London will keine Schwulenfeindlichkeit auf Bussen

„Manche Leute sind schwul. Finde dich damit ab!“ – Diesen Spruch kann man seit dem ersten April auf einigen der beliebten roten Doppelstockbusse in London lesen. Verantwortlich für die neue Toleranzkampagne ist die Gruppe Stonewall, die sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzt.

Eine Gegenkampagne einer christlichen Organisation wurde nun von Londons Oberbürgermeister gekippt. Die Gruppe wollte den Spruch: „Not gay! Post gay, ex-gay and proud. Get over it!“ nutzen und Homosexualität als Krankheit darstellen von der man(n) geheilt werden kann. Übersetzt heißt dies soviel wie: „Nicht schwul! Schwul war früher, ex-schwul und stolz. Überwinde es!“

Die Londoner Verkehrsbetriebe waren ebenfalls gegen die homophobe Kampagne, denn sie spiegele nicht den „toleranten Geist Londons“ wieder. Die Homo-Gegner werfen London hingegen Zensur vor.

Wir sind MR. GAY World 2012

Andreas Derleth heißt er. 32 Jahre jung, 1,90 m  groß,  muskelbepackt und verpartnert. Der aus Hassfurt stammende Wahl-Neuseeländer ist am Sonntagabend zum MR. GAY WORLD 2012 gekürt wurden.

Gegen 21 Konkurrenten konnte sich der Inhaber eines Schreibwarengeschäfts im südafrikanischen Johannesburg behaupten. Nun trägt er für ein Jahr den Titel „MR. GAY WORLD“ und ist als Botschafter für die Rechte von Schwulen und Lesben weltweit unterwegs. 20.000 Euro Preisgeld, Kleidung, Kosmetik und Schmuck sollen ihm sein Amt erleichtern und ihn für die Reisen auf die fünf Kontinente wappnen. Zudem gewann er eine Reise für zwei Personen nach Südafrika.

Derleth ist vor vier Jahren in Neuseeland „hängen geblieben“. Nach einem beruflichen Aufenthalt habe er sich in das Land verliebt und ist geblieben. Ein Grund könnte auch sein Partner Tom sein. Mit ihm lebt er in einer Eingetragenen Partnerschaft und betreibt ein Schreibwarengeschäft.

Die Wahl zum „MR.GAY. WORLD“ war bereits im Vorfeld mit Negativschlagzeilen aufgefallen. Zimbabwes Kandidat verzichtete auf die Teilnahme aus Angst um seine Mutter und auch der äthiopische Teilnehmer hatte familiäre Probleme. Er wurde von seinem Vater verstoßen, als dieser von seiner Teilnahme erfuhr. Ebenfalls Honk Kong schickte keinen Teilnehmer ins Rennen. Die Absage wurde mit „Angst vor der Staatsmacht“ den Juroren mitgeteilt.

Dass die Wahl im südafrikanischen Johannesburg stattfand war beabsichtigt. Denn in vielen Ländern des Kontinents steht Homosexualität unter Strafe oder wird von der Gesellschaft mit Ausgrenzung ‚bestraft’. Die Rechte von Homosexuellen sind weltweit stark unterschiedlich. Die Veranstalter meldeten, dass die asiatischen Teilnehmer in der Unterzahl waren. Muslimische Staaten schickten erst gar keine Teilnehmer zur Wahl.

Ein „afrikanischer“ Lichtblick: Die Eltern des namibischen Teilnehmers brachten ihren Sohn zum Flughafen, wünschten den ersten Platz und verabschiedeten ihren feierlich.

(Bild: www.mrgayworld.org)

Heterosexuelle Grüße von Cordula Drechlser

Volker Beck mit Tatjana Taft - ColognePride 2011

Volker Beck mit Tatjana Taft - ColognePride 2011

Wie die Leipziger Volkszeitung berichtete hat eine FDP-Ratsfrau den homosexuellen Politiker Volker Beck in einem Brief offen bedroht. Beck fordert Parteiausschluss, die FDP ist erbost über ihr ehemaliges Mitglied und distanziert sich von Cordula Drechsler, Stadträtin aus Bad Lausick, Sachsen.

