeit 15 Gruppen unterwegs, die bei Veranstaltungen in Schulen und im Freizeitbereich effektiv zur Gewaltprävention und Antidiskriminierung beitragen. Durch die überwiegend selbst homosexuellen SchLAu-en, haben die Teilnehmer der einzelnen Veranstaltungen die Möglichkeit mit Schwulen, Lesben, Bisexuellen in Kontakt zu treten du sich selbst ein authentisches Bild zu machen. In den persönlichen Begegnungen werden dann durch verschiedene Methoden Diskriminierung thematisiert und Vorurteile hinterfragt.

Gerade an Schulen ist die Aufklärungsarbeit wichtig, so der Arbeitsansatz von SchLAu. Immer wieder treten Beleidigungen wie „schwule Sau“ auf Schulhöfen auf, für die Coming-Out-Phase junger Homosexueller ist das eine mehr als schmerzliche Erfahrung und sie haben meist Angst vor Ausgrenzung und Gewalt. Letzteres ist unter Jugendlich leider immer noch keine Seltenheit. Immer wieder kommt es zu Anfeindungen und gewalttätigen Übergriffen – im Schulalltag. Die bundesweiten Aufklärungsgruppen arbeiten ehrenamtlich um eben diesen Respekt gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen zu fördern und Homophobie im Schulalltag abzubauen.

Mehr Informationen zur Schwul Lesbischen Aufklärung  gibt’s auf der Seite von SchLAu NRW. Hier finden sich alle Regionalgruppen und weiterführende Links. Eine bundesweite Vernetzung wird derzeit aufgebaut.

Liebe ist Vielfalt

Bild der Woche KW25 - Tatjana Taft im Cocktaildress 2009 - Jetzt kommt was neues^^

Bild der Woche KW25 - Tatjana Taft im Cocktaildress 2009 - Jetzt kommt was neues^^

Die CSD ist schon lange gestartet und für GAYS.DE geht es morgen auch richtig los. Auf dem 33. Christopher Street Day in Berlin werden wir nicht nur an der Parade durch die Bundeshauptstadt teilnehmen – auch die Kostümpremiere für unsere Glamour-Queen Tatjana Taft steht an.

Mit 53 Wagen startet der CSD Berlin um 12:30 Uhr am Kranzler Eck. Die CSD PARADE wird vom Sportblock mit Wagen von den Füchsen, 1. FC Union, DFB/Seitenwechsel, Vorspiel angeführt. Außerdem sind neben diversen queeren Projekten auch wieder die Bahn Azubis gegen Hass und Gewalt, die BVG und die politischen Parteien mit eigenen Wagen vertreten. Außerdem wird es mannigfaltige Fußgruppen geben, die das Motto ebenso kreativ wie vielfältig umsetzen.

Eröffnet wird die CSD PARADE vom Vorstand des Berliner CSD e.V. in Anwesenheit von VertreterInnen der politischen Parteien: Klaus Wowereit (SPD), Klaus Lederer (Die Linke), Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen), Christoph Meyer (FDP) und Frank Henkel (CDU). Außerdem werden prominente VertreterInnen des Sports wie Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union, an der Eröffnung des CSD Berlin teilnehmen.

Wer von Euch live in Berlin dabei sein möchte, der ist herzlich eingeladen mit uns ab 12:00 Uhr der Parade zum Christopher Street Day 2011 beizuwohnen. Wir treffen uns direkt am Start am Kurfürstendamm und nach der Parade rechts von der Hauptbühne am Brandenburger Tor. Verfehlen könnt Ihr uns eigentlich nicht, da Tatjana Taft wieder mit einen einmaligen Gewandt aus der Masse herausragen wird^^.

Einen Tag vor Beginn der Frauenfußball-WM steht der CSD Berlin 2011 ganz im Zeichen des Sports. Unter dem Motto „Fairplay für Vielfalt“ wird Homophobie die rote Karte gezeigt und Akzeptanz und Förderung der sexuellen Vielfalt im Sport werden gefordert. Denn ein Coming Out ist im Sport meist noch die Ausnahme. Zu groß ist die Angst vor Schmähungen und Anfeindungen, aber auch vor einem sinkenden Marktwert eines offen schwulen Fußballers oder einer offen lesbischen Leichtathletin. Der Weltfußballverband FIFA schweigt zum Thema Homosexualität lieber.

Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung. Der Deutsche Fußballbund (DFB) startete bereits vor drei Jahren  eine Kampagne gegen Homophobie und DFB-Präsident Theo Zwanziger wird am kommenden Sonnabend auf der Bühne des CSD FINALE stehen. Dort wird er für Toleranz werben und die Laudatio auf die diesjährige Trägerin eines der Zivilcouragepreise halten: die ehemalige Profifußballspielerin Tanja Walther-Ahrens. Auch Hannelore Ratzeburg, Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball und Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union, werden am CSD teilnehmen. Gemeinsam mit Profi-SportlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen werden sie mit der Aktion „Unsere 11 für Vielfalt“ für Toleranz im Sport werben.

CSD Forderungen in Berlin, welche das Motto weiter untermauern:
1. Homophobie ins Abseits: Sexuelle Vielfalt im Sport akzeptieren und fördern.
2. Allgemeine und sexuelle Menschenrechte müssen als globale Spielregeln gelten.
3. Die verfolgten Homosexuellen in Deutschland müssen moralisch und materiell rehabilitiert werden.
4. Regenbogenfamilien müssen rechtlich gleichgestellt und abgesichert werden.
5. Der Rahmenplan für sexuelle Gesundheit muss zügig umgesetzt werden.

Bei der morgigen CSD Parade in Berlin, die um 12.30 Uhr am Kurfürstendamm startet, werden auch zwei Päpstinnen und zwei Päpste im Papa-Mobil mit demonstrieren. Das Papa-Mobil hat die Wagen-Nummer 16 und wird von der Ortsgruppe Berlin-Brandenburg organisiert. (Bilddatei: Bilder der Woche KW 25, maizucker-design, Daggi Binder)

 

Hundertausende Gays erobern die Straßen und Feste

Am Wochenende war es endlich soweit, das erste große CSD-Wochenende liegt hinter uns. Von Nord bis Süd, von Ost bist West – in mindestens sieben Städten würde demonstriert, gefeiert und gelacht. Auch wenn das Wetter nicht in ganz Deutschland mitspielen wollte, der  guten Laune und ausgelassenen Stimmung bei wohl jeder Veranstaltung konnte es nichts anhaben.

In Oldenburg waren mehr als 5.000 Teilnehmer anwesend. Unter dem Motto: „Homophobie tötet“ startete am Samstagnachmittag ein Umzug vom Bahnhofsviertel bis hin zum Platz neben dem Oldenburger Prinzenpalais. Hier fand im Anschluss an den Demonstrationszug noch eine große Abschlusskundgebung statt.

Weiter südöstlich, in Berlin, waren knapp eine viertel Million Menschen in Schöneberg unterwegs. Zum 19. Lesbisch-schwulen Stadtfest, waren es zwar die Hälfte der Besucher des vergangenen Jahres, weniger Spaß und vor allem weniger zu sehen, gab es in diesem Jahr dennoch nicht. Auf dem 20.000 m² gab es neben zahlreichen Infoständen auch allerhand kulinarische Köstlichkeiten und ein abwechslungsreiches Programm für Jung und älter.

Im Westen der Republik wurde der ColognePride offiziell eröffnet. Mit dem FantasyPride im Phantasialand in Brühl, war die bekannte Tradition der Eröffnung wiedermal eine beeindruckende Veranstaltung. Die Jungs und Mädels stürmten nicht nur die Fahrgeschäfte, auch die Shows und Bühnen waren mehr als gut besucht. Bei der großen Party am Abend konnte dann nochmal ordentlich das Tanzbein geschwungen werden und das Objekt der „Begierde“ persönlich angesprochen werden.  Mit dem FantasyPride startete der ColognePride bereits zum 8. Mal in eine bunte CSD Saison. (GAYS.DE berichtete)

Das große Fest am Aasee in Münster und der CSD Regensburg waren weitere Veranstaltungen an diesem CSD Wochenende. Schon am kommenden kann weiter gefeiert und demonstriert werden. Unter anderem in Berlin und in Köln. Alle Infos wie immer in dem GAYS.DE CSD & Pride Guide und in den GAY News.