In Ihrem Schreiben an Grünen-Politiker Beck betont die konservative Gemeinderätin: „[...] Leute wie sie Herr Beck braucht das deutsche Wählervolk beim besten Willen nicht.“ Auch greift Drechsler die Vorfälle in Russland auf. Mit Ihrer Wortwahl droht sie Beck regelrecht ein schweres Leben aufgrund seiner Homosexualität an.
Ihren verbalen Höhepunkt findet Drechsler allerding am Ende. Sie schließt mit „heterosexuellen Grüßen aus dem erzkonservativen Freistaat Sachsen“.

Beck reagierte umgehend und wandte sich an den Vorsitzenden der FDP, Herrn Dr. Philipp Rösler. In seinem Brief fordert er die Klärung der Anfeindung und die kompromisslose Entlassung von Frau Drechsler aus der Partei.

Die schriftliche Konversation zwischen Volker Beck und Dr. Rösler zum Nachlesen.

Die FDP Parteiführung reagierte umgehend und distanzierte sich ausdrücklich von Frau Cordula Drechsler. Laut eigenen Angaben ist diese seit 2010 nicht mehr Mitglied der Partei. Rechtliche Schritte gegen Frau Drechsler werden bereits vom Präsidenten des Bundesschiedsgerichts geprüft, wie die FDP mitteilte.

Kreuz.net verfassungswidrig?!

Was ist dran? Wir beobachten die Internetseite kreuz.net schon eine Weile und berichten auch ab und an von den teilweise sehr an den Haaren herbeigezogenen Argumentationen in den Beiträgen der Seite.

Schwule sind grundsätzlich an allem schuld. Und selbstverständlich sind wir es auch, die Gott nicht ehren und „abartig sind“, „Unzucht betreiben“ sowie „Die Weltordnung zerstören wollen“. Ja genau!
Aber nicht nur Homosexuelle bekommen ihr Fett weg – Alle die nicht in die Gesinnung der Kreuz.net Autoren passen sind schlechte Menschen und zerstören auf lange Sicht unsere Gesellschaft…

Nun reagiert das Bundesamt für Verfassungsschutz und stuft die Internetseite „Kreuz.net“ als verfassungswidrig ein. Heinz Fromm, Präsident der Behörde folgt damit dem Aufruf von Grünenpolitiker Volker Beck. Dieser hatte vor Kurzem eine Anfrage an das Bundesamt gerichtet.

Kreuz.net“ berichtet seit Jahren unter Glaubensaspekten über Immigranten, Politik und Homosexualität. Selbstverständlich immer als Negativberichterstattung wenn nicht sogar direkter Hetze.
Nachdem sich die Amtskirche von ihrem rechten Flügel distanzierte, sah sich auch das Bundesamt für Verfassungsschutz im Handlungszwang. Sie stufte die Seite als grundgesetzwidrig ein.

Steigende Gewalt gegen Homosexuelle im Irak

Im Irak nimmt die Gewalt gegen Homosexuelle wieder zu. Allein in den letzten sechs Wochen wurden 58 Iraker durch organisierte Banden und Milzen getötet, die als homosexuell galten. Damit ist die Zahl so hoch wie zuletzt im Jahr 2009, als die Hass-Verbrechen gegen Schwule ihn bisherigen Höhepunkt hatten.

Die Sicherheitskräfte des Landes stehen den Gewaltverbrechen machtlos gegenüber. Augenzeugen berichten davon, dass den Opfern der Schädel mit schweren Betonblöcken zertrümmert wurde. In Bagdads Schiiten-Viertel Sadr City wurde außerdem eine Art Todesliste veröffentlicht, die 33 weitere Menschen und deren Adressen enthält. Alle bis auf eine der Personen sind Männer.

Die Liste enthält eine Warnung: Sollten sie diese  Personen ihre schmutzigen Handlungen nicht innerhalb von vier Tagen einstellen, dann treffe sie die Strafe Gottes und der Mudschahedin. Auf dem Schreiben sind der Koran und zwei Handfeuerwaffen abgebildet.

Der Koran verbietet Homosexualität ausdrücklich, Morde an Homosexuellen gelten bei islamischen Milizen im Irak als Ehrenmorde.  Seit den ersten Vorfällen sind immer mehr Stimmen weltweit laut geworden, die gegen die Situation im Irak und weiteren islamistischen Ländern wettern.

Erst vergangene Woche wurde im UN-Menschenrechtsrat über die homophobe Haltung einiger Staaten debattiert. Die Vorfälle im Irak werden wohl neue Gespräche entfachen.
(Quelle: PRIDE1.de/kt/GAYS.DE)

Schwule Königspaare wollen wir nicht…

Deutsche Schützen wollen keine schwulen Könige.

Deutsche Schützen wollen keine schwulen Könige.

Die Diskussion sorgte für Aufsehen – Und das nicht nur innerhalb der Vereine und Bruderschaften. Das mediale Interesse reichte von der kleinen Tageszeitung bis hin zu Spiegel, Stern und Focus und auch wir haben über das Vorhaben des Bundes  der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.  berichtet.

Im Mittelpunkt stand der Auftritt eines schwulen Königs im vergangenen Jahr. Dieser wollt gern mit seinem festen Partner auftreten, durfte letztlich aber nicht. Und so wurde aus einer Partnerschaft, eine Liebe zweiter Klasse – Und alles nur für Brauchtum und Tradition.

Am vergangenen Wochenende wurde dann über die zukünftige Handhabe solcher Situationen auf einem Verbandstag entschieden. Insgesamt 450 von 500 Stimmberechtigten entschieden, dass Schwule zukünftig keinen Stellenwert mehr in den Bruderschaften haben. Zumindest dürfen homosexuelle Könige zukünftig nicht mehr mit Ihrem Partner auftreten. Auch wenn diese immerhin in der „zweiten Reihe Platz nehmen dürfen“. Eine weibliche Begleitung müssen die Schützenkönige aber nicht zwingend bestimmen. Immerhin.

Vielerorts stößt die Entscheidung auf Missverständnis. Auch rein rechtlich wird dies schwer umzusetzen sein. Denn vereinsrechtlich scheint der Entschluss nicht zwingend bindend zu sein. Denn wer in den einzelnen Bruderschaften König wird, entscheidet nicht die Bundesvertretung der Historisch Deutschen Schützenbrüderschaften, sondern die jeweilige Bruderschaft selbst. So kann also rein theoretisch auch eine männliche Königin „toleriert“ werden.  Volker Beck, MdB forderte nun sogar eine Überprüfung der Entscheidung durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Wie auch immer in der Sache weiter verfahren werden wird – Die Entscheidung des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbrüderschaften zeigt, in wieweit Tradition und Brauchtum noch über unsere Denkweise bestimmen. Kein Wunder, dass sich vielerorts Jugendliche und junge Männer mit ihrem Outing schwer tun . Homosexualität ist eben leider noch nicht „normal“.

UN-Menschenrechtsrat: Muslimische und afrikanische Länder erkennen Homosexualität nicht an

Bei einer Debatte im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) über die Rechte von Homosexuellen kam es am Mittwoch zu einem Eklat: Vertreter muslimischer und afrikanischer Staaten sprachen sich grundlegend gegen das Konzept „abweichender sexueller Orientierungen“ aus. Unter Protest verließen sie den Saal.

Zuvor hatte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay eine Studie zur weltweiten Diskriminierung Homosexueller vorgestellt. Nach derzeitigem Stand werden Homosexuelle demnach in mindestens 76 Ländern durch Landesgesetze diskriminiert. Dazu gehören auch Mord, Misshandlung und sexuelle Übergriffe. Mit diesen Gesetzen werde gegen die Grundrechte verstoßen, so Pillay.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, dass nun die Zeit um Handeln gegen Diskriminierung gekommen sei. Während die Initiative der UN von westlichen und lateinamerikanischen Ländern unterstützt wurde, forderten die islamischen Staaten ein Ende der Debatte um die Rechte Homosexueller.

USA: Toleranz im Sport

NHL will Zeichen gegen Homophobie setzenDie US-amerikanische NHL (National Hockey League) scheint im HEUTE angekommen zu sein. In einem am Wochenende erstmals ausgestrahltem Werbefilm setzt sich die League gegen die bestehende Homophobie im Sport ein. 30 NHL-Profis setzten sich im Spot für einen aktiv offenen und toleranten Umgang mit Homosexualität ein.

„You can play“ gilt als neuer Leitspruch der umfassend Aktion. Denn nicht nur in der Werbung auch in den Stadien und Sportstätten selbst sollen die Zuschauer und Fans gegenüber diskriminierenden Äußerungen zu Spielern und Situationen sensibilisiert werden.