 

Gay Festival in Estlands Hauptstadt

In Estland werden Homosexuelle gerne öffentlich diffamiert. Nicht nur die Medien verstärken mit ihrer Berichterstattung Homophobie, sondern auch in der Politik gibt es homophobe Tendenzen. Das soll sich jetzt ändern, denn vom 6. bis zum 11. Juni findet in der Hauptstadt Tallin die Solidaritäts- und Kulturwoche statt. Das berichtet die Webseite baltische-rundschau.eu. (GAYS.DE berichtete aus Estland)
Während dieser Zeit können Ausstellungen und Filmvorführungen besichtigt werden, die sich mit homosexuellen Themen befassen. Höhepunkt wird zum Ende der Woche ein Openair-Konzert sein mit Künstlern, die sich für ein tolerantes Miteinander in der Gesellschaft einsetzen.

Bereits in den Jahren 2004 bis 2007 gab es ähnliche Festivals in der estländischen Hauptstadt, die allerdings mehr mit einer Parade aufmerksam machen wollten. Das Festival wird zusammen mit dem Baltic Pride organisiert, der bereits in den Jahren zuvor in Riga und Vilnius statt fand. (Quelle: PRIDE1.de/hg)

IDAHO – Internationaler Tag gegen Homophobie und Transphobie

Fast könnte man sagen: „Alle Jahre wieder!“ Doch Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender sind noch lange nicht da angekommen, wo sie seien möchten. Jedes Jahr aufs Neue kommen Vereine, Institutionen und Einzelpersonen zusammen und demonstrieren weltweit Verbundenheit, Zusammengehörigkeit und Ernsthaftigkeit. Am Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie  setzen sie gemeinsam ein Zeichen im Kampf um Anerkennung und Akzeptanz.

Welche Veranstaltungen in Deutschland heute stattfinden, hat die bundesweite Aktionsseite RainbowFlash in der folgenden Liste zusammengestellt:

  • Leipzig, Nikolaikirchhof
  • Dresden, Theaterplatz
  • Chemnitz, Rathausplatz
  • Köln, Rathausplatz
  • Berlin, Homosexuellen-Mahnmal
  • Hamburg, Rathausmarkt
  • Lübeck,  Rathausmarkt
  • Schweinfurt, Schillerplatz
  • Würzburg, Rathausinnenhof (Rückermainstraße 2)
  • Magdeburg, Ulrichsplatz
  • Schwerin, am Südufer des Pfaffenteichs
  • Wiesbaden, Löwenbrunnen, Schloßplatz
  • Stralsund, Am Knieperteich „Weiße Brücken“
  • Kassel, Königsplatz
  • Halle, Marktplatz, ab 18 Uhr Ballons füllen
  • Hannover, Opernplatz, 18.30-19.30 Uhr
  • Trier, Porta Nigra-Vorplatz, 18-19 Uhr
  • Stuttgart, Königsstrasse, um 19 Uhr
  • Kaiserslautern, am Schillerplatz, um 19 Uhr
  • Friedrichshafen, an der Freitreppe um 19 30 Uhr
  • Mainz, 19.00, vor der Kathedrale
  • Nürnberg, “Fliederlich-Menschenrechtsbaum” im Stadtpark um 19 Uhr.
  • Braunschweig, Kohlmarkt vor dem NiCoffe

     

    Das Schwule und Lesben gleichwertige Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Gesellschaft sind, dass merkt an Tagen wir heute auch endlich die Politik unseres Landes. Leider ist die Meinung von Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erst spät veröffentlicht wurden – vertreten wird sie von Lüders dagegen schon seit jeher. Wie sie gegenüber Medienvertretern erläuterte, ist eine Erweiterung des Grundgesetzes unausweichlich. „Insbesondere der Artikel 3 GG müsse um das Merkmal der sexuellen Identität ergänzt werden.“, sagte Lüders bereits Montag in Berlin. „Ich bin ausdrücklich dafür, Lesben und Schwule in den Diskriminierungsschutz des Gleichbehandlungsartikels aufzunehmen. Denn unserer Verfassung fehlt bislang ein klares Bekenntnis zu deren Rechten“, erklärte sie weiter.Das Diskriminierung im alltäglichen Leben stattfindet, dass dürfte den Ausführern ebenso klar sein, wie den Betroffenen selbst. Nun gilt es zu Handeln – Auf allen Ebenen.

17. Mai: Internationaler Tag gegen Homophobie

Respektlosigkeit, Intoleranz, Gewalt – nur drei Begriffe, die die immer noch anhaltende Diskriminierung von Homosexuellen und Transgendern ausdrücken. Auch wenn der Begriff „Homophobie“ wissenschaftlich vielleicht nicht korrekt gewählt ist, so drückt dieser den Hass gegenüber Nichtheterosexuellen aus, bündelt gleichzeitig aber auch die „Berührungs-“Ängste gegenüber Menschen mit der eben anderen sexuellen Orientierung.