Homosexualität im Sport ist immer wieder ein Thema. Intoleranz und Diskriminierung – vor allen von Seiten der Fans – sind immer wieder an der Tagesordnung. Homosexuellen Sportlerinnen und Sportlern fällt es dadurch oftmals schwer zu ihrer eigenen Sexualität zu stehen. In den Ligen der USA gibt es derzeit keinen offen geouteten schwulen/lesbischen SportlerInn.
NHL, NFL und NBA möchten aber, dass sich die Zeiten endlich ändern.

ESC: „Reporter ohne Grenzen“ fordert Pressefreiheit für Baku

Drei Monate vor dem Eurovision Song Contest hat die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ eine Homepage freigeschaltet, die über die Lage des Gastgeberlandes Aserbaidschan informiert.

Auf der Seite www.pressefreiheit-fuer-baku.de gibt es Informationen von Journalisten, die vor Ort arbeiten und dort unerschrocken für ihr Recht auf Meinungsfreiheit kämpfen. Außerdem gibt sie einen Überblick über Einschränkungen der Pressefreiheit in Aserbaidschan in den vergangenen Jahren. Deutsche Journalisten erhalten Hinweise zu Einreisebestimmungen und Visaverfahren.

Aserbaidschan steht seit Monaten in der Kritik. Die Regierung soll Medienberichten zufolge Anwohner gezwungen haben, ihre Häuser zu verlassen.
Sie müssten abgerissen werden, um dort die Austragungshalle für den Eurovision Song Contest zu bauen.

Angesichts der Menschenrechtslage blicken auch Homosexuelle besorgt nach Aserbaidschan. Zwar wird Homosexualität dort nicht strafrechtlich verfolgt, das Auswärtige Amt warnt aber auf seinen Internetseiten explizit davor, Homosexualität offen zu zeigen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Polizei ein homosexuelles Paar festsetzt und erst gegen Zahlung eines Geldbetrages wieder auf freien Fuß setzt, heißt es. (Quelle: PRIDE1/td)

Berlinale 2012: UNTER MÄNNERN – SCHWUL IN DER DDR

„UNTER MÄNNERN – SCHWUL IN DER DDR“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Homosexualität im „real existierenden Sozialismus“ gelebt wurde und gelebt werden konnte, da die DDR-Ideologie in der Homosexualität einen Rest bürgerlich-dekadenter Moral und eine Gefahr für die sozialistische Gesellschaft sah.

Wir begegnen sechs Männern, die zum Teil erstmals in aller Offenheit über ihre sozialen und intimen Erfahrungen sprechen. Wir lernen Menschen kennen, die unterschiedlicher, auch widersprüchlicher, nicht sein könnten. An einem Ende des Spektrums gibt es etwa den Friseur Frank Schäfer, einen gewitzten, listenreichen Individualisten, am anderen Ende den studierten Theologen Eduard Stapel, der ein DDR-weites Netz homosexueller Vereinigungen gründete und scharf ins Visier der Staatssicherheit geriet.

Zwar wurde Homosexualität seit den Fünfzigerjahren nicht mehr geahndet, die Verschwörung des Schweigens und die Ächtung, der Druck zu Gesellschaftskonformität und sexueller Diskretion blieben jedoch. „UNTER MÄNNERN“ zeigt uns – bei allen Verletzungen – starke und auch kämpferische Männer, die den Sinn ihres schwulen Lebens selbst erschließen mussten – mit ganz verschiedenen (Über-)Lebens- und Kompensationsstrategien. (Quelle: Berlinale 2012; Internationale Filmfestspiele Berlin)

Gezeigt wird „UNTER MÄNNERN“ (jeweils mit englischem Untertitel) im Rahmen der 62. Berlinale in folgenden Kinos:
Montag, 13.02.2012, 17:00 Uhr im International
Dienstag, 14.02.2012, 12:00 Uhr im CineStar 7
Freitag, 17.02.2012, 17:00 Uhr im CineStar 7

Filminfo: „UNTER MÄNNERN – SCHWUL IN DER DDR“ („Among Men – Gay in East Germany“); Deutschland 2011, 91 Min; Regie: Markus Stein, Ringo Rösener