Nicht immer kann Homophobie gleichbedeutend mit einer erhöhten Gewaltbereitschaft verstanden werden. Viele Menschen kennen einfach keine Homosexuellen und haben somit keinerlei Bezug zur Person als solche. Die andere Lebensweise wird zum „Bösen“ und somit machen sich Vorurteile, Abneigung und Intoleranz breit. Aufklärung und Informationen fehlen, teilweise ist dies einfach mit mangelndem Interesse zu begründen. Eben aus diesem Grund gibt es zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHO) zahlreiche Aktionen weltweit, die dies beenden wollen.

Begangen wird der IDAHO seit 2005 immer am 17. Mai. Bereits 15 Jahre zuvor beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität aus der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. In Deutschland erinnert der 17.05. zusätzlich noch an den ehemaligen §175 des Strafgesetzbuchs. Dieser stellte zwischen 1872 bis zu seiner endgültigen Abschaffung 1994 verschiedene sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. In den zwanziger Jahren bezeichnete man Homosexuelle zum Beispiel damit, dass sie am 17.05. geboren seien.

GAYS.DE meets IDAHO

Auch Eure Community beteiligt sich in diesem Jahr am Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie. Mit unserem neuen Button, können alle, die wollen, ein Zeichen setzen und Ihr Profilbild mit dem IDAHO-Ausrufezeichen aufrüsten.


Deutschlandweit finden zahlreiche Aktionen zum IDAHO statt. In fast jeder großen Stadt finden sogenannte RainbowFlashs statt, bei denen Luftballons mit Euren Wünschen für mehr Akzeptanz und Toleranz in den Himmel entlassen werden. Für den Fall, dass in Eurer Nähe keine Aktion stattfindet, schnappt Euch einen Luftballon, schreibt Euren Wunsch drauf und macht ein Foto – Wir präsentieren dieses dann exklusiv auf GAYS.DE.

Zur Aktionseite IDAHO.

Starke Bilder zum Tag gegen Homophobie am 17.5.

©Deutsche AIDS-Hilfe 2011

„MIR REICHT’S! – Meine Würde ist unantastbar!“ Das ist die Botschaft einer Aktionskampagne der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) zum morgigen Internationalen Tag gegen Homophobie.

Zehn schwule Männer zeigen sich auf Fotos zugleich schwer verletzt und selbstbewusst fordernd. Denn Gewalt und Diskriminierung gehören noch immer zum Alltag. Diese Aktion macht sie mit starken Bildern sichtbar – und erteilt der Homophobie eine klare Absage.

Mit dabei: Alexander Freier, 24, der mit 15 einmal zusammengeschlagen wurde, weil er schwul ist. Für ihn ein Grund, erst recht selbstbewusst und offen aufzutreten. „Menschen kennen oft keine Schwulen und haben verschrobene Bilder im Kopf. Ein einziger echter Schwuler
bringt manchmal jahrelang gepflegte Vorurteile zum Einsturz“, erläutert er seine Motivation, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Motive von „MIR REICHT’S“ sind als Plakate, Postkarten und Anzeigenmotive verfügbar. Als unübersehbares Zeichen für  Selbstvertrauen und Selbstbestimmung sollen sie sich auch über die sozialen Netzwerke wie Facebook verbreiten. Die Aktion ist eingebunden in die DAH-Präventionskampagne ICH WEISS WAS ICH TU die sich an Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, richtet.

Ein Leben ohne Diskriminierung und Bedrohung durch Gewalt ist ein Menschenrecht. Zugleich hat das Statement gegen Schwulenfeindlichkeit eine wichtige Bedeutung in der HIV-Prävention. Dazu Dr. Dirk Sander, DAH-Referent für Männer, die Sex mit Männern haben: „Nur wer selbstbewusst und selbstbestimmt mit der eigenen Sexualität umgeht, kann sich auch wirksam vor HIV schützen. Diskriminierung und Angst vor Gewalt beschädigen das Selbstwertgefühl und oft auch die Fähigkeit, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern. Wer sich aus Angst verstecken muss, wird außerdem durch Prävention nicht erreicht. Es ist wissenschaftlich erwiesen: Gesellschaften, die sich erfolgreich mit Homophobie auseinandersetzen, haben größere Präventionserfolge.“ (PI)

 

Münster gründet Netzwerk gegen Homophobie

Gerade im Jugendalter ist es schwer zu sich, seiner Sexualität oder aber zu dem besten Freund zu stehen, der grad sein Outing durchlebt. Viele Jugendliche kennen es, wenn sich niemand mit ihnen in eine Umkleide teilen möchte. Oftmals gelten sie als Außenseiter und werden von ihren Mitschülern beschimpft und gehänselt.

Alexander Daum kennt das. Immer wieder erzählen ihm Jugendlich von eben diesen Erlebnissen. Das die Jungs und Mädels homosexuell sind oder sich gerade Gedanken darüber machen, dass sie eben doch anders sind als ihre Mitschüler, das weiß auch Alexander. Im Auftrag von verschiedenen Projekten ist er im Münsterland unterwegs und beschäftigt sich mit eben diesen Vorurteilen, die die Jugendlichen beschäftigen. „Gerade gegenüber homosexuellen Kids ist es schwer. Die meisten Mitschüler bilden sich keine eigene Meinung. Sie hören auf das, was die Mehrheit sagt.“, so Daum.

Und eben aus diesem Grund haben sich eine Reihe von Vereinen und Einrichtungen zusammengetan und das neue Netzwerk „Queere Jugendarbeit in Münster“ gegründet. Erstes gemeinsames Vorhaben ist es am Dienstag, 17. Mai – dem internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie – in Schulen über eben diese und die sexuelle Vielfalt aufzuklären. Vom einfachen Infostand bis hin zu Unterrichtsbegleitung und Diskussionsrunden sind zahlreiche Aktionen geplant.  Weiterführend geplant ist zudem ein Jugendtreff in der Alten Dechanei zu etablieren. Unter dem Namen „Track“ können sich dann ab Ende Mai die Jugendlichen immer dienstags ab 17 Uhr treffen und unter fachkundiger Begleitung Gleichgesinnte kenne lernen.

Zu „Queere Jugendarbeit in Münster“ gehören: Die Aids-Hilfe Münster, die Arbeiterwohlfahrt Münsterland-Recklinghausen, der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe, das Kommunikations Centrum Münsterland (KCM), der Lesben-Verein LiVas, Pro Familia Münster und der Sozialdienst katholischer Frauen Münster.

Der Papst kommt – GAYS.DE ist schon da!

Der Papst kommt! Ralf König 2011

Der Papst kommt! Ralf König 2011

Papst Benedikt der XVI. kommt am 22. September 2011 nach Berlin. Neben verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen spricht das Oberhaupt der katholischen Kirche auch vor dem Deutschen Bundestag. Ein Anlass, den das neugegründete  Bündnis „Der Papst kommt!“ zum Anlass nimmt, verschiedene Aktionen gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Vatikans durchzuführen.

GAYS.DE ist eines von insgesamt 22 Mitgliedern des Bündnisses „Der Papst kommt!“. Gemeinsam mit unseren Mitstreitern möchten wir auf die vom Vatikan ausgehende Unterdrückung von Lesben, Schwulen und Transgendern in der Welt aufmerksam machen. Immer wieder werden gleichgeschlechtlich Paare von Seiten der katholischen Kirche verschmäht. Joseph Ratzinger, in seiner Funktion als deren Oberhaupt, ruft seine Anhänger regelmäßig dazu auf, dir angehenden Gleichstellung der LGBT-Gemeinde entgegen zu treten.

„Wir verurteilen die Sexual- und Kondom-Politik des Papstes. Sie behindert in vielen Ländern massiv wirksame HIV-Prävention, stürzt Menschen in schwere Gewissenskonflikte, verdammt sie zu Krankheit und nimmt ihren Tod damit billigend in Kauf.“, so Pascal Ferro, Sprecher des Bündnisses.

Damit die katholische Kirche nicht weiterhin menschenverachtend und respektlos gegen Menschen und deren sexuelle Identität arbeitet, rufen wir unter dem Motto. „Der Papst kommt!“ ab dem 22. September 2011 zum friedlichen Protest auf.
Neben einer Demonstration am 22. September, sind im Vorfeld und während des Papstaufenthalts verschiedene Veranstaltungen zum Thema geplant. Weiter Informationen folgen in Kürze.

Comic-Zeichner Ralf König hat zur Bewerbung des Protestes gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes eine Illustration angefertigt. Diese kann ab sofort  für nicht-kommerzielle Zwecke kostenfrei heruntergeladen werden. (Ro)